• Niederländer bricht Lanze für Müller: „Er hat Qualitäten, die keiner in der Mannschaft hat“
• „Will bewusst ein bisschen Abstand nehmen“: Traineramt zunächst keine Option für Robben
• Effenberg zu Werners Vertragsverlängerung in Leipzig: „Absolut nachvollziehbar“
• Ex-Nationalspieler adelt Lewandowski: „Definitiv Weltklasse“

Unterföhring, 25. August 2019 -
Die wichtigsten Stimmen aus "Sky90 - die KIA Fußballdebatte" mit Ex-Bayern-Star Arjen Robben und dem ehemaligen Nationalspieler Stefan Effenberg nach dem Abschluss des 2. Spieltages der Fußball-Bundesliga bei Sky.

Arjen Robben (Ex-Spieler Bayern München) …
… zu den Gründen für sein Karriereende:
„Das ist schwer in einem Satz zu erklären. Ich glaube, das geht nicht über Nacht. Ich habe sehr lange überlegt. Das war die schwerste Entscheidung, die ich in meiner Karriere getroffen habe. Ich hoffe, es ist die richtige Entscheidung. Ich glaube, wenn man alles zusammenfasst, ist ein bisschen Bauchgefühl dabei. Du stellst dir die Frage, was will ich noch und was kann ich noch nach zehn Jahren bei Bayern München auf allerhöchstem Niveau? Das ist schwierig. Dann kommt alles zusammen und am Ende sagst du: es ist gut so.“
… zu Angeboten anderer Vereine: „Ich habe es als riesiges Kompliment gesehen, dass es so viele Angebote gab. Ich habe ein, zwei Dinger mir ganz seriös angeschaut, ein paar Meetings gehabt und Vereine angehört. Ich behalte das immer lieber für mich. Es gab schon ein paar gute Angebote, aber es hat nichts mit den Vereinen zu tun. Am Ende habe ich gesagt, es ist gut so und ich höre auf.“

… zu Thomas Müller: „Ich bin ein großer Fan von Thomas. Er hat Qualitäten, die keiner in dieser Mannschaft hat. Die braucht man auch. Er ist ein Mannschaftsspieler. Er läuft die Räume an, geht in die Tiefe. Er ist für mich ein sehr, sehr wichtiger Spieler und das hat er auch gezeigt. Sehen Sie die letzte Phase der vergangenen Saison, da hat er überragend gespielt.“
… zu den taktischen Vorzügen mit Thomas Müller in der Startelf: „Er geht in die Tiefe, er geht hinter die Verteidigung. Das ist für einen Gegner immer schwierig zu verteidigen. Bayern spielt immer gegen Mannschaften, die sich hinten reinstellen. Dann brauchst du Überraschungen, du brauchst Schnelligkeit, du brauchst viel Bewegung. Das ist immer die größte Aufgabe.“
… auf die Frage, ob er zukünftig als Trainer arbeiten möchte: „Im Moment nicht. Ich habe nicht die Ambition, dass ich sage, ich will auf dem höchsten Niveau Trainer werden. Dann gehst sofort wieder ins Geschäft rein. Ich will bewusst ein bisschen Abstand nehmen vom Fußball. Ich werde meinen eigenen Sohn trainieren, der ist jetzt sieben Jahre alt. Ich möchte mir bewusst Zeit nehmen, Zeit für die Familie und keine großen Verpflichtungen haben. Dann schauen wir mal, was auf mich zukommt. Ich bin da ganz entspannt.“
… zu Philippe Coutinho: „Er ist ein Fußballer mit einem Riesenpotenzial. Du musst ihm ein bisschen Zeit geben. Er kommt zu einem neuen Verein, einer neuen Mannschaft. Das braucht immer etwas Zeit, ein paar Wochen. Er wird bestimmt viele gute Spiele für Bayern zeigen.“
… zu seiner alten Trikotnummer 10, die nun Coutinho trägt: „Es war überhaupt nicht schwer, meine Trikotnummer weiterzureichen. Ich bin da ganz easy, ganz einfach. Ich will nur das Beste für den Verein. Wenn da ein neuer Spieler kommt und der will die Nummer 10, ja was soll ich dann sagen? Nein, bitte lass die Nummer 10 noch ein Jahr liegen?“
… zu Joshua Kimmich als Sechser: „Josh ist ein sehr intelligenter Junge. Er hat große fußballerische Qualitäten. Man hat das auch immer wieder bei Philipp Lahm gesehen. Ich habe es geliebt, mit Philipp zusammenzuspielen. Philipp konnte man auch im Mittelfeld hinstellen, auch wenn er da ein, zwei Jahre nicht gespielt hat. Gestern war es vielleicht aus der Not, dass Joshua im Mittelfeld gespielt hat. Aber normalerweise hast du im Moment genug Mittelfeldspieler.“
… zu Robert Lewandowski: „Er übt die Freistöße im Training. Er ist physisch eine Maschine. So kann man eine neue Saison anfangen: zwei Spiele, fünf Tore.“
… zu Lewandowskis Fleiß im Training: „Du musst ihn nur anschauen, schau dir seinen Körper an, dann weißt du genug. Bei manchen ist es so, von der Genetik, da gibt es Leute, die sind nie verletzt. Da gibt es viele Beispiele, Joshua Kimmich oder Müller oder Niklas Süle, der ist nie verletzt.“
… zu seiner vermeintlich fehlenden Lockerheit: „Ich glaube, das ist im Charakter drin. Das kann man auch ganz schwer nur ändern. Hermann Gerland hat auch Hundert mal zu mir gesagt: Arjen, mach' nicht so viel. Trainiere ab und zu mal so, wie van Bommel es gemacht hat – so 70, 80 Prozent. Aber das war nicht drin. Ich habe das nicht hinbekommen, bis zum Schluss nicht.“
… zu seiner neuen fußballfreien Zeit: „Der Fußball fehlt mir noch nicht. Im Moment fühle ich mich sehr gut und entspannt. Ich habe mehr Zeit mit der Familie verbracht. Du hast fast 20 Jahre Fußball wirklich gelebt, dann hast du einfach mehr Zeit ohne Druck und ohne Stress.“
… zu seinem Siegtor im Champions-League-Finale 2013: „Ich bin nicht so ein Spieler, der sich eigene Szenen gerne noch einmal anschaut. Aber ab und zu kommst du nicht dran vorbei, wenn du irgendwo bist und es dir Leute zeigen wollen. Also ich habe es schon sehr oft angeschaut.“
… zur WM 2010: „Ich bin auf eine untypische Art und Weise zurückgekommen, viel schneller und es hat funktioniert. Ich habe die gesamte WM gespielt – bis zum Finale über 120 Minuten. Immer wird im Finale nur die Szene mit dem Eins-gegen-Eins gegen den Torwart gezeigt. Aber für mich ist es immer noch ein Wunder, dass ich überhaupt dieses Turnier gespielt habe.“
… zu seiner vergebenen Chance im WM-Finale: „Enttäuschungen gehören zu jeder Fußballer-Karriere dazu, aber viele Titel auch. Das war eine Riesenenttäuschung. Du kriegst nicht noch einmal die Chance.“
… zu seinem Verhältnis zu Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt: „Es war natürlich super. Ich habe dem Doc viel zu verdanken. Es wird viel über Doctor Müller-Wohlfahrt gesprochen, aber ich habe vielen Leuten etwas zu verdanken. Ich habe mit super Physiotherapeuten, mit super Fitnesstrainern gearbeitet. Dann hatte ich noch meine eigenen Leute privat. Jeder hat seinen Teil dazu beigetragen, dass ich fit war.“
… zu seiner langen Auszeit nach der WM: „Ich war sechs Monate weg, das musste erstmal alles zusammenwachsen. Es gab auch die Diskussion, ob ich überhaupt noch auf hundert Prozent komme. Fitnesstrainer Thomas Wilhelmi spricht noch immer darüber: Es war die schönste Reha, für ihn auch, für mich auch. Sechs Monate haben wir gearbeitet und dann kommst du zurück und hast wieder alle Kraft. Das war natürlich eine Riesenerleichterung.“
… zur Zeit nach dem verlorenen Champions-League-Finale 2012: „Bei mir ist noch immer sehr gut in Erinnerung, da waren wir im Trainingslager, da hast du so gespürt und gemerkt, dass in der Mannschaft ein „Jetzt-Erst-Recht“-Gefühl war, jetzt schlagen wir sowas von zurück. Das finde ich immer noch das allerschönste. Das kann man in Wörtern nicht sagen. Dieses Gefühl, dass du merkst, wie alle brennen. Eigentlich hätte die Bundesliga da schon starten können.“
… zu damaligen Gedanken, die Bayern eventuell zu verlassen: „Das geht vielleicht ganz kurz durch den Kopf. Damals habe ich natürlich oft die Frage gestellt bekommen, ob ich jetzt darüber nachdenke, zu gehen. Du gehst in den Urlaub und willst eigentlich so schnell wie möglich wieder anfangen. Wir als Mannschaft sind noch näher zusammengerückt. Es war natürlich schwierig.“
… zu seinem berühmten „Robben-Move“: „Es gibt kein Geheimnis. Es ist richtiges Timing und das Warten, was der Verteidiger macht. Die Überraschung muss immer bleiben. Du kannst nicht jedes Spiel über 90 Minuten immer nach innen ziehen. Du musst auch die Kombination suchen.“
… auf die Frage, ob seine Karriere ohne Franck Ribery möglich gewesen wäre: „Möglich schon, aber es wäre anders gewesen. Wir haben so viel Spaß miteinander gehabt. Ich habe ihm viel zu verdanken. Es war mir eine große Ehre, mit ihm zusammenzuspielen.“
… zu Leroy Sané: „So eine schwere Verletzung darfst du nicht unterschätzen. Du musst kämpfen, du musst nur ein Ziel im Kopf haben: Wenn ich zurück bin, dann werde ich es allen zeigen. Mit diesen Gedanken musst du jeden Tag mit den Physios arbeiten.“


Stefan Effenberg (35-maliger Nationalspieler) …
… zur Vertragsverlängerung von Timo Werner:
„Es hätte nicht nur die Konkurrenz zu Lewandowski gegeben, auch über außen kann er ja durchaus spielen. Ich glaube, dass seine Entscheidung absolut nachvollziehbar ist. Das hat er richtig gemacht, er setzt damit ein Zeichen. // Aus Sicht der Münchner ist es absolut in Ordnung. Die Offensivkräfte, die die Bayern haben, sind absolut ausreichend, um um die Titel mitzuspielen.“
… zu Robert Lewandowski: „Er ist definitiv Weltklasse. // Ich glaube, dass Bayern München nach wie vor sehr abhängig von Lewandowski ist. Lewandowski hat über Jahre hinweg konstant und herausragende Leistungen gebracht. Er ist wegen des Champions-League-Titels zum FC Bayern gekommen und deswegen fordert er hier und da mal einen Neuzugang. Er will diesen Henkelpott.“
… zu Arjen Robben: „Er hat auch Rückschläge gehabt in seiner Karriere und immer einen sehr hohen Aufwand betrieben. Wenn du 20 Jahre in so einer Mühle drin bist, dann ist die Zeit nach der Karriere die allerschönste, die mit der Familie.“
… zur Schwierigkeit, Robben zu verteidigen: „Er war ein intelligenter Spieler mit einem enormen Tempo. Natürlich haben sich die Verteidiger auch ihre Gedanken gemacht. Die Gesamtsituation war einfach nicht zu stoppen und dann hat er noch eine herausragende Schusstechnik gehabt.“
… zu Philippe Coutinho: „Es ist ein herausragender Spieler mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Die Frage ist, wie schnell fügt er sich ein? Wenn du so eine hohe Spielintelligenz hast, sehe ich da kein Problem. Er ist ein Gewinn für die Bayern und auch für die gesamte Bundesliga.“
… zu dessen Eingewöhnungszeit: „Wenn du so eine Qualität und Spielintelligenz hast, dann braucht man in der Regel nicht so lange, um sich an die Mitspieler zu gewöhnen. Er weiß ja auch, wie ein Lewandowski spielt. Er weiß, wie man diese Spieler bedienen muss. Das sehe ich nicht als Problem.“
… zu Thomas Müller: „Ich würde das nicht so hoch hängen, weil Thomas eigentlich sehr variabel ist. Er ist nicht einer, der eine feste Position hat. Müller ist einer, der vorne drin eventuell mal für Lewandowski oder als hängende Spitze spielen kann. Er hat schon Möglichkeiten. Grundsätzlich zählt für einen Trainer, so eine Qualität nicht abzugeben. Die Frage ist, wie der Spieler so etwas annimmt. Das muss sich natürlich entwicklen. Aber ich glaube, dass Thomas so klar ist, zu sagen, ich trage meinen Teil dazu bei, dass wir weiterhin erfolgreich sind.“
… zu Leroy Sané: „Wenn ich Sané einen Tipp geben kann, dann dass er sich auf seine Rückkehr, seine Reha und dann auf die Europameisterschaft 2020 konzentrieren soll. Das sollte er im Kopf haben, da sollte Stand heute nicht der FC Bayern eine Rolle spielen.“


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