• Hertha-Coach Klinsmann nach „zähem“ Abstiegsduell gegen Mainz: „Die Frische hat gefehlt“
  • Baumann stärkt Kohfeldt erneut: „Hätten mit keinem anderen Trainer eine bessere Situation“
  • Mainz-Sportvorstand Schröder: „Wir sind Bundesliga und müssen uns nicht verstecken“
  • Sky Experte Hamann über Werder Bremen: „Die Lage ist dramatisch“

    Unterföhring, 8. Februar 2020
    - Die wichtigsten Stimmen zu den Samstagnachmittagspartien des 21. Spieltages der Fußball-Bundesliga bei Sky.

    Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen) ...
    ... zum Spiel:
    „Union Berlin hat sehr clever gespielt, sehr kompakt gestanden und aggressiv verteidigt. Wir sind rein fußballerisch gescheitert an unserer Konterabsicherung, die war in der zweiten Halbzeit unterirdisch. Wir sind an zu wenig Zug zum Tor gescheitert und auch daran, dass wir es heute nicht erzwingen wollten. Wir haben es insgesamt einfach nicht geschafft, Zug in das Spiel zu bekommen. Das war eine lahme Veranstaltung. Wir wollten Feuer hier haben, das haben wir nicht geschafft und das ist das Grundproblem.“
    ... zur Situation: „Insgesamt ist es wirklich nicht gut, was wir in der Liga machen. Ich habe es fast schon gemerkt, als wir auf dem Weg zum Stadion waren, irgendwie war wieder etwas ein bisschen anders. Es war wieder langsam, es war wieder auf Sicherheit bedacht im Angriff, anstatt da wirklich mutig zu sein und ins Gegenpressing zu kommen. Diesen Rucksack schleppen wir momentan mit uns rum.“
    ... zum Leistungsunterschied im Vergleich zum Pokal-Spiel: „Ich glaube nicht, ob es eine Frage von Selbstvertrauen ist, sondern eher eine Frage von Handeln. Sich auf kleine Handlungen zu konzentrieren. Das ist etwas, was wir momentan nicht haben, was wir am Dienstag hatten. Womit wir auch klar sagen müssen: Es ist nicht so, dass wir das nicht können. Man kann Wettbewerbe trennen, aber nicht Leistungen.“
    ... zur Aussage von Marco Bode, dass es bis zum letzten Spieltag gegen den Abstieg geht: „Das hätte ich nicht gebraucht. Das wussten wir vorher. Wir sind in einer dramatischen Situation in der Liga. Weil wir lange nicht gepunktet haben, die Heimspiele nicht gewinnen und es nicht schaffen, gewisse Dinge zu erzwingen. Wir haben es mit uns machen lassen.“

    Frank Baumann (Sportdirektor Werder Bremen): „Wir haben trotzdem die volle Überzeugung in Florian. Er ist ein sehr, sehr guter Trainer und wir würden mit keinem anderen Trainer an der Seitenlinie eine bessere Situation haben oder besseren Fußball spielen. Deswegen gehen wir den Weg mit ihm weiter.“

    Jürgen Klinsmann (Trainer Hertha BSC): „Wir kamen überhaupt nicht ins Spiel. Es fühlte sich von Anfang an so an, als ob die Köpfe bei den Jungs unglaublich schwer waren. Dann zieht der Körper natürlich nicht so nach. Natürlich hat das was mit den 120 Minuten unter der Woche zu tun. Das ist keine Entschuldigung, das ist einfach eine Tatsache, dass da körperlich alles abverlangt wurde. Aber vor allem auch in den Tagen danach, was sich in den Köpfen abgespielt hat, das saß alles drin. Da kann man der Mannschaft keinen Vorwurf machen, die Frische hat gefehlt. Deswegen wurde es eine ganz, ganz zähe Angelegenheit. Erst einmal das Spiel abhaken. Ich habe den Spielern zwei Tage frei gegeben, damit sie sich im Kopf ein bisschen frei machen.“

    Uwe Rösler (Trainer Fortuna Düsseldorf): „In der ersten Halbzeit waren wir stolz, wie wir Fußball gespielt haben. Da hat mein Herz gelacht. Wir sind kurz vor der Halbzeit ein bisschen müde geworden, aber ohne große Chancen wegzugeben. Dann kommt halt die zweite Halbzeit. Die Jungs haben alles gegeben. Das ist die Grundvoraussetzung. Das machen sie auch von der Einstellung und Moral in der zweiten Halbzeit, auch wenn sie nicht optimal war. Man merkt, dass die Mannschaft lange nicht in der Liga gewonnen hat. Manchmal bekommt man dann Angst zu gewinnen. Dann geht der Mut ein bisschen verloren. Wir haben ein billiges Tor weggegeben, das war sehr ärgerlich. Das Game-Management ist für uns jetzt das Wichtigste in den kommenden Wochen: Wie wir unsere guten Leistungen auch belohnen und die Siege über die 90 Minuten bekommen.“

    Marius Bülter (Doppeltorschütze 1. FC Union Berlin) ...
    ... zum Spiel:
    „Wir hatten schon in der ersten Halbzeit ein paar Möglichkeiten, in denen wir es nicht konsequent genug ausgespielt haben. Das hatten wir uns für die zweiten Halbzeit vorgenommen. Wir wussten, dass Bremen den Druck wahrscheinlich erhöht und sich dadurch Räume ergeben. Die haben wir dann ganz einfach genutzt.“
    … zu seinem zweiten Tor: „Ich habe gesehen, dass der Ball kommt und bin volles Risiko gegangen. Ein bisschen glücklich, aber ich habe direkt gesehen, dass der Ball drin war.“

    Steffen Baumgart (Trainer SC Paderborn 07): „Ein verdientes Unentschieden. Wenn man die Chancen in der ersten Halbzeit und die Ansätze in der zweiten Halbzeit sieht, dann wäre mit einem Quäntchen Glück das eine oder andere mehr drin gewesen. Alex hat zwei, drei richtig gute Dinge entschärft. Wir haben hinten wenig zugelassen. Meine Jungs haben es gut gemacht.“

    Ahmed Kutucu (Torschütze FC Schalke 04): “Natürlich kann man sich nicht so richtig freuen, weil wir den Sieg nicht geholt haben. Es ist immer noch ein Unentschieden. Man darf nicht überbewerten, dass man ein Tor geschossen hat. Man muss einfach weitermachen. Man hat gesehen, dass die Frische ein bisschen gefehlt hat.“

    Maximilian Mittelstädt (Hertha BSC): „Wir haben nicht so ins Spiel gefunden wie in den letzten Spielen. Wir haben keinen Druck nach vorne entwickelt, wenig Ideen gehabt. In der zweiten Halbzeit war es vom Gefühl her besser, aber auch das war heute leider zu wenig. Wir müssen daraus die richtigen Schlüsse ziehen.“

    Achim Beierlorzer (Trainer 1. FSV Mainz 05): „Wir haben uns gewünscht, dass wir aus den Umschaltmomenten noch mehr herausbringen. Aus diesen Flanken, die in der ersten, aber auch in der zweiten Hälfte den Partner immer wieder nicht gefunden haben. Umso schöner war es dann natürlich dann beim 2:0.“

    Rouven Schröder (Vorstand Sport 1. FSV Mainz 05): „Man sagt die Mainzer selig in den Abgrund. Das ist Motivation genug, wenn so etwas geschrieben wird. Die Mannschaft hat zusammengestanden und sehr mannschaftsdienlich gespielt. Wir sind Bundesliga, im elften Jahr. Wir müssen uns nicht verstecken.“

    Alexander Schwolow (Torhüter SC Freiburg): „Ich habe schon gehört, dass er (Joachim Löw, d. Red.) da war. Aber alles gut. Ich freue mich einfach, dass wir ein gutes Spiel gemacht haben, die giftigere Mannschaft waren und die drei Punkte hierbehalten haben.“

    Jochen Saier (Sportvorstand SC Freiburg): „Schwoli (Alexander Schwolow, d. Red.) hat uns heute ein Stück weit gerettet. Er hält zwei, drei Bälle richtig gut. Da können wir uns heute bei ihm bedanken.“

    Alfred Schreuder (Trainer 1899 Hoffenheim): „Wenn man da nicht gewinnt, ist das unser eigener Fehler. So ist Fußball. Wenn man so überdeutlich über weite Phasen besser ist, kann man nur auf sich selbst schauen. Wir haben zu wenig Tore geschossen.“

    Wout Weghorst (VfL Wolfsburg): „Natürlich spielt man für den Sieg und die drei Punkte. Der Spielverlauf ist nicht so wie erhofft und geplant. Die erste Halbzeit war nicht gut, in der zweiten Halbzeit passiert direkt diese Szene mit der Roten Karte und man weiß, dass es nicht leichter wird. Wir haben das in der zweiten Hälfte trotzdem gut gemacht und waren mit einem Mann weniger die bessere Mannschaft. Am Ende ist es enttäuschend, dass man die drei Punkte nicht holt.“

    Sky Experte Dietmar Hamann ...
    ... zu Werder Bremen:
    „Das Erschreckende ist nicht nur die tabellarische Situation, sondern auch die Statistik. Wenn du da unten drinstehst, kannst du natürlich versuchen, Fußball zu spielen, aber du musst erstmal die Basics richtig machen. Den Lauf und den Kampf annehmen, dem Gegner ebenbürtig sein. Sie waren heute – wie so oft in den letzten Wochen – dem Gegner kämpferisch und läuferisch unterlegen. Die Lage ist dramatisch.“
    ... zur Frage, ob Florian Kohfeldt noch der richtige Trainer ist: „Sie haben sich sehr klar positioniert in der Woche. Frank Baumann hat gesagt, dass sie ggf. auch mit Kohfeldt in die zweite Liga gehen würden. Deswegen würde es mich wundern, wenn da irgendetwas entschieden wird. Das können nur die Verantwortlichen entscheiden, ob er der Richtige ist und sie ihm die Möglichkeit geben, das Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Wir müssen vorsichtig sein, dass wir nicht immer fordern, dass Trainer entlassen werden. Du kannst als Trainer auch nur wachsen, wenn du mal eine schwierige Phase hast und dort wieder herauskommst.“
    ... zu Jürgen Klinsmann: „Gefühlt ist die Gesamtsituation nicht viel besser. Sie haben heute eine wunderbare Möglichkeit vergeigt, sich da ein Stück weit abzusetzen von den hinteren Plätzen. Du musst in der Lage sein, am Mittwoch 120 Minuten zu spielen und dann am Samstag wieder Leistung zu bringen. Mir macht es sich Jürgen da etwas zu einfach. Das musst du ablegen. Da geht es heute um sehr, sehr viel. Da musst du anders auftreten.“

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