• Nagelsmann beklagt Chancenwucher: „Hätte ein hoher Sieg rauskommen müssen“
• Luthe bedauert Fehlen von Herrlich: „Ist natürlich scheiße“
• Rösler trotz Remis optimistisch: „Wenn wir so spielen, steigen wir nicht ab“
• Sky Experte Hamann: „Hertha hat das Abstiegsgespenst vertrieben“

Unterföhring, 16. Mai 2020 - Die wichtigsten Stimmen zu den Samstagnachmittagspartien des 26. Spieltages der Fußball-Bundesliga bei Sky.

Julian Brandt (Borussia Dortmund) …

... zum Spiel: „Mir wäre es lieber, wenn die Rahmenbedingungen normal wären. Aber gut, am Ende ist es so und wir müssen uns alle anpassen. Fußball ist Fußball und man versucht schon auch seinen Spaß zu finden. Ich glaube den hatten wir heute teilweise. Am Ende wurde es dann ein bisschen weniger, weil die Kräfte nachgelassen haben. Da hat man die letzten sieben, acht, neun Wochen auch gemerkt. Aber im Grunde genommen: Was gibt es Schöneres als mit so einem Sieg wieder in die Saison einzusteigen.“

Daniel Caligiuri (Kapitän FC Schalke 04) ...

... zum Spiel: „Wir haben uns viel vorgenommen, aber gerade in der ersten Halbzeit keinen Zugriff bekommen. Die Freiräume der Dortmunder Sechser waren zu groß, deshalb konnten sie sich immer aufdrehen und das Spiel verlagern. In die zweite Halbzeit sind wir mit unserer Umstellung auf Raute eigentlich gut gestartet. Aber dann kriegst du direkt das 0:3 und dann wird es schwierig für den Kopf, da nochmal zurückzukommen.“

Roman Bürki (Torwart Borussia Dortmund) …

... zur Geisterkulisse: „Wir haben vorher viele Gespräche geführt und wussten, dass es eigentlich nichts anderes ist als das Spiel, was wir früher als Kinder gespielt haben: Ohne Zuschauer und einfach Spaß haben. Das hat man heute der Mannschaft auch angemerkt. Das Resultat macht nun auch die Leute vorm Fernseher glücklich.“

Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund) …

... zum Spiel: „Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Das 4:0 war verdient, wir sind sehr zufrieden. Du weißt vor dem ersten Spiel nicht, wo du stehst. Aber am Ende haben wir gewonnen.“

David Wagner (Trainer FC Schalke 04) …

... zum Spiel: „Wir haben es läuferisch einigermaßen gut hinbekommen und alle gesund durch das Spiel bekommen. Natürlich hat in Sachen Abstimmung und Laufwege einiges gefehlt – sowohl in der Konterabsicherung als auch im Positionsspiel. Wir werden weiter dran arbeiten und hoffen, dass es von Spiel zu Spiel besser wird.“

Robin Koch (SC Freiburg)

... zum Spiel: „Es war gar nicht so einfach den Push rauszuholen, den man sonst so hat, wenn 50.000 auf den Rängen sind. Man muss sich irgendwie selbst motivieren, wenn man in ein leeres Stadion kommt. Wir haben es ganz gut hinbekommen und die Spannung hochbekommen. Es war für alle ungewohnt und es wird für alle noch eine Zeit lang ungewohnt bleiben. Aber es geht nicht anders und fürs erste Spiel haben wir es auch ohne Zuschauer schonmal ganz gut hinbekommen.

Manuel Gulde (Torschütze SC Freiburg) …

... zum Spiel: „Wenn man die zweite Halbzeit sieht, muss man mit dem Punkt glücklich sein. Leipzig hat superstarken Druck gemacht und da haben wir auch Glück gehabt, dass wir nicht zwei oder drei Tore kriegen. Die erste Halbzeit war gut von uns, da hat Leipzig nicht viel gehabt. Aber in der zweiten Halbzeit kam natürlich nicht mehr viel von uns.“

Christian Streich (Trainer SC Freiburg) …

... zum Spiel: „Wir freuen uns genauso, dass wir wieder unserer Arbeit nachgehen können wie der Koch, der den Menschen wieder ein gutes Gericht zubereitet. Wir freuen uns wie alle anderen Menschen, die versuchen Dinge kreativ umzusetzen. Von dem her war ich sehr froh, dass wir heute wieder ins Stadion gehen durften.“

Kevin Kampl (RB Leipzig) …

... zum Spiel: „Ich glaube, wir sind fünfmal vorm leeren Tor gestanden und müssen das Ding einfach nur machen. Wir hatten heute Chancen für zwei Spiele. Nichtsdestotrotz haben wir heute ein sehr gutes Spiel gemacht. Wir haben uns sehr viele Chancen erarbeitet, obwohl Freiburg wie im Hinspiel sehr tief stand. Daran sieht man, dass wir gut gearbeitet haben. Ich bin mir sicher, dass die Chancenverwertung in den nächsten Partien wieder besser werden wird.“

Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig) …

... zum Spiel: „Wir waren in den ersten 25 Minuten sehr dominant, danach waren wir etwas ungeduldig im Ballbesitz und haben nicht mehr so gut attackiert. Aus meiner Sicht hätten wir trotzdem vor der Pause schon in Führung gehen können. In den letzten zehn Minuten haben wir etwas den Zugriff verloren. Außer bei der Standardsituation war es aber eigentlich nicht gefährlich. In der zweiten Halbzeit waren wir dann extrem überlegen. Wir hatten sechs, sieben hundertprozentige Chancen und da musst du gegen einen so tiefen Gegner mal eine machen. In Anbetracht der Chancen hätte sogar ein hoher Sieg bei rauskommen müssen. Wenn wir drei oder vier Tore schießen, wäre es nicht ganz unverdient gewesen.“

... zu Mängeln nach der langen Pause: „Heute hat nicht so viel gefehlt. Wir hatten eine gute Restverteidigung und einen sehr guten Charakter auf dem Feld. Wir haben schon auch guten Fußball gespielt und in der zweiten Halbzeit viel Risiko genommen. Es fehlt ein bisschen der Rhythmus, um die Chancen zu machen. Ich bin mir sicher, wenn wir sie in Zukunft auch so rausspielen, werden wir sie auch wieder machen.“

... zum Meisterkampf: „In der Tabelle wird wie nahezu jedes Jahr alles über Bayern gehen. Wir haben ein bisschen viele Punkte liegenlassen zuletzt – gerade vor der Zwangspause. Wir müssen unsere Hausaufgaben wieder machen und schauen, dass wir auf die ersten vier Plätze kommen. Das ist unser Hauptziel, dann schauen wir, was am Ende rauskommt. Ich hake die Meisterschaft noch nicht ab. Aber wenn du zuhause 1:1 gegen Freiburg spielst und dort verlierst, sind das beispielsweise aus den beiden Spielen zu wenige Punkte um Deutscher Meister zu werden.“

Andreas Luthe (Torhüter FC Augsburg) …

... zum Spiel: „Es ist unheimlich schwierig, sich selbst in eine gute mentale Verfassung zu bringen. Aber ich glaube, das haben wir als Team geschafft. Es war nicht einfach, dass auf einmal der Cheftrainer nicht dabei sein kann. Das ist natürlich scheiße. Aber wir haben es super hinbekommen. Wir waren als Mannschaft gerade in der zweiten Halbzeit richtig, richtig gut. Das macht schon Mut für die nächsten Wochen. Das hat gezeigt, dass wir nicht schlecht vorbereitet sind.“

Daniel Ginczek (Torschütze VfL Wolfsburg) …

... zu seiner Jokerrolle: „Ich habe schon gehofft und auch gedacht, dass ich von Anfang an spiele. Ich akzeptiere die Entscheidung vom Trainer. So wie es dann heute gelaufen ist, war natürlich gut für mich. Ich konnte ein bisschen Eigenwerbung machen. Wir haben gewonnen, ich habe das Tor gemacht. Jetzt geht es für mich unter der Woche weiter, um zu zeigen, dass ich in die Mannschaft will.“

Vedad Ibisevic (Torschütze Hertha BSC)

... zu Labbadia: „Es ist schon einiges passiert in den letzten Wochen mit ihm. Natürlich haben wir mit dem neuen Trainer immer wieder versucht, uns auf Fußball zu konzentrieren. Trotz aller Umstände, die wir sonst hatten. Das ist uns sehr gut gelungen. Wir haben alle sehr hart gearbeitet.“

Bruno Labbadia (Trainer Hertha BSC) …

... zum Spiel: „Der Mannschaft tut es wahnsinnig gut, sie hat die ganze Zeit super gut mitgemacht. Sie hat diesen Sieg fürs Selbstvertrauen gebraucht. Man darf nicht vergessen, wo wir herkommen und was rund um die Mannschaft im Verein los war. Ich bin sehr froh, dass wir diese drei Punkte geholt haben. Die Mannschaft ist das sehr, sehr geschlossen angegangen.“

... zur Jubeltraube bei den Toren zum 2:0 und 3:0 „Ich weiß, dass jeder auf uns guckt. Eins ist aber klar. Der Fußball hat keine Subvention bekommen, sondern macht alles selber. Wir sind schon fünf- oder sechsmal getestet worden. Ich glaube, wir werden es nicht verhindern können. Es ist ja auch nur eine Empfehlung der DFL. Fakt ist, dass das zum Fußball dazugehört. Wir sind so oft getestet, dass man das auch zulassen kann. Wenn man nicht mehr feiern kann, geht noch mehr kaputt. Ich bin einfach froh, dass die Mannschaft heute Grund zum Jubeln hatte.“

Oliver Baumann (Torwart TSG 1899 Hoffenheim) …

... zum Spiel: „Drei Viertel der Partie waren eigentlich in Ordnung von uns. Da haben wir auch unsere Möglichkeiten gehabt – eine Riesenmöglichkeit zum Ausgleich. Letztendlich hat es Berlin mit den Toren heute einen Ticken zu einfach gehabt.“

Kaan Ayhan (Fortuna Düsseldorf) …

... zum Spiel: „Ich weiß nicht, ob man sich in ein, zwei Wochen an die Sachen gewöhnt hat oder ob die einen immer noch beschäftigen. Ab dem Moment, indem der Schiedsrichter anpfeift, gibt es einen Cut und man ist mit dem Fokus voll im Spiel und nicht 90 Minuten mit den Sachen drum herum beschäftigt.“

Steffen Baumgart (Trainer SC Paderborn) …

... zur Geisterkulisse: „Ich habe es schon gern, wenn Emotionen von den Rängen kommen. Dafür machen wir es ja auch. Wir machen es nicht dafür, dass wir irgendwo alleine auf einer Wiese spielen.“

Uwe Rösler (Trainer Fortuna Düsseldorf) …

... zum Spiel: „Wir hatten heute richtig Pech. Wir hatten viermal Pfosten oder Latte. Die hatten nur eine Chance und so ein Spiel kannst du dann in der 88. Minute sogar noch verlieren. Wenn wir so spielen, steigen wir nicht ab.“

Sky Experte Dietmar Hamann …

... zum Niveau der Spiele: „Es war besser als ich gedacht hätte. Wir haben tolle Spiele und tolle Tore gesehen. Das war ein guter Start, ich freue mich auf mehr.“

... zu Julian Brandt: „Er ist ein Straßenfußballer. Er zeigt diese Spielfreude immer, wenn er spielt. Die Frage ist, ob er es oft genug macht. Wenn er gut drauf ist, dann wissen wir, was er für Qualitäten hat. Das war eine Leistung eines Spielers, der sich nach neun Wochen gefreut hat, dass er wieder das machen kann, für das er bezahlt wird. Er war an allen gefährlichen Situationen beteiligt.“

... zu Schalke: „Sie hatten einige Spieler dabei, die noch länger nicht gespielt haben. Das hat man schon deutlich gesehen. In der ersten Halbzeit waren die Abstände deutlich zu groß. Es war kein Wunder, dass die Dortmunder da durchkamen. Die Schalker haben in den vergangenen Jahren immer von ihrer Defensive gelebt, das war heute nicht der Fall. Da müssen sie sich gewaltig steigern in den nächsten Wochen.““

... zu Leipzig: „Sie haben in der Rückrunde schon einige Punkte gelassen. Sie müssen schauen, dass sie im Rennen um die Champions-League-Plätze bald wieder in die Gänge kommen.“

... zur Hertha: „Sie haben jetzt 31 Punkte. Mit einem weiteren Sieg sind sie endgültig sicher. Ich glaube nicht, dass der 16. auf mehr als 32 oder 33 Punkte kommt. Mit dem heutigen Tag haben sie mehr oder weniger das Abstiegsgespenst vertrieben und der Blick kann nach oben gerichtet werden. Das war ein sehr guter Einstand für Bruno Labbadia.“

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