• Guardiola nach Halbfinaleinzug in Feierlaune: „Werden viel Wein trinken“
• Dortmunds Can hadert mit Elfmeter-Entscheidung: „In den Regeln steht, dass es kein Handspiel ist“
• Zorc plant weiter mit Haaland: „Seine Zeit hier ist noch nicht beendet“
• Sky-Experte Hamann: „BVB durch skandalöse Entscheidung um Lohn seiner Arbeit gebracht“

Unterföhring, 14. April 2021 -
Die wichtigsten Stimmen zur Mittwochspartie des Champions-League Viertelfinal-Rückspiels Borussia Dortmund – Manchester City (1:2) bei Sky.

Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund) ...
… zur Elfmetersituation vor dem 1:1:
„Handspiel ist immer eine schwere Kiste und schwer zu bewerten. Ich habe da meine Meinung zu. Wir haben jedes Jahr Schiedsrichterschulungen, wo uns gezeigt wird, was sich verändert hat. Uns wurde vor der Saison ganz klar gesagt: Wenn man sich selbst an die Hand köpft, wird es nicht als regelwidrig angesehen. So richtig Glück mit den Schiedsrichterentscheidungen der letzten sieben Tage hatten wir nicht.“
... zu Manchester City: „Man muss fairerweise gratulieren und muss sagen, dass City hervorragend gespielt hat in beiden Spielen. Sie sind verdient in die nächste Runde eingezogen. In diesen Spielen zählt aber nicht, wer es mir verdient hat, sondern wer weiterkommt. Nach drei von vier Halbzeiten waren wir weiter. Es ist natürlich ärgerlich, dass wir durch zwei solche Gegentore die nächste Runde aus der Hand geben.“
... auf die Frage, was der Ausgleichstreffer mit der Mannschaft gemacht hat: „Es hat dafür gesorgt, dass wir mindestens ein Tor mehr schießen müssen und das ganze riskanter angehen müssen. Natürlich wirft einen so ein Tor immer wieder aus dem Konzept. City bekommt dann nochmal die Luft. Wir hatten natürlich vor, das Spiel so eng wie möglich zu gestalten und bei City ein bisschen die Furcht wecken.“
… auf die Frage, wie hoch der Kraftakt war: „In beiden Spielen hat man gesehen, dass wir vom Anfang bis zum Ende alles reingeworfen haben. Wir haben versucht, es so gut wie möglich zu verteidigen. In dem Wissen, dass der Gegner in jedem Spiel sehr viele Torchancen hat. Das konnten wir reduzieren und immer wieder selbst gefährlich werden. Dementsprechend ist die Enttäuschung groß. Wir hatten einen großen Traum vor dem Spiel, der ist jetzt leider vorbei. Morgen werden wir aufstehen und uns wieder zusammenraffen, sammeln und regenerieren. Und dann werden wir Sonntag alles reinwerfen, um nächstes Jahr wieder so eine Chance zu bekommen.“
… auf die Frage, ob bei Marco Reus der Knoten geplatzt ist (vor dem Spiel): „Das hoffen wir. Wir hoffen, dass er genauso weitermachen kann, wie in den letzten beiden Spielen. Wir müssen heute ein Tor schießen. Wenn Marco derjenige ist, der dieses wichtige Tor schießt, dann wären wir natürlich sehr glücklich.“
… zur Wichtigkeit von Jude Bellingham und Ansgar Knauff (vor dem Spiel): „Sie werden heute einen wichtigen Teil beitragen müssen. Weil wir eine Topleistung brauchen. Wir wussten von Anfang an, dass es sehr schwer wird gegen Manchester City. Wir wollten es runterbrechen auf dieses eine Spiel, das haben wir geschafft, das haben wir mitgebracht aus Manchester. Dieses Spiel haben wir heute Abend und wir brauchen alle Jungs, um diese Chance auch zu nutzen.“
… zur Unruhe wegen eines möglichen Transfers von Erling Haaland (vor dem Spiel): „Das macht nicht so viel mit ihm. Wir sehen, dass er im Training trifft und weiter hart arbeitet. Wir wissen, wie wichtig er für uns ist. Wir messen ihn nicht nur an den Toren, die er für uns schießt. Viel wichtiger ist, dass er gut arbeitet für die Mannschaft. Besonders in diesen Spielen, wo es nicht viele Szenen geben wird. Wir verbieten ihm heute nicht, das Tor zu machen.“

Emre Can (Borussia Dortmund) …
... zum Spiel und zum von ihm verursachten Handelfmeter vor dem 1:1:
„Im Großen und Ganzen war das okay. Am Ende bringt uns das leider auch nicht viel. Das Spiel hat sich klar geändert nach dem 1:1. Ich habe den Ball erst mit dem Kopf berührt und dann ist er irgendwie an meine Hand gekommen. In den Regeln steht, dass es keine Hand ist. Deswegen einen Elfmeter gegen uns bekommen zu haben und vielleicht deswegen das Spiel verloren zu haben, ist bitter. Im Hinspiel wurde uns ein Tor weggenommen. Es tut weh. “
... auf die Frage, was der BVB trotz dem Ausscheiden für den Endspurt in der Bundesliga mitnehmen kann: „Wir können stolz auf uns sein. Wir haben gegen vielleicht die beste Mannschaft der Welt gespielt. Wir haben gesehen, dass wir in der Lage sind, mitzuhalten. Da können wir vieles mitnehmen. Es trotzdem schmerzhaft, hier heute auszuscheiden, weil wir die Chance hatten, weiterzukommen.
… worauf es ankommt in den letzten sechs Bundesligaspielen: „Wir müssen jedes Spiel ernst nehmen und versuchen, in jedem Spiel zu punkten. Dann werden wir sehen, was am Ende passiert.“

Marco Reus (Borussia Dortmund) ...
... zum erwarteten Kraftakt:
„Wir waren darauf eingestellt. Es war klar, dass wir mehr laufen und die Räume zu machen müssen. Das haben wir bis zum Elfmeter sehr, sehr gut gemacht. Manchester hatte schon auch in der ersten Halbzeit die besseren Torchancen. Nach dem Elfmetertor haben wir kein richtiges Konzept mehr gehabt und waren zu wild. Dann hatte City ein sensationelles Positionsspiel, wo sich dich einfach laufen lassen. Dann wird es schwierig, an den Ball zu kommen.“
… zur Elfmetersituation: „Aus meiner Sicht war es ein Handspiel. Aber mir wurde gerade auch gesagt, dass der Ball vom Kopf an die Hand gesprungen ist. Laut FIFA-Regeln ist es dann kein Strafstoß. Wenn es auf der anderen Seite so gekommen wäre, dann hätten wir auch lautstark protestiert, da muss man ehrlich sein. Man muss ehrlich zugeben, dass City heute besser und cleverer war. Das muss man neidlos anerkennen. Trotzdem, wenn wir das Gegentor nicht bekommen, können wir es vielleicht weiter offen gestalten. Dann bekommen wir vielleicht auch bessere Kontersituationen, das haben wir leider nicht geschafft.“
... zur Qualität von City: „Das hat man in beiden Spielen gesehen. Wie sie verteidigen und wie sie mit dem Ball agieren. Das ist unheimlich schwierig, sie zu pressen. Sie schaffen überall eine Überzahl-Situation und haben ein super Passspiel. Wenn du einmal aufmachst, dann kontern sie dich gnadenlos aus.“
... auf die Frage, was der BVB trotz dem Ausscheiden für den Endspurt in der Bundesliga mitnehmen kann: „Dass wir bis zum Gegentor gut gespielt und gut verteidigt haben. Wir müssen in solchen Spielen und so einem Gegner noch mehr Mut haben im Offensivspiel und müssen noch mehr Erling Haaland finden, der die Bälle besser festmachen kann. Trotzdem, wir haben gefightet. Es ist trotzdem schade. Wir sind sehr, sehr traurig.“

Pep Guardiola (Teammanager Manchester City) ...
... zum Spiel:
„Wir sind unglaublich glücklich. Das ist der größte Erfolg in der Klubgeschichte. Was die Jungs in dieser Saison leisten, ist unglaublich.“
... zur Elfmeterentscheidung: „Hand.“
… zu Jude Bellingham: „Es ist unglaublich, was er mit 17 Jahren leistet.“
... zum Halbfinale gegen Paris St. Germain: „Gestern haben wir gesehen, wie stark sie sind. Mbappe und Neymar sind sehr gute Spieler. Sie haben die beste Mannschaft der Welt ausgeschaltet. Sie müssen sehr stolz sein. Ich hätte gerne gegen Bayern München gespielt.“
... wie er das Weiterkommen heute feiert: „Wir werden eine Menge Wein heute Abend trinken.“

Ilkay Gündogan (Manchester City) ...
... warum der Sieg gegen den BVB verdient war:
„Weil wir eine unglaublich gute zweite Halbzeit gespielt haben. Wir haben die ersten 15 Minuten ein wenig verschlafen und ängstlich gespielt. Wir hatten vielleicht sogar Angst, etwas zu verlieren. Dortmund ist früh verdient in Führung gegangen. Danach kamen wir besser ins Spiel, haben taktisch ein bisschen was umgestellt. Ende der ersten Halbzeit haben wir den BVB nach hinten gedrängt und hatten noch zwei richtig gute Chancen.“
… zur Elfmetersituation: „Ich hatte im Spiel das Gefühl, dass Emre Cans Arm relativ weit draußen war. An der Reaktion der Dortmund-Spieler war mir klar, dass sie auch nicht viel einzuwenden haben.“
… was der Halbfinaleinzug ihm bedeutet: „Unglaublich viel. Vor allem, weil wir in den letzten Jahren immer wieder im Viertelfinale ausgeschieden sind. Als Klub und als Mannschaft verdienen wir ein Halbfinale. Jetzt wollen wir das bestmögliche Ergebnis erzielen, um ins Finale zu kommen.“
... zu Paris St. Germain: „Ich habe das Spiel gestern gesehen gegen die Bayern. Die Mannschaft hat extrem viel individuelle Qualität. Sie sind sehr gefährlich bei Kontern, wenn sie Räume haben. Die Chancen stehen 50/50.“
... auf wen er sich an alter Wirkungsstätte besonders gefreut hat: „Auf alle eigentlich. Ich habe natürlich mit dem ein oder anderen noch zusammengespielt beim BVB. Ich kenne aber viele auch von der Nationalmannschaft und der Bundesliga. Es war etwas ganz Besonderes wieder in dieses unfassbar tolle Stadion wieder zurückzukommen. Zuschauer hätten es viel schöner gemacht. Ich wünsche dem BVB für den Rest der Saison alles Gute.“

Michael Zorc (Sportdirektor Borussia Dortmund) …
... zum Spiel (vor dem Spiel):
„Wir sehen das als große Chance und als große Herausforderung, hier heute gewinnen und damit auch weiterkommen zu können. Die Chance ist da, wir freuen uns auf das Spiel.“
… auf die Frage, welche Signalwirkung das Spiel haben könnte, in einer Saison, in der eventuell die Champions-League-Qualifikation nicht geschafft wird (vor dem Spiel): „Die Saison ist bislang nicht ganz einheitlich für uns. Wir haben bislang in der Champions League sehr gute Leistungen gebracht. Im DFB-Pokal haben wir unsere Hausaufgaben erledigt. Nur in der Liga hapert es, da aber eben deutlich. Deshalb wäre das sowohl sportlich als auch wirtschaftlich ein Riesenschritt für uns. Die Jungs sind heiß, es ist eine richtige Herausforderung für sie und die wollen wir heute annehmen.“
… zum Versuch von Erlings Haalands Berater Mino Raiola, die Lage zu beruhigen (vor dem Spiel): „Ich sehe da keine Schärfe. Das ist ein ganz normaler Interessenskonflikt. Ich beziehe mich nicht darauf, was berichtet wird, sondern auf die persönlichen Gespräche. Im Zweifel ist das zielführender. Wir haben ein Gespräch gehabt mit ihm und Erlings Vater. Davor habe ich mit Erling auch davor schon unter vier Augen gesprochen. Wir haben eine klare Botschaft gegeben. Und diese ist, dass wir mit ihm weiter planen. Dass Mino das eventuell anders sieht, mag sein. Fakt ist, ohne unsere Unterschrift geht da nichts. Unabhängig davon, ob wir uns noch für die Champions League qualifizieren oder nicht. Erling fühlt sich hier ziemlich wohl. Er sieht und ist schlau genug, welche Entwicklung er hier genommen hat. Seine Zeit ist hier noch nicht beendet.“

Sky Experte Dietmar Hamann …
… zur Dortmunder Leistung und der Elfmeter-Entscheidung gegen Emre Can:
„Sie haben sich tapfer geschlagen und gekämpft. In der ersten Halbzeit haben sie das Tor gemacht, das sie weitergebracht hätte. Meiner Meinung nach sind sie durch eine skandalöse Entscheidung um den Lohn ihrer Arbeit gebracht worden. Der Elfmeter hätte nie gegeben werden dürfen. Das hat ihnen den Zahn gezogen. Danach haben sie irgendwo alle den Glauben verloren, das Ding noch zu drehen. “
… zur Regel, wenn der Ball vom Kopf an die Hand springt: „Die Regel lässt keinen Interpretationsspielraum. Es ist mir rätselhaft, das muss sich der Schiedsrichter im Zweifel noch nicht einmal anschauen. Es ist kein strafbares Handspiel. Der Videobeweis wurde eingeführt, um die Sache gerechter zu machen. Wenn solche Entscheidungen nicht zurückgenommen werden, dann weiß ich nicht, ob der Videobeweis Zukunft hat. Das heute war eine skandalöse Entscheidung und ich bin gespannt, wie die UEFA es auflösen wird. Den Dortmundern wurde heute ganz übel mitgespielt.“
… zu Rückkehrer Marco Reus (vor dem Spiel): „Dass er ein hervorragender Spieler ist, das wissen wir. Er war in acht oder neun Jahren einmal im Halbfinale, war einmal Pokalsieger in seiner Zeit in Dortmund. Es hat erfolgreichere Phasen gegeben bei Borussia Dortmund. Die Ansprüche waren oft größer und höher als das, was am Ende dabei herausgekommen ist. Er hat heute eine Riesenchance, es gegen die möglicherweise beste Mannschaft Europas zu zeigen, dass er es mit den Besten aufnehmen kann.“
… auf die Frage, ob es für Manchester City im Hinterkopf eine Rolle spielt, mit Pep Guardiola bislang nie die Champions League gewonnen zu haben (vor dem Spiel): „Absolut. Die meisten Spieler kamen nach dem Gewinn der Premier League. Sie sind gekommen, um die Champions League zu gewinnen. In fünf Jahren sind sie noch nicht einmal im Halbfinale gewesen. Und sie sind immer gegen Mannschaften ausgeschieden, gegen die du nicht ausscheiden solltest. Natürlich ist das im Hinterkopf. Hinzu kommt, dass sie am Wochenende verloren haben, obwohl sie eine Halbzeit in Überzahl spielen.“

Für Rückfragen
O-Ton-Service Sky/lw
eMail: Sky-Sport-PR@sky.de
Mehr Informationen unter www.sky.de