Lamborghini-Duo gewinnt sein viertes Saisonrennen von Startplatz 13 aus - Titelkampf im ADAC GT Masters spitzt sich zu: Fünf Punkte trennen Spitzen-Duos - Heimpodium für Razoon-Porsche mit Österreicher Pichler und Bönighausen
Plainfeld, 06.09.2026
Überragendes Comeback im ADAC GT Masters: Felix Hirsiger (28/CHE)/Finn Zulauf (22/Königstein im Taunus/beide Liqui Moly Team Engstler Motorsport) haben den zweiten Lauf auf dem Salzburgring gewonnen. Das Duo im Lamborghini legte eine eindrucksvolle Aufholjagd vom 13. Startplatz hin und gewannen mit 1,690 Sekunden Vorsprung vor dem österreichischen Porsche-Team Razoon – More than Racing mit dem Weizer Leo Pichler (24) sowie Colin Bönighausen (21/Isernhagen). Rang drei ging an Jamie Day (20/GBR)/Baudouin Detout (25/FRA/beide Comtoyou Racing) im Aston Martin Vantage GT3 Evo. „Uns ist kein Stein, sondern ein Felsen vom Herzen gefallen. Das Ziel war, vor unseren Meisterschaftskonkurrenten zu bleiben, um nicht noch mehr Punkte zu verlieren. Wohl niemand hat damit gerechnet, dass wir dieses Rennen gewinnen. Jetzt heißt es ‚Gloves off‘ in Hockenheim – die Zurückhaltung ist vorbei!“, erklärte Zulauf nach seinem vierten Saisonsieg angriffslustig. Teamkollege Hirsiger zeigte sich nach einem bis dato schwierigen Wochenende ähnlich begeistert: „Endlich Payback! Jetzt haben wir hoffentlich alles an Problemen abgearbeitet. Das Auto war wirklich unglaublich, auch noch auf gebrauchten Reifen. In den letzten Runden musste ich in den Rhythmus kommen, den Rückspiegel im Auge behalten und sauber fahren. Zum Glück ist mir das gelungen und wir können jetzt feiern.“
Das zweite Rennen des ADAC GT Masters hatte Lokalmatador Kiano Blum (19/AUT/Haupt Racing Team) im Ford von Startplatz eins aus in Angriff genommen und diesen souverän verteidigt. Porsche-Pilot Bönighausen sowie Storm Gjerdrum (16/NOR/FK Performance Motorsport) im BMW folgten auf den Plätzen. Die späteren Sieger gingen nur von Startplatz 13 aus ins Rennen, da sie nach einem Verstoß gegen die Parc Fermé-Regelungen von der Pole-Position zurückversetzt worden waren. In der ersten Boxenstopp-Phase entschieden sich die meisten Teams an der Spitze für den langen Stopp mit Reifenwechsel – so auch Hirsiger, der zu diesem Zeitpunkt bereits in den Top-5 angekommen war. Razoon hingegen tankte nur nach und schickte Pichler deutlich in Führung wieder auf die Strecke. Kalus, der den Ford Mustang GT3 inklusive neuer Räder von Blum übernommen hatte, fiel nach einem Fehler sowie einer kurzzeitig langsamen Fahrt weit zurück und konnte nicht mehr in den Kampf vorne eingreifen.
Somit begann ein virtuelles Zeitenduell um die Spitze zwischen Pichler und Zulauf, der den Lamborghini übernommen hatte. Sekunde um Sekunde knabberte der Tabellenzweite vom Vorsprung ab. Nachdem schließlich beide Autos ihren zweiten Stopp absolviert hatten, kam Hirsiger lediglich eine halbe Sekunde vor Bönighausen zurück auf die Strecke. Ein elf Runden andauernder Kampf um den Sieg begann, mit dem besseren Ende für den Lamborghini. „Wir haben schon erwartet, dass wir auf Platz zwei wieder auf die Strecke kommen, hatten aber aufgrund der neuen Reifen die Hoffnung, dass wir mit ihrem Speed mithalten können, aber das hat nicht geklappt“, erklärte Pichler nach Platz zwei beim Heimspiel. „Trotzdem sind wir glücklich mit dem Ergebnis und ich freue mich sehr über einen Podiumsplatz in Österreich, denn wir wissen, dass wir persönlich das Maximum aus uns und unseren Möglichkeiten herausgeholt haben.“
Dahinter zeigten Day und Detout ebenfalls eine starke Aufholjagd. Nach einer frühen Strafe war das Aston Martin-Duo aus den Top-10 gefallen, kämpfte sich aber über eine konträre Strategie mit dem Reifenwechsel beim zweiten Stopp wieder nach vorne. „Wir hatten sicher nicht den Start, den wir wollten. Trotzdem sind wir immer hungrig geblieben und haben bis zur Zielflagge Druck gemacht. Wir haben im mittleren Stint die warmen Reifen gehabt, wodurch ich die Lücke für den Boxenstopp und den letzten Stint aufreißen konnte. Das ist ein super Ergebnis für uns und das gesamte Team“, jubelte Day nach Rang drei.
Die Meisterschaftsführenden, Tim Zimmermann (29/Langenargen)/Leyton Fourie (20/ZAF/beide FK Performance Motorsport), sicherten sich in der letzten Runde noch Rang vier vor ihren Teamkollegen Storm Gjerdrum (16/NOR)/Fabio Rauer (19/Stolberg). Die BMW-Piloten Fourie/Zimmermann liegen nun vor dem großen Finale in Hockenheim noch fünf Punkte vor ihren Verfolgern Hirsiger/Zulauf. Fourie sicherte sich mit diesem Ergebnis und dem Sieg vom Vortag zudem Platz eins in der „Road-to-DTM“-Wertung. Fabian Dybionka (17/POL)/Emil Gjerdrum (19/NOR/beide Haupt Racing Team) wurden nach mehreren Strafen im Ford Sechste, dahinter folgten Robin Rogalski (26/POL)/Simon Connor Primm (21/Großschirma/beide HGL Racing) im Audi R8 LMS GT3 Evo 2 sowie der zweite Razoon-Porsche mit Mark Kastelic (18/SLO)/Pavel Lefterov (28/BGR). In einem weiteren Lamborghini wurden John Paul Southern (24/USA)/Jonas Karklys (36/LIT/beide Liqui Moly Team Engstler Motorsport) Neunte. Die Top-10 komplettierten die Zwillinge Sandro und Juliano Holzem (22/Polch/beide Schubert Motorsport) im BMW M4 GT3 Evo.
Das große Finale des ADAC GT Masters findet vom 9. bis 11. Oktober im Rahmen der DTM auf dem Hockenheimring Baden-Württemberg statt. Tickets für den spannenden Kampf um die Meisterschaft sind unter dtm.com ab 49 Euro erhältlich.
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