Porsche-Duo holt den Titel im letzten Saisonrennen auf dem Hockenheimring - Berndt/Robinson gewannen drei Saisonrennen - Für beide ist es der erste Titel auf der ADAC Motorsport-Plattform
Hockenheim, 10.11.2026
Denny Berndt (21/Berlin) und Lachlan Robinson (23/AUS) haben es geschafft. Mit einem zweiten Platz im letzten Saisonrennen auf dem Hockenheimring krönten sich die Porsche 718 Cayman GT4-Piloten zum Champion 2026. Zum zweiten Mal nach 2024 sitzen die Titelträger der ADAC GT4 Germany in einem Porsche des schwäbischen Rennstalls AVIA W&S Motorsport. „Gratulation an Denny und Lachlan. Sie waren die gesamte Saison über richtig stark unterwegs und haben stets kühlen Kopf bewiesen“, lobt Teamchef Daniel Schellhaas seine Erfolgspiloten. „Sie passen wirklich gut zusammen, da sie beide extrem ruhige Typen sind, die immer überlegt agieren. Es ist sehr angenehm, mit ihnen zu arbeiten. Ich hoffe, dass sie heute einmal so richtig ihre Emotionen herauslassen.“
Die Saison 2026 entwickelte sich zu einem spannenden Dreikampf zwischen Fahrer-Duos von drei unterschiedlichen Marken – und Berndt/Robinson waren von Anfang mit dabei. Beim Saisonauftakt auf dem Red Bull Ring konnten direkt zwei Podiumsplatzierungen eingefahren werden. Den ersten Laufsieg gab es im Samstagsrennen auf dem Norisring. Platz zwei in Sonntagsrennen rundete das Rennwochenende in Nürnberg erfolgreich ab. „Mein persönliches Highlight der Saison war die Pole-Position auf dem Norisring, da ich diese überhaupt nicht erwartet hatte“, blickt Robinson zurück. Nicht nach Plan lief es hingegen in der Motorsport Arena Oschersleben. Das Rennwochenende in der Magdeburger Börde war das einzige, an dem die neuen Champions nicht auf dem Podium standen. „Doch selbst das war kein wirklicher Tiefpunkt. Denn auch in Oschersleben hatten wir im Cockpit alles gegeben – und vor allem Spaß auf und abseits der Strecke“, fügt Berndt an. Der nächste Laufsieg folgte im Sonntagsrennen auf dem Nürburgring. Mit einem Podium auf dem Sachsenring untermauerten Berndt/Robinson ihre Titelambitionen. Somit reisten sie als Tabellenführer zum Saisonfinale auf dem Hockenheimring. Mit einem achten Platz, einem weiteren Sieg und einem zweiten Rang im badischen Motodrom krönten sie sich letztendlich zum Champion. „Einer der Hauptfaktoren für den Titel war sicherlich unsere Konstanz. Vielleicht außer Oschersleben konnten wir an jedem Rennwochenende mit um die Siege kämpfen. Das war der Schlüssel“, analysiert Robinson.
Lachlan Robinson wurde in Großbritannien geboren. Beide Elternteile stammen jedoch aus Australien. Als er sechs Monate alt war, zog die Familie nach Dubai, wo sie noch immer wohnt. Robinson kam durch seinen Vater zum Motorsport, da dieser seit jeher ein großer Rennsport-Fan ist. Bei der Geburtstagsfeier seines Bruders ging es auf eine Kartbahn – und so saß Robinson erstmals am Steuer. 2014 bestritt er in Dubai sein erstes Rennen. Bis 2023 blieb er dem Kartsport treu. Im selben Jahr erfolgte der Wechsel in den GT4-Sport mit einem Gaststart in der ADAC GT4 Germany auf dem Sachsenring. Seitdem gibt er in der Serie Vollgas und konnte sich von Jahr zu Jahr steigern. „Lachlan ist ein richtig schneller Pilot und wir kommen auch privat super zurecht“, beschreibt Berndt seinen Teamkollegen. Dadurch, dass Robinson in Dubai wohnt, ist Freizeitsport im Freien kaum möglich. „Dafür ist es viel zu heiß“, erklärt er. „Somit sitze ich eher im Simulator. Das genieße ich sehr. Außerdem coache ich in Dubai auch einige Kartpiloten.“
Der Berliner Berndt saß mit vier Jahren zum ersten Mal im Kart und absolvierte später viele Rennen. Nach Gaststarts 2022 im BMW 318ti Cup bestritt er 2023 seine erste volle Auto-Saison im BMW M2 Cup. Seit 2024 ist er in der ADAC GT4 Germany unterwegs. „Denny ist ein echter Ruhepol, nie gestresst und strahlt extreme Kontrolle aus. Das hilft uns am Rennwochenende wirklich sehr, da wir fokussiert arbeiten können“, blickt Robinson auf seinen Teamkollegen. Berndt hat im Januar 2026 seine Ausbildung als KFZ-Mechatroniker abgeschlossen und arbeitet im Betrieb seines Vaters in einer typenoffenen Werkstatt. „In Berlin ist es nicht so heiß wie in Dubai – somit mache ich seine Trainingseinheiten einfach mit“, lacht Berndt. „Ich gehe ins Fitnessstudio, fahre Rad und gehe regelmäßig joggen.“
Wie es in der Saison 2026 mit den beiden Champions weitergeht, ist noch nicht final fixiert. „Das Programm Road to DTM ist interessant für mich – genauso wie der GT3-Sport. Es wäre eine Ehre, im ADAC GT Masters antreten zu dürfen. Wir müssen jedoch abwarten, wie sich alles über den Winter entwickelt. Aber es wäre auch genial, die Möglichkeit zu haben, den Titel in der ADAC GT4 Germany verteidigen zu können“, schaut Robinson auf 2027. Ähnlich sieht es Berndt: „Die Unterstützung seitens des ADAC über das Programm Road to DTM finde ich super und hilfreich. Als junger Fahrer geht der Blick immer nach oben. Es wäre sicherlich wertvoll, den Titel zu verteidigen. Aber wir schauen natürlich auch in Richtung GT3 und ADAC GT Masters.“
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