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Lothar Matthäus über Wirtz, Neuer, Urbig und Mönchengladbach

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Unterföhring, 13.10.2026

Florian Wirtz steht nach Liverpools 0:3 gegen Manchester City erneut in der Kritik. Lothar Matthäus erklärt in seiner Kolumne, warum ein Wechsel des Nationalspielers nach München für ihn aktuell kein Thema ist.


Der Sky Sport Experte nennt ein anderes mögliches Ziel. Matthäus äußert sich auch zur Torwart-Diskussion rund um den deutschen Rekordmeister und zur Krise bei seinem Herzensklub Borussia Mönchengladbach.


Bei der Nationalmannschaft hat Florian Wirtz mir zuletzt gut gefallen. Dort wird er von seinen Mitspielern gesucht, wie es früher auch in Leverkusen der Fall war. In Liverpool werden dagegen andere Spieler gesucht, etwa Szoboszlai neben ihm oder Isak vor ihm.


Nach meinen Informationen aus England war man zuletzt im Großen und Ganzen zufrieden mit seinen Leistungen. Verlierst du als teurer Unterschiedsspieler allerdings ein Topspiel mit 0:3, bekommst du von den Medien ordentlich Gegenwind.


Standort nicht unterstützt


Premier League, 6. Spieltag: Manchester City hat im ersten Spiel nach dem Bekanntwerden des beispiellosen Finanzskandals den erwartet aufgebrachten Empfang beim FC Liverpool erhalten - den herausfordernden Umständen aber getrotzt.


Wirtz zum FC Bayern? Ich sehe aktuell keine Möglichkeit


Ob eine Rückkehr in die Bundesliga oder ein Wechsel zum FC Bayern realistisch wäre? Wenn ich mir die Münchner Offensive anschaue: Kane, Olise und Diaz sind gesetzt, Musiala und Gnabry haben hohe Qualität. Man will mit Kane und Olise verlängern, die anderen stehen langfristig unter Vertrag, Saibari ist neu dazugekommen. Ich wüsste aktuell nicht, wohin mit Wirtz, und sehe beim besten Willen keine kurzfristige Möglichkeit, ihn zum FC Bayern zu holen.

 

Wenn er in Liverpool weiter kritisiert wird und dort nicht seine Spielfreude rüberbringt, dann muss man sich irgendwann mal mit allen Parteien zusammensetzen und vielleicht eine Lösung finden. Es gibt Vereine in Spanien, die interessiert wären, und einen anderen Klub in England, nämlich den FC Chelsea mit Wirtz' ehemaligem Trainer Xabi Alonso.


Neuer ist die Nummer eins und wird es bleiben


"Manuel Neuer ist unsere Nummer eins und wird es auch bleiben, erklärte Bayern-Sportvorstand Max Eberl vor dem Abflug zum Champions-League-Spiel in Stavanger und bestätigte damit, was ich bereits am Sonntagabend bei Sky90 gesagt hatte.


Neuer ist die Nummer eins, Jonas Urbig wird seine Spiele bekommen. Schon am Dienstag in der Champions League gegen Stavanger wird er im Tor stehen und den leicht verletzten Routinier vertreten.

Mit Urbig haben die Münchner eine Nummer zwei, die bei den meisten anderen Klubs die Nummer eins wäre. Wahrscheinlich sogar in der Nationalmannschaft, wenn er im Verein den Spielrhythmus hätte. Jürgen Klopp hält sehr viel von ihm und hat ihn in den letzten beiden Länderspielen ins Tor gestellt.


Urbig wird nicht auf Einsätze pochen


Aufgrund der Strahlkraft von Neuer und Bayern München wird die Situation speziell beäugt, aber auch das Innenverhältnis der beiden spielt eine wichtige Rolle. Urbig wird sich Hoffnung auf Einsätze machen, aber er weiß genau, wie die Rollenverteilung ist. Weil er intelligent ist, wird Urbig jetzt nicht auf Einsätze pochen, nur weil Neuer einen Fehler gemacht hat.


Wer ist aktuell besser: Jonas Urbig oder Manuel Neuer? Sky Sport Experte Lothar Matthäus wägt ab.


Wenn Neuer in den nächsten Spielen wieder drei Weltklasseparaden macht, fordern die 80 Prozent, die gestern noch anonym gegen ihn abgestimmt haben, morgen schon wieder seine Vertragsverlängerung.


Gladbachs Klubführung war häufig zu zögerlich


Borussia Mönchengladbach steht nach dem 1:2 im Derby in Köln weiter ohne Punkte auf Platz 18. Die Borussia hat in Alexander Blessin einen neuen Trainer verpflichtet, der für Defensivdenken steht. Gladbach stand aber eigentlich immer für offensiven Fußball. Auch in Köln hat man gesehen, dass sie stärker sind, wenn sie agieren und nicht reagieren.


Bundesliga, 5. Spieltag: Neu-Nationalspieler Said El Mala hat Alexander Blessin den Einstand bei der Borussia versaut. Im 101. Rheinischen Derby der Bundesliga verlor die Gladbach das erste Spiel unter dem neuen Trainer 1:2 beim 1. FC Köln.


Ich mache die Niederlage nicht am Trainer fest. Er hatte keine Saisonvorbereitung mit der Mannschaft, ist erst seit zwei Wochen da und in der Länderspielpause waren einige Spieler abgestellt. Aber wenn es nach drei Spielen noch immer so aussieht wie aktuell, hat er seinen Welpenschutz verloren.


An Blessins Vorgänger hatte der Klub zu lange festgehalten. Auch wenn Eugen Polanski aus dem eigenen Fohlenstall kam: Wenn die Ergebnisse nicht stimmen, muss ich als Verein auch mal eine unbequeme Entscheidung treffen. Gladbachs Klubführung war aber in den letzten Jahren häufig zu zögerlich und hat gerade bei Entscheidungen auf der Trainerposition zu spät gehandelt.

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