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Lothar Matthäus Kolumne über FC Bayern, Musiala, El Mala, Kimmich

Lothar Matthäus
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Zum Trainingslager-Auftakt nimmt Lothar Matthäus den FC Bayern in seiner Sky Sport Kolumne genauer unter die Lupe.

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Unterföhring, 27.07.2026

Während Matthäus den deutschen Rekordmeister international konkurrenzfähig sieht, nimmt er ein "Sorgenkind" in die Pflicht. Außerdem analysiert der Sky Sport Experte die Rolle von Joshua Kimmich im DFB-Team. Die Bayern legen im Trainingslager in Rottach-Egern am Tegernseeso richtig los. Die Münchner fahren in der Kaderplanung genau die richtige Richtung: Einerseits Stars und fertige Spieler zu kaufen, aber auch weiterhin auf junge Talente zu setzen. Die Bayern haben in dieser Hinsicht große Möglichkeiten: Lennart Karl ist diesbezüglich natürlich das Aushängeschild, aber es haben auch andere Youngster unter Trainer Vincent Kompany überzeugt. Nathaniel Brown und Ismael Saibari sind Verstärkungen, die ihre Qualitäten bereits bei ihren Vereinen und während der Weltmeisterschaft unter Beweis gestellt haben. Brown ist einer der ganz wenigen deutschen Nationalspieler, der mit seiner Leistung bei der WM zufrieden sein konnte.


Die Bayern sind international konkurrenzfähig

Bayern hat sich nicht geschwächt - im Gegenteil. Ich gehe auch nicht davon aus, dass einer der Schlüsselspieler den Verein im Sommer verlässt. Ich habe schon vor Wochen gesagt, dass ich überzeugt bin, dass Michael Olise beim FC Bayern bleibt. Da hatte ich nie Angst oder das Gefühl, dass sie ihn gehen lassen: Da müsste schon etwas ganz Großes, etwas ganz Unmoralisches passieren. Das wird aber nicht geschehen. Die Münchner müssen sich auf nichts Neues einstellen. Sie können unter Kompany weiter erfolgreich zusammenarbeiten. Man kennt sich, man hat Vertrauen zueinander und zudem in der Spitze neue Optionen auf höchstem Niveau dazugewonnen. Deswegen sehe ich die Bayern auch in der kommenden Saison im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig - in der Champions League also wieder vorne dabei. Sie brauchen vor keiner Mannschaft Angst haben. Um das große Ziel zu erreichen - den Henkelpott zu holen - gehört aber natürlich auch das notwendige Quäntchen Glück dazu. Im nationalen Wettbewerb sind die Bayern ohnehin der klare Favorit.


Musiala? Es gibt jetzt keine Ausreden mehr

Wie geht es nun mit Jamal Musiala weiter? Irgendwann ist es vorbei mit der schweren Verletzung, die er sich vor über einem Jahr zugezogen hat. Diese muss er nun endgültig aus dem Kopf bekommen. Das ist jetzt ganz wichtig, sonst wird er wahrscheinlich aufgrund der großen Konkurrenz sehr viele Spiele von der Bank machen. Serge Gnabry hat im Wechselspiel mit Harry Kane gezeigt, dass sie hervorragend harmonieren. Auch bei Olise und Karl wissen wir, dass sie auf der Zehn spielen können. Kompany wird wieder die richtige Mischung finden. Musiala hat zum Saisonende bei Bayern gute Ansätze gehabt, auch bei der WM waren gute Ansätze vorhanden. Aber es gibt jetzt keine Ausreden mehr. Bayern-Rivale Borussia Dortmund hat auf der Suche nach Verstärkungen in der Offensive Said El Mala ins Visier genommen [alle Details]. Die Kölner wollen bis zu 50 Millionen Euro haben - das ist sehr viel Geld, das sind quasi zwei Adeyemis. Auch die Dortmunder haben ihre Grenzen. Aber jeder kennt den Markt, jeder kennt die Gesetze: Ich glaube schon, dass eine Ablöse im Bereich um die 40 Millionen Euro zumindest für Gespräche sorgen sollte. El Mala will nach Dortmund. Das sagt er vielleicht nicht ganz laut. Aber natürlich ist es interessanter, in der Champions League und um die oberen CL-Plätze zu spielen als mit Köln das hintere Drittel zu vermeiden. Um sich bei Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp zu bewerben, sind vor allem auch internationale Spiele wichtig. Da könnte El Mala durchaus einen großen Schritt machen, wenn es mit dem Wechsel nach Dortmund klappen würde. Er hat mit seinen Leistungen in Köln gezeigt, dass er soweit ist.


Wenn Klopp weiter auf Kimmich baut, …

DFB-Sportdirektor Rudi Völler erwartet unter Klopp "keine große Veränderung" auf der Kapitänsposition. Ich bin ein Fan von Joshua Kimmich, weil ich seine Einstellung lobe. Seine Turniere mit der deutschen Nationalmannschaft sind natürlich nicht nach seiner Vorstellung gelaufen. Darüber wird sich Kimmich sicherlich am meisten ärgern, weil er einer ist, der Erfolg will, der alles für den Erfolg tut. Wir haben viel über seine Position gesprochen: Wenn Klopp weiterhin auf ihn baut, bin ich überzeugt davon, dass er ihn nicht als rechten Verteidiger sieht. Du brauchst einen Kimmich in der Zentrale - nicht weil wir dort schlechte Spieler haben, sondern weil wir Führungsspieler benötigen. Kimmich kann führen. Das hat er bei Bayern München über Jahre gezeigt. Diese Führung hat mir während der Weltmeisterschaft in der Mannschaft gefehlt, weil auf Kimmich im Zentrum verzichtet worden ist. Beim FC Bayern ist er seit vielen Jahren der "Quarterback" - auch bei der Nationalmannschaft, wenn er auf dieser Position gespielt hat. Klar, bei der letzten Weltmeisterschaft hat er häufig nicht so gut ausgesehen. Aber ich glaube, dass das weniger an Kimmichs Leistung gelegen hat, sondern eher an der Position. Für mich gibt es keinen Grund, etwas an seiner Kapitänsrolle zu verändern.


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