Fußball

Füllkrug trifft bei Rückkehr in den Signal Iduna Park: „Da kommt der Champions-League-Fülle raus“

Kovac zum aberkannten Tor: „Wo ist da die Verhältnismäßigkeit?“ - Cramer zu Kovacs Vertragsverlängerung: „Wir haben den Prozess im Griff“ - Thioune lobt: „Nicht normal, in diesem Stadion einen solchen Rückstand aufzuholen“ - Hitzlsperger zu Schlotterbeck: „Er verursacht auch den ersten Gegentreffer“

Unterföhring, 09.10.2026

Die wichtigsten Stimmen zum Freitagabendspiel des 5. Spieltags der Fußball-Bundesliga zwischen Borussia Dortmund und Werder Bremen (2:2) bei Sky.  

 

Niko Kovac (Trainer Borussia Dortmund) ...

… zum verspielten Sieg gegen Werder Bremen: „Wenn du zu Hause bis zur 88. Minute mit 2:0 führst, alles richtig machst, dir den Gegner richtig zurechtlegst und viele Chancen in der zweiten Halbzeit herausspielst, dann aber durch zwei vermeidbare Fehler dem Gegner wieder Leben einhauchst, bist du natürlich enttäuscht. Ganz klar.“

… zum aberkannten Dortmunder Treffer: „Er pfeift beim ersten Tor von uns zu früh ab. Füllkrug ist ein ganz schöner Stier. Er lässt sich fallen und dann pfeift der Schiedsrichter ab. Er muss es laufen lassen, denn dann sieht man, dass das gar nichts ist. Wenn das ein Foul ist, dann möchte ich wissen, was beim zweiten Tor mit diesem klaren Block gegen unseren Verteidiger war. Wo ist da die Verhältnismäßigkeit? Das verstehe ich nicht.“

… zu den Problemen gegen Werders tief stehende Defensive: „Es ist schwierig, gegen einen tiefen Block zu spielen. Das hat man in den letzten Wochen auch bei anderen Mannschaften gesehen. Wir haben es in der ersten Halbzeit nicht so gut gemacht wie in der zweiten. In der Halbzeit haben wir einiges umgestellt. Danach war es sehr viel besser. Die Anzahl unserer Chancen in der zweiten Halbzeit zeigt, dass wir uns den Gegner zurechtgelegt haben. Irgendwann lassen Kraft und Konzentration nach, dann kommen die Chancen. Du führst 2:0. Wir haben das Spiel heute selbst aus der Hand gegeben.“

… zur Bedeutung des Unentschiedens nach der Länderspielpause: „Es ist eine Enttäuschung. Wir werden daraus jetzt kein Drama machen. Ich lasse mir da auch nichts einreden. Wir haben heute 88 Minuten den Gegner dominiert und hinten reingedrängt. Dass mal ein Freistoß reingehen kann, wissen wir. Dass wir aus einer Aktion, in der wir einen sicheren Ball haben, einen Gegentreffer bekommen, passiert auch. Ich werde es nicht überdramatisieren. Ich bin enttäuscht, das ist ganz klar. Wir wollen Sieger sein. Heute haben wir unentschieden gespielt.“

… zur langen Länderspielpause (vor dem Spiel): „Mir hat natürlich das Training mit meinen Jungs gefehlt. Ich habe zwei Wochen Homeoffice gehabt und die Zeit auch aktiv genutzt. Aber ich bleibe dabei: Die Deutschen haben es gut gemacht, sie haben 40 Spieler berufen. Es gibt aber Verbände, die gerade einmal 20 zusammenbekommen. Und wenn dann 20 Spieler vier Spiele bestreiten müssen, ist das für mich definitiv zu viel.“

… zu den Auswirkungen auf den Spielrhythmus (vor dem Spiel): „Es ist jetzt so, wie es ist. Klar versucht die FIFA, die beste Lösung zu finden. Ich glaube aber, der Rhythmus, den wir vorher hatten, war besser. Wenn du zwei Spiele hast, kommst du relativ schnell wieder zurück. Jetzt ist der Flow ein bisschen weg. Wir müssen ganz schnell wieder in die Spur finden und wollen das heutige Spiel nutzen, um weiterzumachen.“

… zur Belastung von Konstantinos Karetsas (vor dem Spiel): „Unser Athletiktrainer war mit der anderen Seite im Austausch. Wir haben unsere Sicht der Dinge mitgeteilt. Letztendlich hat er mehr gespielt, als wir wollten. Er kam dann auch noch krank zurück. Wenn man viel spielt, müde ist und sich nicht richtig erholen kann, kann man sich einen Infekt einfangen.“

… zum Einsatz von Nico Schlotterbeck (vor dem Spiel): „Er hat sein Okay gegeben und die Ärzte haben ihr Okay gegeben. Wenn beide Seiten grünes Licht geben, nimmt der Trainer das natürlich gerne an. Hätte eine der beiden Parteien gesagt, dass es zu riskant ist, hätten wir es nicht gemacht. Wir werden sehen, wie lange er durchhält, aber ich gehe davon aus, dass er 90 Minuten spielen kann.“

… zu Maximilian Beiers Rolle und seiner Nichtberücksichtigung beim DFB (vor dem Spiel): „Wir haben nicht direkt über Maxi gesprochen, aber er ist sehr wichtig für uns. Wir haben auf den Außenpositionen, gerade hinten, nicht allzu viele Möglichkeiten. Wenn Julian Ryerson ausfällt, müssen wir mit Maxi dort agieren. Das macht er gut. Ich bin davon überzeugt: Wenn er weiterhin seine Leistung bringt, ist die Tür offen. Das hat der Bundestrainer gesagt und Maxi wird seine Chance bekommen und sicherlich nutzen.“

… zu Beiers bester Position (vor dem Spiel): „Maxi kann alles spielen. Er kann außen spielen, von hinten kommen und sogar Stürmer spielen, weil er sehr viel Tiefgang hat. Dort sind wir im Moment mit Serhou und Fabio sehr gut besetzt. Maxi ist eine Allzweckwaffe, die ich gerne nutze.“

… zum anspruchsvollen Spielplan im Oktober (vor dem Spiel): „Die Jungs sind das gewohnt. Das ist ja das, was wir wollen. Wenn du Champions League spielst, musst du damit rechnen. Man spielt lieber, als man trainiert. Wir haben einen sehr guten, breiten Kader. Jeder Einzelne wird seine Möglichkeit bekommen. Wenn jeder sein Maximum erreicht, werden wir aus diesen sieben Spielen und den weiteren Spielen im November positiv herauskommen.“

… zu seiner möglichen Vertragsverlängerung (vor dem Spiel): „Wir sind im Austausch. Das ist im Moment total unwichtig. In erster Linie geht es darum, dass wir nach der längeren Pause wieder gut starten, unsere Zuschauer mitnehmen und dieses Spiel gewinnen, egal wie.“

 

Nico Schlotterbeck (Kapitän & Torschütze Borussia Dortmund) ...

… zur Dortmunder Leistung gegen die tief stehenden Bremer: „Wir waren 88 Minuten in der gegnerischen Hälfte. Bremen stand sehr tief. Wir haben probiert, drumherum zu spielen und haben dann auch zwei Tore gemacht. Das muss reichen. Heute hat es aber nicht gereicht.“

… zur Enttäuschung trotz seines eigenen Treffers: „Um mich geht es in dem Moment nicht. Wir hätten gerne das 2:0 mitgenommen und wären dann mit 15 Punkten hier rausgegangen. Das hätten wir uns nach den ersten fünf Spieltagen verdient, weil wir einen guten Saisonstart hatten.“

… zur Leistung von Werder-Torwart Karl Hein: „Er hat ein gutes Spiel gemacht und zwei sehr gute Fußparaden gehabt. Ich bin stolz auf die Mannschaft, weil wir bis zum 2:1 ein gutes Spiel gemacht haben. Deswegen kann ich uns 88 Minuten lang nichts vorwerfen. Danach müssen wir einfach besser verteidigen.“

… zu den Qualitäten von Niclas Füllkrug: „Fülle ist Fülle. Er hat ein extrem gutes Kopfballspiel und eine extrem gute Sprungkraft. Das sieht man am Schluss bei dem Tor. Wir hatten ihn bis dahin gut im Griff. Aber er steht da, wo ein Stürmer stehen muss, und hat dann das Ding reingelegt.“

… zur Entstehung des Ausgleichstreffers: „Ich weiß nicht, von wo Fülle kommt. Ich hatte das Gefühl, dass mich ein Spieler ein bisschen wegblockt. Ich weiß auch nicht, ob er im Abseits war. Das ist natürlich gut gemacht. Manchmal kann man solche Standards schwer verteidigen. Das muss man akzeptieren. Ich versuche, es besser zu machen, aber das ist Fußball.“

… zum Umgang mit dem enttäuschenden Unentschieden: „Den Punkt müssen wir trotzdem mitnehmen. Aber es tut natürlich weh, vor allem nach dem Spielstand. Nach dem 2:0 tut das schon weh. Jetzt zwei Tage regenerieren und dann auf Bodo vorbereiten.“

 

Maximilian Beier (Borussia Dortmund) ...

… zu seinem Einsatz auf der rechten Schiene (vor dem Spiel): „Ich hatte jetzt die ganze Woche Zeit, mich darauf vorzubereiten. Auf rechts ist es ein bisschen neu, aber da komme ich auch hin.“

… zu seinem Kontakt mit Jürgen Klopp und der Rückkehr in die Nationalmannschaft (vor dem Spiel): „Vor dem Spiel heute gab es keinen Kontakt. Ich will ihn heute überzeugen. Wir haben jetzt neun Spiele im Oktober und da will ich ihn überzeugen. Ich will einfach mein Bestes geben.“

 

Carsten Cramer (Vorsitzender der Geschäftsführung Borussia Dortmund) ...

… zu den Vertragsverlängerungen in der BVB-Geschäftsführung (vor dem Spiel): „Wir haben in den vergangenen Wochen vor allem daran gearbeitet, geschlossen aufzutreten und gemeinsam Borussia Dortmund an der einen oder anderen Stelle noch besser zu machen. Das wollen wir konservieren und weiter ausbauen. Das treibt uns an.“

… zum perfekten Saisonstart mit zwölf Punkten (vor dem Spiel): „Wir sind zufrieden damit, wie wir aus dem Startblock gekommen sind. Das war ein wirklich vielversprechender Start. Aber wir behalten es bei, wie wir es in den vergangenen Wochen und Monaten und eigentlich immer beim BVB getan haben: keine großen Sprüche. Wir genießen das Momentum, aber ab 20.30 Uhr geht es darum, unsere Position weiter auszubauen. Deshalb liegt der volle Fokus auf dem heutigen Spiel.“

… zur sportlichen Entwicklung und den Veränderungen beim BVB (vor dem Spiel): „Wir reden nur über den BVB. Wir haben uns in der Sommerpause gefragt, was wir machen können, um noch besser zu werden. Wir haben einige Veränderungen angestoßen und mit Ole Book einen sehr guten Mann dazugeholt. So wie Lars Ricken diesen Bereich führt, moderiert und gestaltet, sind wir jetzt sehr gut aufgestellt. Ich würde behaupten, dass es mehr als nur Zufall ist, dass wir so gut in die Saison gestartet sind.“

… zur möglichen Vertragsverlängerung von Niko Kovac bis 2029 (vor dem Spiel): „Ich weiß, dass Lars und Niko mit den Beratern extrem vertrauliche Gespräche geführt haben. Wir werden in den nächsten Tagen und Wochen viel auf Reisen sein und Zeit miteinander verbringen. Da werden wir sicherlich auch Gelegenheit finden, darüber final zu sprechen. Wir kündigen nichts Großartiges an, aber dass wir einander mögen, wissen Sie. Lars und Ole haben mit Niko ein super vertrauensvolles Verhältnis. Durch die Länderspielpause und ein paar Urlaube hat es sich etwas verzögert. Aber Lars hat das Thema im Griff. Macht euch keine Sorgen, wir haben den Prozess im Griff.“

… zu den sportlichen Zielen für die Saison (vor dem Spiel): „Für mich geht es wirklich um heute. Heute wollen wir 15 Punkte haben, dann sieht die Welt schon wieder ein bisschen besser aus. Wir wollen uns Woche für Woche weiterentwickeln. Wenn wir im April in einer Position sind, die uns allen Freude bereitet, können wir darüber reden. Aber am Anfang einer Saison, am fünften Spieltag, die Klappe zu voll zu nehmen, das ist nicht Borussia Dortmund.“

 

Daniel Thioune (Trainer Werder Bremen) ...

… zur besonderen Widerstandsfähigkeit seiner Mannschaft: „Wir können über Widerstandsfähigkeit reden. Die Mannschaft war heute mega disziplinert und hat defensiv herausragend gut verteidigt. Unglücklicherweise haben wir durch einen hohen Ballverlust in einem Umschaltmoment ein Gegentor bekommen. Aber dass die Mannschaft nach einem 0:2 wieder zurückkommt, ist aktuell beeindruckend. Werder Bremen ist hier schon häufiger zurückgekommen, aber es ist nicht normal, in diesem Stadion einen solchen Rückstand noch aufzuholen.“

… zum späten Punktgewinn in Dortmund: „Wir haben in der vergangenen Woche während der Pause nicht ganz so performt, wie wir uns das gewünscht hätten. Aber wir haben relativ schnell den Faden wieder aufgenommen. Heute kann ich als Trainer nur zufrieden sein. Das Spiel war über 70 Minuten nicht besonders attraktiv. Aber wir wollten es auch nicht attraktiv gestalten, sondern uns schadlos halten. Das war für mich sehr attraktiv zu sehen. Und dann hinten heraus wieder zurückzukommen und das Spiel offen zu gestalten, dafür haben die Jungs Applaus verdient.“

… zur Bedeutung von Niclas Füllkrug für Werder Bremen: „Er ist der X-Faktor. Wichtigster Spieler, das hört er selbst gar nicht so gerne. Die Mannschaft ist gereift, jeder einzelne Spieler ist gereift. Marco Grüll ist wieder mit einer Torvorlage dabei, auch er ist gewachsen. Wir wollten Grenzen verschieben. Es lohnt sich nicht, den Spielern zu sagen, was sie nicht können, sondern sie sollen deutlich besser werden. Niclas ist ein entscheidender Faktor in unserem Spiel, aber er braucht dafür auch ein komplettes Team. Er reißt viele mit.“

… zum aberkannten Dortmunder Führungstreffer: „Grundsätzlich gibt es in der Box immer ein bisschen Kontakt, in beide Richtungen. Darauf muss man sich einstellen. Wir haben Schiedsrichter, die auf solche Situationen reagieren und sagen, dass da kein Kontakt stattfinden soll. Der Pfiff erfolgte vor dem Tor. Somit gab es gar keine Chance, die Szene noch einmal überprüfen zu lassen. Dass Niko darüber aufgeregt ist, kann ich nachvollziehen. Aber am Ende wird unser Spieler nach vorne gestoßen. Das hat ausgereicht, um auf Foul zu entscheiden.“

… zum Vergleich zwischen Marco Grüll und Michael Olise (vor dem Spiel): „Ein bisschen schwierig. Ich glaube, damit müssen wir vorsichtig sein. Aber es ist dieselbe Liga, Gott sei Dank die Bundesliga. Die Kategorie Torgefahr ist die wichtigste. Alles andere hat auch viel mit Haltung zu tun, das muss man als Bundesligaspieler schon ein bisschen können. Aber Marco strahlt gerade eine unfassbare Torgefahr aus. Er ist auch im Training sehr gut im Abschluss. Dieses Schweizer Taschenmesser wollte er gar nicht mehr hören. Er wollte auch auf dem Scoreboard stattfinden. Das haben wir von ihm verlangt und das macht er in dieser Saison ausgesprochen gut.“

… zu Grülls fester Position auf dem linken Flügel (vor dem Spiel): „Das war wichtig. Er soll sich unverzichtbar machen. Er hat bei uns alles gespielt, ob auf der Schiene, sogar als Außenverteidiger oder im Mittelfeld. Aber das will ein Spieler auch nicht unbedingt. Er soll sich auf einer Position unersetzlich machen und das gelingt ihm aktuell. Er zeigt seine Qualitäten und die brauchen wir als Werder Bremen, um erfolgreich zu sein.“

… zum schwierigen Weg von Mitchell Weiser zurück auf den Platz (vor dem Spiel): „14 Monate sind eine lange Zeit. Ich bin selbst einmal 13 Monate ausgefallen. Da muss man sich vielleicht auch außerhalb seines Kreises Unterstützung suchen. Wir als Verein haben ihm all die Wärme gegeben, die er braucht. Als er zurückgekehrt ist, hatten wir natürlich auch ein paar Ideen. Richtig geholfen haben ihm die Kadernominierung in Köln und die Einwechslung. Das war nicht alles sportlicher Natur. Ich weiß, was das mit einem Menschen und einem Spieler macht. Was er uns letzte Woche gegeben hat, war sensationell. Er ist auf einem guten Weg. Aber 14 Monate ohne Fußball sind für einen fußballverrückten Menschen wie Mitchell Weiser eine lange und harte Zeit.“

 

Niclas Füllkrug (Torschütze Werder Bremen) ...

… zum späten Punktgewinn gegen Borussia Dortmund: „Wenn man so zurückkommt und das Spiel am Ende so gestaltet, dann war heute wieder eine Wahnsinnsbereitschaft da. Eine Top-Leistung von Karl Hein und am Ende haben wir noch eine zweite Luft herausgeholt und sind mutiger geworden. Du kannst ein ganzes Spiel beim BVB nicht so gestalten wie die letzten 15 Minuten. Dann läufst du ins offene Messer. Bis zum ersten Gegentor hatten wir gut verteidigt. Deswegen bin ich einfach glücklich, dass wir hier mit einem Punkt wegfahren.“

… zur Widerstandsfähigkeit der Bremer Mannschaft: „Das ist eine unfassbare Bereitschaft. Die Arbeit gegen den Ball ist extrem gut. Das hat man auch in der ersten Halbzeit gesehen: Wie schnell wir nach Ballverlust alle hinter den Ball kommen, wie schnell wir im Gegenpressing sind und wie alle mitmachen. Solche Situationen verdient man sich am Ende damit. Das ist die Belohnung dafür, wenn man positiv ist und diese Bereitschaft an den Tag bringt.“

… zur 0:7-Niederlage im Testspiel gegen Twente Enschede: „Ich habe das zweimal in meiner Karriere erlebt. Wir hatten das auch einmal mit Werder in Köln. Die ersten fünf Minuten waren sogar ganz okay. Die Bereitschaft war da, wir waren gut vorbereitet und wollten Gas geben. Wir hatten sogar richtig gute Laufwerte und verlieren 0:7 gegen Twente. Dann hat alles seinen Lauf genommen. Die ersten drei Schüsse waren in den ersten sieben Minuten drin. Zum Glück war es nur ein Testspiel und ein Weckruf. Heute war ein ganz anderes Auftreten da.“

… zu den Lehren aus der Testspielniederlage: „Die Nachlässigkeit auf jeden Fall. Wir hatten da das eine oder andere Mal nicht den letzten Schritt, die letzte Energie zum Ball. Heute waren wieder alle voll da. Oskar ist toll reingekommen, hat einen langen Einsatz gehabt, und die Jungs hinten haben super verteidigt. Mitch hatte wieder einen super Einsatz von der Bank, der uns unfassbar geholfen hat. Ganz viel Bereitschaft überall auf dem Platz. Eine tolle Leistung der Mannschaft.“

… zu seiner emotionalen Rückkehr nach Dortmund: „Ich habe mich auf das Spiel gefreut. Vielleicht ein bisschen ungünstig für den BVB: 20.30 Uhr im Signal Iduna Park, da kommt der Champions-League-Fülle raus. Aber es hat sich tatsächlich ein bisschen so angefühlt. Das Schalalala beim Aufwärmen hat mich auch schon wieder motiviert. Das habe ich vermisst. Ganz tolle Atmosphäre. Das ist ein toller Verein, ein tolles Stadion. Den Jubel konnte ich mir trotzdem nicht verkneifen.“

… zu seinem Torjubel gegen den ehemaligen Verein: „Ich mache das Tor für uns und nicht gegen sie. Das ist wichtig. Es ist keine Provokation oder sonst etwas. Ich mag den BVB sehr, sehr gerne und schaue auch immer noch viele Spiele. Ich verfolge den Verein und habe mich auch einmal ganz kurz bei der Gelben Wand bedankt. Und dann ist es schön, dass wir trotzdem hier einen Punkt mitnehmen konnten.“

… zu seinem Zusammenprall mit Nico Schlotterbeck: „Es war nur einmal ganz kurz ein bisschen schummerig, aber nichts Wildes. Danach war ich sofort wieder da und fühle mich jetzt auch ganz normal. Die Ärzte haben mich durchgecheckt. Da muss ich die neuen Regularien auch ein bisschen loben. Natürlich ist es hart, eine Minute draußen bleiben zu müssen, aber bei einem Stoß auf den Kopf macht das schon Sinn.“

… zu einer möglichen Rückkehr in die Nationalmannschaft: „Weiß ich nicht. Ich möchte auch nicht so gerne darüber reden. Jürgen Klopp hat da einen ganz anderen Weg eingeschlagen und ganz andere Jungs nominiert. Ihm geht es auch um die Zukunft. Das hat er ganz ordentlich beschrieben. Ich bin DFB-Fan. Ich gönne der Nationalmannschaft und jedem Spieler dort alles Beste und freue mich, wenn sie erfolgreich sind.“

… dazu, ob er für Deutschland noch einmal spielen würde: „Ich kann gar nichts ausschließen. Wenn mein Land mich braucht, dann bin ich für mein Land da. Immer. Auch wenn ich 43 bin und noch einer in der Box stehen soll, dann komme ich auch. Aber ich bettle nicht darum und ich fordere nichts. Das wird auch nicht passieren.“

 

Karl Hein (Torwart Werder Bremen) …

… zu seiner eigenen Leistung und der Bremer Aufholjagd: „Wenn man das Ergebnis und die Leistung zusammennimmt, war es eines meiner besten Spiele für Werder. Ich bin unglaublich glücklich darüber, wie wir als Mannschaft gemeinsam aufgetreten sind. Wir liegen nach mehr als 80 Minuten mit 0:2 zurück und finden wieder einen Weg zurück ins Spiel. Hut ab vor der Mannschaft. Das war eine kollektive Leistung, echte Teamarbeit. Einen Punkt aus Dortmund nehmen wir auf jeden Fall gerne mit.“

… dazu, ob er einen arbeitsreichen Abend als Torwart bevorzugt: „Das hängt vom Ergebnis ab. Wenn ich die Wahl zwischen drei Punkten oder einer guten eigenen Leistung mit einem Unentschieden hätte, würde ich natürlich die drei Punkte nehmen. Aber Spaß beiseite: Ich mache einfach meinen Job und versuche, der Mannschaft zu helfen.“

 

Mitchell Weiser (Werder Bremen) zu den Reaktionen auf sein emotionales Comeback (vor dem Spiel): „Es gab natürlich sehr viele positive Reaktionen, weil das auch mit einem Sieg zusammenhing. Ich glaube, viele haben sich einfach für mich gefreut. Jeder Sportler, der schon einmal verletzt war, weiß, was das mit sich bringt. Für mich persönlich war es natürlich unglaublich.“

 

Sky Experte Thomas Hitzlsperger ...

… zur Leistung von Niclas Füllkrug und seinen Perspektiven beim DFB: „Ich habe vor dem Spiel gesagt, dass ich keine Zukunft für Niclas Füllkrug in der deutschen Nationalmannschaft sehe. Das würde ich selbst nach diesem Spiel wieder sagen. Gleichzeitig ist herausragend, was er für Werder macht. Er ist einer der Top-Bundesligaspieler. Wenn ein neuer Bundestrainer da ist und auf die Europameisterschaft 2028 und vielleicht darüber hinaus schaut, ist es legitim, neue Spieler zu nominieren. Trotzdem muss man hervorheben, dass Niclas Füllkrug heute ein super Spiel gemacht hat. Er hat hart gekämpft, war ein Leader für seine Mannschaft und hat mit dem Kopfballtor noch die Kirsche auf die Torte gesetzt. Er verbindet Einsatz, Vorbildcharakter und Bescheidenheit. Besser geht es nicht.“

… zum aberkannten Treffer von Borussia Dortmund: „Es ist verwunderlich, dass sich der Schiedsrichter so sicher ist, dass das ein Foul ist. Das reicht einfach nicht, da bin ich voll bei Niko Kovac. Es reicht nicht aus, um als Schiedsrichter sagen zu können: Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass es ein Foul ist.“

… zu Nico Schlotterbecks Leistung und seinem Fehler vor dem Anschlusstreffer: „Super, dass er gesund ist. Er hat durchgespielt und auch noch ein Tor gemacht. Aber er verursacht auch den ersten Gegentreffer. Er ist mutig im Aufbauspiel und hat ein tolles Passspiel. Die Gegner wissen aber auch, dass er gerne einmal die Kette überspielen will. Da hat er den Bremern den Ball in den Fuß gespielt und Reis hat dann das 2:1 gemacht. So ist das Spiel gekippt. Aber was über allem steht, ist das Persönliche: Er ist wieder gesund, nachdem er sich verletzt hatte. Ich hoffe, dass er dem BVB jetzt lange helfen kann und verletzungsfrei bleibt.“

… zur bisherigen Bilanz von Bundestrainer Jürgen Klopp (vor dem Spiel): „Bei mir ist die Euphorie nicht verflogen. Ich finde nach wie vor, dass es wichtig war, nach dieser Weltmeisterschaft einen Stimmungsaufheller zu bekommen. Jürgen Klopp schafft es schon durch seine Art, wie er auftritt und über die Mannschaft und mit den Fans spricht, wieder Begeisterung zu wecken. Die Ergebnisse waren bislang nicht gut, aber primär geht es darum, dass er und sein Trainerteam beobachten, wie die Spieler miteinander umgehen, spielen und trainieren. Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass Jürgen Klopp der beste Bundestrainer ist, den wir haben können. Die Ergebnisse werden besser werden.“

… zur Bedeutung von Niclas Füllkrug für Werder Bremen (vor dem Spiel): „Er ist ein großer Faktor. Wenn man von außen auf seine letzten zwei Jahre schaut, hat er wirklich nicht performt und eine schwere Zeit hinter sich. Normalerweise holt man so einen Spieler nicht. Wenn man ihn aber so gut kennt und weiß, was er in diesem speziellen Umfeld bei Werder bewirken kann, dann kommt das Beste in ihm heraus. Dann trifft er nicht nur, sondern macht seine Mitspieler besser und begeistert sie. Er strahlt wieder. Das ist so wertvoll. Wenn er gesund bleibt, wird Werder in dieser Saison überhaupt keine Probleme haben, in der Liga zu bleiben, und mit etwas Glück sogar in der oberen Tabellenhälfte landen.“

… zu den Meisterschaftsambitionen von Borussia Dortmund (vor dem Spiel): „Aus Sicht des BVB ist es erst einmal ganz gut. Es werden keine großen Töne gespuckt. Nur finde ich es schon ein bisschen schade, dass sie so gar nicht aus der Deckung kommen. Sie sind ein großer Klub. Es kann nicht der Anspruch sein, immer Zweiter zu werden und Champions League zu spielen, sondern man muss es auch mal aussprechen. Jetzt geht es aber erst einmal um Kontinuität.“

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