Karius zur Selbstkritik von Muslic: „Das ehrt den Trainer“ - Kovac zur Niederlage in Norwegen: „Uns hat die Einstellung gefehlt“ - Muslic zur 15.30 Uhr-Anstoßzeit auf Schalke: „Ich bin ein alter Fußballromantiker“ - Sky Experte Hamann zur Schwächephase des BVB: „Ich würde es nicht überbewerten“
Unterföhring, 17.10.2026
Die wichtigsten Stimmen im Vorlauf zu den Samstagnachmittagspartien des 6. Spieltags der Fußball-Bundesliga bei Sky.
Niko Kovac (Trainer Borussia Dortmund) ...
… zur Aufarbeitung der Niederlage gegen Bodö/Glimt: „Natürlich haben wir das Spiel aufgearbeitet, mit meinem Trainerteam und dann auch direkt nach dem Spiel in Norwegen sowie gestern noch einmal kurz mit der Mannschaft. Ganz klar: Was uns gefehlt hat, war die Einstellung. Wir haben das Spiel nicht so angenommen, wie man ein Champions-League-Spiel annehmen muss. Der Gegner hatte die Intensität, wir eben nicht. Dadurch haben wir 60 Minuten verloren, die uns hinten heraus dann auch gefehlt haben.“
… zu den Gründen für den schwachen Auftritt in Norwegen: „Wir sind alle Menschen. Nicht jedes Spiel ist gleich. Natürlich erwartet man in einem Champions-League-Spiel maximalen Fokus und maximale Performance. Das haben wir nicht gezeigt. Ich habe auch klipp und klar gesagt, dass ich das auf mich nehme, weil die Aufstellung, die ich gewählt habe, im Nachhinein nicht die richtige war. Aber heute haben wir eine neue Chance.“
… zu den jüngsten Rückschlägen gegen Bremen und Bodö/Glimt: „Ich schlafe eigentlich ganz gut, weil ich mich viel damit beschäftigt habe. Als Trainer beziehungsweise Sportler muss man viel schlafen, damit man frisch im Kopf ist. Natürlich war das Spiel gegen Bremen unglücklich von unserer Seite. Wir haben den Gegner so dominiert, wie ich das zu Hause selten gesehen habe, über 90 Minuten. Dann fällt ein Gegentreffer zum 2:1 und schon hatten wir ein bisschen Probleme. Das will ich nicht überbewerten. Was mich mehr gestört hat, war die Tatsache, dass wir in Norwegen nicht das abgerufen haben, was wir brauchen. Wir haben richtig viele gute Spieler und jeder Einzelne hat die Möglichkeit und die Fähigkeit, das zu zeigen. Das haben wir in Norwegen leider nicht getan.“
… zur Situation von Konstantinos Karetsas: „Wir können uns alle noch an die Situation erinnern, als Kostas im Champions-League-Spiel umgefallen ist. Ich glaube, das ist noch im Hinterkopf. Das darf man alles nicht außer Acht lassen. Ich beobachte den Jungen und er ist noch nicht da, wo er davor war. Ich will nicht sagen, dass das der Grund ist, aber das spielt sicherlich im Hinterstübchen eine kleine Rolle. Von daher dürfen wir nicht allzu viel verlangen. Der Junge wird seinen Weg gehen, davon bin ich überzeugt. Davon sind wir alle überzeugt. Er wird auch die Minuten bekommen, die er letzten Endes verdient.“
… zum Rang als zweite Macht der Bundesliga: „Es sieht zumindest ganz gut aus, aber das haben wir alles gemeinsam getan. Das schafft ein Trainer alleine nicht und eine Mannschaft sicherlich auch nicht. Der komplette Klub gehört dazu. Wir wissen, dass die anderen von hinten anschieben. Wir müssen die Distanz weiterhin aufrechterhalten. Aber den Unterschied zu Bayern München gibt es noch. Ihr wisst selbst, ihr wart lange genug dabei: Die Bayern einzuholen, ist nicht leicht. Da muss alles stimmen. Sie müssen unterperformen und wir müssen overperformen. Wir arbeiten daran, dass wir dranbleiben.“
Merlin Polzin (Trainer Hamburger SV) ...
… zur besonderen Mentalität seiner Mannschaft bei späten Siegtreffern: „Am Ende geht es darum, dass du gemeinsam daran glauben musst. Dass du eine Mentalität kreierst, die weit darüber hinausgeht, was das Technische oder Taktische anbelangt. Es geht darum, gemeinsam mit dem Stadion und gemeinsam mit der Energie, die rund um den Verein entstanden ist, daran festzuhalten und auch in diesen Momenten daran zu glauben.“
… zum Ausfall von Albert Sambi Lokonga: „Bei Sambi war es so, dass er nach dem Last-Minute-Sieg in Hoffenheim ein bisschen etwas gespürt hat. Wir haben die Belastung gesteigert. Aber es hat noch nicht gereicht, um ohne Risiko in das Spiel zu gehen. Deshalb darfst du als Trainer wieder kreativ werden. Ich habe vor der Saison gesagt, und dazu stehe ich auch heute, dass wir absolut von unserem Kader überzeugt sind. Das greift dann auch in solchen Momenten wie heute.“
Miro Muheim (Hamburger SV) ...
… zum entscheidenden Treffer gegen Hoffenheim: „Es war ein unglaublich schöner Moment. Es ist immer schön, wenn man in der letzten Minute noch den Siegtreffer macht. Das gibt viel Energie und hat Spaß gemacht.“
… zu seiner möglichen neuen Position im Mittelfeld: „Wo ich heute spiele, kann ich, glaube ich, noch nicht verraten. Ich versuche einfach, der Mannschaft so gut wie möglich zu helfen und dazu beizutragen, dass wir heute ein gutes Spiel machen.“
Sebastian Hoeneß (Trainer VfB Stuttgart) ...
… zur besonderen Atmosphäre im Hamburger Volksparkstadion: „Natürlich haben wir die Mannschaft darauf hingewiesen, aber eher in dem Sinne, dass man sich auf das Spiel freuen kann. Ich glaube, es ist eines der schönsten Auswärtsspiele, die du haben kannst. Es ist ein großartiges Stadion, in dem großartige Fans zusammenkommen. Deswegen freuen wir uns. Wir haben auch besondere Erinnerungen an dieses Stadion, positive wie negative. Hier passiert gefühlt immer etwas.“
… zur Entscheidung für Atakan Karazor in der Startelf: „Er hat ja auch schon gegen Paderborn gespielt und da seine Sache gut gemacht. Im letzten Spiel hat Grischa gespielt. Wir haben dort einfach gute Möglichkeiten, zu tauschen. Ich glaube, dass Ata für das heutige Spiel prädestiniert ist. Es wird viele lange Bälle geben und er ist in der Lage, viele zweite Bälle und Kopfballduelle zu gewinnen. Deswegen passt seine Nominierung heute sehr gut.“
Jamie Leweling (VfB Stuttgart) ...
… zu den jüngsten beiden Siegen ohne Gegentor: „Natürlich ist es wichtig, die Null zu halten. Das ist schon einmal das Wichtigste. Und vorne haben wir immer die Qualität, ein, zwei oder drei Tore zu machen. Ich hoffe, dass es heute so weitergeht.“
… zur besonderen Atmosphäre im Hamburger Volksparkstadion: „Wir müssen einfach unser Spiel spielen. Ich glaube, uns gefällt es, in solchen Stadien zu spielen. Es macht immer Spaß, vor 50.000 oder 60.000 Zuschauern zu spielen. Es wird wieder ein geiles Spiel, hoffentlich mit einem Sieg für uns.“
Miron Muslic (Trainer FC Schalke 04) ...
… zur Rückkehr der Bundesliga am Samstagnachmittag nach Gelsenkirchen: „Ich bin ein alter Fußballromantiker. Das ist das, worauf wir hingearbeitet haben. Wir sind ein Bestandteil der Bundesliga und wir wollen auch einer bleiben.“
… zur ausbaufähigen Chancenverwertung seiner Mannschaft: „Wir dürfen uns nicht zu viel Druck machen. Wir müssen uns auch ein Stück weit schützen. Wir versuchen als Trainerteam und ich als Cheftrainer, das zu unterstützen, intern, aber vor allem auch nach außen.“
… zur Entscheidung für Edin Dzeko in der Startelf: „Wir brauchen Tore. Und Edin steht für Tore in den letzten 20 Jahren. Er ist auch fitter. Wir haben genug Waffen in der Startelf, aber auch sehr gefährliche Jungs auf der Bank, die nur darauf warten, dass sie reinkommen und zeigen, dass sie mithelfen wollen.“
Loris Karius (Torhüter Schalke 04) ...
… zur Sehnsucht nach dem ersten Heimtor seit Mai: „Natürlich ist die Sehnsucht groß. Wir wollen das Spiel heute unbedingt gewinnen. Dafür brauchen wir mindestens ein Tor und das werden wir versuchen zu erzielen. Wir haben im Training fleißig geübt und sind optimistisch, dass heute der Knoten platzt.“
… zur Selbstkritik von Trainer Miron Muslic nach der Niederlage in Freiburg: „Ich habe mit den anderen Jungs nicht so groß darüber gesprochen. Ich meine, das ehrt den Trainer, dass er die Schuld auch bei sich sucht. Aber wir sind elf Jungs auf dem Platz, die das in Überzahl besser hinkriegen müssen. Da müssen wir uns auch an die eigene Nase fassen. Wir sind intern schon selbstkritisch und da hinterfragt sich auch jeder Spieler selbst.“
Dr. Hubertus Hess-Grunewald (Präsident Werder Bremen) ...
… zu seinen Erinnerungen an 100 Jahre Weserstadion: „Das ist eine unfassbare Zeit mit vielen Emotionen, positiven, aber auch negativen. Wir sind in diesem Stadion 2021 ohne Fans in der Corona-Zeit abgestiegen. Das war ein sehr, sehr bitterer Moment.“
… zur besonderen Bedeutung des Weserstadions: „Zum einen haben wir eine besondere Lage. Wir sind sehr nah an der Innenstadt, hier im Viertel. Im Grunde leben alle Kneipen in der Umgebung davon, dass Werder hier spielt und die Heimspiele zelebriert werden können. Wir haben auch eine starke Verbindung zu den Menschen in der Region, den Buten- und Binnenbremern. Alle kommen hier ins Weserstadion, an diesen Sehnsuchtsort, wo man gemeinsam feiert, gemeinsam leidet und sich gemeinsam mit Werder Bremen identifiziert.“
… zur Zukunft und Modernisierung des Weserstadions: „Natürlich müssen wir hier weiter modernisieren und mögliche Potenziale heben. Das wird nicht ohne Weiteres möglich sein. Wir haben immer das Thema der Kapazität. Wir haben vor einigen Jahren sehr intensiv über einen dritten Rang nachgedacht und wollten die Kapazität auf 50.000 steigern. Aber die Kosten sind uns so weggelaufen, dass es unverantwortlich gewesen wäre, diese Baumaßnahme durchzuführen. Das hätte uns möglicherweise in die Insolvenz getrieben. Das war nicht zu verantworten. Aber die Sehnsucht ist riesengroß. Wir haben eine Warteliste von mehr als 10.000 Menschen, die eine Dauerkarte haben wollen, und sind seit 2003 im Heimbereich durchgehend ausverkauft. Wir müssen versuchen, irgendwie Kapazitäten zu schaffen. Aber das ist unfassbar schwierig und mit enormem finanziellem Aufwand verbunden. Deswegen bin ich im Moment realistisch, und das heißt skeptisch.“
Marco Friedl (Kapitän Werder Bremen) zur besonderen Atmosphäre im Weserstadion: „Ich habe das Privileg gehabt, bisher in vielen Stadien zu spielen. Ich bin schon sehr lange hier und habe viele Spiele erlebt. Ich glaube einfach, dass die Fans wissen, dass in jeder einzelnen Sekunde etwas passieren kann. Du hast dann wirklich nicht nur ein Heimspiel, wie man es so kennt, sondern ein Heimspiel mit dieser Kulisse im Hintergrund. Das versucht man natürlich auch heute auf den Platz zu bringen.“
Vincent Wagner (Trainer SV Elversberg) ...
… zum Nutzen seiner Lehrerausbildung im Trainerberuf: „Schaden tut es nicht, glaube ich. Man hat dann schon verschiedene Möglichkeiten, mit seinen Spielern umzugehen. Das Spannende an einer Fußballmannschaft ist, dass manchmal 20 Jahre Altersunterschied zwischen den Spielern liegen. Der Vorteil bei einer Fußballmannschaft ist natürlich, dass die Jungs grundsätzlich gerne Fußball spielen. Das macht uns das Leben deutlich leichter.“
… zur Bewertung des Augsburger Saisonstarts: „Ich nehme es auf jeden Fall als einen guten Saisonstart wahr. Er wäre wahrscheinlich sehr gut gewesen, wenn sie das Spiel in Bremen über die Runden gebracht hätten. Aber ich glaube auf jeden Fall, dass es ein guter bis sehr guter Saisonstart war.“
… zu den personellen Veränderungen in seiner Mannschaft: „Die Seuche wäre ein bisschen übertrieben. Das hält sich schon noch in Grenzen. Drei Verletzte sind jetzt nicht die Welt. Aber die Länderspielpause war nicht so gut für uns. Ich hatte vor der Saison mit ein paar Jungs gesprochen, die schon lange Bundesliga spielen. Sie haben gesagt: Eure guten Phasen müsst ihr nutzen. Das haben wir vor der Länderspielpause geschafft. Jetzt sind wir gerade in einer Phase, in der es nicht ganz so gut läuft. Ich bin froh, dass die Ausfälle nur drei bis vier Wochen dauern und nicht drei bis vier Monate. Es ist eher untypisch für uns, dass wir viel wechseln müssen. Jetzt ist es gerade so.“
… zu den Problemen beim letzten Pass: „Es geht weniger um Effizienz, sondern mehr um die Klarheit beim letzten Pass. Für Effizienz musst du erst einmal Torchancen haben. So viele hatten wir zuletzt nicht. Der letzte Pass war das Problem, das war auf Schalke auch schon so. Es geht darum, sich schnell an das Bundesliga-Niveau zu gewöhnen. Die Passfenster sind nur kurz da. Wenn du sie nicht nutzt, sind sie weg. Deswegen versuchen wir, da besser zu werden.“
Manuel Baum (Trainer FC Augsburg) ...
… zu den Unterschieden zwischen einer Schulklasse und einer Bundesligamannschaft: „Ich finde, es gibt keine heterogenere Gruppe als eine Bundesliga-Kabine. In der Schule hast du zumindest ungefähr den gleichen Wissensstand und die Schüler sind relativ gleich alt. In der Kabine ist alles kreuz und quer und durcheinander.“
… zu seinen personellen Optionen gegen Elversberg: „Das ist eine große Qualität von uns, dass wir viele Gamechanger auf der Bank haben. Anton Kade ist wieder fit, Gregor ist ganz normal mit dabei und so weiter. Ich glaube, das zeigt sich in den Spielen. Du kannst mittlerweile die Hälfte der Mannschaft auswechseln, fünf Spieler. Da ist nicht nur die erste Elf wichtig, sondern vor allem auch die letzte.“
… zur Gefahr, nach dem Bayern-Spiel den Aufsteiger Elversberg zu unterschätzen: „Wir bauen das schon die ganze Zeit so auf, dass es völlig egal ist, mit welchen Buchstaben der Gegner beginnt. Wir haben im letzten Jahr die Bayern geschlagen und danach, glaube ich, St. Pauli zu Hause gehabt. Elversberg stellt uns vor ganz andere fußballerische Probleme. Wenn wir versuchen, die auf die gleiche Art und Weise zu lösen wie gegen Bayern, wird es brutal schwierig. Deswegen müssen wir ganz anders an die Sache herangehen.“
… zur Rückkehr von Robin Fellhauer an seine frühere Wirkungsstätte: „Er hat natürlich in der vergangenen Woche deutlich häufiger über Elversberg gesprochen, aber auch über das Tor, das er im letzten Spiel geschossen hat. Ich glaube, es ist wichtig für eine Mannschaft, dass sie lernt, diese ganzen Störungen von außen auszublenden und sich auf das Spiel und das Siegen zu konzentrieren. Gerade nach einem Spiel wie gegen Bayern waren das sehr positive Störungen. Aber auch damit musst du umgehen lernen. Am Schluss musst du auf das Spiel und auf das Ergebnis fokussiert sein.“
Sky-Experte Didi Hamann ...
… zur jüngsten Schwächephase von Borussia Dortmund: „Das ist eine Momentaufnahme. Das war uncharakteristisch und untypisch für den BVB unter Niko Kovac. Wenn man sich die Zeit anschaut, seit er dort ist, hat es solche Ergebnisse, abgesehen vielleicht vom Ausscheiden gegen Bergamo, nicht gegeben. Deswegen würde ich versuchen, das abzuhaken. Natürlich muss man schauen, was heute passiert. Das Spiel gegen Bremen war unheimlich bitter. So etwas wie in Norwegen auf Kunstrasen kann mal passieren. Deswegen würde ich es nicht überbewerten. Wenn sie eines unter Kovac gezeigt haben, dann waren das Charakter, Mentalität und der Wille, das Richtige zum richtigen Zeitpunkt zu machen. Ich glaube, dass sie schnell wieder in die Spur kommen.“
… zum Saisonstart von Schalke 04: „Die Schalker sind absolut im Soll. Was mir sehr gut gefällt, ist, dass sie erst sechs Gegentore bekommen haben. Sie haben die sechstbeste Abwehr der Liga. Natürlich sind es erst fünf Spiele, das ist eine Momentaufnahme. Aber wenn ich mir die Aufsteiger anschaue, würde ich dazu tendieren, dass die Mannschaft, die besser verteidigt, die größere Chance hat, in der Liga zu bleiben. Das Spiel gegen Bayern hat gezeigt, dass Schalke auch mit den Besten über 90 Minuten mithalten kann. Das gibt Selbstvertrauen, auch für das heutige Spiel. Deswegen ist bisher alles wunderbar.“
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