Fußball

Leipzig kommt in Bayern unter die Räder – Geschäftsführer Schäfer: „Ein komplettes Versagen von uns“

Urbig zur verletzten Stammkraft Neuer: „Ich hoffe, dass Manu schnell wieder fit wird“ - Kimmich zum Dreierpacker Diaz: „Das hat er sich extrem verdient“ - Orban deutlich: „Das war ein Scheißspiel von uns“ - Sky Experte Matthäus warnt Demichelis: „Bei RB Leipzig hat man nicht viel Zeit“

Unterföhring, 17.10.2026

Die wichtigsten Stimmen zum tipico Topspiel des 6. Spieltags der Fußball-Bundesliga zwischen Bayern München und RB Leipzig (6:1) bei Sky.  

 

Vincent Kompany (Trainer Bayern München) ...

… zur erwarteten Reaktion nach den Rückschlägen gegen Augsburg und Stavanger (vor dem Spiel): „Wir haben meistens gut auf solche Situationen reagiert. Dabei dürfen wir nicht vergessen, was zuletzt gut war. Wir haben 50-mal aufs Tor geschossen, unsere Offensive war präsent. Das wollen wir beibehalten. Die Energie war da, die Mentalität ebenfalls. Wir sind auch aus schwierigen Situationen immer wieder stark zurückgekommen. Gleichzeitig sind Dinge passiert, die nicht ausreichen, um Bundesligaspiele zu gewinnen.“

… zum verletzungsbedingten Ausfall von Manuel Neuer (vor dem Spiel): „Wir machen uns keine Sorgen. Wenn du allerdings alle drei Tage spielst und dazu noch viel reist, sind schnell zwei oder drei Spiele vorbei. Das ist jetzt die Situation bei Manu. Aber wir machen uns keine Sorgen.“

… zur Torhüterhierarchie zwischen Manuel Neuer und Jonas Urbig (vor dem Spiel): „Wir haben einen Plan und ganz deutlich kommuniziert, was wir vorhaben. Manu ist unsere Nummer eins. Gleichzeitig haben wir Jonas immer wieder Spielzeit gegeben, für seine Entwicklung, aber auch, weil wir ihm vertrauen. Das wäre ohne Manu nicht möglich gewesen. Seine Führung, seine Menschlichkeit und seine Leistungen waren dabei sehr wichtig. Wir haben uns die Situation mit einer starken Nummer zwei erarbeitet. Jetzt sind wir in einer Phase, die wir selbst so gewollt haben. Das ist gut. Viele andere Mannschaften würden sich eine solche Situation wünschen.“

 

Nathaniel Brown (Bayern München) ...

… zum deutlichen 6:1-Sieg gegen RB Leipzig: „Wir haben von Anfang an unser Spiel gemacht und direkt unsere Chancen genutzt. Das war in den letzten Spielen unser Problem. Da haben wir die Dinger nicht gleich reingemacht, heute hat das funktioniert. Wenn wir erst einmal ins Rollen kommen, sind wir gerade zu Hause sehr schwer zu stoppen.“

… zur Reaktion auf die beiden vorherigen Spiele ohne Sieg: „Wir waren natürlich verärgert. Wir wollten unter der Woche gewinnen, haben das aber nicht geschafft.“

 

Jonas Urbig (Torhüter Bayern München) ...

… zum 6:1-Erfolg gegen RB Leipzig: „Was wir heute als Mannschaft gezeigt haben und mit welcher Überzeugung wir von Anfang bis Ende aufgetreten sind, hat richtig Spaß gemacht.“

… zur verbesserten Chancenverwertung der Bayern: „Wir haben heute einfach wieder die Tore geschossen, die uns in den vergangenen Spielen gefehlt haben. Diese Leichtigkeit beim Toreschießen war wieder da. Wir freuen uns unglaublich für Lucho, dass er heute drei Tore gemacht hat. Harry hat wieder ohne Ende gearbeitet und selbst getroffen. Das war sehr schön.“

… zu seiner Ruhe und Gelassenheit zwischen den Pfosten: „Ich versuche grundsätzlich, eine neutrale Haltung zu bewahren und mich weder von positiven noch von negativen Emotionen leiten zu lassen. Diese emotionale Mitte tut mir sehr gut. So verfalle ich nicht in Aktionismus und beschäftige mich auch nicht zu sehr mit bestimmten Dingen. In dieser emotionalen Mitte fühle ich mich sehr wohl.“

… zum Konkurrenzkampf mit Manuel Neuer: „Am Ende geht es darum, dass der Trainer immer die Möglichkeit hat, zu entscheiden, wer am Wochenende spielt. Jeder ist bereit. Ich hoffe, dass Manu schnell wieder fit wird. Wenn ich gebraucht werde, bin ich da, bin fit und freue mich.“

… zur Geduld angesichts seiner Rolle als Ersatztorhüter: „Ich möchte fit sein und dem Trainer eine Option bieten. Das schaffen wir nur, wenn wir als Torwartteam die bestmögliche Energie auf den Platz bringen. Dann ist es egal, ob Manu spielt, Ulle spielt oder ich spiele. Die Mannschaft kann sich immer auf ihre Torhüter verlassen. Das ist ein viel schöneres Gefühl.“

 

Max Eberl (Sportvorstand Bayern München) ...

… zum Gesundheitszustand von Trainer Vincent Kompany: „Er hatte die ganze Woche einen Infekt und dazu noch eine Sportverletzung an der Hüfte. Er liegt gerade in der Trainerkabine, aber es geht ihm gut.“

… zum deutlichen 6:1-Sieg gegen RB Leipzig: „Das war wirklich beeindruckend. Wir waren von Anfang an hochkonzentriert. In den letzten beiden Spielen hatten wir das Problem, dass wir uns selbst in Schwierigkeiten gebracht haben. Das wollten wir heute mit aller Macht vermeiden. Die Mannschaft war von Beginn an giftig und hat den Gegner so unter Druck gesetzt, dass er zu Fehlern gezwungen wurde. Teilweise kann man Leipzig gar keinen Vorwurf machen, weil wir es so gut gemacht haben. Am Ende haben wir auch in dieser Höhe verdient gewonnen. Wir haben genau das gezeigt, was wir uns vorgenommen hatten.“

… zur starken Reaktion nach den beiden sieglosen Spielen: „Das war eine sehr gute Leistung. Wir brauchen diese Stabilität auch in den kommenden Wochen bei den schwierigen Spielen. Schon gegen Augsburg und Stavanger hatten wir insgesamt 50 Torschüsse. Es gab aber Momente, in denen wir nicht wachsam genug waren und jeder Gegner kann solche Situationen nutzen. Das wollten wir heute unbedingt vermeiden. Wenn wir dann ein oder zwei Tore schießen und die Jungs merken, dass unser Plan funktioniert und die Räume aufgehen, kommt diese Spielfreude dazu. Dann kann ein solches Ergebnis entstehen.“

… zur Entwicklung von Jonas Urbig: „Wir machen das jetzt seit knapp zwei Jahren. Wir hatten die Idee, mit Manuel Neuer einen Welttorhüter bei uns zu haben und gleichzeitig mit Jonas Urbig einen hochtalentierten jungen Torwart zu entwickeln. Er sollte gemeinsam mit Manu, Ulle und unserem Torwarttrainerteam wachsen. Das hat er in den vergangenen zwei Jahren herausragend gemacht. Als er erst wenige Wochen da war, musste er im Champions-League-Achtelfinale gegen Leverkusen für Manu einspringen und hat sofort gezeigt, was er kann. Diese Entwicklung hat er seitdem fortgesetzt. Wir haben hundertprozentiges Vertrauen in Jonas.“

… zum Ärger über die vorherigen Ergebnisse als Motivation: „Wenn du beim FC Bayern bist, hörst du nicht gerne, dass du eine Leistungsdelle hast oder ein Spiel nicht gewonnen hast. Das ist für uns der Antrieb, das nächste Spiel bestmöglich zu gestalten. Heute haben wir das getan.“

 

Joshua Kimmich (FC Bayern München) ...

… zur Reaktion auf die beiden Spiele ohne Sieg: „Die ersten 60 Minuten waren sehr gut, vor allem die erste Halbzeit. Da stand es zwar schon 3:0, aber wir hätten noch das eine oder andere Tor mehr machen können. Wir sind dann sehr gut aus der Pause gekommen. Die ersten 60 Minuten waren auf einem anderen Level. Die letzten 30 Minuten waren auch okay.“

… zum Dreierpack von Luis Diaz: „Für Lucho freue ich mich extrem. Das hat er sich extrem verdient. Er hat zu Beginn der Saison einige Chancen vergeben, nachdem er in der vergangenen Saison unglaubliche Zahlen für uns geliefert hatte. Heute hat er ein überragendes Spiel gemacht und war sicherlich der Mann des Abends. Darüber freue ich mich sehr für ihn.“

… zu seiner Vorlage zum Führungstreffer: „Ich versuche immer wieder, den Kopf hochzunehmen und den Blick in die Tiefe zu richten. Mit Lucho haben wir einen Spieler, der immer wieder bereit ist, diese Wege zu gehen. Das ist sehr wichtig. Wir haben viele Spieler, die in die Tiefe starten. Deshalb kreieren wir so viele Torchancen, weil wir von verschiedenen Positionen aus immer wieder versuchen, hinter die gegnerische Abwehrkette zu kommen. Lucho war heute extrem stark.“

… zum bevorstehenden intensiven Spielplan: „Das sind die schönsten Wochen, die es als Fußballer gibt. Wenn du englische Wochen hast und die absoluten Topspiele anstehen, ist das genau das, was du willst. Ich hoffe, dass bei unseren angeschlagenen Spielern nichts allzu Wildes ist. Wir haben ein, zwei Ausfälle, die wir kompensieren müssen. Aber wir haben genügend Qualität und werden alles reinhauen. Ich freue mich extrem auf das Spiel.“

 

Dayot Upamecano (Bayern München) ...

… zum Wiedersehen mit seinem ehemaligen Verein RB Leipzig (vor dem Spiel): „Es ist immer etwas Besonderes, gegen Leipzig zu spielen. Ich hatte dort eine super Zeit. Deshalb freue ich mich, heute gegen meine ehemaligen Kollegen zu spielen.“

… zum Duell mit seinem ehemaligen Mitspieler Christopher Nkunku (vor dem Spiel): „Er ist ein sehr guter Freund von mir. Wir haben heute noch miteinander gesprochen. Ich freue mich, dass er wieder in der Bundesliga spielt. Er ist ein super Spieler und sehr wichtig für Leipzig. Ich bin gespannt auf das Duell mit ihm. Mal schauen, was passiert.“

… zur geforderten Reaktion nach zwei sieglosen Spielen (vor dem Spiel): „Wir haben immer Druck, wir sind der FC Bayern. Wir wollen jedes Spiel gewinnen. Heute haben wir die nächste Chance, ein anderes Gesicht zu zeigen. Ich bin bereit und meine Mannschaft ist es auch.“

 

Martin Demichelis (Trainer RB Leipzig) ...

… zur Stimmung in der Kabine nach der 1:6-Niederlage: „Was soll ich nach so einer harten Niederlage sagen? In unserer Kabine lacht niemand, das ist ganz normal. Als Trainer bin ich der Erste, der enttäuscht ist. Das war nicht unsere Art und Weise, Fußball zu spielen. Natürlich kannst du hier in der Allianz Arena verlieren, das weiß jeder. Aber nicht so.“

… zur Leistung seiner Mannschaft gegen Bayern München: „Wir sind mit zwei Siegen im Rücken nach München gekommen und waren heute eine ganz andere Mannschaft. Gegen den Ball waren wir zu passiv und mit dem Ball nicht aktiv genug. Die Bayern waren deutlich besser als wir. Wir müssen dem Gegner gratulieren. Aber noch einmal: Hier kann man verlieren, nur nicht auf diese Art und Weise.“

… zur Aufarbeitung der deutlichen Niederlage: „Wir haben Bayern oft gesehen und analysiert. Deshalb war heute die Taktik nicht das Problem. Wir müssen diese harte Niederlage jetzt schnellstmöglich verdauen, miteinander sprechen und nach vorne schauen. Es gibt keinen anderen Weg. Wir müssen uns auch bei unseren mitgereisten Fans entschuldigen. Das ist nicht die Mannschaft, die wir in den Stadien präsentieren wollen.“

… zur Kritik an der Aufstellung von Lukas Klostermann: „Bitte nennen Sie mir keine einzelnen Namen. Ich hätte nach einer Halbzeit fünf Wechsel machen können. Aber wir haben als Mannschaft verloren und ich möchte die Mannschaft kritisieren, nicht einen einzelnen Spieler. Wenn ein Spieler von Anfang an spielt, bedeutet das, dass er gut trainiert hat. Lukas ist erfahren und bringt viele defensive Qualitäten mit. Deshalb haben wir uns gegen so klasse Spieler wie Olise und Luis Diaz für ihn entschieden. Wir müssen über unsere gesamte Mannschaft und unsere Spielidee mit und ohne Ball sprechen, nicht über einen einzelnen Namen.“

… zu seiner Rückkehr nach München (vor dem Spiel): „Es ist immer etwas Besonderes, nach München zurückzukommen. Ich habe zwölf Jahre hier gelebt, die Stadt ist ein Teil meines Lebens. Mein Sohn ist hier geboren. Aber ich muss heute vergessen, was es für mich persönlich bedeutet, wieder in München zu sein. Wichtig ist, dass ich nach dem Spiel als Trainer ein gutes Gefühl habe. Das würde bedeuten, dass wir eine gute Leistung gezeigt haben.“

… zur Entscheidung für Lukas Klostermann in der Startelf (vor dem Spiel): „Lukas bringt andere defensive Qualitäten mit, gerade auch im Kopfballspiel. In diesem Bereich haben wir noch Schwächen. Ich freue mich für ihn, weil er in den vergangenen Tagen sehr gut trainiert hat. Er wird seinen Job machen. Entscheidend ist aber, dass wir als gesamte Mannschaft ein gutes Spiel zeigen.“

 

Marcel Schäfer (Geschäftsführer Sport RB Leipzig) ...

… zur deutlichen 1:6-Niederlage gegen Bayern München: „Wir waren in allen Bereichen chancenlos. Das war ein komplettes Versagen von uns. Deshalb ist das Ergebnis auch so, wie es ist. Das muss man leider so selbstkritisch sehen und ganz klar ansprechen. In München kannst du grundsätzlich verlieren, wir sind nicht die erste Mannschaft, der das passiert. Aber wir waren derart unterlegen, das ist nicht unser Anspruch. Darüber müssen wir deutlich sprechen.“

… zu den Gründen für den schwachen Auftritt: „Ich kann gar nicht auf einzelne Dinge eingehen. Wir waren in allen Bereichen komplett unterlegen und chancenlos. Wenn du in München gegen den FC Bayern mit diesen herausragenden Spielern gewinnen möchtest, brauchst du einen außergewöhnlich guten Tag. Wir hatten heute einen außergewöhnlich schlechten Tag und die Bayern einen guten. Dementsprechend waren wir mit den sechs Gegentoren sogar noch gut bedient. Jeder einzelne Spieler und wir als Klub haben einen gewissen Anspruch. Heute war es für uns eine Lehrstunde, was es bedeutet, auf Weltklasse-Niveau zu agieren. Da liegt sehr viel Arbeit vor uns.“

… zur überraschenden Aufstellung von Lukas Klostermann: „Ich habe gestern von der Entscheidung erfahren. Aber wir brauchen jetzt nicht über einzelne Bereiche oder Spieler zu sprechen. Ob Offensive, Defensive, Spiel gegen den Ball oder über die Flügel: Wir waren auf jeder Position und in allen Bereichen chancenlos unterlegen. Deshalb müssen wir heute nicht über einzelne Personalien diskutieren. Das ist nach so einem Spiel nicht nötig.“

 

Willi Orban (RB Leipzig) ...

… zur deutlichen 1:6-Niederlage gegen Bayern München: „Das Ergebnis spricht für sich. Wir sind überhaupt nicht an unser Leistungslimit gekommen und haben nur wenig von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Bayern war sehr dominant und hatte sogar noch Chancen auf weitere Tore. Das war ein Scheißspiel von uns.“

… zum Plan für die zweite Halbzeit: „In der Halbzeit haben wir uns darauf konzentriert, was wir schlecht gemacht hatten, und wollten diese Dinge verbessern. Aber gleich mit dem ersten Angriff der Bayern in der zweiten Halbzeit haben wir wieder ein Gegentor bekommen. Danach wurde es natürlich noch schwieriger. Gegen Ende war es etwas besser, aber insgesamt haben wir heute sehr viele Dinge falsch gemacht.“

… zum bevorstehenden Champions-League-Spiel gegen Real Madrid: „Das ist ein anderes Spiel und ein anderer Wettbewerb. Wir müssen uns darauf vorbereiten und gut regenerieren. Natürlich müssen wir auch inhaltlich einige Dinge ansprechen. Aber wir haben dort nichts zu verlieren und sind nicht chancenlos. Wir fahren nach Madrid und geben Gas.“

 

Roger Schmidt (Head of Global Soccer bei Red Bull) ...

… zur aktuellen Stärke des FC Bayern und zur Entwicklung von RB Leipzig (vor dem Spiel): „Das kann man nicht eins zu eins vergleichen. Bayern spielt seit der Ankunft von Vincent Kompany herausragend guten Fußball. Für mich gehören sie seit zwei Jahren zu den besten Mannschaften Europas. Das liegt an der individuellen Qualität, aber auch am mannschaftstaktischen Verhalten. Sie sind gerade in den Dingen hervorragend, bei denen man eigentlich denkt, dass die kleineren Mannschaften besonders gut sein müssen: Mentalität, Pressing, Gegenpressing, zweite Bälle und gegenseitige Unterstützung.“

… zur Entwicklung von RB Leipzig (vor dem Spiel): „Bei uns ist die Situation anders. Wir haben einen neuen Trainer und einige neue Spieler. Die letzten beiden Spiele waren gut und wichtig, um Ruhe hineinzubringen. Im weiteren Verlauf der Saison werden wir uns besser einspielen und weiterentwickeln.“

… zu den zahlreichen Trainerwechseln innerhalb des Red-Bull-Netzwerks (vor dem Spiel): „Es ist kein gutes Zeichen, wenn du jeden Monat einen neuen Trainer hast. Wenn du fünf Vereine betreust, gibt es zwangsläufig häufiger Wechsel. Aber du brauchst Konstanz auf der Trainerposition, um etwas zu entwickeln. Wenn du jedes Jahr den Trainer wechselst, ist das nicht gut. Unser Ziel ist es, die Trainer, die jetzt da sind, bestmöglich zu unterstützen und eine klare Linie hineinzubringen.“

… zur Zusammenarbeit mit den Trainern und Vereinen im Red-Bull-Netzwerk (vor dem Spiel): „Wir sind in allen Vereinen bereits superprofessionell aufgestellt. Die meisten Vereine haben eine solche übergeordnete Struktur gar nicht. Trotzdem wollen wir unserer Aufgabe gerecht werden und die Klubs unterstützen. Wir wollen einen Vorteil daraus generieren, dass wir drei eigene Vereine haben, zwei weitere unterstützen und zusätzlich Minderheitsbeteiligungen bestehen. Das ist eine sehr außergewöhnliche Situation im Fußball. Diese Möglichkeiten wollen wir nutzen. Ich mache nicht die Taktik der Mannschaften, sondern versuche, im Hintergrund gemeinsam mit meinem Team professionelle Strukturen und Prozesse vorzubereiten.“

… zur engeren Vernetzung der internationalen Red-Bull-Klubs (vor dem Spiel): „Das ist ein superwichtiger Punkt. Wenn wir aus unserer besonderen Situation einen Vorteil ziehen wollen, funktioniert das nur über Verbindungen. Wir müssen die Vereine miteinander vernetzen und vor allem die Jugendakademien nutzen. Gemeinsam mit einer bestimmten Art, Fußball zu spielen, wollen wir auf dem heutzutage sehr schwierigen Fußballmarkt konkurrenzfähig bleiben.“

… zum Austausch mit Vorgänger Jürgen Klopp (vor dem Spiel): „Wenn ich irgendwo Trainer geworden bin, habe ich nur sehr wenig zurückgeschaut, sondern immer nach vorne. Außerdem ist nicht das gesamte Team gegangen. Mario Gomez ist noch da und hat sehr eng mit Jürgen zusammengearbeitet. Auch viele andere Mitarbeiter sind geblieben. Alle Informationen, die ich brauche, habe ich bekommen. In Zukunft werde ich Jürgen sicherlich irgendwann treffen und dann werden wir uns auch darüber unterhalten.“

 

Sky-Experte Lothar Matthäus ...

… zur Entscheidung von Martin Demichelis, Lukas Klostermann aufzustellen: „Natürlich haben alle schlecht gespielt, aber vier der ersten fünf Gegentore sind über die Seite von Klostermann gefallen. Man hat ihm keinen Gefallen getan, ihn nach so langer Zeit ohne Startelfeinsatz ausgerechnet gegen Bayern München und Weltklassespieler wie Luis Diaz und Michael Olise von Beginn an aufzustellen. Als Trainer hätte man früher Einfluss nehmen können. Eigentlich hätte man ihn schon nach 20 oder 30 Minuten vom Platz nehmen müssen, auch um ihn zu schützen. Das ist hart, aber manchmal muss man einen Spieler in einer solchen Situation erlösen.“

… zum Dreierpack von Luis Diaz: „Das ist auch ein Verdienst der gesamten Mannschaft. Diaz hat das Spiel nicht allein gewonnen, sondern wurde von seinen Mitspielern immer wieder hervorragend in Szene gesetzt. Er hat gearbeitet, auch nach hinten. Wenn Brown auf seiner Seite mit nach vorne gegangen ist, hat Diaz die Wege zurück mitgemacht. Vor dem Tor war er eiskalt. Leipzig hat allerdings auch überhaupt nicht verteidigt, kaum Körperkontakt gesucht und Diaz häufig einfach laufen lassen. Das hat er natürlich konsequent ausgenutzt.“

… zu den schwachen Auswärtsauftritten von RB Leipzig und der Zukunft von Martin Demichelis: „Die Leipziger haben unter Ole Werner vor allem gegen die großen Mannschaften nicht die gewünschten Ergebnisse geholt. Deshalb wurde ein neuer Trainer gesucht. Aber die Auftritte auswärts reichen weiterhin nicht aus. Wenn du auswärts keine Spiele gewinnen kannst, kommst du nicht in die Champions League. Die Qualität der einzelnen Spieler ist vorhanden, heute hat aber auch die Einstellung gefehlt. Bei RB Leipzig hat man nicht viel Zeit. Wenn es so weitergeht wie heute oder bei den vergangenen Auswärtsspielen, wird es auch für den Trainer schwierig. Die Verantwortlichen schauen genau hin. Wenn es nicht besser wird, wird man sehr schnell über den Trainer nachdenken.“

… zur Führungsrolle von Joshua Kimmich beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft: „Er ist ein absoluter Leader, nicht nur heute, sondern schon seit Jahren. Wer beim FC Bayern ein Führungsspieler ist, kann diese Rolle auch in der Nationalmannschaft übernehmen. Er wird von allen anerkannt und gesucht, macht entscheidende Dinge und bringt Energie, Persönlichkeit und Ausstrahlung mit. Dazu kommt seine fußballerische Qualität. Auf einen solchen Spieler kannst du nicht verzichten. Ich hoffe, dass diese Diskussion langsam aufhört. Er kann eine Mannschaft führen und steuern und hat einen guten Draht zu seinen Mitspielern. Er bringt alles mit, um diese Rolle auch weiterhin bei Bayern und in der Nationalmannschaft zu spielen.“

… zur Diskussion um Manuel Neuer und dessen mögliche Ablösung (vor dem Spiel): „Das Thema wird zu groß gemacht. Neuer hat einen Fehler gemacht, aber solche Fehler sind ihm früher ebenfalls passiert. Wenn der FC Bayern einen Wechsel auf der Torhüterposition gewollt hätte, hätte man diesen Schritt bereits machen müssen. Stattdessen hat man ihm Vertrauen gegeben. Im vergangenen Jahr hat er einen ähnlichen Fehler gemacht und niemand hat darüber diskutiert. Danach ist er als bester deutscher Torhüter zur Weltmeisterschaft gefahren. Zwei Monate später soll er plötzlich aufhören? Solange Manuel Neuer gesund ist, wird er wieder im Tor des FC Bayern stehen.“

 

Sky-Expertin Tabea Kemme ...

… zu Jonas Urbig und dessen Eignung als Stammtorhüter des FC Bayern: „Er hat es nicht nur am Mikrofon bewiesen. Seine gesamte Spielweise und die Ruhe, die er ausstrahlt, geben mir das Gefühl, dass man ihn auf jeden Fall ins kalte Wasser werfen könnte. Ich würde ihm die Rolle als Nummer eins zutrauen.“

… zur Entwicklung von Jonas Urbig und dem Vergleich mit Manuel Neuer (vor dem Spiel): „Jonas kann mit Manuel Neuer vom besten Lehrmeister lernen. Auffällig ist, dass Urbig weniger Gegentore kassiert und auch weniger Fehler vor Gegentoren gemacht hat. Allerdings muss man diese Zahlen ins Verhältnis setzen, weil Neuer deutlich mehr Spiele absolviert hat. Für Urbig geht es darum, seine Leistungen konstant abzurufen und diese Konstanz auch bei höherer Belastung beizubehalten. Der FC Bayern weiß, welches Potenzial er hat. Die weitere Entwicklung wird intern sicherlich genau abgestimmt.“

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