Fußball

Gladbachs Trainer Blessin zur Gelb-Roten Karte von Itakura: „Es ist einfach dumm“

Nandja mit erstem Bundesliga-Tor: „Der schönste Moment in meinem ganzen Leben“ - Schröder zum Transferfenster: „Wenn wir etwas machen können, werden wir es tun“ - Polzin zu Muheim: „Eine ganz, ganz starke Waffe für uns“ - Hitzlsperger ordnet den HSV-Sieg ein: „Sie sind noch nicht über den Berg“

Unterföhring, 07.11.2026

Die wichtigsten Stimmen zum Freitagabendspiel des 9. Spieltags der Fußball-Bundesliga zwischen dem Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach (3:1) bei Sky.  

 

Merlin Polzin (Trainer Hamburger SV) …

… zum wichtigen Sieg gegen Borussia Mönchengladbach: „Generell war das ein total wichtiges Spiel. Welches Spiel ist in der Bundesliga nicht wichtig? Aber das war eine brutale Energieleistung unserer Mannschaft. Es freut mich natürlich sehr, dass wir vor der Länderspielpause noch mal dreifach zu Hause punkten konnten.“

… zur Kritik an der Spielweise des HSV: „Es ist etwas völlig Normales, womit wir auch klarkommen, dass vieles kritisiert wird, wenn du keine Ergebnisse lieferst. Das macht auch Traditionsvereine wie den HSV aus. Wichtig ist einfach, dass wir im inneren Kreis wissen, wie wir erfolgreich sein können. Dafür brauchst du eine Basis und ein gemeinsames Verständnis. Da nehme ich das auch gerne in Kauf. Jeder, der es mit dem HSV hält, darf über mich schimpfen, solange er die Jungs in Ruhe lässt. Das war gegeben, deshalb passt es schon.“

… zu den Distanzschüssen von Miro Muheim: „Es ist kein Geheimnis, was für Qualitäten Miro hat. Da noch mal ein Riesenkompliment an das Trainerteam, dass wir die Stärken von Miro sehen. Aber natürlich vor allem an Miro, dass er sie so gewinnbringend für die Mannschaft einsetzt. Das ist einfach eine ganz, ganz starke Waffe für uns.“

… zur Vorbereitung auf mögliche Überzahlsituationen: „Wir haben in der Halbzeit bewusst noch mal gesagt, dass wir die Seite überladen und das provozieren wollen. Das war gleichzeitig Teil unserer Vorbereitung. Es ist auch permanent in unserem Game-Management drin, dass wir darüber sprechen, was du in kurzzeitiger Überzahl aufgrund der neuen Regeln machst, was du in Unterzahl machst, aber natürlich auch, wie wir uns nach einer Gelb-Roten oder Roten Karte verhalten wollen. Dass die Jungs das dann so umsetzen und schnell das Tor nachlegen, nimmt auch ein bisschen die Nervosität, die entstehen kann. Umso glücklicher bin ich, dass wir das Ganze nach Hause bringen konnten.“

… zur Leistung des HSV vor dem Platzverweis: „Wir haben eine erste Halbzeit gespielt, in der wir viel von dem gesehen haben, was unseren Fußball aktuell ausmacht. Wir hatten Möglichkeiten nach vorne, auch früh auf zwei, drei Tore zu stellen. Gleichzeitig haben wir hinten etwas zugelassen, wodurch das Spiel wieder offener werden konnte. Es ging hoch und runter. Es war vieles dabei, was im Vorfeld klar war. Aber es gibt weiterhin sehr viel, an dem wir arbeiten wollen und müssen, um auch künftig die Punkte zu holen.“

… zur Reaktion der Mannschaft auf den Fehler von Sebastiaan Bornauw: „In Überzahl und mit der Führung kannst du dich vielleicht ein Stück weit zu sicher fühlen. Trotzdem wollen wir natürlich weiter Fußball spielen. Aber für mich sieht man in dieser Szene perfekt, was unsere Mannschaft und den neuen HSV ausmacht. Es geht nicht darum, wer den Fehler macht oder was passiert, sondern wie du darauf reagierst. Wie Seb nach seiner Aktion alles dafür tut, der Mannschaft zu helfen. Das macht mich viel glücklicher als schöne Tore oder andere Aktionen. Da siehst du, dass die Mannschaft füreinander einsteht. Wir wollen nicht nur miteinander spielen, sondern füreinander.“

… zum ersten Bundesliga-Tor von Shafiq Nandja: „Er ist ein Hamburger Jung, ist in unserer Stadt geboren und HSVer durch und durch. Wir haben immer gesagt, dass wir den Jungs eine Chance geben wollen, wenn sie abliefern. Das macht der Junge, mit all seinen Stärken und Schwächen. Wenn man dann sieht, dass die Physiotherapeuten und das Trainerteam alle dabei sind, dann zeigt das, dass wir einfach zusammenstehen. Das ist schön in einem Moment, in dem es gut läuft, aber viel schöner in den Momenten, in denen es nicht so gut läuft.“

… zur bevorstehenden Rückkehr von Mario Vuskovic: „Ich habe von Anfang an gesagt, dass es nicht darum geht, Mario jetzt noch einen Rucksack aufzusetzen. Der Junge hat einen sehr hohen Anspruch an sich selbst. Er zeigt in jedem Training, dass er ein absoluter Gewinner ist. Diese Mentalität trägt sich durch den Verein. Man sieht es auch bei unseren Fans, die seit knapp vier Jahren das Banner mit durch Deutschland tragen. Deshalb freue ich mich einfach auf den Moment. Es werden wieder mindestens 50.000 Menschen im Stadion sein. Das ist außergewöhnlich für ein Testspiel. Deshalb ist die Vorfreude auf nächste Woche riesig.“

… zur wechselhaften Saison des HSV (vor dem Spiel): „Wir wollen natürlich wieder den Weg nach oben finden. Wir haben es nach den sehr schwachen Leistungen zu Beginn geschafft, in jedem Spiel konkurrenzfähig zu sein und für Punkte infrage zu kommen. Das hat aus unterschiedlichsten Gründen ein bisschen gedauert. Jetzt haben wir auch wieder mit dem einen oder anderen Hindernis klarkommen müssen. Man hat aber in den Spielen gegen Frankfurt gesehen, dass wir auch gegen eine Mannschaft mit dieser Qualität gut mithalten können. Natürlich haben wir noch Themen, die wir heute besser umsetzen müssen.“

… zum Startelfeinsatz von Patson Daka anstelle von Terem Moffi (vor dem Spiel): „Terem hat in den vergangenen Spielen sehr viel Spielzeit bekommen. Wahrscheinlich auch ein bisschen mehr, als sein eigentlicher Fitnesszustand hergegeben hätte. Er hat sich total in den Dienst der Mannschaft gestellt. Heute geht es darum, mit dem Tempo, das wir in vorderster Linie durch Pato haben können, immer wieder die Tiefe zu bedrohen, die Dreierkette auseinanderzuziehen und die Räume davor zu öffnen und zu bespielen. Diese gegenläufigen Bewegungen benötigen wir.“

… zur Entscheidung in der Innenverteidigung (vor dem Spiel): „Es geht weniger darum, wer wen überholt hat, sondern was für unser Spiel wichtig ist. Shafiq hat eine tolle Entwicklung genommen, ist ein Hamburger Junge, hat sehr viel Tempo und kann die Tiefe gut verteidigen. Das wird heute gegen die Gladbacher besonders wichtig sein. Deswegen ist auf der rechten Seite die Entscheidung für ihn und nicht gegen einen anderen gefallen.“

 

Miro Muheim (Torschütze Hamburger SV) ...

… zum Sieg gegen Borussia Mönchengladbach: „Es war ein cooler Abend. Wir haben gut gespielt, vor allem in der ersten Halbzeit viele Chancen herausgespielt. Wir sind füreinander eingestanden und haben gegenseitig Fehler ausgebügelt. Das tut am Ende sehr gut.“

… zu seinem spektakulären Distanztreffer: „Ich habe gemerkt, dass ich den Ball gut treffe. Am Ende weiß man natürlich nicht, ob er reingeht. Aber man merkt es, wenn der Ball den Fuß verlässt.“

… zur Einstellung der Mannschaft: „Wir haben uns vorgenommen, die Woche noch mal Vollgas zu arbeiten, im Spiel zusammenzustehen und in schweren Momenten füreinander zu spielen. Das hat heute gut geklappt. Wir haben zwischendurch auch ein paar Fehler gemacht, aber versucht, die gegenseitig auszubügeln. Beim 1:1 sehe ich selbst nicht allzu gut aus, spiele den Fehlpass im Mittelfeld. Aber wir haben in der zweiten Halbzeit weitergemacht. Darauf kommt es am Ende an.“

… zu seinen erfolgreichen Distanzschüssen: „Mir wird überhaupt nicht davon abgeraten. Die Trainer und auch die Spieler sagen mir, ich soll schießen, wenn ich einen freien Fuß habe. Ich weiß, dass ich einen guten linken Fuß habe, und deshalb versuche ich es aus der Distanz. Klar, jetzt habe ich einen Lauf und irgendwie geht gerade jeder rein. Wieso soll ich es dann nicht weiter versuchen?“

… zum ersten Bundesliga-Tor von Shafiq Nandja: „Wunderschön für Shafiq, dass er das Tor macht. Er ist Hamburger, kommt aus der Jugend und hat jetzt schon ein paar Spiele in der Bundesliga machen dürfen. Zu Hause sein erstes Tor zu machen, ist Wahnsinn. Ich freue mich extrem für ihn und die ganze Mannschaft ist sehr glücklich für ihn.“

… zur Gelb-Roten Karte gegen Ko Itakura: „Wir wussten schon, dass er eine Gelbe Karte hatte. Wir wollten über diese Seite spielen und sie überladen. Das hat gut geklappt. Albert hat eine super Drehung gemacht und dann kommt uns das natürlich entgegen.“

… zur bevorstehenden Rückkehr von Mario Vuskovic: „Ich wäre gerne beim Testspiel dabei, aber ich fahre zur Nationalmannschaft und bin deshalb nicht hier. Das wird ein unfassbarer Moment für Mario und für die Fans, für mich auch. Ich freue mich sehr und werde es auf jeden Fall verfolgen. Es ist einfach schön, dass er wieder da ist und auch wieder Teil der Mannschaft auf dem Platz sein kann.“

 

Shafiq Nandja (Torschütze Hamburger SV) ...

… zu seinem ersten Bundesliga-Tor: „Es ist auf jeden Fall ein besonderer Abend für mich. Dass ich auch noch ein Tor beisteuern konnte, war sehr besonders. Dass die ganze Mannschaft mit mir gejubelt hat, war natürlich der schönste Moment in meinem ganzen Leben.“

… zu den Emotionen nach seinem Treffer: „Ich hatte ein bisschen Tränen in den Augen. Ich bin einfach zur Eckfahne in Richtung Nordtribüne gelaufen und habe alles rausgelassen, was ich in mir hatte. Das war auf jeden Fall eines der besten Gefühle meines Lebens. Es ist unbeschreiblich, in diesem Stadion ein Tor zu machen und der Mannschaft zu helfen.“

… zu seiner Verbundenheit mit dem HSV: „Ich bin schon immer HSV-Fan gewesen, habe den Verein von klein auf verfolgt. Das ist einfach der Traum, den ich mir erfüllen wollte. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl.“

 

Albert Sambi Lokonga (Kapitän Hamburger SV) ...

… zu seiner Rolle als Kapitän des HSV (vor dem Spiel): „Ich bin super stolz. Aber es geht am Ende um die Mannschaft, gar nicht so sehr um mich.“

… zu seinem Kontakt mit Vincent Kompany (vor dem Spiel): „Ich habe ihm natürlich aufgrund der Ereignisse der letzten Tage eine Nachricht geschickt. Aber wir sind beide extrem beschäftigt. Deswegen ist es bei der einen SMS geblieben.“

 

Alexander Blessin (Trainer Borussia Mönchengladbach) ...

… zur Niederlage gegen den HSV: „Schwierig. Wir haben eine richtig gute erste Halbzeit gespielt, haben in drei, vier Situationen aber den Gegner durch eigene individuelle Fehler aufgebaut. Dann kriegen wir zwei Wahnsinns-Sonntagsschüsse und verlieren. Aber der Knackpunkt war einfach die Gelb-Rote Karte. Wenn wir das Spiel heute mit elf Mann beendet hätten, hätten wir hier auf jeden Fall etwas geholt. So ist es natürlich bitter. Aber die Fans haben honoriert, dass die Jungs alles reingeschmissen haben und sogar in Unterzahl noch Chancen hatten. Es ist einfach dumm, dass wir durch so einen blöden Fehler in Unterzahl geraten.“

… zur Entscheidung, Ko Itakura trotz Gelber Karte nicht auszuwechseln: „Im Nachgang bist du immer schlauer. Da kann man jetzt klug daherreden. Aber du denkst natürlich an einen erfahrenen Spieler, der das im Training auch gut gemacht hat und eigentlich souverän wirkte. Das ist dann bitter. Aber es geht jetzt nicht darum, ihn abzustempeln. Es geht darum, daraus zu lernen. Es ist trotzdem bitter, weil wir gerade in der ersten Halbzeit echt vieles richtig gemacht haben.“

… zum Fazit: „Wenn wir jedes Spiel mit dieser Leidenschaft und dieser Intensität spielen, dann werden die Punkte kommen. Das sind keine Durchhalteparolen, sondern das war einfach gut. Wir sollten aber auch schon gucken, dass wir die Spiele mit elf Mann zu Ende bringen. Dann haben wir große Chancen. Die Chancen waren auch heute da. Wir müssen in der Summe den letzten Pass noch sauberer spielen. Intensität und Leidenschaft sind die Basics, wenn man gegen den Abstieg spielt. Das muss so weitergehen.“

… zur bevorstehenden Nationalmannschaftsreise von Wael Mohya: „Er soll das einfach mitnehmen. Das sind Erfahrungswerte, die er bei den erfahrenen Nationalspielern sammeln kann. Das soll ihm einen Schub geben und ihn nicht blockieren. Er hat heute auch viele Sachen gut gemacht, hat gut gearbeitet. Im Abschluss hat ihm das Quäntchen Glück gefehlt. Ansonsten muss er so weitermachen, einfach Gas geben. Das soll er bei der Nationalmannschaft genauso frech und frei machen.“

… zu seiner Rückkehr ins Volksparkstadion (vor dem Spiel): „Derby-Gefühle habe ich gar nicht verspürt. Es ist schön, hier zu spielen, weil es ein schönes Stadion ist, weil es Spaß macht und die Atmosphäre einfach gut ist. Der HSV hat letztes Jahr die Liga gehalten, besonders weil sie extrem heimstark waren. Aber wir wollen nicht über den HSV reden, sondern über uns, über Gladbach. Wir wollen den Schub aus den letzten Spielen mitnehmen. Das ist natürlich ein wichtiges Spiel. Ob das jetzt in Hamburg beim HSV oder irgendwo anders ist: Wir brauchen die Punkte. Wir müssen ein bisschen was aufholen, wenn wir die ersten sechs Spiele beiseiteschieben.“

… zu seiner Entscheidung für Borussia Mönchengladbach (vor dem Spiel): „Ich habe mir erst mal angeschaut, was der Kader personell hergibt. Da habe ich gesehen, dass es möglich ist. Wie kann man die Mannschaft stabilisieren? Ist es eine Umstellung auf eine Dreier- beziehungsweise Fünferkette? Hat man die Typen dazu? Ich hatte das Gefühl, dass es geht. Auf ein paar Positionen habe ich gedacht, dass es problematisch werden könnte und wir improvisieren müssen. Ein paar verletzte Spieler kommen auch wieder zurück, das muss man mittelfristig in Betracht ziehen. Je länger ich darüber nachgedacht habe, desto klarer wurde es. Gladbach ist einfach ein geiler Klub. Bei der Anfrage habe ich deshalb auch nicht lange überlegen müssen, sondern relativ schnell Ja gesagt.“

… zur Herausforderung, Gladbach aus dem Tabellenkeller zu führen (vor dem Spiel): „Wir haben natürlich ein paar Probleme. Wir wollten die Sache Schritt für Schritt angehen. Die Erwartungshaltung bei so einem großen Klub ist immer besonders, vor allem weil man sich über Jahrzehnte über einen anderen Fußball definiert hat. Das aufzubrechen, voranzumarschieren und klare Kante zu zeigen, ist jetzt extrem wichtig. Auch der Zusammenschluss mit den Fans, weil man nur zusammen so eine schwierige Phase überstehen kann. Wir haben jetzt einen Anfang gemacht, aber es muss so weitergehen. Da heißt es dann immer wieder: Jetzt muss man auf einmal Paderborn weghauen. Nein, eben nicht. Du musst in jedem Spiel an deine 100 Prozent gehen, um in der Bundesliga bestehen zu können.“

… zum Startelfeinsatz von Ko Itakura (vor dem Spiel): „Es ist schwer zu sagen, bei wie viel Prozent er ist. Aber er ist so fit, dass er von Anfang an starten kann. Bei Kevin Diks war es einfach zu früh. Ko hat eine gute Phase in der Reintegration gehabt. In den letzten beiden Spielen, in denen er eingewechselt worden ist, hat er einen guten Eindruck gemacht. Mit seiner Erfahrung gibt er uns noch einmal etwas mit.“

… zum Umgang mit Wael Mohya nach dessen DFB-Nominierung (vor dem Spiel): „So, wie ich ihn im Training wahrnehme, ist er unbekümmert. Er spielt frei drauflos und macht sich keinen Kopf. Wir müssen mal abwarten, wie es während der nächsten Tage und besonders der Länderspielpause wird. Er macht Spaß im Training, gibt Gas und trägt immer noch die Hütchen. Das ist wichtig. Er ist geerdet. Letztendlich ist es auch meine Aufgabe, das entsprechend zu begleiten und ihn in Gesprächen zu stärken. Es wird immer mal wieder Aufs und Abs geben. Wir wollen seine Schritte so begleiten, dass es stetig nach oben geht.“

 

Rouven Schröder (Sportchef Borussia Mönchengladbach) ...

… zur Auswirkung der Gelb-Roten Karte von Ko Itakura auf das Spiel: „Wenn du kurz nach der Halbzeit die Gelb-Rote Karte bekommst, ist das bitter. Das weiß Ko selber. Das Spiel war schon in der ersten Halbzeit sehr intensiv. Du musst hier mit elf Mann das Spiel beenden. Im Endeffekt haben wir sogar mit zehn Mann noch zwei oder drei große Möglichkeiten gehabt. Im Endeffekt war es ein verdienter Sieg für den HSV.“

… zur Frage, ob Itakura in der Halbzeit hätte ausgewechselt werden müssen: „Ko hat eine gewisse Erfahrung. Er ist Kapitän der japanischen Nationalmannschaft. Er hatte Gelb, das war auch beim Schiedsrichter präsent. Da muss er einfach anders hingehen.“

… zur Leistung der Gladbacher: „Der Mannschaft kannst du nichts vorwerfen. Es war ein sehr offenes Spiel. Wir haben an uns geglaubt, haben alles abgerufen, uns auch mit zehn Mann nicht hinten reingestellt und wollten unbedingt etwas mitnehmen. Wir hatten die Riesenchance zum 2:2 von Scally. Wenn der reingeht, sieht es anders aus. Im Endeffekt war das Spiel heute aber auch von den zwei Traumtoren des HSV geprägt.“

… zu möglichen Wintertransfers: „So weit sind wir noch nicht. Wir müssen gucken, was mit Lukas Ullrich an der Schulter ist. Wir hoffen, dass er nicht auch noch verletzt ist. Wir müssen zusehen, dass die Jungs zurückkommen. Wenn man längerfristig ausfällt, braucht man erst mal ein, zwei, drei Spiele. Wir schauen uns das an. Wenn wir etwas machen können, werden wir es im Winter tun.“

 

Daniel Batz (Torwart Borussia Mönchengladbach) ...

… zur Niederlage beim HSV: „Es ist gerade schwer, das so kurz nach dem Spiel zu sagen. Die Gelb-Rote Karte nach der Halbzeit hat natürlich nicht dazu beigetragen, dass wir hier etwas mitnehmen konnten. Wir müssen es analysieren. Gerade habe ich keine Antwort darauf.“

… zum Platzverweis von Ko Itakura: „Er ist ein erfahrener Spieler. Aber es passiert, Fehler machen wir alle. Ich wusste zum Beispiel gar nicht, dass er Gelb hatte. Das ist in der ersten Halbzeit an mir vorbeigegangen. Nichtsdestotrotz hatten wir die Chance auf das 2:2, wo wir vorne den Ball erobern, ihn querlegen und auf der Linie geklärt wird. Ein paar Minuten später kriegen wir das 1:3. Das fühlt sich scheiße an.“

… zur Ansprache von Trainer Alexander Blessin: „Ich bin ein bisschen zu spät dazugekommen. Er hat gesagt, wir müssen weiter an unseren Weg glauben, weiter hart arbeiten und dann werden wir auch unsere Punkte holen. Von daher Mund abputzen, so scheiße das gerade klingt. Jetzt haben wir wieder zwei Wochen bis zum nächsten Spiel, dann kommt Dortmund.“

… zur Unterstützung der Gladbacher Fans: „Die Fans haben ein sehr feines Gespür. Sie haben gesehen, dass wir alles auf den Platz gegeben haben. Von daher ein Riesenkompliment an alle, die da waren. Es tut uns leid, dass wir leider nichts Zählbares mit nach Gladbach nehmen können.“

… zur Nationalmannschafts-Nominierung von Wael Mohya (vor dem Spiel): „Schön für Wael, aber für uns als Mannschaft ist das gerade nicht die Priorität. Heute kann er zeigen, warum er dafür nominiert worden ist. Dann wünsche ich ihm nächste Woche ganz viel Spaß.“

… zum Umgang mit dem 17-jährigen Teamkollegen (vor dem Spiel): „Er sitzt neben mir in der Kabine, von daher habe ich nach dem Training von der Nominierung erfahren. Wir sollten den Jungen auch ein Stück weit in Ruhe lassen. Es prasselt viel auf ihn ein. Wir freuen uns, dass er bei uns ist und dass er nominiert wurde. Aber erst mal zählt heute.“

 

Wael Mohya (Borussia Mönchengladbach) zu seiner ersten Nominierung für die deutsche Nationalmannschaft (vor dem Spiel): „Ich war am Dienstagabend im Gym, als der Anruf kam. Ich habe mich natürlich sehr gefreut. Beim Abendessen habe ich es meinen Eltern gesagt. Die haben sich auch sehr gefreut und angefangen zu weinen. Es bedeutet mir sehr viel. Davon träumt jeder, irgendwann mal für die Nationalmannschaft nominiert zu werden. Dass es jetzt so weit gekommen ist, ist einfach geil. Das macht mich sehr stolz.“

 

Marcell Jansen (Ehemaliger Präsident Hamburger SV) ...

… zum HSV unter Merlin Polzin (vor dem Spiel): „Entscheidend ist der Weg, der eingeschlagen worden ist. Merlin hat viel mitgemacht beim HSV. Es waren große, schwierige Prozesse. Es ist schön zu sehen, dass mit Merlin und dem Trainerteam ein Stück weit Identität zum HSV zurückgekommen ist. Ich als gebürtiger Rheinländer, natürlich auch mit einem großen Herzen für Borussia Mönchengladbach, konnte dazu einen kleinen Teil beitragen. Es ist immer wieder schön, heute hier sein zu dürfen.“

… zur wirtschaftlichen und sportlichen Entwicklung des HSV (vor dem Spiel): „Gerade die letzten sieben, acht Jahre waren eine ganz entscheidende Phase für den Klub mit dem Abstieg, aber auch mit dem, was danach gemacht wurde. Vieles nimmt man über Ergebnisse auf dem Platz wahr. Aber der Klub hat sich komplett saniert. Wir haben die zweite Liga damals als große Chance begriffen, um wieder Nachhaltigkeit aufzubauen. Heute ist der HSV in der Lage, kurz vor Transferschluss 18 Millionen Euro auszugeben. Das war damals undenkbar. Da trägt jeder Einzelne etwas dazu bei, auch neue Ideen auf der Vorstandsebene und die Nachhaltigkeit bei den Trainern, auch wenn es nicht einfach ist, an ihnen festzuhalten.“

… zu einem möglichen Engagement bei Borussia Mönchengladbach (vor dem Spiel): „Ich bekomme diese Frage natürlich immer wieder. Ich bin in Mönchengladbach geboren. Ganz oft kommt auch die Frage, für wen ich heute halte. Das ist, als müsste ich mich zwischen Mama und Papa entscheiden. Am liebsten muss ich diese Entscheidung gar nicht treffen, weil mein Leben immer in zwei Hälften zwischen diesen beiden Klubs aufgeteilt war.“

… zur Nachwuchsarbeit bei Borussia Mönchengladbach und Wael Mohya (vor dem Spiel): „Man hört von den Traditionsvereinen oft viele negative Dinge. Aber Borussia Mönchengladbach hat in den letzten Jahren wieder mehr den Fokus darauf gelegt, jungen Spielern eine Chance zu geben. Ich habe Wael noch im Halbfinale gegen Bayern München um die deutsche Meisterschaft gesehen. Es ist Wahnsinn, wie er sich entwickelt hat. Es ist nicht nur er, sondern es sind auch andere junge Talente, die von hinten kommen und ihre Chance genutzt haben. Das muss auch der Weg der Fohlen sein. Das war damals bei mir so und bei vielen anderen Spielern, die in der ersten oder zweiten Liga gelandet sind. Das muss eine DNA von Borussia Mönchengladbach sein.“

 

Sky Experte Thomas Hitzlsperger ...

… zur Bedeutung des Sieges für den HSV: „Der Platzverweis hat das Spiel entschieden. Das war so unnötig. Wenn es elf gegen elf zu Ende geht, sind die Gladbacher noch da. Aber für Hamburg hilft dieser Sieg natürlich. Nach drei Niederlagen in Folge in die Länderspielpause zu gehen, wäre nicht einfach gewesen. Sie sind noch nicht über den Berg, die Mannschaft ist noch nicht so gefestigt. Sie müssen noch ein, zwei Gänge hochschalten. Heute haben sie verdient gewonnen, aber es ist noch ein Stück Arbeit.“

… zur Gelb-Roten Karte gegen Ko Itakura und zur Verantwortung von Alexander Blessin: „Ko Itakura ist erfahren, war schon Gelb verwarnt. Er muss in der zweiten Hälfte besser agieren. Er hat einen schlechten Tag gehabt, ein schlechtes Spiel gemacht. Das steht jedem Spieler zu. Aber dann sollte man ihn erlösen. Wenn Alexander Blessin es nicht gesehen hat, muss sein Staff es sehen. Die Hamburger sind immer wieder über seine Seite gekommen. Da nicht zu reagieren, ist ärgerlich. Der Platzverweis hat das Spiel gedreht.“

… zum Abstiegskampf von Borussia Mönchengladbach: „Blessin ist immer noch neu. Ich glaube nicht, dass diese eine Niederlage alles über den Haufen wirft. Aber es ist schwierig, wenn du von diesem letzten Platz nicht wegkommst. Jetzt haben sie ein paar Tage mehr zum Trainieren. Das ist vielleicht mal ein Trainer und ein Verein, der nicht über die Länderspielpause schimpfen wird.“

… zur Nominierung von Wael Mohya für die Nationalmannschaft (vor dem Spiel): „Es ist gut, dass wir mit Jürgen Klopp einen Bundestrainer haben, der den Mut hat, so einen jungen Spieler zu holen und ihn in den Tagen, die sie zusammen sind, richtig anzupacken. Mit 17 Jahren das erste Mal nominiert zu werden, da prasselt viel auf einen Spieler ein. Da braucht es einen erfahrenen Trainer, der das managen kann. Jürgen Klopp traue ich das zu 100 Prozent zu. Jetzt geht es aber auch darum, mit Gladbach als Mannschaft erfolgreich zu sein. Für Wael ist es eine tolle Auszeichnung. Er könnte in Zukunft auch für Marokko spielen. Es ist ganz gut, ihn jetzt zu holen.“

 

 

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