Köln, 25.02.2026
Claudius Schäfer, Präsident des Verbandes professioneller europäischer Fußballligen, sieht die Champions League als Bedrohung des Wettbewerbs und hat "ein Umdenken im gesamten Verteilungssystem" der Gelder gefordert. Die Fußballfamilie müsse dieses "neu diskutieren", forderte der Chef der Schweizer Super League in der FAZ.
Die Königsklasse sei "so groß geworden", dass es für die nationalen Ligen schwierig geworden sei, "sich zu behaupten", begründete Schäfer seine Haltung. Die Millionen-Einnahmen aus der Champions League hätten "einen sehr, sehr großen Effekt auf die Ausgeglichenheit im Fußball. Denn das Geld wird dort weniger solidarisch verteilt als in den nationalen Ligen", ergänzte er.
Dies führe "zu einer unglaublichen finanziellen Polarisierung. Und wenn die Polarisierung zu groß wird, wird auch das Produkt weniger interessant. Dann kommen wir zu der Situation, dass man zehnmal, elfmal, zwölfmal den gleichen Meister bekommt", wie es in der Bundesliga der Fall ist - der FC Bayern gewann dort zwölf der jüngsten 13 Titel.
Schäfers Vereinigung vertritt 40 europäische Ligen in 34 Ländern, darunter auch die Deutsche Fußball Liga, und 1170 Klubs. Er sitzt auch im Exekutivkomitee der UEFA, dem höchsten Gremium des Europäischen Fußballverbandes. Einer von dessen Hauptzwecke sei die Solidarität, sagte er: "Und da denke ich, muss es für das Gesamtgefüge in Zukunft Anpassungen geben."
Bei der ungleichen Geldverteilung seien bislang nur ein paar Ligen mit einem "blauen Auge davongekommen" - England, Spanien, Deutschland und Italien. Die negativen Effekte spürten "vor allem die Ligen dahinter, die mittelgroßen Ligen. Die geraten stark unter Druck", sagte er.
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