Fußball

VfB-Star Undav zur Nichtnominierung zum DFB: „Es hat kein Gespräch gegeben“

Freidl: „Da haben wir Angsthasen-Fußball gespielt“ - Hoeneß zum Sieg trotz Chancenunterlegenheit: „Dafür werden wir uns nicht entschuldigen“ - Thioune nach Niederlage: „Ein Punkt wäre verdient gewesen“ -Matthäus zum VfB: „Ziel muss sein, unter den besten fünf Mannschaften zu stehen“

Unterföhring, 07.11.2026

Die wichtigsten Stimmen zum tipico Topspiel des 9. Spieltags der Fußball-Bundesliga zwischen VfB Stuttgart und Werder Bremen (1:0) bei Sky.  

 

Sebastian Hoeneß (Trainer VfB Stuttgart) ...

… zum 1:0-Sieg gegen Werder Bremen: „Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt, das Tor gemacht und noch zwei, drei wirklich aussichtsreiche Situationen gehabt. Ich glaube, wir haben gar nichts zugelassen. In der zweiten Halbzeit ist das Spiel offener geworden, auch weil Bremen mutiger gespielt und die Bälle besser festgemacht hat. Das wurde belohnt. Dann haben wir gemerkt, dass das unser neuntes Spiel in vier Wochen war, davon sechs auswärts. Irgendwann werden die Beine schwer und auch der Kopf wird schwer. Das hat man bei einigen Klärungsaktionen gesehen. Am Ende war es ein kämpferischer Sieg. Ich verstehe meinen Kollegen, aber wir haben uns diesen Sieg erkämpft. Wir hatten genug Spiele, in denen es andersherum war. Ich bin stolz auf die Jungs.“

… zu den Problemen in der Schlussphase: „Wir haben in dieser Saison schon häufiger besser gespielt und verloren. Ich habe gerade auch den xG-Wert gesehen, da waren wir unterlegen. Das ist selten vorgekommen. Dafür werden wir uns aber nicht entschuldigen. In den letzten 30 Minuten hatten wir Probleme. Wir haben vorne nicht mehr für Entlastung gesorgt und die Situationen nicht gut zu Ende gespielt. Das war in der ersten Halbzeit noch anders. Dann wird das Spiel brutal. Dann spürst du jeden Meter, den du in den vergangenen Wochen gemacht hast.“

… zum Vergleich zwischen Deniz Undav und Niclas Füllkrug: „Beide sind spezielle, starke Charaktere und können schöne Tore machen, auf unterschiedliche Art und Weise. Fülle ist durch seine Größe noch der klassischere Mittelstürmer. Deniz kann auch ein mitspielender Stürmer sein, der seine Mitspieler einsetzt. Nicht, dass Niclas das nicht könnte. Aber man sieht schon Unterschiede. Beide sind Vollblutfußballer, die für ihre Mannschaft den Unterschied machen können, wenn sie in Form sind. Das hat Deniz bei uns schon sehr oft gezeigt und Niclas jetzt wieder bei Bremen.“

… zu den hohen Erwartungen an den VfB Stuttgart: „Ich verstehe auch, dass die Ambitionen groß sind. Dafür haben wir selbst gesorgt, glücklicherweise. Trotzdem möchte ich daran erinnern, dass in den vergangenen Jahren viele Mannschaften, die Champions League gespielt haben, in der Bundesliga Probleme hatten. Wir gehörten auch dazu, wenn man einen neunten Platz als Problem bezeichnen möchte. Für einen Klub wie unseren ist die Doppelbelastung definitiv nicht ohne. Das muss man immer wieder in den Kontext stellen.“

… zur sportlichen Zielsetzung des VfB Stuttgart: „Wir sind ehrgeizig und ambitioniert. Wir wollen in allen Wettbewerben richtig gut aussehen. Trotzdem ist es wichtig, nicht zu vergessen, wo man herkommt, und die Dinge, die man erreicht, auch zu schätzen. Man darf sie nicht als selbstverständlich betrachten. Siege in der Bundesliga sind nicht selbstverständlich, in der Champions League schon gar nicht. Auch ein Auswärtssieg im Pokal in Paderborn ist nicht selbstverständlich. Es ist meine Aufgabe, das immer wieder ins rechte Licht zu rücken. Von außen wird versucht, die Erwartungen immer an das obere Limit zu setzen. Das ist nachvollziehbar. Aber wir bewegen uns aus meiner Sicht seit Jahren sehr nah am Limit.“

… zum Startelfdebüt von Yanik Spalt (vor dem Spiel): „Dass er die Kreativität mitbringt, um auf der Sechserposition zu spielen, ist klar. Er ist im letzten Spiel gegen Galatasaray eingewechselt worden und hat einen sehr guten Eindruck gemacht. Er hat Qualitäten, die uns helfen können. Das haben wir schon in Hoffenheim gesehen. Deswegen sind wir sehr optimistisch, dass er uns heute helfen wird.“

… zur Nicht-Nominierung von Deniz Undav und dessen Entwicklung (vor dem Spiel): „Dazu werde ich mich wie immer nicht groß äußern. Das habe ich in den letzten Wochen, Monaten und Jahren auch nicht getan. Generell ist Deniz in einer verbesserten Form, in einer guten Form, um ehrlich zu sein. Wenn seine Mitspieler oder wir als Mannschaft hier und da etwas effektiver wären, hätte Deniz den einen oder anderen Assist mehr. Dass er selbst noch nicht so häufig in Torschusspositionen kommt, ist Fakt. Er glänzt gerade eher als Vorbereiter. Aber sowohl er als auch wir entwickeln wieder mehr Torgefahr. Das haben die letzten Spiele gezeigt. Wir müssen jetzt noch mehr Effizienz zeigen, dann werden wir Spiele gewinnen. Und wenn wir Spiele gewinnen, werden auch die Spieler wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt. Dann werden wir auch wieder mehr Spieler bei der Nationalmannschaft sehen. Das war immer so und das wird auch diese Saison so sein.“

 

Maximilian Mittelstädt (Torschütze VfB Stuttgart) ...

… zur Bedeutung des 1:0-Sieges gegen Werder Bremen: „Wichtig war heute der Sieg. Das war ein extrem wichtiges Spiel für uns, gerade kurz vor der Länderspielpause und mit Blick auf die Tabelle. Werder Bremen ist sehr gut drauf, das haben wir heute auch gesehen. Wir mussten zum Schluss ein bisschen leiden und viel verteidigen. Aber das gehört auch mal dazu. Wir können sehr froh sein, dass wir diese Mentalität gezeigt und alles wegverteidigt haben, um die drei Punkte hierzubehalten.“

… zur Leistung von Niclas Füllkrug: „Wie Fülle halt so ist: extrem zweikampfstark, extrem robust vorne im Zentrum. Er macht die Bälle sehr gut fest, leitet sie gut weiter und ist immer unangenehm zu bespielen. Er hat eine extreme Torgefahr. Du musst immer ein Auge auf ihn haben, vor allem bei Standards und Flanken aus dem Halbfeld. Da ist er extrem gefährlich. Ich bin froh, dass er heute nicht getroffen hat. Nächste Woche kann er gerne wieder treffen.“

… zu seinem Siegtreffer: „Der Ball kommt sehr gut durch. Ich habe ein bisschen auf den Rückraum spekuliert und natürlich Glück, dass der Ball dort auch hinkommt. Mein Bruder sagt immer: Lange Ecke flach, kurze Ecke hoch.“

… zur kämpferischen Leistung des VfB: „Wir wussten, dass es heute vielleicht nicht das allerschönste Fußballspiel wird und wir nicht unbedingt über unseren schönen Fußball kommen. Werder Bremen ist sehr gut drauf. Deshalb mussten wir viel über den Kampf kommen, die Zweikämpfe annehmen und viel Energie reinstecken, so wie wir es gegen Leverkusen und ein Stück weit auch gegen Galatasaray getan haben. Wir wussten, dass wir heute 100 Prozent Energie reinstecken müssen.“

 

Deniz Undav (Kapitän VfB Stuttgart) zu seiner Nichtberücksichtigung für die Nationalmannschaft (vor dem Spiel): „Es gab kein Gespräch.“

 

Alexander Wehrle (Vorstandsvorsitzender VfB Stuttgart) ...

… zum bisherigen Saisonverlauf des VfB Stuttgart (vor dem Spiel): „Unzufrieden würde mich der Tabellenplatz eher machen, wenn wir schon am 34. Spieltag wären. Sicherlich hätten wir gerne den einen oder anderen Punkt mehr auf dem Konto. Spiele wie in Hoffenheim und in Hamburg haben schon wehgetan, weil wir dort mehr verdient gehabt hätten. Aber wir haben eine sehr gute Mannschaft. Ich habe hundertprozentiges Vertrauen in die Mannschaft und in Sebastian Hoeneß. Von daher bin ich noch sehr entspannt.“

… zur Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz (vor dem Spiel): „Wir arbeiten mit dem Deutschen Roten Kreuz zusammen und die Landesbank Baden-Württemberg unterstützt uns als Jahrespartner. Wir haben das ganze Jahr Blutspendeaktionen, aber auch Erste-Hilfe-Kurse in Schulen. Heute haben wir einen Hitze- und Kältebus übergeben. Jeder kann helfen, indem er aufmerksam durchs Leben geht, Blut spendet oder sich ehrenamtlich engagiert. Da kann jeder mithelfen. Dass die Landesbank heute von der Brust gegangen ist für das Rote Kreuz, ist eine großartige Geste.“

… zur Beteiligung der Profispieler an sozialen Projekten (vor dem Spiel): „Die Jungs kommen mit in die Projekte. Wir waren vor ein paar Wochen beispielsweise in der Kindernachsorgeklinik Tannheim. Dort können sich Kinder mit schweren Erkrankungen gemeinsam mit ihren Geschwistern und Eltern ein bisschen erholen. Unsere Jungs sind dabei. Das machen wir übrigens seit fast 30 Jahren, das hat eine große Tradition. Die Spieler sind mit dem Herzen dabei und unterstützen viele Projekte.“

… zum Interesse anderer Vereine an Sebastian Hoeneß (vor dem Spiel): „Wir arbeiten schon seit ein paar Jahren sehr vertrauensvoll zusammen. Es ist eine Anerkennung seiner Leistung, dass sich andere Klubs mit ihm beschäftigen. Aber für mich ist immer entscheidend, was Sebastian sagt. Er fühlt sich hier wohl und weiß, dass er mit dem Klub noch einiges erreichen und entwickeln kann. Das ist für mich entscheidend. Die Gerüchte gibt es schon seit zwei Jahren. Für mich zählt, was er mir sagt. Wir sind in einem sehr vertrauensvollen Austausch. Er ist mit 100 Prozent Energie dabei und die brauchen wir auch.“

 

Daniel Thioune (Trainer Werder Bremen) ...

… zur Niederlage gegen den VfB Stuttgart: „Es war ein Fußballspiel mit einem glücklichen Sieger. Ein Topspiel war es sicherlich nicht. Unsere erste Halbzeit war nicht gut. Wir haben die Stuttgarter in der Anfangsphase zu oft laufen lassen und wurden direkt bestraft. Wir waren mit dem Ball nicht mutig genug und haben wenig von dem gezeigt, was wir uns vorgenommen hatten. Stattdessen haben wir oft den langen Ball gesucht. Das war nicht unser Spiel. Top war dann natürlich die zweite Halbzeit, wie wir zurückgekommen sind. Ein Punkt wäre hier allemal verdient gewesen.“

… zur Bewertung der eigenen Leistung: „Der Fehler war, dass wir in der ersten Halbzeit das hohe Verteidigen der Stuttgarter nur für lange Bälle genutzt haben, ohne in unsere Ordnung zu kommen. Da fehlten uns vielleicht die Überzeugung und der Mut. Dann spricht man etwas übertrieben von Angsthasen-Fußball. Insgesamt war es aber ein reifer Auftritt. Wir haben den Stuttgartern wenig zugestanden und hatten weit über 20 Torabschlüsse. Wenn Juri seine Chance zum 1:1 nutzt, weiß ich nicht, wie das Spiel verläuft. Aber wir müssen uns auch den Vorwurf gefallen lassen, dass zu viele Abschlüsse nicht gefährlich genug waren.“

… zur Leistung von Niclas Füllkrug: „Unser Spiel ist ein Stück weit auf seine Qualitäten ausgerichtet. Er ist topfit, in einer super körperlichen Verfassung und hat eine unfassbar hohe Qualität am Ball. Er hat es schon in der ersten Halbzeit bei den ersten Bällen gut gemacht, aber da hatten wir nicht die nötige Nähe für den zweiten Ball. Grundsätzlich definiert er sich auch über das Fußballspielen. Das ist in der zweiten Halbzeit besser gelungen, auch dank ihm. Er ist völlig verdient für die Nationalmannschaft nominiert worden und gehört aktuell zu den besseren Stürmern in Deutschland.“

… zum Stand vor der Länderspielpause: „Wir können schon auf unsere Entwicklung verweisen. Vor vier oder fünf Monaten waren wir hier und wurden ein bisschen durch die Manege gezogen. Heute war das Spiel mindestens auf Augenhöhe. Ich hatte schon den Eindruck, dass wir in der zweiten Halbzeit sehr nah dran waren. Vielleicht wäre sogar noch mehr gegangen. Wir sind in einem Prozess, in einer Entwicklung. Da, wo wir gerade stehen, hat uns niemand gesehen. Aber wir müssen noch eine Menge dafür tun, dass man uns dort auch länger sieht.“

… zur Rolle von Niclas Füllkrug bei Werder Bremen (vor dem Spiel): „Er ist unser Lokführer. Aber ich habe ein paar Jungs, die ordentlich Kohlen reinschütten müssen. Das sind gute Synergien. Fülle macht es gut als Lokführer. Es ist mega, was er gerade macht.“

… zu seinen Anforderungen an die Spieler (vor dem Spiel): „Mir ist erst mal wichtig, dass sich grundsätzlich keiner sagen lässt, dass er etwas nicht kann. Wenn jemand bereit ist, wenn er eine hohe Fehlerkultur hat und Fehler aus Überzeugung macht, nicht aus Dummheit und Faulheit, dann ist er bei mir willkommen. Wenn er Bock hat, sich anzupassen und auf eine Reise zu gehen, dann herzlich willkommen bei uns auf der Lok mit unserem Lokführer. Ich gebe sicherlich den Weg vor, weil die Spur vielleicht nur einer vorgeben kann. Aber insgesamt sind Resistenz und Intensität neben der Qualität, die jeder Einzelne besitzt, Dinge, die man unbedingt haben muss.“

… zum Startelfeinsatz von Senne Lynen (vor dem Spiel): „Der junge Chuki hatte unter der Woche eine Mandelentzündung mit hohen Entzündungswerten. Wir haben ihn zum Ende der Woche auf ein Niveau gebracht, auf dem er spielfähig ist. Aber ich glaube nicht, dass er bei 100 Prozent ist. Heute Abend werden 100 Prozent verlangt. Deswegen ist Senne Lynen wieder zurück auf dem Platz. Das ändert nicht viel an unserer Ordnung, bringt uns defensiv mit seiner Spielanlage vielleicht etwas mehr Qualität.“

… zum hohen Anspruch von Niclas Füllkrug (vor dem Spiel): „Anspruchsvoll ist es auf jeden Fall, weil er auch einen hohen Anspruch an sich selbst hat. Das betrifft die medizinische Abteilung, was die Pflege angeht, das Training auf dem Platz, die Detailarbeit und auch den Umgang mit seinen Mitspielern. Da muss man manchmal schon ein wenig aushalten können, aber immer im Sinne des Erfolges. Das macht er wirklich fantastisch. Die jungen Spieler müssen vor dem Training auch noch mal 250 Flanken schlagen oder mit ihm aufs Tor schießen. Verstecken darf sich bei uns keiner.“

… zur schnellen Entwicklung von Werder Bremen nach dem großen Kaderumbruch (vor dem Spiel): „Es war schwer, weil diese Mannschaft nicht gemeinsam durch die Vorbereitung gegangen ist. Alles, was wir aufgesetzt hatten, konnten wir nicht umsetzen. Dann kam die Klatsche am ersten Spieltag in Freiburg und anschließend kamen die Jungs alle neu dazu. Ein Vorteil war, dass der Kader klein war. Wir konnten von Beginn an immer mit denselben Jungs arbeiten und hatten ein gutes Rollenverständnis. Aber dass es so schnell geht, damit konnte ich natürlich nicht rechnen. Die Ergebnisse haben uns getragen. Der Weg bis hierhin ist schon sehr erfolgreich für uns.“

… zur Nationalmannschafts-Nominierung und starken Form von Niclas Füllkrug (vor dem Spiel): „Niclas ist aktuell sehr sexy. Es ist fantastisch, was er macht. Er schießt nicht nur einfache, sondern auch ganz wunderbare Tore. Die Aktion in Dortmund, als er sich gegen Top-Innenverteidiger, vielleicht die besten, die wir in Deutschland haben, mit Schlotterbeck und Anton durchgesetzt hat, spricht für ihn. Deswegen hat er es sich mehr als verdient, nominiert zu werden. Über das Alter müssen wir nicht diskutieren. Miro Klose war auch noch bei der WM dabei und Lothar hat mit 39 noch bei einer Europameisterschaft gespielt.“

 

Niclas Füllkrug (Werder Bremen) ...

… zur Niederlage gegen den VfB Stuttgart: „Ich fand die erste Halbzeit auch nicht schlecht. Es ist ein Auswärtsspiel bei einer Mannschaft, die vor der Saison ganz andere Ansprüche hatte. Ich bin enttäuscht über die Niederlage, aber ich finde, wir sind trotzdem gut aufgetreten. Insgesamt haben wir über 90 Minuten das Gesicht gezeigt, das man von uns kennt. In der ersten Halbzeit sah es ein bisschen anders aus, weil wir Probleme damit hatten, ob unser Sechser die Fünferkette nach hinten auffüllt oder auf seiner Position bleibt. Stuttgart stellt die Gegner mit den tiefen Laufwegen der Achter vor große Probleme. Da haben wir es einmal nicht geschafft, richtig zuzuordnen, wer den Gegenspieler verfolgt, obwohl es klar besprochen war. In der zweiten Halbzeit waren wir viel mutiger und hatten genug Torchancen, um ein Tor zu erzielen. Ich bin trotzdem stolz auf meine Mannschaft. Geile Truppe.“

… zur Chancenverwertung: „Stuttgart hat am Ende mit allem verteidigt, was sie hatten. Wir hatten gute Momente und haben es teilweise wirklich gut gespielt. Ein, zwei Dinge musst du einfach machen. Die Chance von Juri macht er normalerweise auch. Ich finde die Entscheidung gar nicht schlecht, den Ball in die kurze Ecke zu spielen. Aber das kann mal passieren. Insgesamt war es ein gutes Spiel von beiden Mannschaften. Es kann passieren, dass du in Stuttgart 0:1 verlierst. Das war heute ein richtig guter Auftritt meiner Mannschaft, besonders in der zweiten Halbzeit.“

… zu seinem Duell mit Jeff Chabot: „Man konnte das relativ clever lösen. Wenn man sich früh im Halbraum gezeigt hat, hat man ihn vor ein Problem gestellt: Soll er mit herauskommen oder nicht? Damit hatte er ein bisschen zu kämpfen, hatte ich das Gefühl. Am Ende sind viele Bälle bei mir geblieben, eigentlich sogar die meisten. Natürlich zieht und zerrt er und versucht alles.“

… zur defensiven Leistung von Werder Bremen: „60 Prozent gewonnene Zweikämpfe als Mannschaft sprechen für sich. Hinten haben wir es wieder überragend gemacht, wie wir Spieler wie Undav und El Khannouss wegverteidigt haben. Deniz ist schon stabil im Zweikampf, aber wie Marco das heute wieder gespielt hat, war top. Am Ende ist wichtig, dass der Ball in der letzten Linie bei der eigenen Mannschaft bleibt, am besten so hoch wie möglich. Daraus kannst du Vorteile erzielen. Deswegen sehe ich das heute gar nicht so negativ. Ich bin stolz darauf, wo wir stehen. Die Statistiken sagen schon etwas aus. Wir machen weiter.“

… zu seiner Rückkehr in die Nationalmannschaft: „Ich bin im Kopf immer noch voll bei diesem Spiel. Ich denke gerade noch nicht daran, dass ich nächste Woche zur Nationalmannschaft fahre, und habe deshalb noch keine richtige Vorfreude. Jürgen Klopp hat sich natürlich seine Gedanken gemacht. Er hat alles sehr offen und fair mit mir besprochen und auch frühzeitig kommuniziert. Es war immer ein sehr netter Austausch. Natürlich freue ich mich darauf und wir schauen mal, was wird.“

… zum Telefonat mit Bundestrainer Jürgen Klopp: „Natürlich hat mich das gefreut. Er hat mir ganz einfach gesagt, dass ich dabei bin. Dann habe ich mich bedankt und gesagt, dass ich mich freue. Was soll ich da groß erzählen? Es gibt nicht bei jedem eine besondere Geschichte, dass man vielleicht nicht ans Telefon gegangen ist.“

 

Marco Friedl (Kapitän Werder Bremen) ...

… zur Niederlage gegen den VfB Stuttgart: „Wir hatten in der zweiten Halbzeit viele ordentliche Chancen, bei denen der letzte Punch oder der finale Pass gefehlt hat. Verloren haben wir das Spiel ganz klar in der ersten Halbzeit. Da haben wir Angsthasen-Fußball gespielt. Wir standen hinten drin und haben sehr schnell und sehr viel lang gespielt. Das war für die Jungs vorne unfassbar schwierig. In der zweiten Halbzeit haben wir gezeigt, dass wir mit breiter Brust auftreten können. Wir sind sehr gut drauf. Deshalb wäre ein Unentschieden heute absolut verdient gewesen.“

… zur deutlichen Leistungssteigerung nach der Pause: „Wir wussten, dass die Stuttgarter unter der Woche gespielt haben und generell ein straffes Programm haben. Dann darf es nicht passieren, dass du nach sieben Minuten in Rückstand gerätst. Stuttgart verteidigt viel Mann gegen Mann, das wussten wir. Aber wir haben uns mit dem Ball versteckt und keinen guten Fußball gespielt. Die langen Bälle sind wie ein Bumerang zurückgekommen, weil wir es einfach richtig schlecht gemacht haben. In der zweiten Halbzeit haben wir gesehen, dass wir die Stuttgarter im eigenen Stadion hinten reindrücken können, wenn wir den Ball laufen lassen. Deshalb ist es umso ärgerlicher, nichts mitgenommen zu haben.“

… zu seiner Nicht-Nominierung für die österreichische Nationalmannschaft: „Es gab keinen Austausch. Wie jeder weiß - das wird sich auch in Zukunft nicht ändern – spiele ich gerne für mein Land und bin gerne dabei. Beim letzten Lehrgang habe ich schon wenig gespielt. Deshalb habe ich ein bisschen damit gerechnet. Aber mit mir wurde nie etwas kommuniziert.“

 

Amos Pieper (Werder Bremen) ...

… zur Nationalmannschafts-Nominierung von Niclas Füllkrug (vor dem Spiel): „Wir haben uns für ihn gefreut. Er gibt uns als Mannschaft und dem ganzen Verein sehr viel.“

… zur Unterstützung der Werder-Fans in Stuttgart (vor dem Spiel): „Dass wieder so viele Werder-Fans den Weg nach Stuttgart auf sich genommen haben, wusste ich gar nicht. Das ist herausragend. Das wird man gleich auch spüren.“

 

Sky Experte Lothar Matthäus ...

… zur Leistung von Niclas Füllkrug: „Wenn ein Mittelstürmer von Werder Bremen 70 Ballkontakte in einem Spiel hat, weißt du, wie das Spiel gelaufen ist, vor allem in der zweiten Halbzeit. So eine Zahl habe ich bei einem Mittelstürmer noch nie gehört. Ich bin nicht der größte Fan von Statistiken. Aber wie Niclas in der zweiten Halbzeit gespielt hat, wie er die Bälle geholt und festgemacht und die besser stehenden Mitspieler gesucht hat, das hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht. Werder Bremen in der zweiten Halbzeit zuzuschauen, das war moderner Fußball.“

… zu den Saisonzielen des VfB Stuttgart: „Der VfB hat einige Punkte liegen lassen, obwohl sie gut und teilweise sogar überlegen gespielt haben. Für mich gehört Stuttgart auf jeden Fall unter die Top vier oder fünf. Das müssen die Ziele sein bei diesem Angebot an Klassespielern. Sie haben einen Trainer, der den Verein kennt. Es herrscht sehr viel Ruhe im Klub und es gibt große Begeisterung bei den Fans. Das Ziel des VfB muss sein, unter den besten fünf Mannschaften der Bundesliga zu stehen. Ganz Deutschland drückt dem VfB die Daumen, dass sie auch in der Champions League ihre Ziele erreichen.“

… zur Verletzung von Manuel Neuer und der Torwartfrage beim FC Bayern (vor dem Spiel): „Dieses Wechselspiel mag natürlich keiner. Aber sobald Manuel Neuer fit ist, und das war er vor dem Spiel und auch am Dienstag in Madrid, dann spielt er. Auch wenn Jonas Urbig ihn immer wieder gut vertritt und Top-Leistungen bringt, ist Manuel Neuer als Nummer eins gesetzt, wenn er sich fit meldet. So wird es auch bleiben. Für uns von außen ist das vielleicht schwer nachzuvollziehen. Aber intern ist das geklärt, da weiß jeder, welche Rolle er spielt.“

 

Sky Expertin Julia Simic …

… zur Leistung von Werder Bremen gegen Stuttgart: „Werder ist ja nicht untergegangen. Im Gegenteil, du kannst dieses Spiel in der zweiten Halbzeit absolut auf deine Seite drehen, vielleicht sogar musst du das, weil du so viel investiert hast und richtig gute spielerische Phasen hattest. Niclas haben sie extrem oft flach gefunden. Das war ein Unterschied zur ersten Halbzeit, in der er in viele Luftduelle musste. In der zweiten Halbzeit hat er viel mehr für die Mannschaft kreiert, Angriffe mitgestaltet und war trotzdem oft im Strafraum. Mit ein bisschen mehr Effizienz kannst du zumindest einen Punkt mitnehmen, vielleicht sogar gewinnen.“

… zur Entwicklung von Werder Bremen: „Das ist ein Riesensprung. Werder hatte in der vergangenen Saison eine der schwächsten Offensiven der Bundesliga. Da musst du erst mal wieder Vertrauen aufbauen und den Glauben in die Mannschaft zurückbekommen. Dabei helfen dir Spieler, die ein bisschen unbedarft an die Sache herangehen. Die Neuzugänge haben von Beginn an extrem gut funktioniert. Es gab viele Verletzte und niemand wusste, wie man die Ausfälle auffangen sollte. Dann kamen Niclas Füllkrug und andere Spieler dazu, auch Dinkci darf man nicht vergessen. Das sind richtig gute Spieler. Vor allem ist es aber eine Mannschaft, die funktioniert. Daran haben der Trainer und jeder Einzelne einen riesengroßen Anteil. Ich glaube, sie sind nach wie vor auf einem guten Weg.“

… zum starken Saisonstart von Werder Bremen (vor dem Spiel): „Werder ist die Mannschaft der Stunde. Wer hätte ihnen das zugetraut? Ich hätte zu Beginn der Saison eher andersherum getippt. Aber was sie machen, hat Hand und Fuß. Ein großes Kompliment geht auch an den Trainer. Ganz viel hängt im Moment an Niclas Füllkrug, der die Mannschaft aufgewertet und Werder Bremen wieder in die Spur gebracht hat.“

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