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Kolumne von Lothar Matthäus über BVB, Kehl, DFB und Rüdiger

Lothar Matthäus

Vor den Länderspielen der Nationalmannschaft ordnet Lothar Matthäus die Ausfälle von Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha ein und nimmt Antonio Rüdiger in die Pflicht.

Lothar Matthäus
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Unterföhring, 23.03.2026

Der Sky Sport Experte sieht Borussia Dortmund auch nach der Trennung von Sebastian Kehl mit dessen Nachfolger Ole Book gut aufgestellt.


Bei Borussia Dortmund geht man neue Wege. Spieler wie Julian Brandt verlassen den Verein im Sommer, und am Sonntag hat der BVB auch die Trennung von Sebastian Kehl verkündet.


Als vor zwei Jahren Lars Ricken auf Wunsch von Aki Watzke positioniert wurde, war dies die erste schallende Ohrfeige für Kehl. Nun gibt es keine Diskussionen mehr darüber, wer einen Transfer macht und wer über den Transfer entscheidet.


Einerseits ist Kehls Abschied ein Verlust, andererseits ist es eine Chance für beide Seiten, auf Entdeckungsreise zu gehen und neue Herausforderungen anzunehmen.


Kehls Nachfolger Ole Book hat in Elversberg in den vergangenen Jahren sehr gute Arbeit geleistet. Letzte Saison war man in der Relegation, und trotz vieler Abgänge, wie der von Trainer Horst Steffen und Torjäger Fisnik Asllani, steht Elversberg wieder unter den Top Drei.


Die Vormachtstellung des FC Bayern wird der BVB aber auch in den nächsten Jahren anerkennen müssen.


So kann Nagelsmann Pavlovic und Nmecha ersetzen


Mit Nmecha und Pavlovic fallen zwei meiner drei Hauptkandidaten auf der Doppel-Sechs für die Testspiele der Nationalmannschaft in der Schweiz und gegen Ghana aus. Daran sieht man, wie schnell es gehen kann.


Man sieht aber auch, wie wichtig es ist, dass ein Spieler, der nicht nominiert wurde und enttäuscht war, trotzdem weiter auf dem Platz Gas gibt, um den Bundestrainer zu überzeugen und sein großes Ziel, die WM-Teilnahme, doch noch erreichen zu können. Deswegen sage ich: nie aufgeben und immer daran glauben!


Stuttgart wird auch bei der WM gut vertreten sein


Die nachnominierten Stiller und Führich haben zusammen mit Undav und Leweling in Stuttgart starke Leistungen gezeigt. Ich glaube, der VfB wird nicht nur jetzt bei den Testspielen, sondern auch bei der WM gut vertreten sein.


Dass Nmecha und Pavlovic fehlen, ist schade. Julian Nagelsmann hätte gerne, dass sich die Mannschaft einspielen kann, aber andere Trainer haben die gleichen Probleme und die anderen Spieler wissen auch, was sie zu tun haben.


Für mich ist Goretzka am Freitag gesetzt, neben ihm könnte Stiller oder Stach spielen. Groß ist auch noch da, deswegen mache ich mir im Moment keine Sorgen. Ende Mai werden Pavlovic und hoffentlich auch Nmecha so fit sein, dass der Bundestrainer wieder auf sie zählen kann. Wenn sie gesund sind, sind beide für mich nicht aus der Mannschaft wegzudenken.


Dann ist Rüdiger ein Weltklasse-Innenverteidiger


In der Abwehr hatte Rüdiger zuletzt mit Verletzungen und anderen Themen zu tun. Wenn er seine Faxen lässt, sich unter Kontrolle hat und sich aufs Fußballspielen konzentriert, ist er ein Weltklasse-Innenverteidiger.



Mit Rüdiger und Tah hat der Bundestrainer zwei Rechtsfüße, mit Schlotterbeck einen Linksfuß. Schlotterbeck hat für mich die höchste Qualität in der Spieleröffnung und Tah sehe ich über die Länge der bisherigen Saison gesehen stabiler und eine Nasenspitze vorn. Rüdiger hatte mit Real Erfolgserlebnisse im Madrider Derby und in der Champions League. Im CL-Viertelfinale gegen den FC Bayern und in den Länderspielen kann er zeigen, dass er bereit ist, in der Anfangsformation zu spielen.


Darum hält Nagelsmann zu Woltemade und Sane


Im Sturm sprechen die Zahlen klar für Undav. Aber ist der Stuttgarter auch der Angreifer, den sich der Bundestrainer als alleinige Neun wünscht? Ich glaube, Undav spielt gern um einen anderen Stürmer herum, wie um Demirovic beim VfB Stuttgart.


Undav ist auch kein Wandspieler und nicht sehr groß, im Gegensatz zu Woltemade, der seit einiger Zeit Probleme im Verein hat, aber in der Nationalmannschaft getroffen hat.


Wenn Woltemade und Sane in der WM-Qualifikation nicht überzeugt hätten, würden sie jetzt vielleicht wackeln. So aber hält Nagelsmann ihnen die Stange, weil er weiß, welchen Mehrwert und welche Qualität beide mitbringen.


Musiala muss den Glauben an sich finden


Bei Musiala gehe ich davon aus, dass sein Fehlen eine Vorsichtsmaßnahme ist, ähnlich wie bei Pavlovic. Auf die Bayern warten in den kommenden Wochen schwierige Spiele, sie haben das Champions-League-Finale in Budapest als Ziel.


Bis dahin sind es noch zwei Monate. Das ist auch für Musiala noch genügend Zeit, Spielpraxis zu finden. Er braucht Spielpraxis, aber er muss vor allem auch den Glauben an sich finden. Nichts erzwingen wollen, sondern einfach wieder den Spaß am Fußball entdecken.


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