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Lothar Matthäus über Deutschlands WM-Auftaktsieg und über Jürgen Klopp

Lothar Matthäus über Deutschlands WM-Auftaktsieg und über Jürgen Klopp
Lothar Matthäus über Deutschlands WM-Auftaktsieg und über Jürgen Klopp

Lothar Matthäus zeigt sich in seiner Kolumne begeistert vom Auftaktsieg der deutschen Mannschaft gegen Curacao. Die Einmischung von Jürgen Klopp und Thomas Müller im Vorfeld des Spiels sieht der Sky Sport Experte kritisch.

Lothar Matthäus über Deutschlands WM-Auftaktsieg und über Jürgen Klopp
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Lothar Matthäus über Deutschlands WM-Auftaktsieg und über Jürgen Klopp

Unterföhring, 15.06.2026

Der Rekordnationalspieler erklärt zudem, welche taktischen Optionen Bundestrainer Julian Nagelsmann im weiteren Turnierverlauf hat.


Deutschland hat gegen Curacao eine abgeklärte Leistung gezeigt. Es war ein toller WM-Auftakt! Es war so viel Positives dabei: die Freude, mit der die Mannschaft kombiniert und sich Chancen herausgespielt hat. Die sieben Tore, die Begeisterung auf dem Spielfeld, die das Team auch an uns Zuschauer in Deutschland weitergegeben hat.


Was das Gegentor oder kleine Fehler betrifft, sollten wir dieses Mal ein Auge zudrücken.


Kai HavertzFelix NmechaJamal MusialaNathaniel Brown und Deniz Undav sind positiv aufgefallen, Nico Schlotterbeck hat sein erstes WM-Tor erzielt.


Über sie wird gesprochen, genau wie über die Rückkehr von Manuel Neuer. Ich glaube, alle sind froh, dass er wieder dabei ist. Das Gegentor war abgefälscht und deshalb aus meiner Sicht unhaltbar.


Wir können stolz auf diese Mannschaft sein


Das 7:1 war ein Pflichtsieg, aber man muss erst einmal in dieser Höhe gewinnen. Wir können stolz auf diese Mannschaft sein, wenn sie so weiterspielt, aber es ist noch Luft nach oben. Die Fehler, die Curacao gemacht hat, werden unseren kommenden Gegnern in dieser Häufigkeit nicht passieren.


Ich hoffe, dass die Mannschaft von Verletzungen verschont bleibt, aber im Verlauf eines Turniers wird es immer Änderungen geben. Julian Nagelsmann wird vielleicht aus taktischen Gründen die Optionen, die er gegen Curacao von der Bank gebracht hat, auch mal von Anfang an einsetzen. Man will so gut wie möglich mit einer eingespielten Mannschaft durchspielen, aber man braucht sicher 17, 18 Spieler, um eine WM erfolgreich zu bestreiten.


Nagelsmann hat viele Optionen


Undav kam rein und hat funktioniert. David Raum kann noch wichtig werden, wenn man auf der linken Abwehrseite einen robusteren Spieler braucht. Raum ist eher ein Schienenspieler, der bis zur Torlinie läuft und seine Flanken schlägt, Brown zieht gerne in die Mitte, wie bei seinem Treffer.


Auch Undav und Musiala könnten sich abwechseln, vielleicht auch Mal Leroy Sane und Jamie Leweling oder Havertz und Nick Woltemade. Havertz ist auch gegen die USA über die rechte Seite gekommen. Er hat mehr Drang zum Tor, Sane macht das Spiel breiter.


Ich sehe jetzt keinen Grund zu wechseln


Irgendeiner fällt immer ein bisschen ab, aber ich sehe nicht unbedingt einen Grund zu wechseln. Sofort zu reagieren, würde ich sogar falsch finden, außer man sieht im taktischen Bereich Möglichkeiten, die man gegen die Elfenbeinküste besser einsetzen kann. Möglichkeiten, die unsere Mannschaft nicht durcheinanderbringen, aber den Gegner an seinen Schwachstellen treffen können.


Die Elfenbeinküste ist ein anderes Kaliber als Curacao. Yan Diomande hat beim 1:0-Sieg gegen Ecuador auf der rechten Seite gespielt, aber er kann auch links spielen. Dort hätte er gegen Joshua Kimmich Geschwindigkeitsvorteile, die er auf rechts gegen Brown nicht hätte.



Klopp hat sich entschuldigt, das war das Mindeste


Über die Äußerungen von Jürgen Klopp und Thomas Müller zwei Tage vor dem Curacao-Spiel war ich überrascht. Jürgen ist lange genug Trainer gewesen und kommt vielleicht wieder zurück, Thomas ist noch aktiver Spieler. Beiden hätte es sicher nicht gefallen, wenn sich bei ihnen jemand von außen eingemischt hätte. Es war nicht der richtige Zeitpunkt und es waren die falschen Worte.


Klopp hat sich am Sonntag nach dem Spiel bei Nagelsmann entschuldigt und gesagt "auch mit 59 bin ich immer noch dämlich". Das ist typisch Jürgen, dass er solche Sprüche raushaut, weil er sieht, dass er einen Fehler gemacht hat. Er hat sich entschuldigt, das war das Mindeste. Aber so etwas hätte ihm eigentlich gar nicht passieren dürfen, das war sehr unüberlegt. Bei MagentaTV wird viel gelacht und geflachst, da müssen wir uns vielleicht auf weitere Sprüche von Jürgen und Thomas einstellen.


Man kann Kritik üben, aber...


Rudi Völler hat zu Recht angemerkt, dass Klopps Aussage im Vorfeld nicht angebracht war, aber mit Jürgens Entschuldigung sollte das Thema nun auch erledigt sein.


Ich weiß selbst, was es heißt, Experte zu sein. Man kann Kritik üben, wenn ein Spieler schlecht spielt, aber wir sollten uns überlegen, wie wir unseren Teil dazu beitragen können, die Mannschaft so zu unterstützen, dass wir als Fußball-Deutschland zusammenstehen.


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