Fußball

Bayerns Trainer Kompany zu Musialas erstem Einsatz über 90 Minuten: „Da sind alle Fragen weg“

Lustrinelli kritisch: „Wir sind noch zu lieb“ - Kane bricht Bundesligarekord mit Doppelpack: „Wir haben auf so ein Spiel gewartet“ - Berlins Rothe steht hinter dem Wandel im Klub: „Grundsätzlich finde ich das System gut“ - Sky Experte Mustafi zu Musiala: „Auf solche Spieler müssen wir aufpassen“

Unterföhring, 19.09.2026

Die wichtigsten Stimmen zum Freitagabendspiel des 4. Spieltags der Fußball-Bundesliga zwischen dem FC Bayern München und dem 1. FC Union Berlin (7:0) bei Sky.  

 

Vincent Kompany (Trainer FC Bayern München) ...

… zum 7:0 gegen Union Berlin: „Wir wollen diese Energie immer zeigen. Heute haben wir es geschafft und sind sehr zufrieden mit diesem Sieg. Jetzt geht es für die Fans auf die Wiesn und das ist auch ein schönes Geschenk.“

… zu Michael Olise: „Man hat gesehen, wie viel die Jungs jedem Ball hinterhergesprintet sind. Natürlich schießt Michael Tore, aber er arbeitet auch sehr viel im Training. Die Topspieler brauchen mehr als nur Talent.“

… zu Jamal Musialas Einsatz über 90 Minuten: „Ich glaube, genau diesen Schritt wollten wir jetzt machen. Vor der Länderspielpause ist das perfekt. Da sind alle Fragen weg. Jamal hat 90 Minuten gespielt und wieder getroffen. Bei sieben Toren sieht das vielleicht nicht nach viel aus, aber es war stark, was er gemacht hat. Jetzt geht es um seine Leistung und um Fußball – danach müssen wir ihn bewerten.“

… zu Harry Kanes Bundesliga-Rekord: „Man wird immer wieder überrascht. Bei Harry ist es immer dieselbe Geschichte: Man spricht über seine Tore und alles, was er erreicht. Aber er arbeitet auch sehr viel für die Mannschaft und dann kommen diese Tore dazu. Das ist sehr besonders, was er immer wieder macht.“

… zum angeschlagenen Konrad Laimer (vor dem Spiel): „Wir haben heute Morgen die Info bekommen, dass wir vielleicht nicht zu viel Risiko nehmen mit Konny. Das ist auch völlig normal in so einer Phase der Saison. Hoffentlich ist er bald wieder dabei.“

 

Harry Kane (Doppeltorschütze FC Bayern München) ...

… zum deutlichen 7:0-Erfolg: „Wir haben in dieser Saison auf so ein Spiel gewartet. Wir haben zwar Spiele gewonnen und gut gespielt, aber vielleicht noch nicht ganz das Niveau erreicht, das wir in der vergangenen Saison hatten. Deshalb war es schön, das vor der Länderspielpause zu schaffen. Es ist immer wichtig, diesen Schwung zu haben. Wir wollten heute keinen Ausrutscher. Die Leistung von Anfang bis Ende war auf höchstem Niveau.“

… zu seinen Bundesliga-Toren 100 und 101: „Ich bin sehr stolz darauf. Jetzt 101 Bundesliga-Tore erreicht zu haben, bedeutet mir viel. In der kurzen Zeit, die ich hier bin, habe ich jede Sekunde genossen. Wenn ich mit Spielern wie Michael, Lucho und Jamal zusammenspiele, bekomme ich Chancen. Das war heute wieder so. Deshalb danke an die Mannschaft, den Verein, den Trainerstab und alle, die mir geholfen haben, das zu erreichen.“

… zum Rekord von 100 Toren in 98 Bundesliga-Spielen: „Lasst uns weitermachen. Mehr Tore als Spiele zu haben, ist natürlich eine großartige Statistik. Da waren auch viele wichtige Tore dabei. Ich kann nur sagen, dass ich jede Minute hier genieße.“

… zu den Ambitionen in der Champions League: „Wir hatten vergangene Saison eine großartige Champions-League-Saison und waren unserem Ziel extrem nahe. Wir sind in einem harten Halbfinale gegen PSG ausgeschieden. Bei diesem Klub wird erwartet, dass man die Champions League gewinnt oder zumindest sehr weit kommt. Das ist eine große Motivation für uns in dieser Saison. Wir haben eine gute Möglichkeit, aber es ist noch sehr früh. Die Mannschaft fühlt sich gut an und es ist wichtig, einen fitten und gesunden Kader zu haben.“

… zu seiner Zukunft beim FC Bayern: „Ich habe schon vorher gesagt, dass ich hier extrem glücklich bin. Die Gespräche laufen und werden auch in der nächsten Zeit weitergehen. Man sieht, wie ich spiele und welche Verbindung ich zu den Fans habe. Ich weiß ihre Unterstützung wirklich zu schätzen.“

… zu Michael Olise: „Er ist ein richtig guter Charakter. Ich weiß, dass nicht jeder seine wahre Persönlichkeit zu sehen bekommt. Jeder hat seine eigene Art, Fußball zu spielen und sich außerhalb des Platzes zu verhalten. Er ist ein herausragender Spieler, das hat man heute und die ganze Saison wieder gesehen. In der Kabine ist er völlig anders. Wir verstehen uns sehr gut. Vor meinem zweiten Tor haben wir in der Halbzeit noch darüber gesprochen, dass ich vor den Gegenspieler kommen soll. Schön, dass es dann funktioniert hat.“

 

Jamal Musiala (Torschütze FC Bayern München) ...

… zum deutlichen Sieg gegen Union: „Wir brauchen auch viel Arbeit, um zu so einem Sieg zu kommen. Die haben wir geleistet. Wir hatten bis zur letzten Minute viel Energie und genau das brauchen wir in jedem Spiel.“

… zu seinen ersten 90 Minuten seit längerer Zeit: „Ich fühle mich sehr gut. Jedes Spiel ist ein Schritt nach vorne. Ich weiß, dass ich noch weitere Schritte machen kann. Aber wieder 90 Minuten zu spielen, ist ein großartiges Gefühl. Das habe ich lange nicht gemacht und ich freue mich auf das, was jetzt kommt.“

… zum Austausch mit Bundestrainer Jürgen Klopp: „Der Austausch mit Klopp ist super, wir haben viel gesprochen. Die Stimmung und die Energie sind sehr gut und ich freue mich auf die Zeit dort. Für mich ist es der perfekte Zeitpunkt.“

… zu Michael Olise: „Überragender Spieler. Viel mehr kann ich dazu nicht sagen. Ich freue mich sehr, mit ihm auf dem Platz zu stehen. Sein Niveau ist herausragend und ich freue mich auf die nächsten Spiele.“

… zu Harry Kanes Bundesliga-Rekord: „Überragender Spieler. In so kurzer Zeit so viele Tore zu schießen, sagt sehr viel darüber aus, was für ein Spieler er ist.“

 

Serge Gnabry (FC Bayern München) ...

… zu seiner Rückkehr in die Mannschaft (vor dem Spiel): „Ich fühle mich sehr gut. Ich freue mich natürlich, hier zu sein, jetzt auch wieder im Ausgehanzug und gleich in der Kabine und auf dem Feld. Das war eine lange Zeit, in der ich hier als Besucher war.“

… zur anstehenden Maßnahme mit der Nationalmannschaft (vor dem Spiel): „Auch sehr gut. Für mich ist es ein ganz großes Plus, dass er mich da mitnimmt, dass ich weiter im Rhythmus bleibe. Ich habe jetzt ein paar Wochen trainiert, aber noch wenige Minuten.“

 

Max Eberl (Sportvorstand FC Bayern München) ...

… zur Rückkehr von Serge Gnabry (vor dem Spiel): „Er hatte das dramatische Ereignis, sich vor der WM zu verletzen. Er hatte eine lange Leidenszeit hinter sich und hat sein Vertrauen in seinen Körper wiedergewonnen. Es ist schön, dass er heute dabei ist und bei der Nationalmannschaft ein Stück weit seinen Rhythmus behalten kann.“

… zur guten Zusammenarbeit mit Christoph Freund (vor dem Spiel): „Weil wir uns gut ergänzen. Wir denken über Fußball und haben Gespräche darüber, wie wir Fußball spielen wollen. Es ist ein sehr harmonisches Team. Es macht viel Spaß und Freude und liefert ordentliche Ergebnisse.“

… zur Abstimmung über seine Vertragsverlängerung (vor dem Spiel): „Meine Vertragsverlängerung war ein großes Thema. Ich hatte gehofft, dass es jetzt mit der Unterschrift vorbei ist. Aber ich wollte immer meinen Job machen. Der Aufsichtsrat hat eine Entscheidung gefällt. Ich habe keine Ahnung, wer wie abgestimmt hat. Ich will den Vertrag bis 2029 bestmöglich fortsetzen und weiter versuchen, so erfolgreich zu sein, wie wir es in den letzten zwei Jahren waren.“

 

Mauro Lustrinelli (Trainer 1. FC Union Berlin) ...

… zum 0:7 beim FC Bayern: „Am Schluss kommt die Qualität von Bayern. Sie haben eine unglaubliche Qualität als Team, laufen gut und haben eine gute Intensität. In der ersten Halbzeit haben wir wirklich sehr, sehr wenige Räume gegeben und trotzdem machen sie zwei wahnsinnige Weitschüsse. Der Elfmeter kommt auch zu einem Zeitpunkt etwas billig. In der zweiten Halbzeit haben wir sofort die Möglichkeit, ein Tor zu machen, verpassen das aber. Danach haben wir viel zu viele individuelle Fehler gemacht und Bayern hat uns einfach bestraft.“

… zu 17 Gegentoren nach vier Spielen: „Natürlich bin ich der Erste, der sich diese Frage stellt: Wieso bekommen wir so viele Tore? Das ist normal, das gehört zu meiner Arbeit. Es sind viele kleine Sachen, die wir kennen. Daran arbeiten wir und es geht weiter.“

… zur Nutzung der Länderspielpause: „Wir müssen die Batterien aufladen. Es ist gut, dass wir freie Tage bekommen, vor allem für den Kopf. Danach müssen wir wieder an den Basics arbeiten. Wir haben vor dem Spiel über diesen unbedingten Willen zu verteidigen gesprochen. Wir sind noch etwas zu lieb. Auch in diesem Bereich werden wir arbeiten.“

… zu seinem Gespräch mit Vincent Kompany nach dem Spiel: „Ich schätze ihn. Er ist ein super Trainer. Ich schätze seine Aura und die Art, wie er kommunikativ unterwegs ist. Das ist sehr inspirierend.“

 

Tom Rothe (1. FC Union Berlin) ...

… zum 0:7 beim FC Bayern: „Es ist sehr schwer nach einem 0:7. Wir haben versucht, dagegenzuhalten und hinten dichtzumachen. Gerade Bayern auswärts ist immer sehr, sehr schwierig. Aber in dieser Höhe ist es trotzdem sehr ärgerlich.“

… zur Mentalität der Bayern: „So sind die Bayern halt, die hören auch nicht auf. Die machen das 1:0, das 2:0, sind damit nicht zufrieden und wollen immer weitermachen. Das ist einfach deren Mentalität. Wir haben es versucht, aber im Endeffekt waren sie einfach besser.“

… zur Umstellung auf eine Viererkette: „An sich fühlt es sich nicht schlecht an in der Viererkette. Wir kriegen halt noch recht viele Tore, das ist unser Problem. Aber es ist nicht so, dass ich im Spiel denke, es fühlt sich nicht gut an. Manchmal sind wir in der Box noch nicht konsequent genug. Grundsätzlich finde ich das System gut. Vielleicht braucht es noch ein bisschen Zeit. Bayern hat uns immer hinten reingedrückt und dann kommen sie auch zu Fernschüssen. Wenn die den Ball die ganze Zeit durch die Reihen spielen, ist es schwierig.“

… zum von ihm verursachten Elfmeter: „Ich treffe ihn natürlich leicht, aber ich treffe ihn. So fair muss ich sein. Ich war vorher schon ein paar Mal mit ihm im Duell und mein Puls war sehr hoch. Dann ist es irgendwann schwer, Olise die ganze Zeit außen im Eins-gegen-eins zu verteidigen. Für mich ist es ein Elfmeter und ich habe es in dem Moment auch gespürt. Das war schade, weil wir es nach dem 0:1 eigentlich gut gemacht haben, griffig und in den Zweikämpfen da waren. Das 0:2 war dann sehr, sehr ärgerlich.“

 

Christopher Trimmel (Kapitän 1. FC Union Berlin) ...

… zum 0:7 in München: „Ich könnte jetzt eine lange Analyse machen. Am Ende schießen die Bayern auch gegen stabile Mannschaften wie Stuttgart oder Bodö/Glimt ihre Tore. Und wir sind aktuell nicht gefestigt, das muss man ehrlich sagen. Wir haben unsere Probleme und befinden uns noch in einer Findungsphase. Ich habe es schon vor dem Spiel gesagt: Viel Zeit bekommt man in der Bundesliga nicht.“

… zur anstehenden Länderspielpause: „Jetzt haben wir eine XL-Länderspielpause und danach ein sehr, sehr wichtiges Heimspiel gegen Elversberg. Wir werden die Zeit gut nutzen. Natürlich weiß man, dass man in Leverkusen oder München verlieren kann. Ich glaube, die Heimniederlage gegen Schalke tut mehr weh. Trotzdem hat auch heute die Art und Weise nicht gepasst. Trotzdem müssen wir positiv bleiben.“

… zu den derzeit größten Problemen von Union: „Im Defensivverhalten. Wir bekommen zu viele Gegentore und lassen zu viel zu. Das Bayern-Spiel kann man da vielleicht ein Stück weit herausnehmen. Aber wir müssen stabiler werden, speziell defensiv besser harmonieren. Wir lassen auf der letzten Linie zu viele Situationen im Eins-gegen-eins entstehen. Da müssen wir einfach besser werden, auch in der Kommunikation.“

… zum möglichen Abstiegskampf: „Natürlich kann das passieren. Es gibt auch andere Vereine, die ihre Probleme haben. Ein Verein hat schon den Trainer gewechselt, daran sieht man, wie schnell es geht. Ich habe das Gefühl, dass es in dieser Saison von Anfang an eng wird und alle sofort ihre Punkte sammeln. Damit müssen wir jetzt anfangen.“

… zur Umstellung auf eine Viererkette (vor dem Spiel): „Es geht gar nicht ums System, es geht darum, wie wir es gemeinsam hinbekommen. Wir spielen gegen eine sehr, sehr gute Mannschaft. Im Eins-gegen-eins wirst du es nicht schaffen. Ich glaube weniger, dass das mit Fünfer- oder Viererkette zu tun hat, sondern eher damit, wie wir es gemeinsam lösen. Überzeugung und Mut brauchst du natürlich. Ohne die wird es nicht funktionieren.“

… zur Entwicklung unter dem neuen Trainerteam (vor dem Spiel): „Wir haben einen riesigen Umbruch. Wir haben ein neues Trainerteam, eine neue Spielanlage. Das braucht einfach Zeit. Ich weiß, viel Zeit bekommt man in der Bundesliga nicht. Deswegen ist die große Herausforderung, dass wir als Mannschaft auf dem Feld Entwicklung hinbekommen, dass man endlich sieht, dass es stabiler wird. Bis jetzt war es doch ein bisschen zu anfällig hinten. Und natürlich muss das speziell gegen die Bayern passen.“

 

Sky Experte Shkodran Mustafi ...

… zur Effektivität des FC Bayern: „Heute waren sie brutal effektiv. Es gab Spiele wie gegen Schalke, in denen sie sich viel mehr Chancen herausgespielt und die dann nicht gemacht haben. Heute haben sie auch viel aus der Distanz getroffen und sich damit das Spiel einfacher gemacht. Aber grundsätzlich: die Intensität, die individuelle Qualität bei Ballannahmen und Ballmitnahmen – wenn diese Mannschaft ihre individuelle Qualität auf den Platz bekommt, ist es brutal schwierig, sie zu verteidigen.“

… zur sportlichen Entwicklung von Union Berlin: „Du hast einen Trainer geholt, der eine andere Idee hat. Das ist eine Veränderung, ein anderer Fußball und das braucht Zeit. Das Problem ist: Im Fußball hast du diese Zeit nicht. Man muss bewerten, welche Entwicklung die Mannschaft macht. Jetzt sollte der Fokus zunächst auf der defensiven Stabilität liegen. Wenn du das geschafft hast, kannst du Schritt für Schritt über die nächsten Dinge nachdenken.“

… zu Jamal Musiala nach seiner Rückkehr: „Wir wissen alle, was für ein Talent er ist und wie wichtig er für Bayern und die deutsche Nationalmannschaft ist. Die 90 Minuten sind gut, dass er die jetzt in den Knochen hat. Die Länderspielpause kann ein sehr guter Moment für ihn sein und ihm persönlich helfen. Auf solche Spieler müssen wir aufpassen. Gerade nach schwierigen Zeiten musst du versuchen, so einen Spieler aufzufangen und wieder aufzubauen – als Verein, Verband, Familie und Freundeskreis gemeinsam.“

… zum großen Kader der deutschen Nationalmannschaft (vor dem Spiel): „Es war für mich voll verständlich. Es war uns auch in der U21 klar, dass wir vielleicht den einen oder anderen nach oben abgeben. Manchmal ist da ein bisschen Trauer dabei, weil man die Jungs natürlich gerne bei sich hat. Aber unsere Aufgabe ist es, die Jungs nach oben zu bringen. Von daher freut es mich unheimlich, dass die Jungs jetzt dieses Gefühl bekommen und Kloppo auch ein Gefühl für die Jungs bekommt.“

… zu Harry Kane (vor dem Spiel): „Ich kenne ihn aus England, ich habe gegen ihn gespielt. Es war immer unangenehm gegen ihn zu spielen, weil er einfach komplett ist. Er kann das Spiel machen und Angriffe, die er teilweise selbst einleitet, auch selbst verwandeln. Er kann außerhalb der Box, mit links, mit rechts und mit dem Kopf. Aber das alles nur zu können, reicht nicht aus – er ruft es auch immer ab. Er ist unheimlich wichtig für die Mannschaft, offensiv sowieso, aber auch defensiv. Auf ihn können seine Mannschaft und sein Trainer zählen. Solche Spieler wünscht sich jeder in der Mannschaft.“

 

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