Thomas Müller spielt beim FC Bayern aktuell nur eine Nebenrolle. Beim 1:1 in der Champions League gegen Celtic wurde er 24 Sekunden vor Schluss eingewechselt, blieb ohne Ballaktion.
Unterföhring, 19.02.2025
Die Zukunftsfrage bleibt in der Folge spannend: Der Vertrag des Bayern-Stars läuft im Sommer aus. Wie lange tut sich Müller das noch an?
Von Nico Ditter, Florian Plettenberg & Mario Volpe
"Das ist eine Demütigung. Das hat mich traurig gemacht und es tut mir leid für ihn. Ich war schockiert."
Emotionale Worte von Sky Experte Lothar Matthäus, als er auf den Mini-Einsatz von Bayern-Legende Thomas Müller gegen Celtic Glasgow angesprochen wird. Müller stand gegen die Schotten exakt 24 Sekunden (!) auf dem Platz, kam für Jamal Musiala.
Während Müller das Spiel ohne Ballaktion beendet, haben die Bayern den Einzug in das Achtelfinale erkämpft. "Riesen-Spiel von Müller", scherzte ein Sky User auf Instagram. Der Weltmeister von 2014 wollte sich nach dem Spiel in der Mixed Zone nicht äußern, sagte lediglich "passt schon".
Für Matthäus passt das aber mal so gar nicht. Der Rekordnationalspieler zu skysport.de: "Sowas muss sich ein Thomas Müller nicht antun. Er ist einer der größten und erfolgreichsten Spieler aller Zeiten. Also für die paar Sekunden, kann der Trainer einen anderen Spieler nehmen. Wenn das die Perspektive für die Zukunft ist, dann sollte er etwas anderes machen. Ich glaube nicht, dass ihm das Spaß gemacht hat. Wofür?
Damit er einen weiteren Champions-League-Einsatz gutgeschrieben bekommt? Ich wäre mir an seiner Stelle blöd vorgekommen."
Achtelfinale, Platz eins in der Bundesliga - das passt. Müllers jüngste Spielzeit allerdings nicht. Gegen Celtic kam er in Hin- und Rückspiel auf gerade einmal vier Spielminuten, im gesamten Februar spielte er nur 36 Minuten. Beim 3:0-Sieg gegen Werder Bremen und beim 0:0 bei Bayer Leverkusen saß er die komplette Spielzeit auf der Bank. 37,3 Minuten im Schnitt (30 Pflichtspiele, fünf Tore und vier Assists), mehr war in dieser Saison (noch?) nicht drin.
Coman als Kane-Ersatz
Eine weitere bittere Nachricht: Nach der Pause musste Stürmer Harry Kane angeschlagen runter. Anstelle von Müller, der auch als Neuner im Sturmzentrum spielen kann, ist Kingsley Coman in die Partie gekommen. Die Gründe für den vorläufigen Verzicht sind unklar. Wirklich glücklich war die Entscheidung aus Sicht des Routiniers nicht - im Gegenteil.
Wie lange tut sich Müller das noch an?
Der Vertrag des Bayern-Stars läuft im Sommer aus. Wie geht es weiter? Klar ist: Wie Sky am 8. Januar enthüllt hat, erwägen die Münchner, den Vertrag der Vereins-Legende noch einmal bis 2026 zu verlängern. Die Entscheidung liegt jedoch allein bei Müller. Stand jetzt ist seine Zukunft als Bayern-Spieler weiter offen.
Neue Chance gegen Frankfurt?
Präsident Herbert Hainer betonte kürzlich, dass er sich einen Verbleib wünscht - in welcher Form auch immer. Müller mache seine nächsten Schritte "von seiner Fitness abhängig, davon, wie er sich fühlt", sagte Hainer im Interview mit der SportBild. "Wir wollen zudem mit ihm darüber reden, was er einmal macht, wenn er nicht mehr Fußball spielt, weil wir ihn gerne in der einen oder anderen Form beim FC Bayern einbinden wollen", erklärte der Bayern-Präsident: "Ob er das sofort will oder nach einer so langen aktiven Zeit erst einmal eine Auszeit machen möchte, muss er selbst entscheiden."
Kurzfristig könnte Müller durch die Kane-Verletzung (Einblutung in der Wade) in die erste Elf rücken. Noch ist unklar, ob der Superstürmer am Sonntag bei Eintracht Frankfurt (17:30 Uhr im Liveticker auf skysport.de und in der Sky Sport App) auflaufen kann. Müller stünde als Ersatz parat - eine andere adäquate Option auf der Mittelstürmerposition hat Trainer Vincent Kompany nicht.
Sollte der 35-Jährige auch dann keine Berücksichtigung in der ersten Elf finden, wird sich wieder die Frage stellen: Wie lange tut sich Müller das noch an?
"Sollte Kane am Sonntag gegen die Eintracht im Heimspiel tatsächlich ausfallen, ist Müller für mich die absolute Top-Alternative, um ihn zu ersetzen. Kane durch Coman, Gnabry, Musiala oder Sane zu ersetzen - davon halte ich nichts", schätzte Sky Reporter und Bayern-Reporter Florian Plettenberg ein. "Müller hat sich mehr Einsätze verdient. Ansonsten ist ihm der FC Bayern schuldig zu sagen, dass man in der nächsten Saison sportlich nicht mehr mit ihm plant, anstatt ihm die Entscheidung zu überlassen, ob er weitermacht oder nicht."
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