Trainingseinheit, kultureller Austausch und ein Stadionbesuch - eine ereignisreiche Erfahrung für die afghanische Frauen-Fußballnationalmannschaft in Wolfsburg.
Wolfsburg, 27.08.2026
Ein Trainingscamp der besonderen Art mit einem Team, das es eigentlich nicht geben dürfte: Die afghanische Fußballnationalmannschaft der Frauen, die in ihrer Heimat verboten ist, trainiert eine Woche lang unter professionellen Bedingungen in Wolfsburg. Auf Einladung von Volkswagen und mithilfe der Organisation des VfL Wolfsburg bereiten sich das Team, das ausschließlich aus geflüchteten Frauen besteht, auf ihr erstes Länderspiel nach der offiziellen Wiederzulassung durch die FIFA vor. Das war eine historische Entscheidung: Denn erstmals erlaubte der Weltfußballverband das Spiel einer Nationalmannschaft ohne Zustimmung des Heimatverbandes.
Als die Taliban 2021 erneut die Macht in Afghanistan übernahmen, endete für viele Mädchen und Frauen von einem Tag auf den anderen die Möglichkeit, Sport zu treiben. Auch die Spielerinnen der afghanischen Frauen-Nationalmannschaften waren betroffen. Weil Fußballspielen für Frauen verboten und mit harten Strafen bedroht wurde, mussten zahlreiche Spielerinnen ihre Heimat unter großer persönlicher Gefahr verlassen und ins Exil flüchten.
Heute leben die ehemaligen Nationalspielerinnen und Nachwuchstalente verstreut in verschiedenen Ländern Europas, darunter Portugal, Großbritannien, Deutschland und mehrere skandinavische Staaten. Was sie trotz der geografischen Distanz verbindet, ist ihr gemeinsamer Traum, ihr Land eines Tages wieder auf dem Fußballplatz vertreten zu dürfen.
Ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg wurde erst vor wenigen Monaten erreicht: Nach jahrelangem Einsatz von Khalida Popal, Gründerin der Organisation Girl Power und ehemalige Kapitänin der afghanischen Frauen-Nationalmannschaft, erlaubte die FIFA erstmals die Anerkennung eines afghanischen Frauenteams ohne die Zustimmung des nationalen Verbandes. Eine historische Entscheidung, die den Spielerinnen neue Perspektiven eröffnet. Bereits im Herbst steht voraussichtlich das erste offizielle Länderspiel der Mannschaft auf dem Programm.
Das bevorstehende Trainingslager in Wolfsburg soll einen wichtigen Beitrag auf diesem Weg leisten. Volkswagen unterstützt das Girl Power Summer Camp nach dem Auftakt im letzten Jahr rund um die UEFA Women’s EURO in der Schweiz bereits zum zweiten Mal und setzt damit ein Zeichen für langfristiges gesellschaftliches Engagement. Gerd Voss, Leiter Sportkommunikation von Volkswagen: „Das Girl Power Summer Camp zeigt eindrucksvoll, welche Kraft im Fußball steckt. Die Werte, für die dieses Projekt steht – Zusammenhalt, Vielfalt, Respekt und die Chance auf Teilhabe – sind zugleich Werte, die Volkswagen fest in seiner Unternehmenskultur verankert hat. Dass wir das Camp bereits zum zweiten Mal unterstützen, ist Ausdruck unseres Anspruchs, gesellschaftliches Engagement langfristig und nachhaltig zu begleiten. Denn echte Veränderung entsteht nicht durch einzelne Impulse, sondern durch Kontinuität.“
Um sich auf diese neue Aufgabe vorzubereiten, sind die Spielerinnen in dieser Woche beim Girl Power Summer Camp in Wolfsburg zu Gast. Auf Einladung von Volkswagen und mit Unterstützung des VfL Wolfsburg absolvieren sie ein Trainingslager unter professionellen Bedingungen. Trainerinnen und Trainer aus dem Nachwuchsbereich des VfL begleiten die Einheiten und bringen ihre Expertise ein. Für viele der Teilnehmerinnen ist es die erste Gelegenheit, sich in einem derart professionellen Umfeld gemeinsam auf sportliche Herausforderungen vorzubereiten.
Training mit Almuth Schult
Ein besonderer Höhepunkt des Camps ist die gemeinsame Trainingseinheit mit Almuth Schult. Die ehemalige deutsche Nationaltorhüterin und langjährige VfL-Spielerin gibt ihre Erfahrungen aus dem internationalen Spitzenfußball direkt an die Teilnehmerinnen weiter.
Fatime, eine Spielerin des Teams, sagt: „Es ist einfach toll, ich vergesse alles Negative, wenn ich Fußball spiele. Ich bin froh, hier sein zu dürfen.“
Fußball schafft Sichtbarkeit
Im Anschluss an die Trainingseinheit richtet sich der Blick auf die Bedeutung des Projekts über den Sport hinaus. Beim gemeinsamen Medientalk diskutieren Khalida Popal, Almuth Schult und VfL-Geschäftsführer Dieter Hecking über die gesellschaftliche Kraft des Fußballs und darüber, welche Bedeutung Sichtbarkeit, Teilhabe und Frauenrechte für die Spielerinnen haben.
Popal sagt: „Wir nutzen Fußball als Plattform, um Frauen und Mädchen sichtbar zu machen, ihre Rechte zu stärken und für ihre volle Teilhabe an der Gesellschaft einzustehen.“
Schult ergänzt: „Es geht um weit mehr als Fußball. Dieses Projekt macht Mädchen und Frauen sichtbar, stärkt sie darin, mutig und selbstbewusst ihren eigenen Weg zu gehen, und zeigt, was möglich ist, wenn ihnen Teilhabe ermöglicht wird.“
Kontakt
Volkswagen AGBerliner Ring 2
DE-38440 Wolfsburg
Gerd Voss
+49 5361 977074
gerd.voss@volkswagen.de
Social Media & Links
FacebookX
YouTube
TikTok
Homepage
Themen
» Frauen-Fußball» Fußball
» Video