Demirovic unterliegt im Duell mit seinem Fast-Arbeitgeber: „Ich habe es nicht als Vorstellung gesehen“ - Auch Führich bemängelt Stuttgarter Chancenwucher: „Am Ende hat uns das Tor gefehlt“ - DAZN-Experte Kneißl zur ersten Halbzeit des VfB: „Haben sich schon auch den Schneid abkaufen lassen“
Berlin/München, 03.11.2026
Sehr geehrte Medienpartner, anbei erhalten Sie die wichtigsten Stimmen aus der Partie Galatasaray Istanbul gegen VfB Stuttgart (2:0) am 4. Spieltag der Ligaphase der UEFA Champions League live bei DAZN.
Sebastian Hoeneß (Trainer VfB Stuttgart) ...
… zur Niederlage bei Galatasaray: „Man muss sich einfach den Verlauf des Spiels anschauen. Wir haben eine gute Chance, in Führung zu gehen. Wir hatten davor auch schon ein, zwei ganz gute Durchbrüche am Flügel, waren im letzten Drittel, waren gefährlich. Ich hatte das Gefühl, das Spiel ist gerade so auf unserer Seite. Und in genau dieser Phase, muss man im Nachhinein sagen, verlieren wir das Spiel, kriegen wir zwei Tore. Es ist bitter und unnötig. Ich glaube, dann war es ein offenes Spiel. Das Ergebnis hat nicht wirklich zur ersten Halbzeit gepasst. In der zweiten Halbzeit kann ich einfach nur den Hut ziehen vor der Leistung, die die Jungs gezeigt haben. Sie haben alles auf dem Platz gelassen. Das Ding wollte irgendwie nicht rein. Es wäre sehr spannend gewesen, zu sehen, was passiert wäre, wenn wir ein Tor machen. Es gab genug Möglichkeiten. Aber das sind natürlich alles Dinge, die dazugehören, um so ein Spiel hier bei Galatasaray zumindest nicht zu verlieren. Es ist bitter, es sind gemischte Gefühle gerade bei mir.“
… zur Verletzung von Atakan Karazor: „Das ist ein Pferdekuss. Er konnte nicht mehr richtig auftreten. Dann muss man sagen, hat Spalti, unser Junger, einfach ein Riesenspiel gemacht. Hat sein Herz in die Hand genommen und hat abgezockt gespielt wie ein Alter. Das war sicher eine sehr positive Geschichte des heutigen Spiels. Er hat sich heute definitiv beworben für weitere Einsätze.“
… zur Motivation von Ermedin Demirovic (vor dem Spiel): „An Spekulationen werde ich mich nicht beteiligen. Aber bei Medo mache ich mir nie Gedanken, ob er motiviert ist für ein Spiel. Ganz sicher hat er heute auch genug Gründe, richtig heiß zu sein, wie die anderen auch.“
… zur Entscheidung für Fabian Bredlow im Tor (vor dem Spiel): „Fabian hat schon ein paar Stadien gesehen, Atmosphären selber erlebt, nicht nur als Spieler auf der Bank. Das liegt einfach daran, dass es weiterhin so ist, das haben wir vorher angekündigt: Dennis ist sehr lange verletzt gewesen, geht gerade in seine erste Saison. Er hat schon bei seiner ersten englischen Woche gemerkt, dass es etwas anderes ist, drei Spiele in einer Woche zu machen. Wir haben auch am Samstag noch ein sehr wichtiges Spiel. Darüber hinaus ist Fabian in einer sehr guten Verfassung, hat die Situation für sich nutzen können. Deswegen ist es für mich der logische Schritt, den Wechsel heute zu machen.“
Chris Führich (VfB Stuttgart) ...
… zur Niederlage gegen Galatasaray: „Wir haben sehr, sehr viel investiert. Wir starten genauso, wie wir uns das vorgenommen haben. Riesenchance von Jamie – wenn der reingeht, ist natürlich eine andere Ausgangssituation. Dann kassieren wir das 0:1, weil wir ein bisschen zu passiv sind. Natürlich entwickelt sich dann hier eine Energie, die man auch erst mal aushalten muss. Danach fällt direkt das zweite Gegentor. Wir fangen uns dann ganz gut. In der zweiten Halbzeit spielen wir ein gutes Spiel mit vielen Chancen. Ein paar Situationen, die wir zwar besser ausspielen können, aber am Ende hat uns das Tor gefehlt. Schade mit dem Abseitstor. Das hätte noch mal ein Wendepunkt sein können. War es jetzt aber nicht. Aber wir haben alles reingehauen, alles investiert und wir können hier trotzdem mit viel Positivem runtergehen.“
… zur Atmosphäre in Istanbul: „Es hat ein bisschen gebraucht, sich daran zu gewöhnen. Es ist ganz schön ordentlich für die Ohren. Aber man zieht daraus auch Energie und investiert dann noch mehr. Am Ende hat es aber nicht gereicht. Glückwunsch an Galatasaray.“
… zur Verletzung von Atakan Karazor: „Bitter für ihn. Er hat sich an den Oberschenkel gefasst. Ich habe jetzt noch nicht mit ihm gesprochen. Ich hoffe natürlich, dass es nicht allzu schlimm ist. War ein bisschen bitter für ihn. Wir hoffen alle, dass es nicht mehr ist.“
… zur Chancenverwertung: „Da hat nicht viel gefehlt. Wenn man die Chance von Jamie sieht: Mehr Pech kann man auch nicht haben. Sonst gab es viele Situationen, Schüsse, Abschlüsse, die knapp vorbei waren. Mein Schuss war auch drin, aber hat am Ende nicht gezählt. Klar müssen wir uns das anschauen und daraus mehr machen, wenn man hier punkten möchte. Ist ganz klar. Wir nehmen das Positive mit und schauen nach vorne. Wir sind sehr gut in die Champions League gestartet und lassen uns davon jetzt nicht von unserem Weg abbringen.“
Ermedin Demirovic (VfB Stuttgart) ...
… zur Niederlage bei Galatasaray: „Für mich war es allgemein ein sehr besonderes Spiel. Ich war das erste Mal in der Türkei. Überragende Atmosphäre. So eine Lautstärke und so einen Support habe ich wirklich noch nie erlebt. Nichtsdestotrotz war es natürlich ein Champions-League-Spiel, das wir gewinnen wollten. Das hat am Ende leider nicht geklappt, aber wir werden weitermachen.“
… zur hitzigen Atmosphäre auf dem Platz: „Das gehört zu so einem Spiel einfach dazu. Wir wussten, wie laut es wird. Wir wussten, dass eine aggressive Stimmung herrschen wird. Wir wollten dagegenhalten. Wir wussten, dass wir uns jetzt nicht klein machen dürfen und wie kleine Kinder agieren dürfen, sondern wir wollten schon dagegenhalten. Das haben wir auch gemacht. Eine Rudelbildung kommt dann zustande. Ich glaube aber nichtsdestotrotz, dass nach dem Spiel auch alles erledigt war. Da gibt es keine Dinge, die jetzt langgezogen wurden. Das war wirklich nur im Spiel, was dazugehört.“
… zu seinem beinahe erfolgten Wechsel zu Galatasaray: „Ich habe es jetzt nicht wirklich als Vorstellung hier gesehen. Ich wollte für den VfB ein gutes Spiel machen. Ich wollte das Spiel gewinnen. Ich hätte am liebsten noch ein Tor gemacht und der Mannschaft so geholfen. Deswegen habe ich mich gar nicht damit befasst, dass ich mich hier irgendwie vorstellen könnte. Natürlich hatte ich Kontakt und ich habe auch sehr viel Respekt gegenüber dem Verein. Aber nichtsdestotrotz wollte ich das Spiel schon gewinnen.“
Fatih Demireli (Direktor Entwicklung Galatasaray Istanbul) ...
… zum Druck vor dem Spiel (vor dem Spiel): „Der Druck ist allgegenwärtig bei uns. Das hast du in jedem Spiel, in jedem Freundschaftsspiel. Deswegen ist es nichts, was uns die Sache erschwert. Aber klar, wir haben die ersten beiden Spiele verloren, in Lille gewonnen. Das heißt, wenn wir weiterkommen wollen, das ist der Anspruch, sind heute gegen Stuttgart drei Punkte sehr, sehr wichtig für uns.“
… zu den Ambitionen in der Champions League (vor dem Spiel): „Wir haben in der letzten Saison das Achtelfinale erreicht. Das war in dem Moment eine Enttäuschung, weil wir raus waren. Aber dann im Nachhinein war das schon ein Achtungserfolg. Wir wollen mindestens das wieder erreichen, das ist klar. Der Anspruch ist, international erfolgreich zu sein. National sind wir über alles erhaben inzwischen. Aber international müssen wir nachlegen. Weiterkommen ist auf jeden Fall Pflicht.“
… zur Situation von Leroy Sane und Ilkay Gündogan (vor dem Spiel): „Wenn man aufs Papier guckt, sieht es übersichtlich aus, wenn man es nett formuliert. Aber es gibt dafür Gründe. Das eine ist: Leroy hatte die WM, relativ kurzen Urlaub, kam relativ schnell zurück und hat noch nicht so richtig reingefunden. Die Spieler auf seiner Position waren schnell in Form. Wir haben Druck, wir müssen jedes Spiel gewinnen. Wenn die Spieler funktionieren, ist es für den Trainer schwierig, da eine Rotation zu machen. Aber wir merken, dass es bei Leroy die letzten zwei, drei Spiele immer besser wird. Wir werden ihn bald in seiner Bestform erleben. Was ich sagen kann: Er trainiert vorbildlich. Jeden Tag gibt er Gas, macht Extraschichten. Ein sehr, sehr wichtiger Spieler für uns. Bei Ilkay müssen wir über seine Erfahrung nicht sprechen. Er hat nicht viele Einsätze, aber wenn er spielt, ist der Impact sofort zu spüren. Gerade hier in der Champions League merkt man seine Spiele in den Knochen. Das ist schon außergewöhnlich.“
… zur Bedeutung von Victor Osimhen (vor dem Spiel): „Victor hat für mich auch eher einen schwierigeren Start gehabt. Er findet körperlich immer mehr zu sich. Das merken wir jetzt. Er ist schon so eine One-Man-Pressing-Maschine vorne. Aber er braucht Unterstützung.“
… zu den hohen Investitionen und der Erwartungshaltung bei Galatasaray (vor dem Spiel): „Die Erwartungshaltung ist sehr, sehr groß. Aber das haben wir uns auch selbst eingebrockt. Das ist gar nicht im negativen Sinne. Jedes Jahr ist der Kader noch stärker geworden. Jetzt hast du Osimhen, Leao, Sane, Gündogan, wie sie alle heißen. Aber wir mögen das. Wir brauchen diese Herausforderung. Diese Leute hier, die kommen, die brennen. Es ist ein bisschen der Turkish Way of Life, sich manchmal unter Druck zu setzen, das Leben schwer zu machen. Aber das brauchen wir tatsächlich.“
DAZN-Experte Sebastian Kneißl ...
… zur Niederlage des VfB Stuttgart: „In der ersten Halbzeit haben sie sich letztlich von dieser Intensität, von dieser Stimmung, von diesem Stadion, von dieser aktiven Spielweise von Galatasaray schon auch den Schneid abkaufen lassen. Die zweite Halbzeit war besser. Aber insgesamt sage ich schon auch, es war eine verdiente Niederlage aus Sicht des VfB.“
… zu den positiven Ansätzen der Stuttgarter: „Chris Führich hat speziell in der zweiten Halbzeit richtig viel investiert. Kurze, schnelle Bewegungen, kommt dann zum Abschluss, versucht Räume zu kreieren. Das würde ich schon auch gerne mitnehmen wollen. Diese Frequenz, die sie in der zweiten Halbzeit geschaffen haben. Aber dennoch müssen sie sich auch die eine oder andere Frage gefallen lassen, warum es auch in Ballbesitz nicht diese Struktur, diese Dominanz gab, die man normalerweise vom VfB kennt.“
… zur Bedeutung von Ermedin Demirovic für Stuttgart (vor dem Spiel): „Ich glaube, der ist schon ganz happy hier, wenn er langsam mehr und mehr diese Wertschätzung bekommt. Ich liebe diese Spielertypen. Die sind eigentlich so ein bisschen unter dem Radar. Es ist nicht das Monsterspektakuläre, aber es ist so wichtig für die Mannschaft, vor allen Dingen im Abschluss. Das ist heute auch wieder gefragt. Er wird nicht viele Chancen bekommen, aber dann muss er schnell da sein. Das hat er in letzter Zeit bewiesen.“
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