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Zwei neue Weltrekorde, zahlreiche Medaillen und eine gelungene WM-Generalprobe: Deutsche Meisterschaften im Fallschirmspringen am Himmel über Gera

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Überherrn / Gera, 06.09.2026

  • Spannende Wettkämpfe in Disziplinen Freifall-Formationsspringen, Artistik, Speed Skydiving und Wingsuit-Fliegen
  • Marco Hepp erneut Deutscher Meister im Speed Skydiving - Thorsten Morhaus und Corinna Burk brillieren mit zwei neuen Weltrekorden
  • FS 4way: Airbus 4-way Illertissen sichert sich die nächste Goldmedaille

 

Überherrn/Gera, 05. September 2026 (dfv) – Der Flugplatz Gera war vom 31. August bis 5. September 2026 Austragungsort der Deutschen Meisterschaften im Fallschirmspringen. Die Meisterschaften wurden vom FSZ Kassel e.V. / Aero Fallschirmsport ausgerichtet. Auf dem Programm standen die Disziplinen Freifall-Formationsspringen (FS), Artistik (AE), Speed Skydiving (SP) und Wingsuit-Fliegen (WS).

Insgesamt wurden zehn deutsche Meister-Titel vergeben. In einem hochkarätig besetzten Feld gingen insgesamt über 170 Athletinnen und Athleten an den Start.


DFV-Sportdirektor Ralph Schusser zog eine positive Bilanz: „Auch dieses Jahr war es eine erfolgreiche deutsche Meisterschaft mit beeindruckenden Leistungen der Athletinnen und Athleten. Zwei neue Weltrekorde im Speedskydiving unterstreichen das hohe Leistungsniveau. Die Nachwuchsarbeit an den Sprungplätzen trägt erste Früchte und zeigt sich in den neuen Nachwuchsrekorden und mehr jungen Teilnehmern als in den Vorjahren. Die guten Leistungen unserer DFV-Kaderathleten lassen auf eine starke Repräsentation Deutschlands auf den bevorstehenden Weltmeisterschaften im Wingsuit-Fliegen in Elsinore (Kalifornien, USA) und im FS, SP und AE in Eloy (Arizona, USA) im Oktober hoffen. Mein besonderer Dank gilt dem FSZ Kassel, den Offiziellen, den Schiedsrichtern und der Vielzahl an Helfern vor Ort, dass diese Deutsche Meisterschaft in guter Erinnerung bleiben wird.“


Die Weltmeisterschaften im Wingsuit-Fliegen finden vom 08. bis 15. Oktober in Elsinore (Kalifornien, USA) statt. In den Disziplinen FS, SP und AE geht es vom 17. bis 24. Oktober in Eloy (Arizona, USA) um die WM-Titel.


Freifall-Formationsspringen: Airbus 4-way Oceanside Illertissen triumphiert in der Offenen Klasse


Im Vierer-Freifallformationsspringen (FS 4-way) gingen ab Dienstag 21 Teams in drei Klassen an den Start.

Beim Freifall-Formationsspringen bilden mehrere Springer im freien Fall vorgegebene Formationen. Ziel ist es, innerhalb einer vorgegebenen Zeit möglichst viele der vorgegebenen Figuren korrekt zu fliegen. Gewertet wird die Anzahl der erfolgreich absolvierten Formationen.

In der Einsteiger-Klasse krönte sich das Team Airtron vom FSG Gransee mit 110 Punkten zum Deutschen Meister und stellte zugleich einen neuen Nachwuchsrekord in der Einsteigerklasse auf. Silber ging an das Team Four Elements von Skydive MV mit 96 Punkten, gefolgt von Team Fallobst vom FSC Münster mit 82 Zählern. Einen weiteren Nachwuchsrekord stellte das Team Sabrewings FSZ-Saar auf, das als reines Frauenteam 54 Punkte in der Kategorie „female“ erflog.


Die Deutsche Meisterschaft in der Fortgeschrittenen-Klasse holte das Team Spirit powered by Rainbowsuits vom FSZ Kassel mit 105 Punkten vor dem Team Moskyto von Pullout Skydive und dem Team Flying Cowboys Reloaded vom FSZ-Saar. Dem Team „Spirit“ gelang damit auch nach dem „Aufstieg“ in die nächsthöhere Klasse ein klarer Erfolg, nachdem im Vorjahr bereits die Einsteiger-Wertung gewonnen wurde und lässt mit einem neuen deutschen Nachwuchsrekord in der Fortgeschrittenen-Klasse auf eine erfolgreiche Zukunft des Teams hoffen. In der Offenen Klasse verteidigte der amtierende Deutsche Meister Airbus 4-way Illertissen (186 Punkte) in angepasster Besetzung mit Alexander Prendinger (Hohenpeißenberg), Tim Mack (Gerstungen), Tom Mack (Gerstungen), Felix Pfeifer (München) und Kameramann Moritz Mack (Gerstungen) souverän seinen Titel. Die Vizemeisterschaft ging an Meltemi Oceanside Illertissen (141 Punkte), gefolgt von Dark NeVa – FSZ Saar (123 Punkte) auf Rang drei. Das Team Airbus 4way wird Deutschland zusätzlich auf den Weltmeisterschaften im Formationsspringen im Oktober im US-amerikanischen Eloy vertreten.


Im Achter-Formationsspringen (FS 8way) konnte das Team Grounded Eagle aus Illertissen mit 68 Punkten nach sieben Runden den Sieg für sich entscheiden, Platz zwei belegte das Team Standard Saulgau 8-way mit 55 Punkten, Platz drei Team Coriolis von Skydive Hildesheim mit 52 Punkten. Der Wettbewerb im FS 8Way musste leider aufgrund schwieriger Wetterverhältnisse vorzeitig nach sieben Runden abgebrochen werden.

Erfreulich: Dieses Jahr war auch die Einsteigerklasse mit einem Team, Paranodon 8way Illertissen, besetzt. Sie erreichten mit 22 Punkten in sieben Runden ihre Team-Bestleistung.


Hepp und Radow Meister im Speed Skydiving


Beim Speed Skydiving geht es um die Geschwindigkeit im freien Fall. Die Athleten versuchen, innerhalb einer festgelegten Messstrecke eine möglichst hohe Durchschnittsgeschwindigkeit zu erreichen. Moderne Speed-Skydiver erreichen dabei Geschwindigkeiten von deutlich über 400 km/h.


Herausragender Athlet unter 13 Teilnehmenden im Speed Skydiving war einmal mehr der Günzburger Marco Hepp mit einem Gesamt-Durchschnitt von 497,35 km/h, vor Thorsten Morhaus (Neckarsulm) mit 494,15 km/h und Lukas Winnecker (Eschenburg-Roth) mit 446,51 km/h. Rang eins bei den Frauen ging an Juliane Radow (Sattel), die im Durchschnitt über alle absolvierten Runden 440,93 km/h schnell war, vor Corinna Burk (Erdmannhausen) mit 422,88 km/h und Marlene Kiepke (Bleckede) mit 399,94 km/h. In der seit diesem Jahr neuen Master Klasse (ab 50 Jahren) gewann Thorsten Morhaus die Goldmedaille vor Corinna Burk und Peter Schmid (Brackenheim).


Morhaus und Burk stellten dabei zwei neue Weltrekorde in der Master-Klasse auf, einmal in der Herrenwertung und einmal in der Damenwertung. Die starken Leistungen der Speed Skydiver lassen auf eine starke Repräsentation Deutschlands auf den Weltmeisterschaften im Oktober hoffen.


Medaillen wurden auch in der Disziplin Wingsuit Performance vergeben. Im Wingsuit Performance wird ein spezieller Fluganzug getragen, Ziel ist dabei, eine möglichst lange Zeit im Freifall zu sein (Teildisziplin Time), eine möglichst hohe Geschwindigkeit über Grund aufzubauen (Teildisziplin Speed) und eine möglichst weite Distanz über Grund zurückzulegen (Teildisziplin Distance). Top-Athleten legen hier Strecken über vier Kilometer zurück.


Deutscher Meister in den Teildisziplinen Time und Speed wurde Pascal King (Calden), der Titel in der Teildisziplin Distance ging an Zbigniew Izbicki (Frankfurt a. M.). Der Gesamtsieg, der sich aus den Ergebnissen der drei Teildisziplinen zusammensetzt, ging ebenfalls an Pascal King vor Stefan Gilbert (Kleinmachnow) und Zbigniew Izbicki. King und Gilbert werden Deutschland auf den Weltmeisterschaften im Wingsuit Flying im Oktober in Lake Elsinore (Kalifornien, USA) vertreten.


In den artistischen Disziplinen Freefly und Freestyle steht die kreative und technisch anspruchsvolle Gestaltung des freien Falls im Mittelpunkt. Die Teams zeigen innerhalb einer vorgegebenen Zeit akrobatische Figuren und Bewegungsabläufe in verschiedenen Körperpositionen. Bewertet werden unter anderem die technische Ausführung, Schwierigkeit und Präsentation.


Die Goldmedaille im Freefly Open gewannen Christian Kaufmann und Timmy Dittrich aus Berlin mit ihrem Team Flytopia Fehrbellin mit 20,7 Punkten und übertragen ihre sportliche Brillanz aus dem Windtunnel in die Welt des Freifalls. Christian Kaufmann und Timmy Dittrich hatten im April im Indoor Skydiving bereits EM-Silber gewonnen. Der zweite Platz in der nationalen Wertung ging mit 12,4 Punkten an das Team Comfortably Fast.


Im Freestyle entschied das Team Klara Fall (FSZ Kassel) in einem bis zur letzten Runde spannenden Kopf an Kopf Rennen mit 43,1 Punkten die deutsche Wertung vor dem Team Skylicious GoJump Gransee mit 42,6 Punkten für sich.

 

Hinweise:

Alle Ergebnisse sind zu finden unter: Ergebnisse Deutsche Meisterschaft · Skydive.de

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