Überherrn / Lille, 12.04.2026
- Nikolai Johann mit zwei Goldmedaillen im Indoor Para Skydiving
- Starkes Zeichen für Integration: Indoor Para Skydiving zum ersten Mal als Disziplin auf Weltklasseniveau vertreten
- Bronzemedaille für das Team Airbus 8way im Indoor Formation Skydiving
- Team Meltemi Oceanside Illertissen mit starkem viertem Platz
- DFV-Sportdirektor Schusser mit positiver Bilanz
Lille, Frankreich/Überherrn, 12. April 2026 (dfv) - Die deutschen Fallschirmspringer*innen haben beim zweiten Teil der Europameisterschaften im Indoor Skydiving in Lille (Frankreich) nahtlos an die Erfolge aus der Vorwoche angeknüpft. Das Highlight des Wettkampfs war die herausragende Leistung von Nikolai Johann, der im Indoor Para Skydiving (IPS) doppeltes Gold im Worldcup und bei der Europameisterschaft gewann.
Mit der EM-Bronzemedaille feierte das Team Airbus 8way (Steffen Schiedek/Seelze, Dieter Kirsch/Bad Langensalza, Karin Bauch/Münster, Carola Fietz/Fehrbellin, Simone Kaster/München, Manfred Moritz/Nürnberg, Thomas Spielvogel/Putzbrunn, Max Thiele/Berlin, Ersatz Franziska Wiesler/Elfershausen) einen weiteren deutschen Mannschaftserfolg.Der zweite Teil des sechsten FAI-Worldcup wurde kombiniert mit der vierten Europameisterschaft vom 09. bis 11. April in Lille, Frankreich in den Disziplinen Indoor Formation Skydiving (IFS) sowie Indoor Para Skydiving (IPS) ausgetragen. Insgesamt kämpften 260 Athleteninnen und Athleten aus 21 Nationen in fünf Disziplinen um insgesamt fünf EM-Titel. Die deutsche Delegation war mit 22 Athletinnen und Athleten in drei der fünf Wertungen vertreten.
„Nikolai Johanns herausragender Erfolg war das absolute Highlight eines leistungsstarken Wettbewerbs. Gleich zweimal Gold im Worldcup und bei der EM bei seinem internationalen Debüt sowie beim ersten Worldcup in der Disziplin IPS - das ist unbeschreiblich. Niko hat an seine großartigen Leistungen von der deutschen Meisterschaft in Berlin nahtlos angeknüpft“, sagte Delegationsleiter und DFV-Sportdirektor Ralph Schusser und ergänzte: „Parallel zur Entwicklung im Dynamic Flying und Indoor Solo Freestyle ist auch im IFS das internationale Niveau stark gestiegen. Mit 21 Nationen und einem großen Teilnehmerfeld - speziell aus Asien - entwickelt sich IFS ebenfalls positiv. Daher freue ich mich, dass die deutschen Teams neben starker Konkurrenz im internationalen Vergleich mithalten konnten. Die EM-Bronzemedaille für das Team Airbus 8way und der starke vierte Platz des Team Meltemi Oceanside Illertissen runden das gute deutsche Gesamtergebnis ab.“
Johannes Heptner, Cheftrainer und Bundestrainer, fand ebenfalls lobende Worte: „Ich freue mich, dass wir im IFS nach einem Jahr ohne deutsche Beteiligung auf die internationale Bühne zurückkehren konnten. Die EM-Bronzemedaille für das Team Airbus 8way und der überragende vierte Platz des Teams Meltemi Oceanside Illertissen erfüllen mich mit Stolz. Mit dem ersten Worldcup und der ersten Europameisterschaft im IPS wurde zudem ein Meilenstein im Indoor Para Skydiving gesetzt. Ich freue mich für Niko Johann, Nikolai Jaklitsch und Jörg Schmidtke über ein sehr erfolgreiches Debüt, bei dem Niko Johann in beiden Wertungen dominiert hat.“
Nikolai Jaklitsch, Bundestrainer für IPS und Referent für Inklusion des DFV, war überwältigt: „Es war herausragend. Allen voran freue ich mich mit Nikolai Johann über seinen Erfolg. Ich bin sehr froh, dass IPS endlich auf internationaler Ebene vertreten ist, der Weg dahin war lang. Umso glücklicher bin ich, dass IPS als gleichwertiger Teil des Wettkampfgeschehens das erste Mal auf Weltklasseniveau ausgetragen wurde. Wir waren mittendrin, statt nur am Rande dabei. Dieser Wettkampf war ein wichtiger Schritt für die zukunftsfähige Integration unseres Sports.“
Die Sportart des Indoor Skydivings vereint verschiedene Disziplinen, die alle eines gemeinsam haben: das Fliegen in einem Windtunnel. Ein Windtunnel erzeugt durch Turbinen einen vertikalen Luftstrom, in dem sich die Athletinnen und Athleten in allen drei Dimensionen bewegen können. In der Disziplin des Indoor Formation Skydivings (IFS) werden festgelegte Formationen in einer bestimmten Zeit geflogen – jede korrekt gezeigte Formation gibt Punkte. Im Indoor Para Skydiving (IPS) absolvieren Athleten mit Behinderung einen festgelegten Parcours im Windtunnel, wobei ein Kompensationssystem/Koeffizient für faire Vergleichbarkeit sorgt.
Alle Disziplinen und Ergebnisse von Lille im Detail
- IFS 4way Female
Im IFS 4way der Frauen traten insgesamt 13 Teams aus 10 Nationen gegeneinander an. Mit dem vierten Platz in der Europameisterschaftswertung feierte das Frauenteam Meltemi Oceanside Illertissen (Nadeja Sievers/Rehlingen-Siersburg, Linda Köb/München, Petra Jastram/Bremen, Franziska Wiesler/Elfershausen, Ersatz Sylvia Maier/Polling) mit 210 Punkten einen erfolgreichen Re-Start nach längerer Pause und in neuer Aufstellung. In der Worldcup-Wertung sicherte sich das Team den siebten Platz.
Die Europameisterschaft gewannen die Französinnen „Nephtys“ (283 Punkte) vor den Britinnen „NFTO“ (233) und den Norwegerinnen „Thyra“ (229). Gold in der WC-Wertung ging an die Chinesinnen „Hubei Team 1“ (302 Punkte) vor den Französinnen „Nephtys“ (283) und dem zweiten Team aus China „Hubei Team 2“ (258).
- IFS 4way Open
Im Indoor Formation Skydiving 4-way open feierte das französische Team „Aethers“ mit 336 Punkten einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg in der Worldcup-Wertung vor dem Team „Golden Knights“ aus den USA (310) und dem belgischen Team „NMP PCH HayaBusa“ (307). In der EM-Wertung dominierte das Team „Aethers“ vor „NMP PCH HayaBusa“ und den „Skywalkers Juniors“ (CZ/287 Punkte). Das tschechische Team demonstrierte zudem, wie eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit im Formationsspringen gelingen kann. In kürzester Zeit erreichten die vier jungen Talente die Leistungsspitze in Europa.
Das deutsche Team AERA Flystation (Thomas Spielvogel/Putzbrunn, Simone Kaster/München, Karin Bauch/Münster, Alexander Prendinger/Hohenpeißenberg, Ersatz Göran Meyer/Marbach) erreichte mit 190 Punkten den 22. Platz im Worldcup sowie Rang elf in der Europameisterschaft.
- IFS 8way
Im IFS 8way kämpften 13 Teams aus acht Nationen um die begehrten Titel.
Das deutsche Team Airbus 8way (Steffen Schiedek/Seelze, Dieter Kirsch/Bad Langensalza, Karin Bauch/Münster, Carola Fietz/Fehrbellin, Simone Kaster/München, Manfred Moritz/Nürnberg, Thomas Spielvogel/Putzbrunn, Max Thiele/Berlin, Ersatz Franziska Wiesler/Elfershausen) gewann mit einer starken Leistung von 195 Punkten Bronze in der EM-Wertung, hinter Frankreich 1 (264) und „Italia FS 8 Fly X8“ (214). Die Disziplin IFS 8way ist von einer starken internationalen Konkurrenz geprägt, sodass sich Airbus 8way in der Worldcup-Wertung den achten Platz sichern konnte. Die WC-Wertung entschied das französische Team „Frankreich 3 Aethers Nephtys“ (330 Punkte) vor dem US-amerikanischen Team „XP8“ (310) und dem französischen Team „France 1 Nova“ (309) für sich.
Das zweite deutsche Team „Chicanovas“ (Göran Meyer/Marbach, Alexander Prendinger/Hohenpeißenberg, Stephanie Meyer/Marbach, Bianca Feiert/Hohenpeißenberg, Sylvia Maier/Polling, Sarah Mertes/Saarlouis, Petra Bärenfänger/Offenbach, Linda Köb/München, Ersatz Petra Jastram/Bremen und Henning Stumpp/Offenbach), das in Lille seine internationale Premiere feierte, erreichte mit 169 Punkten Rang elf im Worldcup.
- IPS
In der Disziplin IPS kämpften 18 Athleten aus sieben Nationen um den Titel. IPS war das erste Mal als Disziplin beim Worldcup und der Europameisterschaft vertreten und demonstrierte, wie eine gelebte Integration im Sport funktionieren kann. Bei seinem internationalen Debüt gewann Nikolai Johann (Leipzig) Gold im Worldcup sowie bei der EM mit einer Zeit von 16,04 Sekunden. Zusätzlich stellte er bereits im Qualifying einen neuen Welt- und Europarekord sowie Deutschen Rekord mit 7,92 Sekunden als schnellste geflogene Runde auf.
Der Leipziger ließ in der Worldcup-Wertung die Italiener Veronica Raineri (18,59 Sekunden) und Emmanuele Valenza (20,64) hinter sich. In der EM-Wertung holte Johann Gold vor Raineri, Bronze gewann die Niederländerin Sabrina Schoenmaker. Jörg Schmidtke aus Norderstedt erreichte einen starken zehnten Platz in der Worldcup-Wertung.
Etwas wehmütig blickte DFV-Sportdirektor Schusser auf die Disziplin Vertical Formation Skydiving (VFS), in der kein deutsches Team an den Start gebracht werden konnte. Hier siegte das Team „Poland Flyspot Synapses“ (POL/304 Punkte) vor dem Team „Italia V Storm Esercito“ (ITA/280) und dem Team „China Jihua Park“ (CHN/248) in der WC-Wertung. In der EM-Wertung sicherte sich das Team „UK MDMP“ (UK/221 Punkte) Bronze hinter Polen und Italien.
- Ergebnisse: https://results.worldskydiving.org/competitionset/1093
- Website: https://www.weembi.com/wcis26/
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