Formel 1

Antonelli brilliert von P19 zum Rennsieg beim Heim-Grand-Prix: „Ein Traum ist wahr geworden“

Vasseur zu den Tifosi: „Es tut mir leid“ - Wolff zum Racing seiner Piloten: „Ich weiß noch nicht genau, wie wir daraus lernen“ - Hamilton wäre gerne mit harten Reifen losgefahren: „Das hätte uns beim Stopp mehr Freiheiten gegeben“ - Rosberg adelt Antonelli: „Wie ein Schumacher ist er gefahren“

Unterföhring, 06.09.2026

Die wichtigsten Stimmen zum Großen Preis von Italien – die komplette Formel 1 live bei Sky.

 

Kimi Antonelli (Rennsieger Mercedes) ...

… zu seinem Sieg von Startplatz 19: „Vielen Dank für diese riesige Unterstützung hier. Unglaublich, ich bin so glücklich, hier zu stehen. Das war unvorstellbar. Aber wir haben es geschafft und ich bin sehr, sehr glücklich.“

… zu seinem Ausritt ins Kiesbett: „Das war ein ziemlicher Schreckmoment. Als ich gebremst hatte, dachte ich, ich könnte durch die Kurve fahren. Dann bin ich ein wenig auf den Kies gekommen und geradeaus weitergefahren und dachte: Okay, das war es jetzt vielleicht. Ich habe meine Chance vertan. Zum Glück bin ich wieder rausgekommen.“

… zum Moment, in dem er an den Sieg glaubte: „Bei dem Restart dachte ich schon, dass ich eine Chance auf den Sieg haben würde. Ich habe definitiv daran geglaubt, insbesondere als ich hinter George war. Es war sehr schwierig, mit dem Windschatten-Effekt davonzuziehen. Dann sind wir in die Box gefahren, George hatte ein wenig Probleme mit den Reifen und ich hatte die frischeren Reifen. Ich konnte die Pace noch einmal erhöhen und dann den Sieg einfahren.“

… zu den Emotionen nach dem Heimsieg: „Ein Traum ist wahr geworden. Was für ein unglaublicher Tag. Ich hätte das nicht ohne mein Team, meine Familie und alle, die mich unterstützen, schaffen können. Es sind noch ein paar Rennen. Wir müssen einen kühlen Kopf bewahren und genießen jetzt den heutigen Tag.“

 

George Russell (Mercedes) ...

… zu Platz zwei und der Aufholjagd von Antonelli: „Herzlichen Glückwunsch an Kimi, ein unglaubliches Ergebnis von ihm. Als ich am Anfang des Rennens auf das Ranking geschaut habe, dachte ich schon: Okay, er kommt ganz schön schnell nach vorne, er wird am Ende bei uns dabei sein. Es war ein super Rennen von uns, gut gemanagt, aber am Ende sind die Reifen einfach eingebrochen. Ich bin fast das ganze Rennen auf diesen harten Reifen gefahren. Es war definitiv positiver als vor der Sommerpause, aber klar wäre ich lieber auf Platz eins gestanden.“

… zur unterschiedlichen Strategie der beiden Mercedes: „Ganz ehrlich, ich dachte, beide würden draußen bleiben. Ich war etwas überrascht, sie dann in der Box zu sehen. Am Ende war es wie eine Lotterie, wie die Würfel zu schmeißen. Das Team wusste nicht wirklich, welche Strategie besser sein würde. Es war sinnvoll, die Autos zu splitten und Kimi war dann auf der besseren Strategie.“

 

Max Verstappen (Red Bull) ...

… zum dritten Platz: „Wir hatten einige gute Kämpfe. Ich war öfter auf der Außenlinie, weil wir einige Probleme mit dem Batteriemanagement zwischen Kurve zwei und Kurve vier hatten. Ich habe versucht, dranzubleiben, aber sie waren einfach etwas zu schnell. Deshalb habe ich versucht, im Overtake-Modus zu sein und mein eigenes Rennen zu fahren. Ich bin glücklich mit Platz drei und damit, hier auf dem Podium zu stehen.“

… zu seinem Ausritt: „Es gab einen schwierigen Moment in Kurve zwei. Ich bin etwas weit gekommen und habe etwas Kies aufgesammelt. Dann war der McLaren im Overtake-Modus direkt hinter mir. Das macht einen großen Unterschied. Ab dem Moment, als ich wieder davonfahren konnte, war alles in Ordnung.“

 

Toto Wolff (Teamchef Mercedes) ...

… zum historischen Sieg von Antonelli: „Das ist ein unglaublich toller Tag. Der kleine Italiener, an den zu Anfang niemand geglaubt hat. Vor zwei Jahren hat er im freien Training hier das Auto noch in die Mauer geworfen. Jetzt gewinnt er vom 19. Platz in einer ganz kontrollierten Art und Weise. Das war gut.“

… zum harten Duell zwischen Antonelli und Russell: „Heute haben sie gezeigt, dass sie hart miteinander fahren können, ohne sich abzuschießen. Zu dem Zeitpunkt wollten wir die Teamorder nicht aussprechen. Das war mit Sicherheit nicht notwendig. Wir müssen uns überlegen, wie wir das besser hätten managen können. Diesen einen Moment hätten wir versuchen müssen zu vermeiden. Ich weiß noch nicht genau, wie wir daraus lernen. Bis dahin sind sie wirklich gut miteinander gefahren.“

… zum wachsenden Hype um Antonelli in Italien: „Er ist schon ein Riesenphänomen in Italien. Das wird jetzt noch größer werden. Aber er hat eine tolle Familie. Die schützt ihn davor, vom Boden abzuheben. Ich drücke auch mal ein bisschen runter, wenn es notwendig ist. Eine große Gefahr sehe ich bei ihm aber nicht.“

 

Laurent Mekies (Teamchef Red Bull) ...

… zum dritten Platz von Verstappen: „Es ist ein gutes Podium. Es war ein recht kompliziertes Wochenende für uns. Wir hatten nicht wirklich die Pace, um mit Mercedes zu kämpfen. Am Anfang war es recht eng, am Ende waren es aber ein paar Zehntel Unterschied. Es war gut zu sehen, dass wir bei der Pace etwas vor McLaren und Ferrari lagen. Das war wahrscheinlich unsere beste Rennpace seit ein paar Rennen. Es ist definitiv eine Verbesserung und wir wissen, was wir tun müssen, um den Abstand weiter zu verringern.“

… zu den weiterhin bestehenden Problemen bei Red Bull: „Wir hatten während des Wochenendes mit einigen Dingen zu kämpfen und auch während des Rennens. Es gibt noch Möglichkeiten, bessere Rundenzeiten aus unserem Auto herauszuholen. Ist das einfach? Nein, sonst würden wir es machen. Daran arbeiten wir mit Hochdruck für dieses und nächstes Jahr.“

… zu einer möglichen Rückkehr von Isack Hadjar in Madrid: „Wir werden in den kommenden Tagen schauen. Unser Ansatz ändert sich nicht. Wir wollen, dass er sich vollkommen erholt hat und ihn nicht früher ins Cockpit setzen. Die Priorität ist, dass er zu 100 Prozent zurück ist. Wir unterhalten uns in ein paar Tagen mit den Medizinern und dann werden wir sehen.“

 

Lewis Hamilton (Ferrari) ...

… zum Rennen: „Ich habe alles gegeben. Ich hatte das Gefühl, dass wir auf dem harten Reifen hätten starten und dann auf Medium wechseln sollen. Das hätte uns auch beim Stopp mehr Freiheiten gegeben, weil wir weiter hinten waren und mehr Überholmanöver hatten. Am Ende sind mir die Reifen ausgegangen. Mit dem harten Reifen am Ende wären wir vielleicht etwas weiter vorne gewesen. Ansonsten haben wir alles gegeben.“

… zum Heimsieg von Antonelli: „Das ist mit Sicherheit das größte Gefühl überhaupt für ihn.“

 

Fred Vasseur (Teamchef Ferrari) ...

… zum enttäuschenden Heimrennen und dem Unfall von Charles Leclerc: „Es war ein harter Tag. Charles war Seite an Seite und ist in der letzten Kurve ein bisschen auf die schmutzige Seite der Strecke gekommen. Er hat das Auto verloren. Ich habe noch nicht mit ihm gesprochen. Es scheint ihm okay zu gehen, das ist das Wichtigste. Aber das Auto ist zerstört und der Motor ist zerstört.“

… zum Rennen: „Wir waren die ganze Zeit im Hintertreffen, was die Geschwindigkeit angeht. Wir mussten die ganze Zeit kämpfen, um nicht noch weitere Positionen zu verlieren, und es war schwierig für uns zu überholen. Positiv ist, dass die Pace auf eine Runde ordentlich war. Wir haben noch einige Gelegenheiten, wieder nach vorne zu kommen.“

… zur Entscheidung, Hamilton beim Virtual Safety Car nicht an die Box zu holen: „Wir waren davor zehn Sekunden hinter Max und im Ziel ebenfalls zehn Sekunden hinter Max. Wenn man ganz nach vorne will, muss man auch überholen können. Das hätte nicht viel geändert.“

… zur Enttäuschung der Tifosi: „Es tut mir sehr leid. Ich freue mich für Kimi, das ist für die Tifosi positiv. Aber sie bringen so viel Energie und so viel Enthusiasmus hierher. Wir wollten ihnen etwas zurückgeben und das war heute nicht der Fall.“

 

Andrea Stella (Teamchef McLaren) ...

… zum Sieg von Antonelli: „Zunächst einmal Glückwunsch an Kimi Antonelli. Es muss etwas sehr Besonderes für ihn sein, den Italien-Grand-Prix von ganz hinten zu gewinnen. Es war nicht so unwahrscheinlich, wenn man sieht, welche Pace er schon im Training gezeigt hat und dass das Überholen mit dieser Generation von Autos möglich ist. Vielleicht ist es sogar zu einfach geworden, wenn man das heutige Rennen bedenkt. Es war ein Spektakel und sicherlich unterhaltsam, aber manchmal auch angespannt – zwischen den beiden Mercedes und in den letzten Runden zwischen den beiden McLaren. Es war ein interessantes Rennen, eine neue Art des Racings.“

… zum Ergebnis von McLaren: „Insgesamt war es ein positiver Tag für McLaren, auch wenn wir zugeben müssen, dass wir nicht das schnellste Auto hatten. Es kam stark darauf an, wem man hinterherfuhr. Mit einem guten Windschatten konnte man ein paar Zehntel gewinnen. Oscar hatte ein starkes Wochenende, war im Qualifying und im Rennen schnell. Wir haben zwei gute Fahrer. Wir müssen ihnen unter anderen Bedingungen ein etwas schnelleres Auto geben.“

 

Sebastian Vettel (viermaliger Formel-1-Weltmeister) ...

… zu seiner Fahrt in Michael Schumachers Ferrari F2002 (vor dem Rennen): „Heute ist natürlich ein besonderer Tag. Ich hatte die Ehre und das Privileg, Michaels Auto von 2002, die Rote Göttin, noch einmal zu bewegen. Für mich war das sehr, sehr emotional, weil es so viele Erinnerungen aus der Kindheit mitbringt, als Michael mein Held war und die Poster an der Wand hingen. In dem Moment waren die Rollen gefühlt getauscht: Jetzt sitze ich in diesem Auto und kann ein Stück mit ihm fahren. Wir hätten ihn heute natürlich am liebsten selbst gesehen. Unter den Umständen war es aber sehr nah dran, ihn zu spüren und auch zu hören mit dem Sound. Das Auto, die Fans, die Tifosi, die vollen Tribünen – das war unheimlich emotional. Fakt ist, dass wir ihn einfach vermissen.“

… zu seinen Erinnerungen an Monza und Ferrari (vor dem Rennen): „In Rot hier auflaufen zu dürfen und dann auf dem Podium zu stehen, war etwas ganz Besonderes. Gewonnen habe ich hier leider nicht in Rot. Bei meinem ersten Sieg waren alle total happy und ich dachte, es lag an mir. Als ich dann mit Red Bull gewonnen habe, habe ich gemerkt: Nein, vielleicht lag es doch an dem Ferrari-Motor im Heck. Die anderen Jahre mit den Podien waren unglaublich. Es ist schwer in Worte zu fassen, wenn dieses rote Fahnenmeer vor dir steht und gefühlt alle für dich und dein Team da sind.“

… zu einer möglichen Rückkehr in die Formel 1 in anderer Funktion (vor dem Rennen): „Bei einer anderen Rolle kommt es darauf an, was es ist. Ich werde der Formel 1 immer verbunden sein. Wenn man einmal Racer ist, bleibt man das sein Leben lang. Es kommt darauf an, was kommt.“

… zur aktuellen Situation von Lewis Hamilton bei Ferrari (vor dem Rennen): „Lewis fühlt sich dieses Jahr deutlich wohler, das sieht man. Ferrari ist aber noch nicht da, wo sie sein wollen. Ich war heute Morgen noch einmal kurz dort und habe auch mit Charles gesprochen. Der Anspruch ist da, wie er immer da ist, wenn man bei Ferrari ist. Deswegen sind sie nicht ganz zufrieden. Lewis fühlt sich aber deutlich wohler.“

 

Steve Nielsen (Managing Director Alpine) zur Entwicklung von Alpine (vor dem Rennen): „Wir haben riesige Fortschritte gemacht – die Fahrer, die Ingenieure an der Strecke und in der Fabrik. Das vergangene Jahr war schwierig. Dieses Jahr kommen Upgrades ans Auto, die funktionieren. Nach dem Rückschlag mit dem verlorenen Podium in Monaco haben wir jetzt hier die Pole Position. Hoffentlich können wir das heute auch in Punkte ummünzen.“

 

Sky Experte Nico Rosberg ...

… zum historischen Sieg von Kimi Antonelli: „Er ist gerade 20 Jahre alt geworden und heute historisch gefahren. Wie ein Michael Schumacher ist er gefahren: von hinten durchs Feld, zur Perfektion. Nach dem ersten Start war er schon Zwölfter, nach dem zweiten Start sofort wieder da. Er hat alles perfekt gemacht, der Speed war da. Wirklich phänomenal.“

… zu Hamiltons sportlicher Entwicklung bei Ferrari (vor dem Rennen): „Letztes Jahr war es unglaublich schwierig für ihn. Er war gefühlt kurz davor, seinen Rücktritt zu verkünden. Dieses Jahr ist er wieder zurück zu seiner großen Stärke und fährt ein tolles Jahr – auf Augenhöhe mit Charles Leclerc, im Rennen meistens sogar ein bisschen davor. Das finde ich super.“

… zu einer möglichen Vertragsverlängerung Hamiltons bei Ferrari (vor dem Rennen): „Ob alles zu 100 Prozent unterschrieben ist, weiß ich nicht. Aber es sollte kommen. So sind die Gerüchte. Dieser Weg macht auch Sinn, weil Ferrari sehr nah an der Spitze ist. Sie sind knapp davor, ein Weltmeister-Auto zu haben. Wenn er es schafft, weiter auf diesem Level zu fahren, kann vielleicht noch einmal dieser WM-Titel mit Ferrari gelingen. Das wäre natürlich die absolute Krönung.“

 

Sky Experte Ralf Schumacher ...

… zur aktuellen Hierarchie zwischen Antonelli und Russell bei Mercedes: „Natürlich ist es ein Thema, auch wenn es nicht sein soll. George muss sich darüber klar werden, dass er im Moment die Nummer zwei ist. Aber die Dinge können sich auch ändern. Damit kommt man im Moment nicht so gut klar, da muss er jetzt durch. Er ist ein Spitzenfahrer, das hat er oft genug bewiesen.“

… zu Verstappens Leistung trotz der Probleme bei Red Bull: „Mit seiner Erfahrung und seinem Fahrstil kann Max auch mit einem schwierigen Auto einen großen Unterschied machen. Da weiß ich nicht, welches Rennen Laurent jetzt gesehen hat, muss man fairerweise sagen. Aber es war ein tolles Rennen für Max Verstappen.“

… zu Hamiltons Kritik an der Ferrari-Strategie: „Ich finde es ein bisschen schade, dass es aufs Team geht, weil ich dachte, er setzt da alles um und seine Ideen fließen mit ein. Die Reifenentscheidung Hard hätte am Ende das gleiche Problem gebracht, das haben wir bei George Russell gesehen. Der Fehler war, nicht reinzukommen.“

… zu Antonellis Leistung und dessen Stellung im Fahrerfeld: „Kimi ist noch am Anfang und hat schon viel geprägt. Die Pace ist da. Mercedes hat scheinbar die Reserven, die wir am Anfang des Jahres vermutet haben. Er hat es wirklich verdient, weil er nicht nur das beste Auto hat, sondern gemeinsam mit Max Verstappen auch den besten Job im Fahrerfeld macht.“

… dazu, ob Gasly unterschätzt wird (vor dem Rennen): „Unterschätzt wird er auf jeden Fall. In den vergangenen Jahren konnte er kaum etwas zeigen. Bei Renault und Alpine war überall Chaos, der Motor war schlecht und das Auto war auch nicht gut. Jetzt bekommt er die Möglichkeit, etwas zu zeigen.“

… zum Verhältnis zwischen Hamilton und Charles Leclerc bei Ferrari (vor dem Rennen): „Charles Leclerc spielt eine große Rolle. Was man Lewis im Vergleich zu Charles zugutehalten muss: Wenn es eng wird, hält Lewis alles zusammen und macht wenige Fehler. Er kann unter Druck liefern. Das ist manchmal die Achillesferse von Charles, der zu viele Fehler macht. Vom Grundspeed her wäre Charles vielleicht sogar schneller, aber Lewis bekommt das Gesamtpaket noch etwas besser zusammen. Im zweiten Jahr bei Ferrari ist das wirklich stark.“

… zur nachträglichen Strafe gegen Alpine in Monaco (vor dem Rennen): „Die Enttäuschung kann ich nachvollziehen. Eine Pitlane in der Formel 1 sollte so organisiert sein, dass so etwas nicht passieren kann. Die Entscheidung war schon am Anfang ungewöhnlich und sie dann so viel später noch einmal zu verändern, ist sehr unglücklich. Sollte tatsächlich ein Richter beteiligt gewesen sein, der in Verbindung mit McLaren steht, wäre das sehr, sehr ungünstig für die Formel 1. Ich hoffe, dass so etwas nicht wieder vorkommt.“

 

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