Bonn, 21.05.2026
Auch nach dem vierten WM-Spiel ist Deutschland weiter sieglos. Im Duell mit Titelverteidiger USA gab es eine bittere 3:4-Niederlage nach Shootout. Das deutsche Team ist besonders erzürnt über das Zustandekommen des 3:3-Ausgleichs der US-Amerikaner, als eine Torhüterbehinderung an Philipp Grubauer nicht gepfiffen wird: „Wir haben leider verloren durch so einen Mist. Ich denke nicht, dass das hätte zählen dürfen. Aber daran kann man jetzt nichts ändern“, poltert Grubauer ob der „klaren Fehlentscheidung“ – und äußert auch sein Unverständnis wegen der nicht genommenen Challenge: „Dass wir das nicht nochmal im Video haben nachschauen lassen, hat mich auch gewundert, bei so einem Spiel und so einer wichtigen Entscheidung so kurz vor Schluss!“
Bundestrainer Harold Kreis erklärt, dass er die Situation nicht challengen konnte: „Das ist keine mögliche Challenge. Das gibt es nicht. Ich habe mich gewundert, warum er nicht abpfeift.“ MagentaSport-Experte und Ex-Torhüter Patrick Ehelechner kann die Situation und die Verärgerung von Grubauer klar nachvollziehen: „Für mich ist es aus Torwartsicht schon ein Desaster: Wenn du die Scheibe unter deinem Korb sicher hast, wartest du auf einen Pfiff. Eigentlich regen wir uns drüber auf, dass zu früh gepfiffen wird. Aber in der Situation kannst du als Torhüter nichts machen, weil wenn du mit deiner Fanghand drauf bist und er wirklich mit Gewalt reinsticht, rutscht sie dir unten einfach durch und raus.“
Spielerisch und kämpferisch gibt es aber auch viel Positives aus deutscher Sicht zu konstatieren: Philipp Grubauer sieht „eigentlich ein geiles Spiel von uns!“ Frederik Tiffels, der an seinem Geburtstag zum 2:2 traf, erklärt: „Wir waren über 60 Minuten da. Das 1:0 hat uns gutgetan. Aber ich mochte auch, wie wir reagiert haben, nachdem wir 2:1 hinten waren. Das hat uns nicht aus der Ruhe gebracht. Wir haben uns Chancen gegeben, das Spiel zu gewinnen.“ In der Tabelle holt Deutschland den ersten Punkt dieser WM, steht in den letzten drei Partien aber unter Siegzwang. Weiter geht es am Freitag, ab 15.30 Uhr mit dem Spiel gegen Ungarn.
Nachfolgend Stimmen zum vierten Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Weltmeister USA bei der Eishockey-WM. Bei Verwendung bitte MagentaSport als Quelle angeben. Am Freitag ab 15.30 Uhr steht für Deutschland das Duell mit Ungarn an. Bereits am Donnerstag ab 16.00 Uhr trifft Lettland auf Finnland. Und schon am Donnerstagfrüh um 07.00 Uhr gibt es Folge 5 des Podcasts „WM-Spezial – Die Eishockey-Show“ mit einer ausführlichen Analyse des Spiels gegen die USA – und noch viel Gesprächsbedarf…
USA – Deutschland 4:3 (SO)
Bittere Niederlage für das DEB-Team! Nach einer bissigen und dynamischen Vorstellung führt Deutschland wenige Minuten vor Schluss 3:2 und ist auf Kurs, die ersten drei Punkte zu holen, bevor Tommy Novak doch noch ausgleicht – nach einer höchst umstrittenen Aktion gegen Philipp Grubauer. Im Shootout reichen auch zwei Paraden von Grubauer nicht, weil auf deutscher Seite einzig Josh Samanski trifft. Moritz Seider, Frederik Tiffels an seinem Geburtstag und Marc Michaelis erzielen die Tore für das deutsche Team, das immerhin den ersten Punkt dieses Turniers holt. In den letzten Gruppenspielen gegen Ungarn (Freitag, ab 15.30 Uhr), Österreich (Samstag, ab 19.30 Uhr) sowie Großbritannien (Montag, ab 19.30 Uhr) steht die Mannschaft von Bundestrainer Kreis aber gewaltig unter Siegzwang.
Harold Kreis, Bundestrainer: „Wir haben mit der Mannschaft vor dem Spiel darüber gesprochen, dass jede Aktion zählt, jede ist wichtig. Die Mannschaft hat heute bedingungslos gekämpft, zusammengehalten. Als Scheibenverluste da waren, hat jeder zurückgearbeitet. Somit leider nur ein Punkt. Aber der Einsatz, das ist eine gute Voraussetzung für das kommende Spiel.“
…welcher Bereich im Spiel ihn besonders überzeugt hat: „Der kämpferische Einsatz.“
…zu einer möglichen Challenge vor dem 3:3: „Keine mögliche Challenge. Das ist keine mögliche Challenge. Das gibt es nicht. Ich habe mich gewundert, warum er nicht abpfeift.“
…ob Philipp Grubauer ihm gesagt hat, dass er die Scheibe sicher hat: „‚Grubi‘ hat sich auch aufgeregt, weil er sich auch gewundert hat, warum er nicht abpfeift.“
…was man mit diesem Punkt mitnehmen kann: „Es bestätigt den Einsatz der Mannschaft. Wir waren nah dran. Im Shootout ist immer ein wenig Glück dabei. ‚Grubi‘ hat heute fantastisch gehalten und die Leute vor ihm haben auch vehement gekämpft. Das ist das, was wir für das nächste Spiel mitnehmen.“
Link zum Interview: clipro.tv/player?publishJobID=RjluTlJxVk5DU1lXSkZrYVR5bUpyOTY2elJHSXZiVEJlQ01DWXJMYUorMD0=
Philipp Grubauer, Torhüter Deutschland: „Eigentlich ein geiles Spiel von uns! Wir haben komplett anders gespielt als in den Spielen zuvor. Wir haben alles richtig gemacht, Scheiben raus, Scheiben rein. Das war eigentlich ein super Spiel. Wir haben leider verloren durch so einen Mist. Ich denke nicht, dass das hätte zählen dürfen. Aber daran kann man jetzt nichts ändern.“
… über den 3:3-Ausgleichstreffer: „Es ging schon bei dem Wechsel davor los, er schlägt nach und dann kommt er her und sagt der Schlag ist zu soft. Dann habe ich gesagt, das ist scheißegal, weil – wenn er reingeht – es trotzdem ein normaler Schlag ist. Dann war ich zweimal mit der Hand drauf und er stichelt zweimal raus. Was soll ich anderes machen? Normalerweise sage ich sowas nie, aber: Klare Fehlentscheidung! Und dass wir das nicht nochmal im Video haben nachschauen lassen, hat mich auch gewundert, bei so einem Spiel und so einer wichtigen Entscheidung so kurz vor Schluss.“
… ob ihm mitgeteilt wurde, dass man keine Challenge nehmen könne: „Irgendwer hat gesagt, dass wir keine Challenge haben dürfen.“
Link zum Interview: clipro.tv/player?publishJobID=T0pDL2FKaXp0ZVV6KzN6dy9RbGtMSHUvRENuTEJCM05PM29LVFhPdThqST0=
Frederik Tiffels, Deutschlands Torschütze zum 2:2: „Ich habe ein gutes Spiel gesehen. Wir waren über 60 Minuten da. Das 1:0 hat uns gutgetan. Aber ich mochte auch, wie wir reagiert haben, nachdem wir 2:1 hinten waren. Das hat uns nicht aus der Ruhe gebracht. Wir haben uns Chancen gegeben, das Spiel zu gewinnen. Das dritte Tor der USA war sehr unglücklich. Ich habe das nicht ganz gesehen. Aber ich glaube, da könnte ‚Grubi‘ auf dem Puck draufgewesen sein. Overtime, Penaltyschießen ist immer 50:50. Da hatte die USA das bessere Ende. Aber im Großen und Ganzen war das eine gute Antwort. Das sollte uns auch Mut machen für die weiteren Spiele.“
Link zum Interview: clipro.tv/player?publishJobID=YW5Hd0IyUWpYbTdmWG5adHcrVy9zRXBIalUwZ0RJVzRCLzhPUE83MUN1RT0=
Maximilian Kastner, Spieler Deutschland: „Der Punkt an sich tut uns ganz gut, dass wir den mitnehmen. Das ist natürlich bitter, wie wir das dritte Gegentor gekriegt haben. Wir haben gesehen, dass ‚Grubi‘ die Scheibe hat und sie zweimal aus seiner Fanghand rausgestochert wird. Da hätte abgepfiffen werden müssen. Was die Coaches mit der Video-Challenge gemacht haben, habe ich leider nicht mitgekriegt.“
… welche Baustellen für die nächsten Spiele geschlossen werden konnten: „Erstmal haben wir über 60 Minuten super Eishockey gespielt. Wir haben versucht, der USA wenig Zeit und Raum zu geben. Das ist uns sehr gut gelungen – auch, Richtung Tor ein bisschen Gefahr auszustrahlen. Dass wir nicht nur außen rum spielen, sondern den Zug zum Tor finden, das haben wir heute sehr gut geschafft. Wir waren auch physisch sehr aktiv. Wir haben auch versucht, ihnen unter die Haut zu gehen. […] Wir haben heute im Grunde genommen 60 Minuten super Eishockey gespielt!“
… wie sie sich als Mannschaft gestärkt haben, um nicht nochmal auseinanderzufallen: „Jeder hat gewusst, dass das nicht gut genug ist, was wir gegen die Schweiz gemacht haben. Die ersten 30 Minuten waren gut, dann die zehn Minuten, in denen wir eingebrochen sind. Das weiß jeder, dass wir da besser sein müssen. Der Tag gestern hat uns einfach gutgetan. Wir hatten um 12 Uhr ein Meeting mit den Coaches. Das gesamte Team war da. Dann haben wir den freien Tag genutzt. Wir waren in der Stadt. Wir haben mit den Jungs ein bisschen was gemacht, einfach mal den Kopf ausschalten. Das hat uns richtig gutgetan!“
Rick Goldmann, MagentaSport-Experte, über die strittige Szene beim 3:3: „Es ist eine Fehlentscheidung vom Schiedsrichter. Das ist vielleicht zu wenig betont worden. Er hat die Fanghand drauf und ist dahinter.“
Link zum Interview: clipro.tv/player?publishJobID=YzhHbmxiWnNzd3FpUkV2NUZiUkt0eVlKd0NkcDliRWMxR1BWb1FOZDlCRT0=
Marc Michaelis, Deutschlands Torschütze zum 3:2: „Das war auf jeden Fall eine deutliche Leistungssteigerung von uns. Wir haben viele Entscheidungen auf dem Eis getroffen, die besser waren, auch in der eigenen Zone, offensiv, wann wir die Scheiben hinter die Verteidiger spielen und wann wir unsere Männer anspielen. Das war ein gutes Spiel von uns und wir hätten es verdient, das Spiel zu gewinnen.“
… zum 3:3: „Für mich war die Scheibe verdeckt. Ich weiß nicht, warum da nicht abgepfiffen wurde oder es nicht gechallenged wurde. Von da unten auf dem Videowürfel habe ich auch nicht wirklich was gesehen. Das fühlt sich auf jeden Fall nicht richtig an.“
… was man aus dem Spiel mitnehmen kann: „Den Glauben an uns selbst. Ich habe das Gefühl, zuhause wird nicht viel an uns geglaubt. Aber die Mannschaft glaubt an sich. Das haben wir heute über 60 Minuten hinweg gezeigt. Wir haben noch drei Spiele. Wir werden sehen, wie wichtig der Punkt war. Das juckt jetzt aber niemanden. Jetzt müssen wir erstmal recovern und dann die Ungarn wegschlagen. Das ist die nächste Aufgabe.“
Link zum Interview: clipro.tv/player?publishJobID=Y2pFc0J4bDUzRkdzNUxKWFdjVlNFY3JQQTREaDU1dU5CR0RkZ1czMkM5MD0=
Patrick Ehelechner, MagentaSport-Experte und ehemaliger Torhüter: „Du siehst schon die Bewegung des Gegenspielers. Für mich ist es aus Torwartsicht schon ein Desaster: Wenn du die Scheibe unter deinem Korb sicher hast, wartest du auf einen Pfiff. Eigentlich regen wir uns drüber auf, dass zu früh gepfiffen wird. Aber in der Situation kannst du als Torhüter nichts machen, weil wenn du mit deiner Fanghand drauf bist und er wirklich mit Gewalt reinsticht, rutscht sie dir unten einfach durch und raus. Man hat es auch bei ‚Grubi‘ gesehen. Der war richtig, richtig angepisst und überhaupt nicht happy. Der Torhüter spürt das am besten.“
Rick Goldmann, MagentaSport-Experte: „Ich bleibe dabei, was du challengst, ob du challengst, dass der Torhüter in seinem dreidimensionalen Bereich behindert wird. Wenn er in dem dreidimensionalen Bereich durch einen Stock behindert wird – das kann auch eine visuelle Behinderung sein – ist es normalerweise kein regulärer Treffer. So ist mir das mal erklärt worden. So ist die Regel in der Deutschen Eishockey Liga. Und so habe ich sehr oft gesehen, dass sie umgesetzt wird. Jetzt bräuchte man einen Regelfachmann, um zu verifizieren, dass man das genau so als Coaches‘ Challenge nehmen kann. Tendenziell hätte ich gesagt, dass kann man challengen. Aber, ganz wichtig, der Fehler war beim Schiedsrichter.“
Link zu den Aussagen: clipro.tv/player?publishJobID=dG1zNVc2WHgzeG5nTUthWThtUUVuNytvOGhwVTdxdGpMQytLV1pESVFJWT0=
Rick Goldmann, MagentaSport-Experte, weiter über den Ausgleichstreffer der USA zum 3:3: „Ich sehe, ‚Grubi‘ zeigt es auch an, ich habe die Hand drauf. Du gehst den Torhüter im Torraum an. Wenn du das immer machen dürftest und es wäre keine Strafzeit, könntest du die ganze Zeit reinstechen. Das ist ja nicht einmal gewesen und das geht definitiv auf die Fanghand. Selbst wenn er die Scheibe nicht sieht und er den Torhüter angeht, ist es für mich – und ich bin kein Schiedsrichter – eine Torhüterbehinderung, die ich gechallenged hätte. Die Frage ist, was von Tiffels kommt: Können wir challengen, ob die Hand drauf war? Das kannst du nicht challengen, weil er nicht abgepfiffen hat. Das ist eine Tatsachenentscheidung. Aber wenn der Torhüter im Torraum angegangen wird, ist das meiner Ansicht nach – ich war früher Spieler und beobachte das seit vielen Jahren – eine Situation, die so nicht sein kann. Und die müsstest du durch die Behinderung challengen können.“
Link zur Aussage: clipro.tv/player?publishJobID=aFpTa0x5ekowWExicnlwSGNEQ0RmRGNXNlhnazBJUFI0U2d4RDdhdzh6TT0=
Frank H. Lutz, DEB-Vorstandsvorsitzender, in der Drittelpause nach den ersten 20 Minuten: „Das ist unser bestes Drittel bisher im ganzen Turnier. Da ist eine ganz andere Dynamik drin. Auch nach vorne haben wir uns Chancen erarbeitet. Natürlich hat das erste Tor uns sehr geholfen. Das hilft in so einer Situation, in der das Nervenkostüm angespannt ist. Aber insgesamt hat der Einsatz gestimmt. Ich bin mit dem 1. Drittel wirklich zufrieden.“
… wie seine Wahrnehmung von der Mannschaft ist: „In der Kabine stimmt es. Die Stimmung in der Mannschaft ist gut, trotz allem. Sie wissen, dass die letzten Spiele nicht toll waren. Aber auch gestern habe ich wirklich den Eindruck gehabt, man nimmt das seriös an, weiß aber auch was man kann. Es ist nicht so, dass alles schlecht wäre.“
… wie groß der Druck auch für das Trainerteam ist: „Der ist für uns alle groß, weil wir wissen, dass eine Erwartungshaltung da ist – zurecht eine Erwartungshaltung da ist. Am Ende werden wir tatsächlich an den Resultaten gemessen.“
… wie wichtig dieses Turnier für die Heim-WM in Düsseldorf und Mannheim nächstes Jahr ist: „Ich glaube nicht, dass der Erfolg der Heim-WM, auch der wirtschaftliche Erfolg, vom Ergebnis dieses Turniers abhängt. Aber zugegebenermaßen ist es schon so, dass ein positives Ergebnis hier, gerade in der Anfangsphase des Vorverkaufs nochmal zusätzliche Euphorie und Rückenwind gibt.“
… ob ein Austausch mit den Schweizern da ist, bezüglich der Organisation der Heim-WM: „Ja, wir dürfen auch beobachten und können dann auch für nächstes Jahr lernen. Wir haben auch schon ein paar Sachen gesehen, die wir vielleicht anders machen würden. Aber insgesamt ist das wirklich toll organisiert!“
Link zum Interview: clipro.tv/player?publishJobID=eW12MlBBZHBxeHAveW9VbEJPQm5xVFVyZDZtMmNpeFg3S2llNWVVdHMrMD0=
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IIHF WM 2026 | Gruppenphase
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Freitag, 22.05.2026
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