Didi Hamann lobt in seiner Kolumne die Leistung des FC Bayern und nennt seinen Spieler der Bundesliga-Hinrunde. Die Rolle von Harry Kane sieht der Sky Sport Experte kritisch.
Unterföhring, 16.01.2026
Zudem gibt Hamann seine Prognosen für das Rennen um die Champions-League-Plätze und den Kampf gegen den Abstieg ab.
Der FC Bayern hat in der Hinrunde von 17 Spielen 15 gewonnen. Das ist tadellos und herausragend. Punkt- und Tor-Rekorde sind möglich. Wie gut die Münchner im Vergleich zu anderen Spitzenteams sind, werden wir sehen, wenn die entscheidende Phase der Champions League beginnt.
Unter Pep Guardiola haben die Bayern auch sehr gute Hinrunden gespielt, aber hinten raus den einen oder anderen Punkt liegen lassen, weil er den Fokus auf die Königsklasse gelegt hat.
Bayern ist in eigener Sphäre unterwegs
Dortmund hat eine solide Hinrunde gespielt und nur in München verloren, der BVB liegt aber schon elf Punkte zurück. Wenn die Bayern so unterwegs sind, kann der Gegner Purzelbäume schlagen, dann hat keiner eine Chance. In der Bundesliga sind die Münchner in einer eigenen Sphäre unterwegs. Viel besser als das, was die Mannschaft von Vincent Kompany bisher gezeigt hat, geht es nicht.
Der Verein ruht momentan in sich selbst. Das ist zum großen Teil der Dominanz sowie dem Erfolg in der Liga und zum großen Teil der Souveränität des Trainers geschuldet.
Kanes neue Rolle birgt ein Risiko
Ob Kompany es recht ist, dass Harry Kane nicht mehr nur Stürmer spielt, weiß ich nicht. Es ist aller Ehren wert, dass Kane sich für die Mannschaft aufopfert, aber als Trainer will ich meinen Angreifer dort haben, wo er effektiv ist und Tore schießt. Auf Dauer - auch wenn er es aktuell in allen Bereichen sehr gut macht - ist es für mich kein Zustand, dass Kane im eigenen Strafraum Bälle gewinnt, weil das gar nicht seine Aufgabe ist.
Im Moment kommt er selten in Abschluss-Situationen, vor Weihnachten war es auch schon so. In den vergangenen beiden Spielzeiten hat er jeweils in der Rückrunde deutlich weniger Tore erzielt (2024/25 waren es zehn von 26, in der Saison 23/24 waren es 14 von 36, Anm. d. R.).
Die Frage wird sein, ob die Bayern in der Champions League die nötige Durchschlagskraft entwickeln können, die sie gegen bessere Mannschaften brauchen werden. Ich bin gespannt, wie es mit Kane weitergeht.
Karl hat oft den Unterschied ausgemacht
Der Spieler der Hinrunde ist für mich Lennart Karl. Normalerweise sammeln junge Spieler erst einmal Erfahrungen und schnuppern rein, aber er kam neu in die Mannschaft und hat sofort Spiele entschieden und dominiert - nicht nur in der Bundesliga. In den letzten sechs, sieben Partien vor der Winterpause war Karl der dominierende Spieler, noch vor Kane und Michael Olise. Alle Bayern-Stars waren gut, aber Karl war derjenige, der oft den Unterschied ausgemacht hat.
Die Frage, ob er mit zur WM muss, stellt sich für mich gar nicht. Karl ist ein Spieler, der aus nichts Chancen kreieren kann. Wir könnten es uns gar nicht erlauben, so einen Spieler nicht mitzunehmen.
BVB, Leipzig und Hoffenheim schaffen die Champions League
Wenn man Liga und Champions League zusammennimmt, steht Bayern momentan auf einer Stufe mit Arsenal und PSG. Und diese drei Teams stehen über allen anderen.
In der Bundesliga sehe ich hinter den Bayern ein Rennen von fünf Mannschaften um die Champions League. Dortmund, Leipzig, Stuttgart, Hoffenheim und Leverkusen werden die drei Plätze unter sich ausmachen. Der BVB ist im Vergleich zu den anderen Teams in der Kreativabteilung am dünnsten besetzt, aber Niko Kovac hat die Mannschaft stabilisiert. Sie spielt keinen schönen, aber erfolgreichen Fußball.
Dortmund, Leverkusen und Stuttgart müssen in der Champions bzw. der Europa League wahrscheinlich in die Playoffs, das gibt Leipzig und Hoffenheim einen kleinen Vorteil. Der BVB hat schon ein kleines Punkte-Pölsterchen, darum tippe ich momentan auf Dortmund, Leipzig und Hoffenheim.
Gladbach und Bremen retten sich, große Chance für Köln
Auch der Kampf um den Klassenerhalt wird sehr spannend. Ich glaube, dass Mönchengladbach und Wolfsburg die nötigen Punkte holen und sich auch die Bremer retten werden.
Köln hat am Samstag im direkten Duell gegen Mainz die Chance, auf acht Punkte davonzuziehen. Mainz ist unter Urs Fischer eine andere Mannschaft, es wird ein heißes Spiel.
Ich mache mir Sorgen um die Hamburger Vereine
Gegen Bayern hat man gesehen, wie die Kölner Fans hinter ihrer Mannschaft stehen. Es gibt dir Selbstvertrauen, wenn du weißt, dass du lange eine Chance hattest, einen Punkt zu holen. Von den unteren Teams machen mir die Kölner den stabilsten Eindruck.
Im Moment mache ich mir die größten Sorgen um die beiden Hamburger Vereine, um Augsburg und um Heidenheim.
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