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Kolumne von Lothar Matthäus über Bayern, Luis Diaz, Hoeneß und Dreesen

Lothar Matthäus

Lothar Matthäus schreibt in seiner Kolumne über die strittigen Szenen im Bundesligaspiel zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern und äußert sich zu Uli Hoeneß' Ärger. Das Statement von Jan-Christian Dreesen sieht er als Zeichen für das "Mia san mia".

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Unterföhring, 16.03.2026

Der Sky Sport Experte blickt auf die möglichen Viertelfinalgegner der Bayern in der Champions League und traut Leverkusen in London eine Überraschung zu.


Im Spiel zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem FC Bayern gab es mehrere strittige Entscheidungen, eine davon war die Gelb-Rote Karte gegen Luis Diaz.


Schiedsrichter Bastian Dingert hat nach dem Spiel seine Meinung revidiert, was ihn ehrt.


Diaz hat gemerkt, dass er Blödsinn gemacht hat


Ich bin allerdings der Meinung, dass Diaz in der Szene erst abhob, dann den Kontakt suchte, hinfiel und schließlich ein schlechtes Gewissen bekam und deswegen schnell wieder aufstand. Denn er wusste, dass sich der VAR die Szene genau ansehen würde.


Meiner Meinung nach war es eine versuchte Schwalbe und er hat gemerkt, dass er Blödsinn gemacht hat. So eine Entscheidung spielt sich im Kopf innerhalb von Millisekunden ab.


Diaz hatte aus meiner Sicht vorher schon Glück, dass er für sein hohes Bein gegen den Kopf von Aleix Garcia nur Gelb und nicht Rot gesehen hat. Auch wenn es keine Absicht von Diaz war, ich als VAR hätte den Schiedsrichter auf diese Szene aufmerksam gemacht.


Es gab auch strittige Entscheidungen pro Bayern


Es gab andere Entscheidungen, die gegen FC Bayern ausgefallen sind, in Dortmund hätte Nico Schlotterbeck für sein Foul an Stanisic Rot sehen müssen.


Aber danach gab es auch einige Spiele, in denen strittige Entscheidungen pro Bayern gepfiffen wurden, wie gegen Mönchengladbach (Rot gegen Gladbachs Reitz) und gegen Hoffenheim mit einer harten Roten Karte gegen Akpoguma.


Hoeneß' Worte sollte man nicht zu hoch hängen


Uli Hoeneß sprach nach dem Leverkusen-Spiel von der schlechtesten Schiri-Leistung, die er je gesehen habe. Ich weiß nicht, welche Spiele Uli sieht, aber ich verstehe, wenn er aus der Emotion heraus so etwas sagt. Wenn ich aber sehe, was in den letzten Wochen gegen die Gegner des FC Bayern gepfiffen wurde, glaube ich, dass man Hoeneß' Worte nicht zu hoch hängen sollte.


Dreesens Statement war ein Beispiel für das "Mia san mia"


Wenn wir beim Abseits bis auf einen Millimeter genau hinschauen, wie beim aberkannten Leverkusener Tor kurz vor Schluss, müssen wir auch die anderen Regeln akzeptieren, selbst wenn sie manchmal schwer zu verstehen sind. Beim Tor von Harry Kane, das wegen eines vorausgegangenen angeblichen Handspiels aberkannt wurde, bin ich vollkommen bei Uli.


Das nach dem Spiel abgegebene Statement von Vorstandschef Jan-Christan Dreesen ist ein typisches Beispiel für das "Mia san mia" des FC Bayern. Dreesen, Herbert Hainer und Hoeneß sind ein Team. Wenn einer von ihnen nach außen etwas sagt, unterstützen ihn die anderen. Das finde ich auch gut, aber als Bayern München sollte man auch die Größe haben zu sagen: "Okay, da hat jemand einen Fehler gemacht."


Das nicht geahndete Handspiel von Dortmunds Couto in Köln, das war eine klare Fehlentscheidung. In Leverkusen hat der Schiedsrichter meiner Meinung nach alles richtig gemacht, abgesehen von Diaz' Foul gegen Garcia.


Ob Real oder City - auf Bayern kommt ein großer Gegner zu


Das Achtelfinal-Rückspiel gegen Bergamo ist nach dem 6:1 im Hinspiel nur noch Formsache. Ich glaube, dass am Mittwoch Jonas Urbig wieder im Tor spielen kann. Wenn nicht, wird vielleicht der 16 Jahre alte Leonard Prescott im Tor stehen. Bei diesem Vorsprung mache ich mir keine Sorgen.


Vor dem Hinspiel zwischen Real Madrid und Manchester City hätte ich gedacht, Real wäre der bessere Viertelfinalgegner für Bayern. Aber wie sie beim 3:0 gespielt haben, sehr kompakt und sehr konzentriert, das war eine tadellose Leistung. Ob Real oder City, auf Bayern kommt eine Mannschaft zu, die zu den ganz großen in diesem Wettbewerb zählt.


Warum sollte Leverkusen nicht in London gewinnen?


Leverkusen hat im Hinspiel gegen Arsenal eine sehr gute Leistung gezeigt. Nur Verteidigen wird nicht reichen, sie müssen auch die Offensive suchen. Aber Bayer muss aufpassen, denn Arsenal wird versuchen, sie zu locken, wie sie es beim 3:1 gegen Bayern getan haben. Da hat man die Stärken von Arsenal im Umschaltspiel gesehen.


Leverkusen ist Außenseiter, aber das Hinspiel hat gezeigt, dass sie auf Augenhöhe mit Arsenal performt haben. Sie haben auswärts bei Manchester City gewonnen, warum sollte ihnen das nicht auch in London gelingen?


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