Fußball

Lothar Matthäus zieht in seiner Kolumne eine Bilanz der ersten 15 Spieltage und vergibt Noten für das Spitzenquartett.

Lothar Matthäus

Lothar Matthäus Kolumne über FC Bayern, Kane, BVB, Leverkusen und Mainz Leverkusen und Leipzig traut er in Zukunft viel zu.

Lothar Matthäus
Bild
Lothar Matthäus

Unterföhring, 23.12.2025

Der Sky Sport Experte nennt auch seinen Spieler der bisherigen Bundesliga-Saison, sagt, wer ihn am meisten überrascht hat und blickt auf die Situation im Kampf gegen den Abstieg.


Der FC Bayern München hat nach 15 Spielen neun Punkte Vorsprung. Als Zwischenzeugnis gebe ich eine Eins und setze sogar noch ein Sternchen dahinter. Das Auftreten, die Disziplin, das Umsetzen der Aufgaben des Trainers, das Miteinander, die Freude auf dem Platz und auch die Präsentation außerhalb des

Platzes - all das ist für mich perfekt.


Kane ist viel mehr als ein Torjäger


Der Spieler der bisherigen Bundesliga-Saison ist für mich eindeutig Harry Kane. Er führt nicht nur die Torschützenliste mit 19 Treffern an. Wie er auf dem Platz und außerhalb des Platzes auftritt, das ist ein anderer Kane als der, den man vor zwei Jahren gekauft hat. Er wurde als Torjäger geholt, der die Rolle von Robert Lewandowski ausfüllen sollte, aber Kane ist viel mehr für die Mannschaft. Er ist einer, der mitspielt, mitarbeitet und andere mitreißt.


Seine Titelsammlung hat er erst begonnen. Alle hoffen, dass er dem FC Bayern noch länger erhalten bleibt. Man hat viel von ihm erwartet, aber Kane hat alle Erwartungen übertroffen.


Von Dortmund darf man keinen Zauberfußball erwarten


Die Dortmunder werden von vielen negativ beurteilt, ich sehe es anders. Die Schwarz-Gelben waren nicht so stabil wie die Bayern, aber sie sind Zweiter und stehen auch in der Champions League gut da. Im DFB-Pokal sind sie unglücklich gegen Leverkusen ausgeschieden.


Wenn der BVB in den beiden ausstehenden Hinrunden-Spielen noch vier Zähler holt, könnten es zur Halbzeit 36 sein und am Ende 72. Man darf von Dortmund keinen Zauberfußball erwarten. Der ist bei den Bayern drin, aber nicht beim BVB, der für die bisherige Saison von mir eine Zwei bekommt.


Kovac hat sehr viel dazugelernt


Schlagzeilen wurden zuletzt meistens von Spielern geliefert, wie am Wochenende wieder von Karim Adeyemi. Aber Reibung erzeugt Wärme, und wenn man sich danach in die Augen schauen kann, finde ich das in Ordnung. Bei uns sind früher beim FC Bayern auch viele Dinge in die Öffentlichkeit geraten, und trotzdem waren wir unter dem Strich erfolgreich. Die Spieler und der Verein müssen es nur richtig einschätzen.


Aki Watzke ist nicht mehr am Ruder, Lars Ricken und Sebastian Kehl halten sich zurück, und Niko Kovac moderiert die Dinge mit großer Ruhe und Souveränität. Man sieht, dass er als Trainer auch außerhalb des Platzes sehr viel dazugelernt hat.


Leverkusen und Leipzig können Bayern ärgern


Leverkusen und Leipzig bekommen von mir ebenfalls die Note Zwei. Bei beiden Klubs gab es im vergangenen Sommer viele Veränderungen. Beide haben

gute Neuverpflichtungen getätigt, die aber erst noch als Mannschaft zusammenfinden mussten. Beide haben einen neuen Trainer, der meistens einen attraktiven und schnellen Fußball spielen lässt.


In dieser Saison ist die Meisterschaft vergeben, aber ich glaube, dass hinter den Münchnern gerade Leverkusen und Leipzig auf die nächsten Jahre hinaus mit ihren Kadern und ihren Philosophien den großen FC Bayern ärgern können.


Hoffenheim ist die positive Überraschung


Die vier Klubs, die jetzt oben stehen, sind auch die Favoriten auf die Champions-League-Plätze. Dahinter ist Hoffenheim auf Rang fünf die Mannschaft, die tabellarisch gesehen am meisten positiv überrascht hat.



Es gab viele Unstimmigkeiten im und um den Verein, aber der Trainer und die Spieler haben all das, was monatelang für Schlagzeilen gesorgt hat, nicht an sich herangelassen. Sie haben sich auf das Sportliche konzentriert und sind damit gutgefahren. Der Trainer, der in der vergangenen Saison schon fast weg war, konnte zusammen mit der Mannschaft die Vorbereitung absolvieren und zeigt jetzt seine wahren Qualitäten, mit denen er zuvor schon in Österreich erfolgreich war.


Die Klubs ab Platz zehn müssen nach unten schauen


Die Klubs ab Platz zehn müssen in der Tabelle auch nach unten schauen. Zwischen Werder Bremen und dem FC St. Pauli auf Rang 16 liegen nur fünf Punkte. Wenn man aber die Qualität sieht, die in den Mannschaften von Bremen und Mönchengladbach steckt, sollten beide nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Aber sicher sollten sie sich auch nicht sein.


Für Mainz ist noch nichts verloren


Dass Mainz nach 15 Spieltagen nur acht Punkte hat, damit konnte niemand rechnen. Es liegt nicht nur am Weggang von Jonathan Burkardt, dass der FSV auf Platz 18 steht. Ich will auch nicht sagen, dass es an der Doppelbelastung liegt, obwohl der Rhythmus durch die internationalen Spiele ein anderer ist. In der Conference League haben die Mainzer bereits das Achtelfinale erreicht und es ist die richtige Einstellung, sich auf diese Spiele zu freuen.


Ich glaube, dass der Trainerwechsel der Mannschaft guttut. Urs Fischer ist mit seiner Art der richtige Trainer. Er ist kein Feuerwehrmann, aber er weiß, wie er die Spieler anpacken muss. Bei Urs wird nicht Tiki-Taka gespielt, aber im Kader steckt viel Qualität. Es gibt Spieler, die alles können und welche, die kämpfen. Es ist noch nichts verloren, auch wenn es zurzeit punktemäßig nicht gut aussieht.


Mehr zum Autor Lothar Matthäus


Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.

© Sky
Sky Sport-PR
Zur Pressemappe

Kontakt

Sky Sport-PR
Medienallee 26
DE-85774 Unterföhring

+49 89 99 58-68 83
Sky-Sport-PR@sky.de

Social Media & Links

Facebook
X
Instagram
LinkedIn
YouTube
TikTok
Homepage

Themen

» Allgemein
» Bundesliga
» Fußball
» Medien / TV

Aktionen

Download als TXT
Drucken

Mediathek

1 Medien
Lothar Matthäus
© sky Download

Mehr von Sky Sport-PR

Fußball

Bayerns zurückgekehrter Kapitän Neuer zum Torrekord: „Haben ihn vor Augen und werden ihn brechen“

Die wichtigsten Stimmen im Vorlauf zu den Samstagnachmittagspartien des 28. Spieltags der Fußball-Bundesliga bei Sky.   Vincent Kompany (Trainer FC Bayern München) ... ... zur Aufstellung ohne Kane: „Wir haben nichts gemacht, was wir nicht schon gemacht haben in dieser Saison. Dass Harry und Jackson nicht da sind, ist auffällig. Die Jungs haben aber in diesen Rollen alle schon gespielt. Die Jungs, die heute starten, haben schon sehr starke Leistungen für uns gebracht und das erwarten wir ...

Sky Sport-PR
Fußball

Bayerns Siegtorschütze Karl zum Jubel: „Hatte tatsächlich schon die ganze Zeit im Kopf, mein Trikot auszuziehen“

Die wichtigsten Stimmen zu den Samstagnachmittagspartien des 28. Spieltags der Fußball-Bundesliga bei Sky.   Lennart Karl (Torschütze FC Bayern München) ... ... zum Last-Minute-Tor: „Ja, echt schon ein sehr, sehr krasses Gefühl für mich. In der letzten Minute zu treffen, das ist etwas ganz Besonderes. Ich hatte tatsächlich schon die ganze Zeit im Kopf, mein Trikot auszuziehen und dann ist es irgendwie wirklich passiert. Mein rechter Fuß hat in der Aktion zum Glück geklappt, der Ball ...

Sky Sport-PR
Fußball

Schlotterbeck kündigt baldige Entscheidung an: „Glaube, dass es jetzt nicht mehr lange dauert“

Die wichtigsten Stimmen zum tipico Topspiel des 28. Spieltags der Fußball-Bundesliga zwischen VfB Stuttgart und Borussia Dortmund (0:2) bei Sky.     Sebastian Hoeneß (Trainer VfB Stuttgart) ... … zum Spiel: „Die Niederlage fühlt sich ganz, ganz bitter an. Allein aufgrund der Tatsache, dass wir in der ersten Halbzeit, glaube ich, keinen einzigen Torschuss aufs Tor zugelassen haben. In der zweiten war es ähnlich, gefühlt sogar noch deutlicher. Und dann das Ding in der 93. Minute auch ...

Sky Sport-PR
Lothar Matthäus
Fußball

Lothar Matthäus Kolumne über DFB-Team, Nagelsmann, Sane, Undav und Musiala

Sky Sport-PR