Mannheimer Verzweiflung weicht Zuversicht gegen Berlin: „Wir haben nichts mehr zu verlieren“
Bonn, 24.04.2022
Die Mannheimer Adler trotzen dem Druck und dem Feuerwerk der Berliner im 1. Drittel, kämpfen sich mit einem 5:3 bei den Eisbären in die 4. Runde der Playoff-Halbfinals. „Wir sind verzweifelt hierhergekommen“, verriet Korbinian Holzer nach dem Spiel. Jetzt steht´s nur noch 2:1 für Meister Berlin. Holzers Motto für das Halbfinale 4 in Mannheim am Dienstag (ab 19.15 Uhr live bei MagentaSport): „Du kannst die Vergangenheit nicht ändern, aber du kannst die Zukunft gestalten. Wir haben nichts mehr zu verlieren.“ Berlins Marcel Noebels analysierte: „Das sind Playoffs. Wir wussten, dass irgendwann auch mal der Rückschlag kommt.“ Derweil steht der EHC Red Bull München schon im DEL-Finale. Mit 2:0 besiegen die Münchner die Grizzlys im 3. Spiel – glatter Durchmarsch. Münchens Frank Mauer hat großen Titel-Appetit: „Den Geschmack verliert man nie und man will es immer wieder haben!“
Nachfolgend die wichtigsten Stimmen der 3. Runde in den Playoff-Halbfinals – bei Verwendung bitte die Quelle MagentaSport verwenden. Am Dienstag steht Runde 4 zwischen Mannheim gegen Berlin an. Ab 19.15 Uhr live bei MagentaSport.
Eisbären Berlin – Adler Mannheim 3:5 – Serie 2:1
Es geht in Runde 4 im Halbfinale zwischen Berlin und Mannheim. Die Adler wahren ihre Chance auf ein Comeback, verkürzen auf 1:2 in der Halbfinalserie. So wird der Finalgegner des EHC möglicherweise am kommenden Dienstag ausgespielt. Beim Stand von 1:2 im 3. Drittel gelang den Adlern ein Doppelschlag in 4 Minuten, der das Spiel entschied.
Korbinian Holzer von den Adler Mannheim war nach dem Spiel zufrieden und davor verzweifelt: „Man hat gesehen, dass wir verzweifelt hierhergekommen sind. Mit der nötigen Galligkeit, dass wir die Serie noch verlängern und nach Mannheim zurückbringen wollen. Die ersten 10 Minuten mit dem Push von den Berlinern haben wir gut überstanden. Dann haben wir unglücklich in Unterzahl den Ausgleich kassiert. Wir sind dann einfach marschiert und marschiert und haben uns dann mit den Toren belohnt. Ich denke, wir haben heute unser bestes Spiel in der Serie gemacht… Alles was war, ist vergangen. Du kannst die Vergangenheit nicht ändern, aber du kannst die Zukunft gestalten. Wir haben nichts mehr zu verlieren.“
Nigel Dawes, 3-facher Torschütze für die Adler Mannheim: „Wir wussten, dass wir gewinnen müssen. Wir wollten alles auf dem Platz lassen. Wir haben als Team gespielt und die ganze Zeit gekämpft. Jetzt liegt es an uns, dass wir das Ding zu Hause drehen und unseren Job erledigen.“
Marcel Noebels, Berlin auf die Frage, woran es denn gelegen hat: „Ich frage mich auch immer, woran es gelegen hat. Ich glaube, es lag in der eigenen Hand. Im 2. Drittel haben wir nicht gut gespielt. Das sind Playoffs. Wir wussten, dass irgendwann auch mal der Rückschlag kommt. Heute haben wir einen bekommen und übermorgen geht es weiter.“
EHC Red Bull München – Grizzlys Wolfsburg 2:0 – Serie: 3:0
Der EHC Red Bull München steht als erster Finalteilnehmer fest. Das Team von Don Jackson setzte sich auch in Spiel 3 gegen Wolfsburg durch. Mit einem Doppelschlag binnen 15 Sekunden im 1. Drittel legen Ortega und Ehliz schnell die Weichen. Trotz einiger guter Gelegenheiten fand die Scheibe auf Seiten der Grizzlys nicht den Weg ins Tor. Die Wolfsburger mussten das Spiel mit 4 nominellen Verteidigern antreten. Der Link zum Spiel: www.youtube.com/watch?v=f1hbZJNtpdQ
Dustin Strahlmeier, Keeper des Jahres, war nach dem Spiel bitter enttäuscht: „Wir arbeiten die ganze Saison darauf hin und dann geht am Ende die Kraft aus. Großes Lob an die Jungs. Wir haben hinterher mit 3 Verteidigern und 2 Stürmern weniger gespielt. München war einfach grundsolide. Das muss man da auch nichts schlecht reden… Ziel ist die Meisterschaft, wir haben die ganze Zeit super gespielt und dann, aus welchen Gründen auch immer, es ist eigentlich scheiß egal gerade.“
Sein Coach Mike Stewart war dennoch stolz auf seine Mannschaft: „Ich bin sehr zufrieden! Was die Jungs durch die ganze Saison und die Playoffs geleistet haben, war absolut spitze! Und heute – ich meine, es hat begonnen bei uns in der 1. Runde, als wir ein paar Verletzungen und Krankheiten hatten. Es hat uns nicht geholfen, sondern weh getan. Nichtsdestotrotz was die Jungs gemacht haben und wie viel sie heute investiert haben, 2 schnelle Gegentore und sie haben trotzdem gekämpft bis zum Schluss. Ich bin sehr, sehr stolz.“
Für den EHC und Frank Mauer geht es im Finale weiter um den Titel. Trotz der komfortablen Führung war das Spiel nicht einfach: „Man sagt immer, das Letzte ist das schwerste. Das war es auch! Es spielt uns natürlich super in die Karten, dass wir direkt einen Doppelschlag haben. Da geht einfach das Spiel ein bisschen leichter weg. Du weißt auch, Wolfsburg steht mit dem Rücken zur Wand und die müssen kommen. Das hat uns einfach geholfen… Am Schluss, sie haben hart gekämpft, gut gespielt, aber es hat einfach nicht gereicht. Ich glaube, wir haben auch die ganze Serie über sehr clever agiert.“ Im Finale soll jetzt wieder der Titel her: „Es ist eine Weile her. Den Geschmack, den verliert man nie und man will es immer wieder haben. Ich denke, wir sind gewappnet dafür und haben das Zeug zu gewinnen. Da wird eine andere Mannschaft aber auch etwas dagegen haben.“
Der Sportdirektor der Grizzlys, Charly Fliegauf, fasste das Spiel nach der Schlusssirene so zusammen: „Man ist erstmal leer, glaube ich. Ich glaube, dass wir im 2. Und 3. Spiel sehr viel investiert haben. Im 1. hatten wir, auch wenn es etwas blöd klingt, ein bisschen einen Mental-Hangover gehabt von der Serie gegen Bremerhaven. Dieses 5. Spiel war für uns auch sehr emotional. Im 1. Spiel konnten wir einfach nicht die Energie aufbringen und im 2. und 3. Spiel war es sehr offen. Von der Seite her kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen.“ Mit einem dünnen Kader mussten die Grizzlys anreisen, wobei Jordan Murray erst im Flieger ausfiel: „Ich habe so etwas auch noch nie erlebt. Uns sind in einer Woche die Spieler ausgefallen wie die Fliegen. Am Freitag sind die Jungs zusammengestoßen mit einem eigenen Spieler. Er dachte, dass er nur ein bisschen Kopfschmerzen hat. Wir sind heute in der Früh mit dem Flieger nach München. Im Flieger beim Abheben, war er eigentlich fast weg. Da haben wir erst gesehen, dass er große Probleme hat. Das tut uns natürlich weh.“ Auch Legende Sebastian Furchner musste verletzt passen. Für ihn ist es ein trauriger Abschied, da er seine aktive Karriere beenden wird und in der kommenden Saison Charly Fliegauf zur Seite stehen wird: „Es tut mir für ihn in der Seele weh, dass er so einen Abschied hat. Er hat über Jahre hinweg die Liga mitgeprägt. Er war ein deutscher Spieler, der über Jahre herausragend gespielt hat. Der Sport ist oft grausam. Ich bin froh, dass er auf dem Weg ist und dass er gesund ist. Das ist das Wichtigste. Es ist ein weinendes und ein lachendes Auge. Auf der einen Seite verlieren wir einen Spieler und eine Identifikationsfigur auf der anderen Seite bin ich froh, wenn er mir nächstes Jahr ein bisschen zur Seite geht... Es ist trotzdem tragisch, wenn eine großartige Karriere so endet.“ Für Fliegauf war Furchner ein ganz besonderer Einkauf. Nämlich: „Mein wichtigster und bester Transfer, den ich je gemacht habe.“
Der Beitrag zum Abschied von Sebastian Furchner: www.youtube.com/watch?v=MwKQKLkaqWs&ab_channel=MAGENTASPORT
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