Bonn, 03.11.2026
Die Debatte um die Neuausrichtung der Regionalligen ist eins der am heißesten diskutierten Themen, auch in der 3. Liga. Und vor allem bei Wehen Wiesbadens so erfolgreich gestartetem neuen Trainer Jochen Seitz, der mit Lok Leipzig in den letzten beiden Jahren trotz Meisterschaft in den Aufstiegsspielen zuerst am TSV Havelse (1:1, 0:3 n.V.) und dieses Jahr an den Würzburger Kickers (0:1, 1:2) scheiterte. Am 18. Dezember soll der außerordentliche DFB-Bundestag über eine Neuausrichtung abstimmen. Die Idee des DFB: Das Kompassmodell, bei dem aus den bisher fünf Regionalligen vier werden würden, sodass alle Meister direkt aufsteigen könnten. In der neuen Folge von „4zu3 – der 3. Liga Podcast“ von MagentaSport bezieht Jochen Seitz deutlich Stellung: „Ich wüsste nicht, wo es sonst eine Liga gibt, in der ein Meister nicht aufsteigen kann. Dass ein Zweit- oder Drittplatzierter ein Relegationsspiel bestreiten muss, ist vollkommen legitim. Aber dass ein Meister nicht aufsteigt, ist ein Skandal. Das gehört abgeschafft!“
Besonders hart kritisiert Seitz den Präsidenten des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV), Dr. Christoph Kern, mit Blick auf die Regionalliga Bayern: „Ich bin komplett anderer Meinung als der Verbandspräsident, der die Regionalliga Bayern unbedingt beibehalten will. Was soll das? Ich verstehe es nicht! Die Regionalliga Bayern gehört tatsächlich aufgelöst, weil es dort kaum Vereine gibt, die in Richtung 3. Liga wollen. Teilweise gibt es dort Stadien, die überhaupt nicht regionalligatauglich sind. […] Da muss eine Lösung her. Dass Bayern sich dagegen wehrt, ist eine absolute Unverschämtheit!“
Das Kompassmodell sei dabei für Seitz eine mögliche Alternative: „Das Kompass-Modell wäre eine Möglichkeit. Ich habe auch gelesen, dass vielleicht eine professionelle vierte Spielklasse mit zwei Staffeln geschaffen werden könnte. Auch das wäre ein Ansatz. Es gibt verschiedene Varianten. Jetzt muss eine klare Richtung vorgegeben und darüber abgestimmt werden. Wenn wir das schaffen, werden erst einmal alle sehr glücklich darüber sein.“
Mittlerweile ist Seitz als Trainer von Wiesbaden in der 3. Liga angekommen – und wie! Aus den ersten 5 Spielen gab es 13 Punkte, zuletzt ein 4:1 in Verl und ein 7:1 gegen Großaspach. Das Erfolgsgeheimnis? Die Defensive! Seitz: „Das Offensichtlichste war für mich erst einmal die Defensivarbeit. Ich glaube, dass sie die Basis dafür ist, erfolgreich sein zu können. Das ist auch das Einfachste, was man verbessern kann. Ich glaube, dass es viel einfacher ist, Tore zu verteidigen, als Tore zu schießen. Wir haben im Endeffekt fast alles auf den Kopf gestellt. Wir haben ein anderes System gewählt und sind anders angelaufen. Schlussendlich geht es natürlich auch darum, die Mannschaft mitzunehmen. Die Mannschaft muss den Glauben daran haben, dass es funktionieren kann.“
Nachfolgend die wichtigsten Clips und Stimmen aus „4zu3 – der 3. Liga Podcast“ mit Jochen Seitz. Bei Verwendung bitte die Quelle MagentaSport angeben. Weiter geht‘s in der 3. Liga bei MagentaSport am Freitag: Ab 18.30 Uhr eröffnet Tabellenführer Viktoria Köln den 13. Spieltag im Duell mit dem 1. FC Saarbrücken. Zuvor gibt’s zur Einstimmung ab 18.00 Uhr die neue „Groundhopper“-Folge: „Groundhopper 1. FC Saarbrücken“ – ein intensiver Blick hinter die Kulissen, gedreht beim Südwest-Derby zwischen den Saarländern und Waldhof Mannheim. Am Samstag stehen in der 3. Liga ab 13.30 Uhr die Konferenz und ab 13.45 Uhr die Einzelspiele auf dem Programm, u.a. das Derby zwischen Rot-Weiss Essen und Alemannia Aachen.
Nach nur 5 Punkten aus den ersten 7 Spielen gehört Wehen Wiesbaden unter Neu-Trainer Jochen Seitz zu den größten Überfliegern der Liga. Der 50-Jährige holte aus seinen ersten 5 Spielen 13 Punkte und steht mit den Hessen mittlerweile auf Rang 6. Am Montag war er im 4zu3-Podcast von MagentaSport, mit Christian Straßburger, Tobias Schäfer und Yannick Bakic. Der Link zur neuen Folge „Kommt Seitz, kommt Rat!“: 4zu3.podigee.io/#latest-episode-player
Jochen Seitz über …
… die fehlende Direktaufstiegsmöglichkeit für alle Meister der Regionalliga: „Es muss auf jeden Fall eine Lösung her! Ich bin selbst Leidtragender, aber es geht nicht nur um mich. Ich wüsste nicht, wo es sonst eine Liga gibt, in der ein Meister nicht aufsteigen kann. Dass ein Zweit- oder Drittplatzierter ein Relegationsspiel bestreiten muss, ist vollkommen legitim. Aber dass ein Meister nicht aufsteigt, ist ein Skandal. Das gehört abgeschafft.“
… das Kompassmodell: „In den vergangenen fünf oder sechs Jahren ist in den Relegationsspielen meines Wissens kein Ostverein außer Cottbus aufgestiegen. Da muss eine Lösung her. Das Kompass-Modell wäre eine Möglichkeit. Ich habe auch gelesen, dass vielleicht eine professionelle vierte Spielklasse mit zwei Staffeln geschaffen werden könnte. Auch das wäre ein Ansatz. Es gibt verschiedene Varianten. Jetzt muss eine klare Richtung vorgegeben und darüber abgestimmt werden. Wenn wir das schaffen, werden erst einmal alle sehr glücklich darüber sein.“
… die Regionalliga Bayern – mit Kritik an BFV-Präsident Dr. Christoph Kern: „Ich habe sechs oder sieben Jahre in der Regionalliga Bayern gearbeitet und sehe es ähnlich wie ihr. Lok Leipzig wird Meister und muss bis zum letzten Spieltag kämpfen. In der Regionalliga Bayern stand damals für Würzburg als Tabellendritten schon fünf Wochen vor Saisonende fest, dass sie die Relegation spielen dürfen. Sie konnten bereits Spieler schonen. Das ist einfach ein Skandal! Das muss man ganz ehrlich sagen. Wenn man sich die Regionalliga Bayern in diesem Jahr anschaut, stellt sich die Frage: Wer ist überhaupt bereit, aufzusteigen? Unterhaching hat im vergangenen Jahr schon abgesagt. Die anderen Vereine, die außer Bayern München eventuell noch aufsteigen könnten, laufen unter ferner liefen. Wahrscheinlich wird sich wieder nur ein Verein bereit erklären, in Richtung 3. Liga zu gehen. Das ist nicht gerecht. Ich bin komplett anderer Meinung als der Verbandspräsident, der die Regionalliga Bayern unbedingt beibehalten will. Was soll das? Ich verstehe es nicht! Die Regionalliga Bayern gehört tatsächlich aufgelöst, weil es dort kaum Vereine gibt, die in Richtung 3. Liga wollen. Teilweise gibt es dort Stadien, die überhaupt nicht regionalligatauglich sind. […] Da muss eine Lösung her. Dass Bayern sich dagegen wehrt, ist eine absolute Unverschämtheit!“
… seine ersten Wochen bei Wehen Wiesbaden: „Das Offensichtlichste war für mich erst einmal die Defensivarbeit. Ich glaube, dass sie die Basis dafür ist, erfolgreich sein zu können. Das ist auch das Einfachste, was man verbessern kann. Ich glaube, dass es viel einfacher ist, Tore zu verteidigen, als Tore zu schießen. Wir haben im Endeffekt fast alles auf den Kopf gestellt. Wir haben ein anderes System gewählt und sind anders angelaufen. Schlussendlich geht es natürlich auch darum, die Mannschaft mitzunehmen. Die Mannschaft muss den Glauben daran haben, dass es funktionieren kann.“
… den Neustart bei Wehen Wiesbaden: „Ich glaube erst einmal, dass ich Wehen Wiesbaden überzeugt habe – und nicht andersherum. Ich wollte unbedingt in die 3. Liga. Ich habe mein Konzept vorgestellt, und die Gespräche waren gut. Ich habe ihnen gesagt, wie ich mir den Fußball vorstelle und dass am Anfang vielleicht noch nicht alles so funktioniert, wie man es sich wünscht. Wenn man eine Mannschaft nach sieben Spieltagen mit fünf Punkten übernimmt, liegt natürlich einiges im Argen. Man muss mit der Mannschaft so kommunizieren, dass man irgendwann einen Schlussstrich zieht und sagt: Jetzt geht es von Neuem los. Das haben wir gemacht, und die Mannschaft hat es toll angenommen.“
Fußball live bei MagentaSport
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3. Liga | 13. Spieltag
Freitag, 06.11.2026
ab 18.30 Uhr: FC Viktoria Köln – 1. FC Saarbrücken
Samstag, 07.11.2026
ab 13.30 Uhr in der Konferenz und ab 13.45 Uhr im Einzelspiel: Rot-Weiss Essen – Alemannia Aachen, Hansa Rostock – SG Sonnenhof Großaspach, SV Wehen Wiesbaden – TSV Havelse, SV Waldhof Mannheim – Fortuna Köln, FC Ingolstadt – Fortuna Düsseldorf
ab 16.15 Uhr: Preußen Münster – MSV Duisburg
Sonntag, 08.11.2026
ab 13.15 Uhr: SV Meppen – SSV Jahn Regensburg
ab 16.15 Uhr: VfB Stuttgart II – SC Verl
ab 19.15 Uhr: Würzburger Kickers – TSG Hoffenheim II
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