15.01.2022
Fußball

Nach Davies-Ausfall: Nagelsmann verlangt keinen Neuzugang: „Von meiner Seite gibt es keinen Druck“

„Unverkäuflich“ – FSV-Sportdirektor Schmidt möchte sich nicht von Burkardt trennen

Bonn, 15.01.2022

• Mislintat nach erster öffentlichen Kritik von Matarazzo: „Intern scheppert es auch mal“

• FC-Coach Baumgart ändert auch gegen die Bayern seine Haltung nicht: „Gab noch kein Spiel, vor dem ich nicht geäußert habe, dass wir gewinnen wollen“

• Sky Experte Hamann reagiert auf Haalands Kommentare im norwegischen Fernsehen: „Viel Rauch um nichts“



Unterföhring, 15. Januar 2022 - Die wichtigsten Stimmen im Vorlauf zu den Samstagnachmittagspartien des 19. Spieltages der Fußball-Bundesliga bei Sky.

 

Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern München) ... 

... zum Ausfall von Alphonso Davies: „Ihm geht es gut. Wenn du an so etwas leidest, merkst du es für gewöhnlich nicht. Du bemerkst nur, dass du nicht bei 100 Prozent bist, wenn du dich bewegst. Nach einer solchen Infektion projektziert du das als Spieler nicht auf das Herz, sondern rechnest mit einer Nachfolge der Infektion. Wichtig ist, dass wir penibel die Untersuchungen machen und daher haben wir es diagnostiziert. Es ist wichtig, dass er das ausheilen kann, allerdings auch schade, da Alphonso erst wieder zurückgekommen war. Wir brauchen auch seine Qualität auf der Position und da seine Ausfallzeit unbestimmt ist, ist es besonders ärgerlich.“

... zur Frage, wie das Spagat zwischen medizinischer Verantwortung und sportlichen Ambitionen zu meistern ist: „Grundsätzlich ist es so, dass wir der medizinischen Verantwortung dadurch gerecht werden, dass wir die Spieler ausführlich testen. Wir wissen alle, dass es im Leistungssport gut ist, die Spieler nach einem Ausfall so schnell wie möglich wieder zu integrieren. Dennoch ist es wichtig, immer im Sinne der Gesundheit zu handeln.“

… zur Frage, ob er sich eine Verstärkung auf der Außenverteidiger-Position wünsche: „Wir haben mit Lucas Hernandez einen Spieler im Kader, der die Außenverteidigerposition spielen kann und mit Richards einen Spieler, der es mit einem anderen Profil spielen kann. Auch im Mittelfeld haben wir Spieler, die dort eingesetzt werden können – auch wenn dies nicht auf dem Niveau von Alphonso geschieht. Wir haben wichtige Wochen in der Bundesliga und in der Champions League vor uns, daher ist es wichtig, den Markt zu sondieren. Ich bin ein Freund davon, besonders jungen Spielern ein halbes Jahr zu geben, um sich zu integrieren. Sollten wir einen Spieler holen, muss er sofort funktionieren. Wir müssen allerdings keinen Spieler verpflichten und es gibt von meiner Seite keinen Druck. Wir müssen ein wenig improvisieren, da sind wir allerdings nicht der einzige Klub in Europa.“

 

Steffen Baumgart (Trainer 1. FC Köln) über seine Aussagen vor dem Spiel: „Es gab in meiner Trainerkarriere noch nicht ein Spiel, vor dem ich nicht geäußert habe, dass wir gewinnen wollen. Darum geht es immer und daher sprechen wir das so an. Dass hat mit Bayern nichts zu tun und aus diesen ‚forschen Tönen‘ wird mehr gemacht, als es ist. Wir haben Respekt vor den Bayern, da es die beste Mannschaft ist. Dennoch rechnen wir uns eine große Chance aus, da wir einen guten Fußball spielen. Trotzdem muss alles passen.“

 

Martin Schmidt (Sportdirektor FSV Mainz 05) ... 

... zur Zukunft von Jonathan Burkardt: „An ihm hängt ein Schild, auf dem ‚unverkäuflich‘ steht, da er für uns unheimlich wichtig ist. Er weiß auch, wie wichtig es ist, weiterhin bei uns so gute Einsatzzeiten zu bekommen. So kann er seine Karriere weiterentwickeln und daher ist er bei uns glücklich.“

... zur Frage, ob der FSV plant, auf dem Transfermarkt aktiv zu sein: „Unser Stand ist weiterhin unverändert: Wir planen nicht, tätig zu werden. Wir haben ein Auge auf unsere Offensivabteilung und die Heilung von Ingvartsen. Wenn der Prozess sich um einige Wochen verlängert, müssen wir da ein Auge draufhaben. Ansonsten sind wir mit unserem Kader sehr zufrieden.“

... zur Frage, ob Niakhate sich freitesten konnte: „Er hat alle behördlichen Maßnahmen erfüllt und die klinischen Tests bestanden. So haben wir ihn Donnerstag freitesten können. Er hatte zwei Einheiten vor dem Spiel und ist topfit.“

 

Sven Mislintat (Sportdirektor VfB Stuttgart) ... 

... zum Ausfall von Sosa: „Im Training am Freitag gab es eine Situation, wo es vom Rücken wieder in seinen Oberschenkel gezogen hat. Da müssen wir vorsichtig sein, wäre das Spiel am Dienstag oder Mittwoch gewesen, hätte er wahrscheinlich spielen können.“

... zur Frage, ob Marc-Oliver Kempf nicht im Kader sei, da ein Transfer zur Hertha bevorstünde: „Das hat erstmal nichts mit einem möglichen Transfer zu tun, sondern wir haben auf der Bank Spieler, welche vielseitiger einsetzbar sind und deswegen kam die Entscheidung des Trainers. Gleichzeitig ist es aber so, dass sein Status noch ungewiss ist.“

… über die sportliche Lage des VfB: „Wir müssen die ernste Tabellensituation nicht wegdiskutieren, aber auch richtig einordnen. Es ist weiterhin so, dass wir einige Themen haben, welche wir aufarbeiten müssen. Wir müssen die verletzen Spieler wieder integrieren, gegen Leipzig können wir von Beginn an nicht auf vier Offensivspieler zurückgreifen. Das wird uns noch weiter begleiten, gibt uns aber auch das Selbstvertrauen, dass wir genügend Qualität haben, wenn alle spielen.“

… über die öffentliche Kritik an der Mannschaft von Trainer Pellegrino Matarazzo: „Er hat sich sehr differenziert geäußert und anerkannt, dass wir Spieler haben, die absolute Einstellung auf dem Platz gezeigt hatten und Spieler, die absolute Einstellung gezeigt haben, allerdings noch nicht in Form waren. Zwei oder drei Spieler hat er – erstmals öffentlich – kritisiert. Das wurde intern bereits vorher angesprochen und es scheppert auch mal.“

 

Tayfun Korkut (Trainer Hertha BSC) ... 

... über die defensiven Probleme der Hertha: „Blickt man auf das letzte Spiel, waren da zwei individuelle Fehler dabei, die wir abstellen müssen. Dann geht es in der Verteidigung um Nuancen. Wir müssen gemeinsam gegen den Ball agieren, woran wir gearbeitet haben. Dies wollen wir gegen Wolfsburg besser machen.“

… über die Spielweise der Hertha: „Wir müssen eine Balance finden. In den vergangenen Spielen haben wir es geschafft, gut nach vorne zu agieren, haben allerdings meistens zwei Tore benötigt, um etwas mitzunehmen. Man schießt nicht jede Woche zwei Tore, daher müssen wir hinten geschlossener verteidigen, vorne jedoch weiterhin das gleiche zeigen, was wir die letzten Spiele gezeigt haben.“

 

Alexander Rosen (Direktor Fußball TSG Hoffenheim) ... 

... zur Entwicklung von David Raum: „Einfach außergewöhnlich. Auf den Jungen wurde im vergangenen Jahr beinahe jeder Superlativ verwendet. Erst ist er aufgestiegen, dann wurde er U21-Europameister und Olympiateilnehmer. Viel mehr geht nicht. Sieht man dann, dass er einer der schnellsten Spieler ist und die athletische Fähigkeit besitzt, pro Spiel über zwölf Kilometer zu absolvieren, ist es ein außergewöhnliches Paket.“

... zur möglichen Gehaltserhöhung für Raum: „Es ist so, dass David als reiner Zweitliga-Spieler zu uns kam. Er kam ablösefrei, da kann es schon einen leichten Zuschlag geben. Wir haben ihn lange an uns gebunden, sind allerdings auch bekannt dafür, dass wir Spieler für ihre Leistung belohnen und es ist richtig, dass wir uns da ohne Druck Gedanken machen, da wir sehen, was er leistet.“

… zur Vertragsverlängerung von Kevin Vogt: „Er ist nicht nur ein richtig guter Spieler, für den die zentrale Position in der Dreierkette nahezu prädestiniert ist, sondern einer, der im sechsten Jahr bei uns ist und die wichtigen Kapitel bei uns mitgeschrieben hat. Er ist ein richtig guter und witziger Kerl.“

 

Sky Experte Dietmar Hamann ...

... über die Kommentare im norwegischen Fernsehen von Erling Haaland: „Das ist viel Rauch um nichts. Ich verstehe, dass er seine Meinung kundtut, sollte der Verein ihn angesprochen haben – was vollkommen normal wäre. Watzke hat richtig eingeordnet, dass Haaland ein junger Spieler ist, der nichts gesagt hat, allerdings das Team um ihn herum sich öfters geäußert hat. Ich verstehe auch den Verein, der wissen muss, ob er geht. Haaland könnte den Spekulationen ein Ende bereiten, in dem er ankündigt, kommende Saison beim BVB zu spielen. Ich könnte mir vorstellen, dass sein Berater-Team kalte Füße bekommt, da der Markt nicht so groß ist, wie es den Anschein hat. Sieht man nach England, sehe ich Manchester City nicht als den passenden Verein. Nach Liverpool passt er nicht und Manchester United – der wahrscheinlichste Käufer – ist derzeit Lichtjahre davon entfernt, die Premier League zu gewinnen. Wir sind derzeit bei Real Madrid und den Bayern. Das ist für das Team Haaland nicht die beste Verhandlungsposition. Das aber ein Markt für einen Spieler existiert, dessen Wert der doppelte seiner festen Ablösesumme ist, ist klar.“   

… zur Zukunft von Jonathan Burkardt: „Eine weitere Saison in Mainz würde ihm mit Sicherheit nicht schaden. Nach seinem kometenhaften Aufstieg über die vergangenen Saisons hat er das Potenzial und die Mainzer haben bereits mehrfach mit großen Gewinn Spieler verkauft. Es wird einen großen Markt für ihn geben, da seine Qualitäten in der Bundesliga nicht häufig vertreten sind.“

 

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