Bonn, 18.05.2026
Die DEB-Auswahl von Bundestrainer Harold Kreis hat nach der WM-Auftaktniederlage gegen Finnland gegen Lettland mit 0:2 verloren – trotz Verstärkung durch NHL-Stürmer Lukas Reichel. Das ausgerufene Ziel Viertelfinale gerät zunehmend in Gefahr. Für Moritz Müller ist vor dem „richtungsweisenden“ Spiel gegen die Schweiz heute Abend (live ab 19.30 Uhr bei MagentaSport und MagentaTV) deshalb klar: „Jetzt muss eine neue Geschichte geschrieben werden!“ Im Podcast „WM-Spezial – Die Eishockey-Show – Folge 3“ spricht der MagentaSport WM-Experte auch an, in welchen Bereichen das deutsche Team zulegen muss – gerade angesichts der Torflaute: „Ich hatte das Gefühl, die könnten heute nochmal 60 Minuten spielen und es würde kein Tor für Deutschland fallen.“ Angesichts der notwendigen Härte habe ihm auf deutscher Seite „so ein bisschen ein Drecksack gefehlt: Einer, der unkonventionell eine Lücke reißt, einen über den Haufen fährt, ins Tor reinrumpelt.“
Der langjährige DEB-Kapitän über das, was jetzt passieren sollte im deutschen Team – zusammen mit dem Trainerstab: „Ich glaube, jetzt muss ein Impuls durch ein Meeting kommen. Nicht nur ein Meeting der Spieler, sondern angeleitet. Dass man sagt: Okay, wir haben folgende Idee, folgenden Plan. Dann baut man den Glauben der Truppe über diesen neuen Plan wieder auf. […] Wenn wir die Schweiz schlagen wollen, müssen wir das und das anders machen. Dann muss man ehrlich in die Augen schauen. Und wenn irgendwo nicht dran geglaubt wird, muss das ehrlich angesprochen werden!“ Müller weist darauf hin, worauf es im Spiel gegen den WM-Gastgeber und -Mitfavoriten Schweiz heute ankommt, gerade angesichts der Powerplay- und Special Teams-Probleme – macht aber auch Hoffnung: „Rein von der Spielidee denke ich sogar, dass den Deutschen die Schweizer vielleicht eher liegen als die Letten.“ Der 39-Jährige über die große Bedeutung der heutigen Partie gegen die favorisierten Eidgenossen: „Die Art und Weise, wie das Spiel heute läuft, ist schon richtungsweisend für das Gesamtgefühl der Truppe!“
Nachfolgend die wichtigsten Aussagen von WM-Experte Moritz Müller aus dem heutigen Podcast „WM-Spezial – Die Eishockey-Show – Folge 3“. Bei Verwendung bitte MagentaSport als Quelle angeben. Den „WM-Spezial – Die Eishockey-Show“-Podcast gibt‘s während der WM immer morgens nach den deutschen Spielen ab 07.00 Uhr und on-demand – die nächste Folge morgen früh ab 07.00 Uhr. Mit dabei sind wechselnde Duos aus der Besetzung Moritz Müller, Rick Goldmann, Basti Schwele und Sascha Bandermann. Heute Abend steht ab 19.30 Uhr das Spiel Deutschland gegen die Schweiz auf dem Programm – live bei MagentaSport und MagentaTV.
MagentaSport WM-Experte Moritz Müller über…
… seine erste Reaktion nach der Niederlage gegen Lettland: „Das ist kein schönes Gefühl gerade! Ich habe nach dem Spiel noch ein paar von den Jungs gesehen und wir haben uns alle etwas anderes vorgestellt. Es hat mir auch ein Stück weit leidgetan für die Jungs, weil ich nicht gelten lassen würde, dass die Jungs nicht versuchen, ackern und machen. Ich hatte schon das Gefühl, dass der Einsatz da war. Das war nicht der Grund der Niederlage heute.“
… die Gründe, warum Deutschland offensiv nicht durchkam und gegen die Letten ohne Tor blieb: „Ich würde mal ein paar Gedanken in den Raum werfen, die mir in den Kopf kommen: Deutschland hat ein starkes Spiel gegen Finnland gemacht zum WM-Auftakt. Danach wurde auch viel gesagt: super Auftakt, super Mannschaft – und ich weiß nicht, ob man die Letten vielleicht ein Stück weit für ihre Qualitäten unterschätzt hat. Die Letten haben heute ein sehr gutes Spiel gemacht. Auch gegen die Schweiz hat man schon gesehen, wie taktisch gut trainiert die Letten sind und wie gewissenhaft sie gemeinsam als Mannschaft verteidigen. Die deutsche Mannschaft war im ersten Drittel etwas überrascht von den Stärken der Letten. Man hat sich schwergetan aufzubauen, schwergetan gemeinsam in den Forecheck zu kommen. Und dann sind die Tore auch noch so gefallen, dass man dem Spiel eigentlich komplett hinterhergelaufen ist. Ich hatte das Gefühl, die könnten heute nochmal 60 Minuten spielen und es würde kein Tor für Deutschland fallen.“
… fehlende Härte und zu viel Spiel über außen von der DEB-Auswahl: „Mir hat so ein bisschen ein Drecksack gefehlt! Einer, der unkonventionell eine Lücke reißt, einen über den Haufen fährt, ins Tor reinrumpelt. Wir hatten gesagt: Cutbacks, rausdrehen, variabel sein. Aber wir waren zwar variabel und haben uns bewegt, haben dann aber den Zug zum Tor nicht gefunden. Ich hätte mir gewünscht, dass wir die Innenseiten mehr penetrieren. Im Eishockey sagt man: ‘We got to get on the inside.’ Und wir haben heute viel ‘on the outside’ gespielt.“
… Powerplay- und Special Teams-Probleme: „Der Spieler trennt das Spiel ja nicht in 5-gegen-5 und Powerplay. Das Gefühl ist ein Gesamtgefühl. Wenn das Gefühl eines Spielers ist: Ich habe heute wenig Scheiben berührt und wenig offensive Akzente setzen können, dann nimmt er dieses Gefühl auch mit ins Powerplay. Dann denkt man: Die machen es uns so schwer und gefühlt wird jeder Schuss geblockt. Das ist etwas anderes, als wenn das Spiel komplett für einen läuft, die Pässe sitzen und die Schüsse durchgehen. Das wäre vielleicht eine Erklärung dafür. Natürlich muss man auch sagen: Ein Powerplay nach zwei Spielen zu bewerten, ist schwer.“
… das, was jetzt passieren muss im deutschen Team zusammen mit dem Trainerstab: „Die Mannschaft sollte auf jeden Fall zusammenbleiben. Ich habe aber auch das Gefühl, dass das so ist. Ich glaube, jetzt muss ein Impuls durch ein Meeting kommen. Nicht nur ein Meeting der Spieler, sondern angeleitet. Dass man sagt: Okay, wir haben folgende Idee, folgenden Plan. Dann baut man den Glauben der Truppe über diesen neuen Plan wieder auf. Man schaut sich nochmal kurz sechs Wechsel gegen die Letten an und sagt: Das, das und das hat nicht funktioniert. Wenn wir die Schweiz schlagen wollen, müssen wir das und das anders machen. Dann muss man ehrlich in die Augen schauen. Und wenn irgendwo nicht dran geglaubt wird, muss das ehrlich angesprochen werden!“
… seine Erwartungshaltung vor dem Spiele gegen die favorisierten Schweizer: „Ich habe das Gefühl, das ist gerade die Stimmung vieler: Die Schweizer waren stark und wir bisher noch nicht. Für die Jungs gilt jetzt: nichts lesen, nichts sehen. Kein Social Media. Sie sitzen alle in einem Boot. Es bringt jetzt nichts zu sagen: Wenn das Powerplay besser wäre … Denn das Unterzahlspiel war ja auch nicht gut. Es gibt einige Stellschrauben, die besser sein können. Rein von der Spielidee denke ich sogar, dass den Deutschen die Schweizer vielleicht eher liegen als die Letten. Die Schweizer wollen spielen, laufen und passen. Das liegt dem Gesicht unserer Mannschaft eher. Es wird auf jeden Fall ein sehr schnelles Spiel werden. Die deutsche Mannschaft muss das Spiel lange offen halten. Lange 0:0 oder in Schlagdistanz bleiben. Dann kann das ein Ding werden!“
… die große Bedeutung des Schweiz-Spiels: „Die Art und Weise, wie das Spiel heute läuft, ist schon richtungsweisend für das Gesamtgefühl der Truppe! Ein Sieg morgen und das Spiel heute ist vergessen. Dann hat man eine starke Schweizer Mannschaft bei ihrer Heim-WM geschlagen und ich weiß, wie sich dieser Raum dann anfühlt. Selbst eine knappe Niederlage nach einem sehr guten Spiel würde wieder Lebensgeister wecken. Wenn man morgen aber auf sehr starke Schweizer trifft und das nicht gelingt, dann wird der Weg mental natürlich schwerer.“
… die Herangehensweise, die er dem DEB-Team empfiehlt: „Die Identität ist ja nicht weg. Aber jetzt muss eine neue Geschichte geschrieben werden! Spielerisch würde ich das nicht als großen Überbegriff nehmen, weil spielerisch viel Gutes da war. Aber man muss Rollen klarer spezifizieren und Kleinigkeiten im Spiel besser machen.“
… über seine persönliche Entscheidung, die WM nicht als Spieler in Angriff zu nehmen, sondern als Experte zu begleiten: „Ich bin jetzt auch ein paar Mal gefragt worden: Warum spielt er denn nicht? Ich habe von zwölf Weltmeisterschaften elf am Stück gespielt. Meine große Tochter wird jetzt zehn und alle meine Kinder haben Ende April oder im Mai Geburtstag – meine Frau übrigens auch. Ich habe jahrelang alle Geburtstage verpasst. Und ich habe zu Hause versprochen, dass das irgendwann anders sein wird. Deswegen war die Entscheidung: Dieses Jahr zweimal vier Tage zu machen ist etwas anderes als 30 oder 40 Tage komplett weg zu sein.“
Link zur aktuellen Folge des „Eishockey-Show – WM-Spezial“-Podcasts auf YouTube: www.youtube.com/watch?v=I609YF2glv4
Eishockey live bei MagentaSport und MagentaTV
IIHF WM 2026 | Gruppenphase
Montag, 18.05.2026
ab 19.30 Uhr: Deutschland – Schweiz
Dienstag, 19.05.2026
ab 16.00 Uhr: Lettland – Österreich
Mittwoch, 20.05.2026
ab 19.30 Uhr: Deutschland – USA
Donnerstag, 21.05.2026
ab 16.00 Uhr: Lettland – Finnland
Freitag, 22.05.2026
ab 15.30 Uhr: Deutschland – Ungarn
Samstag, 23.05.2026
ab 19.30 Uhr: Deutschland – Österreich
Sonntag, 24.05.2026
ab 20.00 Uhr: Österreich – Finnland
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