Halle fehlt bei Angstgegner Zwickau erst der Mumm und „zündet“ dann zu spät
Bonn, 24.07.2022
Der FSV Zwickau muss gegen ein neuformiertes, verjüngtes Halle-Team um den 3:2-Erfolg zittern. „Mit dem 3:1 hatte ich eigentlich gehofft, dass wir wieder ein bisschen Sicherheit haben, aber es war nicht so“, bilanzierte Trainer Joe Enochs nach dem Arbeitssieg und zumindest einer guten 1. Hälfte. Halles Trainer Andre Meyer monierte nach der erneuten Niederlage beim Angstgegner: „Wir hatten die Kraft das Spiel zu drehen, aber leider zu spät gezündet.“ Sein Kapitän Jonas Nietfeld formulierte es etwas anders: „Wir müssen konkret daran arbeiten, schon in der 1. Halbzeit den Arsch in der Hose zu haben.“ Ein ärgerliches 1:1 gab´s für Zweitliga-Absteiger Aue beim jüngsten Team der Liga, dem SC Freiburg II mit 21,1 Jahren Durchschnittsalter. 95 Minuten mussten die spielstarken Breisgauer bei über 30 Grad mit 10 Spielern auskommen. Aues Trainer Timo Rost hätte nach dem Blitzstart schon erwartet, „dass wir das Spiel als Sieger beenden.“ Freiburgs Trainer Stamm sah sich trotz Unterzahl als „die bessere Mannschaft!“
Nachfolgend die wichtigsten Stimmen der beiden Sonntagsspiele in der 3. Liga – bei Verwendung bitte die Quelle MagentaSport benennen. Der aufstiegsambitionierte SV Wehen Wiesbaden empfängt am Montag ab 18.45 Uhr den BVB II live bei MagentaSport.
FSV Zwickau – Hallescher FC 3:2
Zwickaus Trainer Joe Enochs, mit 5 Jahren bei Zwickau dienstältester Drittliga-Trainer, will künftig offensiv attraktiver spielen. Klappte eine Halbzeit lang. Es zähle nur, „so früh wie möglich den Klassenerhalt klar zu machen.“
„Drei Punkt sind halt nur 3 Punkte – wir müssen jetzt noch 42 dazu holen“, rechnete Joe Enochs alsdann nach dem mühsamen Auftakt- und Arbeitssieg mit einer 2:0- und 3:1-Führung: „Mit dem 3:1 hatte ich eigentlich gehofft, dass wir wieder ein bisschen Sicherheit haben, aber es war nicht so. Solche Spiele sind schön, wenn man auf der Siegerseite steht. Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen, dass bei der Hitze bis zur 93. Minute Gas gegeben haben. Es war schon ein gutes Spiel von uns.“ Der Lohn für das 3:2 in der kurzen Pokalpause: „Wir werden hart arbeiten und immer mal wieder an unsere Grenzen gehen.“
Halles Trainer Andre Meyer hat mit Halle einen „gewollten Umbruch“ vollzogen, sich von älteren Spielern wie Löhmannsröben (der sich Zwickau anschloss) getrennt. „Ein gewisses Risiko“ sei dann immer dabei, gab Meyer zu. Tatsächlich spiel der HFC nach einem verschlafenen Auftakt eine sehr gefällige 2. Hälfte. Nach dem Spiel meinte Andre Meyer zu einem couragierten Auftritt: „In der 1. Halbzeit war zu wenig Mut und Überzeugung in unserem Spiel. Wir haben viele lange Bälle gespielt, waren sehr nervös, viele Dinge haben nicht gepasst. Wir hatten anscheinend viel Respekt vor dieser Aufgabe. Zweite Halbzeit waren wir drin. Wir kriegen leider in einer starken Phase dieses blöde 3. Tor. Sonst wäre alles drin gewesen. Wir hatten die Kraft das Spiel zu drehen, aber leider zu spät gezündet.“
Kapitän Jonas Nietfeld, einer der wenigen verbliebenen Routiniers: „Zwickau hat uns in der 1. Halbzeit den Schneid abgekauft. Die haben ganz klar ihren Fußball durchgedrückt und wir haben uns angepasst. Das ist der Fehler, den wir gemacht haben – wir waren nicht mutig genug. Wir haben uns die ganze 2. Halbzeit dann getraut, unser Spiel zu spielen. Ab der 75. Minute war´s dann zwingend geworden. Wir müssen konkret daran arbeiten, schon in der 1. Halbzeit den Arsch in der Hose zu haben. Nicht mit Angst, auf den Platz zu gehen.“
SC Freiburg II – FC Erzgebirge Aue 1:1
Nach 35 Sekunden schon Rot für Freiburgs Ezekwem wegen angeblicher Notbremse, den fälligen Freistoß versenkte Stefaniak zum 1:0. Stark, wie die Freiburger Youngster ihren Fehlstart wettmachten. Ein bisschen Glück war auch dabei.
Aues Trainer Timo Rost: „Wir kommen sehr, sehr gut ins Spiel durch das Tor von Marvin Stefaniak und spielen dann eine ordentliche erste Halbzeit. Es ist natürlich schade, dass du gegen 10 Mann nach einem Standard ein Tor kassiert. Den kann Alex (Sorge traf per Eigentor zum 1:1) auch besser klären, das weiß er selbst. Für uns natürlich ärgerlich in der Situation.“
Rost über fehlende Dominanz trotz Überzahl: „Das war der Klassiker. Du musst natürlich versuchen, im Ballbesitz noch torgefährlicher zu werden. Fürs erste Spiel war´s ok. Aber wir hatten natürlich noch Chancen fürs zweite oder dritte Tor.“
Erwartete hätte sich Rost: „Ganz einfach: dass wir das Spiel als Sieger beenden.“
Aues Torschütze Marvin Stefaniak: „Definitiv müssen wir mehr aus der Überzahl machen.“
Freiburgs Trainer Thomas Stamm ist Platzverweise zu einem frühen Zeitpunkt aus der letzten Saison gewohnt: „Wir haben dann das bessere Spiel gemacht, wenn man die Chancen aus dem Spiel heraus sieht. Man kann nicht alles wegverteidigen, das ist klar. Aber ich fand, wir waren sogar die bessere Mannschaft über 90 Minuten. Wir gehen immer wieder über die Intensität, so trainieren wir auch. Deshalb konnten wir hier auch so spielen. Na klar, das war Grenzen verschieben. Das haben die Jungs überragend gemacht.“
3. Liga Saison 1. Spieltag 2022/23
MagentaSport zeigt alle Spiele live:
Montag, 25.07.2022
Ab 18.45 Uhr: SV Wehen Wiesbaden – BVB II
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