Mirko Slomka erklärt in seiner neuen Kolumne für Sky Sport, dass die Bundesliga in der Vermarktung den Anschluss an die Premier League verloren hat.
Unterföhring, 18.09.2025
Die deutschen Klubs hätten die Entwicklung verschlafen, meint der ehemalige Bundesligatrainer.
Der Transfersommer ist zu Ende und die Bundesliga steht ziemlich gerupft da. Allein 37 deutsche Spieler sind vor der Saison nach England gewechselt. Die beiden spektakulärsten Transfers waren dabei sicher der von Florian Wirtz von Leverkusen nach Liverpool für geschätzte 150 Millionen Euro sowie der Weggang von Nick Woltemade, der Newcastle United 85 Millionen Euro plus Boni nach Stuttgartüberwiesen ließ. Weil also die Bundesliga wie in den vergangenen Jahren ihre Topspieler auf die Insel verlor, wird in Deutschland das Geld als Hauptgrund für einen Wechsel nach England aufgeführt. Und den Briten wird unterstellt, planlos Millionen zu verbrennen. Beides ist falsch.
Watzke und Hoeneß treffen den Kern der Sache nicht
"Die Engländer schmeißen ihr Geld oft idiotisch zum Fenster raus", sagte kürzlich der neu gewählte DFL-Aufsichtsratsvorsitzende Aki Watzke. Und Bayerns Uli Hoeneß ließ zum selben Thema wissen, dass Deutschland wieder eine Führungsrolle im Weltfußball einnehmen müsse. Ich respektiere beide sehr, aber ihre Kommentare greifen am Kern der Sache vorbei.
Premier League hängt Bundesliga ab
Die Premier League entwickelt sich seit Jahren kommerziell in Richtung der US-Topmarken. Mit rund sechs Milliarden Dollar Umsatz liegt sie hinter der NFL (16 Mrd.), der MLB (11 Mrd.), der NBA (10 Mrd.) und der indischen Cricketliga IPL (10 Mrd.) auf dem fünften Platz. Deutschland liegt mit rund drei Milliarden Dollar Gesamtumsatz weit abgeschlagen zurück. Allein die Auslandsvermarktung der Premier League generiert mehr Umsätze als die Bundesliga insgesamt. Rein vermarktungstechnisch ist die Premier League also auf dem Weg, die NBA des Fußballs zu werden.
Deutsche Klubs haben Entwicklung verschlafen
Diese Entwicklung haben die deutschen Klubs komplett verschlafen. Den rund 200 Millionen Euro Umsatz stehen hier 3,3 Milliarden der Premier League gegenüber. Wenn also die deutschen Funktionäre über die Premier League schimpfen, spricht daraus auch der Frust, den Anschluss in der Vermarktung verpasst zu haben. Was allerdings noch mehr schmerzt, ist der Blick auf den Einsatz von Nachwuchsspielern in den beiden Ligen. Während in der sportlich schwächeren Bundesliga U21-Spieler nur auf fünf Prozent aller Einsatzzeiten kommen, sind es in der Premier League satte 20 Prozent.
"Dann hat die Bundesliga ein ernsthaftes Problem"
Und noch eine Zahl macht Sorgen: Mittlerweile machen Transfererlöse rund ein Viertel des Gesamtumsatzes der Bundesligisten aus. Verkauft werden hauptsächlich junge französische oder englische Spieler, die man teilweise bereits in der Jugend verpflichtet hat. Was, wenn diese Ligen da demnächst einen Riegel vorschieben? Dann hat die Bundesliga ein ernsthaftes Problem und die Schere wird noch weiter auseinandergehen. Die von Uli Hoeneß geforderte Führungsrolle des deutschen Fußballs ist sowohl finanziell als auch sportlich derzeit nichts weiter als ein Pfeifen im Walde. Es wird interessant sein, welche Strategien diesen markigen Worten folgen sollen.
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