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Lothar Matthäus über Deutschland, Portugal, Kimmich und CR7

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Unterföhring, 02.06.2025

Lothar Matthäus erklärt in seiner Kolumne, warum Deutschland trotz namhafter Ausfälle die Nations League gewinnen kann und welche Bedeutung Joshua Kimmich sowie Cristiano Ronaldo für ihre Teams haben.


Der Sky Sport Experte verrät auch, mit welcher Aufstellung er ins Halbfinale gegen Portugal gehen würde.


Vor dem Nations-League-Halbfinale am Mittwoch (21:00 Uhr im Liveticker) fehlen zwar wichtige Spieler wie Musiala, Rüdiger und Schlotterbeck, aber trotz der langen Verletztenliste kann die deutsche Mannschaft den Titel holen.


Gegen Portugal haben wir in der Vergangenheit immer gut ausgesehen und alle wichtigen Spiele gewonnen. Die Serie und das Heimrecht sprechen für Deutschland, obwohl Portugal eine sehr starke Mannschaft mit qualitativ hochwertigen Spielern hat, wie zum Beispiel Vitinha und Joao Neves, die gerade mit PSG die Champions League gewonnen haben.


Ronaldo ist immer noch wichtig für Portugal


Cristiano Ronaldo hat weit über 200 Länderspiele absolviert und ist 40 Jahre alt, aber er macht immer noch Tore und ist wichtig für die Mannschaft - die jungen Spieler schauen zu ihm auf.

Ronaldo hat großen Ehrgeiz, vielleicht könnte er nach der Nations League zu einem Verein wechseln, der im Sommer bei der Klub-WM spielt, weil er diesen Titel auch noch in seinem Buch, das er irgendwann einmal schreibt, unterbringen will.


Kimmich ist mir weit voraus


Joshua Kimmich absolviert am Mittwoch sein 100. Länderspiel. Ich würde mich für ihn freuen, wenn er irgendwann meinen Rekord von 150 Einsätzen knackt.

Ich habe damals mit 19 Jahren mein erstes Länderspiel gemacht, aber mich erst mit 23 als ein wichtiger Bestandteil der Nationalmannschaft gefühlt. 1984 war mein Durchbruch, auch durch die Installation von Franz Beckenbauer als Teamchef. Joshua ist mir weit voraus und ich traue ihm zu, meinen Rekord zu brechen. Er ist auf und neben dem Platz ein absoluter Führungsspieler, seriös, leistungsstark und wurde bisher von größeren Verletzungen verschont.


Es gibt keine andere Lösung auf rechts


Kimmich ist als Rechtsverteidiger und im Mittelfeld Weltklasse. Ich finde ihn im Zentrum am wichtigsten, dort bestimmt er den Rhythmus des Spiels. Als Rechtsverteidiger ist er nicht so in den Aufbau eingebunden.


Julian Nagelsmann hat aber keinen anderen Spieler, der sein Anforderungsprofil für die rechte Abwehrseite erfüllt. Auch ich sehe dort keine andere Lösung, die mich überzeugt.

Links gibt es mit Mittelstädt, Raum und Gosens drei Optionen. Ich würde mich aufgrund seiner Formstärke für Gosens entscheiden. Er hat in Florenz eine starke Saison gespielt, zuletzt auch Tore erzielt und vorbereitet.


Ich setze auf Pavlovic und Goretzka


Im Mittelfeld hat Pavlovic bei Bayern schon bewiesen, dass er auf der Sechs spielen kann, Groß hat es in den letzten Monaten in Dortmund auch gezeigt, genau wie Nmecha, der überragende Voraussetzungen mitbringt und vielleicht mal einer für die Zukunft sein kann, wenn er konstanter wird.

Die Entscheidung des Trainers hängt von vielen Dingen ab, es kommt auf Nuancen an. Groß scheint bei Nagelsmann gesetzt zu sein, aber ich würde Pavlovic und Goretzka zusammen im Zentrum spielen lassen, Pavlovic als Sechser und Goretzka als Achter.


Entscheidung zwischen Füllkrug und Woltemade


In der Offensive sehe ich neben Wirtz noch Sane, Gnabry oder Adeyemi.


Ganz vorne gibt es drei Kandidaten im Sturm. Undav war zuletzt zwar wieder in Form, aber es wird eine Entscheidung zwischen Füllkrug und Woltemade sein. Man könnte auch mit beiden spielen, wenn Wirtz über die linke Seite kommt und Sane von rechts.


Wenn Nagelsmann mit einem Stoßstürmer spielen will, ist Füllkrug mehr Strafraumspieler als Woltemade. Wenn Julian bei einem klaren 4-2-3-1 bleibt, müsste er fast schon Füllkrug spielen lassen.


Nachdem Bundestrainer Julian Nagelsmann Nick Woltemade vom VfB Stuttgart nominiert hat, spricht auch Niclas Füllkrug nur positiv über den Stürmer. Er habe besondere Qualitäten, die dem DFB-Team weiterhelfen können.


Bei ter Stegen sehe ich kein Risiko


Im Tor bekommt ter Stegen das volle Vertrauen, was ich auch nachvollziehen kann. Er hat in Barcelona wieder ein paar Pflichtspiele absolviert, von daher sehe ich kein Risiko. Nübel hat zwar mit Stuttgart den Pokal gewonnen und Baumann ist mit Hoffenheim nicht abgestiegen, aber beide hatten auch schwache Spiele dabei.


Der Bundestrainer hat schon vor acht Monaten gesagt: "Wenn ter Stegen zurückkehrt, ist er meine Nummer eins." Ich finde gut, dass Julian sich daran hält und keine Fragen aufkommen lässt.


Julian Nagelsmann hatte immer wieder betont, Marc Andre ter Stegen als Nummer eins im Tor aufzustellen, nach seiner Verletzungspause. Nun ist der Keeper zurück im DFB-Team und freut sich über die Rückendeckung vom Bundestrainer.


Meine Aufstellung gegen Portugal:

Tor: ter Stegen

Abwehr (von rechts nach links): Kimmich, Tah, Anton und Gosens

Defensives Mittelfeld: Pavlovic, Goretzka

Offensives Mittelfeld (von rechts nach links): Sane, Wirtz, Gnabry/Adeyemi

Sturm: Füllkrug/Woltemade


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