Lothar Matthäus schreibt in seiner Kolumne über den Pokal-Knaller zwischen Dortmund und Leverkusen, den verweigerten Handschlag von Serhou Guirassy und die Situation von Nico Schlotterbeck.
Unterföhring, 01.12.2025
Der Sky Sport Experte äußert sich zudem über die Zukunft von Manuel Neuer beim FC Bayern und die jüngsten Äußerungen von Uli Hoeneß.
Abendspiel, ein volles Stadion mit 75.000 Heim-Fans im Rücken - Duelle wie das Achtelfinale im DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen (Di., ab 21:00 Uhr live auf Sky Sport) sind wie für den BVB gemacht.
Dortmund hat am Samstag in der Bundesliga beim 2:1 in Leverkusenkaum etwas zugelassen und es nur versäumt, das Spiel vorzeitig zu entscheiden. Im Gegensatz zum 3:3 gegen Stuttgart oder zum 1:1 in Hamburg haben die Westfalen den Sieg aber über die Zeit gebracht.
Das müssen Guirassy und andere Spieler verstehen
Serhou Guirassy hat Niko Kovac bei seiner Auswechslung den Handschlag verweigert.
Ob Guirassy, vor ein paar Wochen Karim Adeyemi, früher beim FC Bayern Robben oder Ribery: Die Spieler sollten verstehen, dass der Trainer nicht gegen sie ist. Er ist für das Ergebnis der Mannschaft verantwortlich und nicht dafür, dass ein Profi immer 90 Minuten durchspielt, zumal Guirassy vor ein paar Wochen noch aus einer Verletzung gekommen war.
Kovac weiß, was er macht. Er macht vieles richtig, er hat Dortmund wieder hinbekommen. Er hat das Offensivspiel weiter im Blickfeld, aber er legt auch Wert auf andere Dinge. Alles auf einmal geht nicht in einer so kurzen Zeit.
Ich an Schlotterbecks Stelle würde mir überlegen…
Die Dortmunder haben großes Potenzial, aber sie müssen aus ihren Fehlern lernen, um näher an Bayern München heranzukommen. Mit Guirassy, Adeyemi, Felix Nmecha, Nico Schlotterbeck und Gregor Kobel im Tor haben sie fünf Spieler in oder nahe an der Weltklasse, und das Drumherum ist auch nicht schlecht.
Der BVB steht in der Liga auf Platz drei und ist in der Champions League sowie im Pokal aussichtsreich vertreten. Schlotterbeck hat sich bei der Borussia viel erarbeitet und wird wertgeschätzt. Sicherlich könnte er woanders mehr verdienen, aber in Dortmund ist er Kapitän, der BVB ist ein geiles Projekt. Ich würde mir an seiner Stelle ganz genau überlegen, ob ich den Verein verlasse oder bleibe.
Dass muss Adeyemi noch verbessern
Karim Adeyemi zeigt seit Wochen starke Leistungen. Er weiß, dass er mit der Waffengeschichte einen großen Fehler gemacht hat, aber er lässt das Thema nicht so nahe an sich heran und konzentriert sich auf das Sportliche. Ich glaube, dass diese Herangehensweise richtig ist.
Er ist einer, der Spiele allein entscheiden kann, der mit seinem Tempo, seiner Sprungkraft und seinen technischen Möglichkeiten für Gefahr gesorgt. In Leverkusen hat er gut mit nach hinten gearbeitet, er muss allerdings noch etwas disziplinierter und konzentrierter werden und aus seinen Chancen die Tore machen, auch in der Nationalmannschaft.
Bayern hat eine brutale Mentalität gezeigt
Dass der FC Bayern nicht in jedem Spiel seine Gegner so dominieren kann, wie es die Münchener in den vergangenen Monaten gemacht haben, ist nur menschlich.
Wenn sie in Rückstand geraten sind, haben sie hinten raus eine brutale Mentalität an den Tag gelegt, wie beim 3:1 am Samstag gegen St. Pauli, vor ein paar Wochen beim 2:2 in Berlin oder im Pokal in Köln.
Wenn der Gegner allerdings ähnliche Qualitäten hat, kann man sich nicht allein auf die Mentalität verlassen. Das hat man bei der Niederlage in London gemerkt. Trotz der Niederlage gegen Arsenal und trotz einiger Wackler in den vergangenen Wochen bin ich aber zuversichtlich, dass es eine sehr erfolgreiche Saison für den FC Bayern wird.
Ich glaube, dass Neuer noch ein Jahr dranhängt
Im Pokalspiel bei Union Berlin am Mittwoch (20:45 Uhr live auf Sky Sport) wird Manuel Neuer im Tor stehen. Ich bin überzeugt, dass er von seiner Seite aus, wenn keine Verletzungen dazwischenkommen, noch ein Jahr beim FC Bayern dranhängt. Wenn seine Leistungen stimmen, ist das auch im Sinne des Vereins.
Was eine mögliche Rückkehr in die Nationalmannschaft betrifft, ist es jetzt der falsche Zeitpunkt, um darüber zu reden. Momentan stellt sich diese Frage nicht.
Oliver Baumann spielt eine überragende Saison, nicht nur in der Nationalmannschaft, sondern auch mit Hoffenheim in der Bundesliga. Er hat sich seinen Status als Nummer eins im DFB-Tor erarbeitet und erkämpft und viele, die an ihm gezweifelt haben, müssen Abbitte leisten.
Hoeneß? Nicht immer mit alten Kamellen kommen
Zu den jüngsten Aussagen von Uli Hoeneß über meine Person sage ich nur: Die Fragesteller sollten endlich einen Punkt machen und nicht immer wieder mit alten Kamellen ankommen, die jahrelang zurückliegen.
Mehr zum Autor Lothar Matthäus
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