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Lothar Matthäus über den ersten Bundesliga-Spieltag mit Bayern, Schalke, Füllkrug & Co.

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Lothar Matthäus verrät in seiner Sky Sport Kolumne, welche Teams, Partien und Spieler ihn am ersten Bundesliga-Wochenende der neuen Saison beschäftigt haben.

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Unterföhring, 01.09.2026

Der Rekordnationalspieler erklärt, warum er eine Sancho-Rückkehr zum BVB nicht verstehen würde, wie die Stuttgarter die Bayern zum Kantersieg eingeladen haben und was Rückkehrer Niclas Füllkrug noch benötigt. Zudem macht Matthäus den Schalke-Fans Hoffnung.


1. Holt Dortmund Sancho zurück?

Der BVB sucht nach dem Kreuzbandriss von Neuzugang Giannis Konstantelias nach einem möglichen Ersatz. Natürlich wird in Dortmund immer der Name Jadon Sancho gespielt, aber tut mir leid, wenn ich sage: Mit dem kann ich jetzt gar nichts anfangen. Jetzt kann man sagen, der kann dann auch halb links spielen oder wo Konstantelias gespielt hat - der kommt aber auch in sechs Monaten wieder zurück. Sancho ist von seinen Fähigkeiten her eigentlich ein Linienspieler. Diese Position gibt es im jetzigen System von Niko Kovac nicht. Oder man pflanzt Sancho um. Natürlich wartet Dortmund auf einen Heilsbringer, der in der Vergangenheit - vor allem in seiner ersten Zeit - Riesenleistungen gebracht hat. Aber den Ausfall von Konstantelias könnte der Klub auch intern auffangen. Mit Sabitzer hätten sie einen, der das in Österreich und beim BVB schon häufig gespielt hat - und Chukwuemeka. Die beiden können diese Position zum Beispiel meiner Meinung nach jederzeit spielen. Sabitzer auf seine Art und Weise. Chukwuemeka ist zurzeit nicht so hoch bei Kovac im Kurs. Aber wenn man ihn schon gekauft hat für viel Geld, dann muss man ihm auch irgendwann das Vertrauen schenken. Und gerade in so einer Phase, in der jetzt ein Spieler verletzt ist, der ja hoffentlich auch wieder in fünf, sechs Monaten zurückkommt, dann fehlt mir jetzt ein bisschen die Fantasie, dass ich sage: Ich hole Sancho.


2. Zwei Aufsteiger überraschen

Der erste Spieltag ist immer ein bisschen wild. Leverkusenzum Beispiel hätte es eigentlich besser machen müssen - hätte wissen müssen, was auf sie zukommt. Aber das ist vielleicht auch das neue Umfeld in Leverkusen, sodass man im Endeffekt in 60 Minuten den Sieg oder den Punkt hergeschenkt hat. Da hat man sich nicht gewehrt, ob derElversberger Leistung. Da muss ich sagen: Die haben super gespielt, die haben es gut gemacht. Aber bei Leverkusen hatte man das Gefühl, man hat sich nicht eingestellt auf dieses aggressive Pressing nach vorne. Und es war natürlich vom Ergebnis her die Überraschung des ersten Spieltags. Auch das Unentschieden von Paderborn, das sie sich ermauert haben. Aber das ist egal, im Endeffekt zählt das Ergebnis. Wenn die A-Note passt, dann ist die B-Note uninteressant. Da gibt es keine schöne Spielerei. Das erwartet man auch nicht von Paderborn. Wichtig sind zum Schluss die Ergebnisse. Und da haben zwei Aufsteiger am Samstag meiner Meinung nach überrascht. Die Mannschaften, gegen die sie gespielt haben, sind in der ersten Tabellenhälfte anzusiedeln.Mainz, eine der stärksten Rückrunden-Mannschaften der vergangenenBundesliga-Saison - Leverkusen ist sowieso immer ambitioniert.


3. Bayern bestraft Stuttgarts Fehler gnadenlos

Dann haben wir natürlich die tollen Bayern vom Freitagabend. Die Stuttgarter haben aber auch sehr viel falsch gemacht. Damit meine ich nicht nur den Ausrutscher beim Eigentor. Standardsituationen kann man immer verteidigen. Beim zweiten Tor muss man ein taktisches Foul gegen Kimmich ziehen, dass er gar nicht erst so weit zum Strafraum hinkommt. Das ist seine Stärke, mit dem Ball durch das Mittelfeld zu marschieren. Da hat er Begleitschutz bekommen. Beim vierten Tor darf der Verteidiger nicht runtergrätschen, sodass Saibari den Ball einfach querspielen konnte zu Pavlovic. Da muss der Stuttgarter stehen bleiben und seinen Gegenspieler stellen. Und das Fünfte: Natürlich baut man im Mittelfeld nicht so auf, wie der VfB es vorgehabt hat. Ein Pass zum Mitspieler dorthin, wo die Bayern in Überzahl standen. Es ist am Ende die Summe an Fehlern, die das Spiel entscheidet. Trotz alledem: Wie die Bayern wieder losgelegt haben, wie viele Chancen sie hatten. Sie hätten auch höher gewinnen können. Die Münchner sind schon wieder in dieser Form, die man erwartet und prognostiziert hat.


4. Bei Union und Frankfurt nichts Neues

Frankfurt hat am Samstag bei Union einen sicher geglaubten Sieg aus den Händen gegeben. Das war unnötig. Da sieht man auch, dass sich auch bei den Berlinern nicht groß etwas verändert hat. In der Spielweise ja, aber wie sind ins Spiel zurückgekommen? Durch Standardsituationen, weil sie einfach große Spieler in ihren Reihen haben. Immerhin hat für die Eintracht Younes Ebnoutalib einen Dreierpack erzielt. Ich habe mich gewundert, dass man in Frankfurt einen Stürmer suchen will. Man hat mit Burkhardt und Ebnoutalib zwei Spieler, die im Zentrum wissen, wo das Tor steht. Und vielmehr haben die anderen Mannschaften auch nicht auf dieser Position. Das sind zwei Vollblutstürmer.


5. Schalke wird sich fangen

Schön, dass Schalke zurück ist. Das Ergebnis in Augsburg war aus ihrer Sicht natürlich nicht schön. Die "Königsblauen" wissen jetzt, was nun auf sie zukommt in der Bundesliga. In Augsburg kann man verlieren, da würde ich jetzt nicht gleich die Arena abreißen. Das machen die Fans dann sowieso am Samstag, wenn es gegen Bayern geht. Ein ganz schwieriges Auftaktprogramm für Schalke. Die Augsburger sind unangenehm zu bespielen und haben schon in der letzten Saison gezeigt, wie heimstark sie sind. Dann geht es zu Hause gegen Bayern, wo man auch nicht gerade der Favorit ist. Und dann kommt mit Union Berlin wieder ein kniffliges Auswärtsspiel. Aber Schalke wird sich fangen in der Bundesliga. Das ist jetzt der Auftakt. Nach sechs bis acht Spielen kann man Schlüsse aus den Leistungen ziehen.


6. Füllkrug benötigt noch Zeit

Ich glaube, dass in Bremen der Heilige gesucht worden ist. Man hat aber gesehen, dass Füllkrug noch Zeit braucht. Bezeichnend war die Szene, als er alleine auf den Torwart zugelaufen ist und den Ball verstolpert. Er hat mit sich zu kämpfen. Übertrieben gesagt wurde er zwei Jahre lang nicht gebraucht - bei West Ham nicht und auch nicht bei Milan. Füllkrug ist mit mit großen Erwartungen gekommen: großer Name, jetzt schon eine Art Fußball-Legende in Bremen. Und dann merkst du, dass er auf jeden Fall noch etwas braucht. Das braucht aber die ganze Bremer Mannschaft.


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