Fußball

Eintracht-Matchwinner Lindström: „Letzte Saison war ich oft panisch“

Glasner zufrieden: „Ein absolut verdienter Sieg“ - Farke selbstkritisch: „Was uns gekillt hat, waren die Ballverluste“ - Weigl lobt Frankfurt: „Eiskalt unsere Fehler ausgenutzt“ - Sky Experte Matthäus zu Lindström: „War heute der Unterschiedsspieler“

Unterföhring, 22.10.2022

Unterföhring, 22. Oktober 2022 - Die wichtigsten Stimmen zum tipico Topspiel des 11. Spieltages der Fußball-Bundesliga zwischen Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt (1:3) bei Sky.  

 

Jesper Lindström (Doppeltorschütze Eintracht Frankfurt) ...

… zu seiner besseren Torausbeute diese Saison: „Wenn ich schieße, bin ich ruhiger. Letzte Saison war ich oft panisch, musste den Ball zehnmal berühren. Ich habe im Training mental viel mit den Assistenztrainern gearbeitet.“

… zum Spiel: „Wenn man das ganze Spiel sieht, war Gladbach in der zweiten Halbzeit auch gut. Aber nach fünf Minuten haben wir mit der ersten Chance getroffen, auch mit der zweiten und dritten Chance haben wir getroffen. Im Fußball geht es darum, Tore zu schießen.“

… zum Sturmpartner Randal Kolo Muani: „Er ist so wichtig für mich, er hat auch so viel Geschwindigkeit.“

… zur Bedeutung von Mario Götze und Sebastian Rode: „Mario ist der Schlüssel – genau wie Seppl. Sie spielen mit so viel Ruhe. Du kannst ihnen immer den Ball geben, weil du weißt, dass sie den richtigen Moment und Pass finden.“


Oliver Glasner (Trainer Eintracht Frankfurt) …

… zum Spiel: „Wir haben viele richtige Entscheidungen getroffen, ein paar Mal nicht. Wir hatten nach der Halbzeit die gleiche Situation wie zum 3:0, da haben wir den Ball nicht bekommen – dann wäre wirklich der Deckel drauf gewesen. Wir haben gewusst, dass Gladbach mit sehr hohen Außenverteidigern spielt und dass wir immer wieder viele Räume bekommen werden. Es war ein absolut verdienter Sieg.“

… zum Kamera-Chaos: „Das haben wir alle noch nicht erlebt und zum Glück ist nichts passiert. Wir konnten nochmal kurz etwas besprechen, aber es war jetzt nicht entscheidend.“

… zum Lauf der Eintracht: „Wir haben eine gute Mischung aus hoher fußballerischer Qualität und sehr viel Speed. Wir haben Speed mit Kolo Muani, wir haben Speed mit Lindström, wir haben Speed über außen. Wir sind bei Standardsituationen gefährlich. Momentan läuft es gut.“

 

Daniel Farke (Trainer Borussia Mönchengladbach) ...

… zum Spiel: „Der Unterschied war, dass Frankfurt seine Chancen genutzt hat und wir nicht. Wir hatten mit Lars Stindl eine Riesenchance beim Stand von 0:1, um das Spiel wieder komplett auf null zu stellen. Frankfurt hat die Chance eiskalt genutzt, war effizienter als wir in der ersten Halbzeit. Was uns ein bisschen gekillt hat, waren die Ballverluste.“

… zur Verletzungsmisere: „Das sind Top-Spieler, die uns natürlich auf ein anderes Level bringen. Dazu noch der ein oder andere, der uns gefehlt hat – wie Stevie Lainer oder Hannes Wolf, die den Kader verstärken, auch wenn sie noch nicht so viele Spielminuten hatten. Klar sind wir heute nicht in Bestbesetzung angetreten.“

… zum Kamera-Chaos: „Ein bisschen unglücklich, dass nach dem 1:3 – als wir das Momentum auf unserer Seite hatten – noch einmal eine Spielunterbrechung war. Frankfurt konnte sich neu sortieren und die Stimmung war ein bisschen raus. Es ist schon viel gegen uns gelaufen.“

 

Julian Weigl (Borussia Mönchengladbach) ...

… zur ersten Halbzeit: „Es war nicht so eine klare erste Halbzeit, wie es das Ergebnis hergegeben hat. Aber sie haben eiskalt unsere Fehler ausgenutzt. Wir hatten in der ersten Halbzeit ein, zwei gefährliche Szenen, wo wir das Tor leider nicht machen. Frankfurt ist eine Top-Mannschaft. Trotzdem mit 3:0 in die Halbzeit zu gehen, war ein Stück weit zu hoch – auch für den Aufwand, den wir betrieben haben.“

… zu unerfolgreichen Woche: „Natürlich fühlt sich die Woche beschissen an. Der Punkt in Wolfsburg geht noch in Ordnung. Aber natürlich das Pokalaus und jetzt die Niederlage, wo wir zuhause in den letzten Spielen eine Macht waren. Ich denke nicht, dass groß etwas verloren gegangen ist. Es sind einfach verschiedene Dinge nicht gut gelaufen, wir haben auch Fehler gemacht. Wir wurden für jeden Fehler eiskalt bestraft.“

… zur Pause nach dem Kamera-Chaos: „Ich habe nach hinten geschaut und gesehen, dass unser Torwart Tobi Sippel auch ein bisschen über die Kabel gesprungen ist. Das war schon kurios. Für uns war es ein bisschen ärgerlich, weil es in einer Phase war, wo wir gedrückt und den Anschlusstreffer geschossen haben und das Stadion laut war. Die Unterbrechung haben beide Trainer genutzt, nochmal ein, zwei Dinge anzusprechen.“

 

Christoph Kramer (Borussia Mönchengladbach) zum Spiel: „Von der Leistung her haben wir in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel gemacht. Ein Tor im Fußball verändert das ganze Spiel – und die Eintracht hat ein Tor gemacht. Dann können sie den entscheidenden Meter tiefer stehen, haben das Momentum auf ihrer Seite – und wir wollen teilweise zu viel wie beim dritten Gegentor. Das wird in der Bundesliga bestraft. Deswegen kommen Woche für Woche diese abstrusen Ergebnisse zu Stande, weil jeder jeden schlagen kann. Es kommt ein bisschen auf das Glück und Momentum an.“


Florian Neuhaus (Borussia Mönchengladbach) zu seinem Verletzungsstand: „Mir geht es sehr gut, ich war das erste Mal schon wieder im Lauftraining. Jetzt sind knapp sechs Wochen rum, das Knie reagiert nicht. Es ist keine Schwellung drin, ich habe keine Schmerzen. Ich hoffe, dass ich im neuen Jahr wieder angreifen kann.“


Sky Experte Lothar Matthäus ...

… zu Lindström: „Mir gefällt seine Spielweise. Er hat selbst gesagt, er fühlt sich wohler. Er hat jetzt fünf Bundesliga-Tore gemacht – letztes Jahr nur vier. Er hat seinen ersten Doppelpack in der Bundesliga geschnürt. Gegen Mönchengladbach hat er in seiner Karriere dreimal getroffen und eine Vorlage gegeben – also ein bisschen sein Lieblingsgegner. Seine Geschwindigkeit, sein Mut, auch gerade beim ersten Tor: Das zeichnet einen guten Stürmer aus, der auch auf hohem Niveau den Unterschied macht. Er war heute der Unterschiedsspieler. Er hat profitiert vom intelligenten Spiel der Frankfurter.“

… zum Spiel: „Gladbach hatte viele Fehlpässe im Aufbauspiel – und das hat den Frankfurtern in die Karten gespielt. Gladbach ist eine Mannschaft, die Ballbesitz haben will, das ist das Ziel von Farke: Passspiel, Passspiel, Passspiel. Aber Frankfurt hat es sehr aggressiv gemacht, gegen den Mann gearbeitet. Immer den Ballführenden unter Druck gesetzt, dadurch zu Fehler gezwungen – so hat Frankfurt nicht nur zwei Tore erzielt, sondern auch die eine oder andere Chance erspielt. Gladbach ist immer unsicherer geworden und hat nicht das gespielt, was man sich vorgenommen hat.“

… zu Frankfurt: „Ein hochverdienter Auswärtssieg für Frankfurt, die vor allem in der ersten Halbzeit ein klasse Spiel gemacht haben – ein unterhaltsames Spiel, ein schnelles Spiel. Hinten kompakt und im Umschaltspiel mit Spielern wie Mario Götze und Daichi Kamada, die wissen, wohin der Ball muss. Diese Frankfurter Mannschaft ist sehr gut zusammengestellt.“

 

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