Baumgart zu Union: „Werde hier in 40 Jahren wahrscheinlich noch wohnen und ins Stadion gehen“ - Schlotterbeck zum Meisterschaftskampf: „Will nicht, dass es im März entschieden ist“ - Ansah zur Tabelle: „Hätten wir vor der Saison alle unterschrieben“ - Hamann zum BVB: „Besser kann man nicht spielen“
Unterföhring, 24.01.2026
Die wichtigsten Stimmen zum tipico Topspiel des 19. Spieltags der Fußball-Bundesliga zwischen 1. FC Union Berlin und Borussia Dortmund (0:3) bei Sky.
Steffen Baumgart (Trainer 1. FC Union Berlin) ...
... zum Spiel: „Ich ärgere mich über die Niederlage. Es gibt aber Spiele, die ärgern mich mehr. Wir waren in der Halbzeit dran, kriegen den Elfmeter, aus meiner Sicht kann man den geben, dann zeigt Dortmund schon, dass sie verteidigen können. Dann haben wir es über 90 Minuten nicht gut genug gemacht, um Dortmund in Gefahr zu bringen. Man muss so ein Spiel analysieren, aber davon geht die Welt nicht unter. Dortmund ist der verdiente Sieger.“
... zu Kovac: „Ich darf jedes Wochenende ran und bin stolz darauf, dass ich es machen darf. Niko hat alle drei Tage ein Spiel und muss alle drei Tage auf 100 Prozent sein. Das finde ich beeindruckend.“
… zu seiner Verbindung zu Union: „Ich werde hier in 40 Jahren wahrscheinlich immer noch wohnen und ins Stadion gehen. Es ist klar, dass ich die Zeit, die ich hier in der Verantwortung habe, so gut und positiv wie möglich nutzen möchte. Identifikation sehen wir bei der Mannschaft und dem ganzen Drumherum. Daran musst du arbeiten.“
Ilyas Ansah (1. FC Union Berlin) …
… zum Spiel: „Wir machen vor allem in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel. Dann haben wir den Elfmeter gegen uns. Am Ende hört sich 0:3 für die Leistung hart an. Aber es sind Kleinigkeiten, in denen wir besser sein müssen. Daher ist das Ergebnis, wie es ist.“
… zur sportlichen Lage: „Vor der Saison hätten wir es alle unterschrieben, wenn wir schauen, wo wir jetzt stehen. Unser Anspruch ist es trotzdem, von Spiel zu Spiel mehr zu wollen und immer das Maximum rauszuholen. Da machen wir auch jetzt weiter, wenn wir auch auf einem Platz sind, den wir vor der Saison unterschrieben hätten.“
Dirk Zingler (Präsident 1. FC Union Berlin) ...
... zur Zukunft des Klubs (vor dem Spiel): „Die Zukunft kannst du nur auf einer stabilen Gegenwart aufbauen und die Gegenwart speist sich aus Vergangenheit. Wir sind seit über 100 Jahren hier in Köpenick und diese regionale Verbundenheit gibt dem Klub Kraft. Fußball ist brutal. Was interessiert uns der Sieg vom letzten Wochenende, wir müssen heute wieder gewinnen.“
... zum Stadion (vor dem Spiel): „Wir lieben dieses Stadion, aber dieses Stadion nimmt uns pro Jahr 20, 30, 40 Millionen Euro Wettbewerbsfähigkeit gegenüber unserem direkten Wettbewerb wie Mainz. Diese 20, 30, 40 Millionen Euro müssen wir aufholen, indem wir dieses Stadion erneuern.“
Christopher Trimmel (1. FC Union Berlin) zu seiner Vertragsverlängerung (vor dem Spiel): „Sehr emotional. Für mich persönlich ist es außergewöhnlich. Am Ende habe ich die Veröffentlichung der Verlängerung meines Vertrages immer auf die Seite des Vereins gelegt. Als ich gehört habe, dass es bei der Geburtstagsfeier stattfindet, ist es eine Ehre.“
Niko Kovac (Trainer Borussia Dortmund) ...
... zum Spiel mit drei Stürmern: „Wir spielen meistens mit drei Stürmern und heute hat es sich gelohnt, weil wir vorne griffig waren. Wir haben ein richtig gutes Auswärtsspiel gemacht. Eine tolle Reaktion der Mannschaft nach dem Mittwochspiel. Von der ersten bis zur letzten Minute haben wir gerade körperlich Paroli geboten.“
... zur Frage, ob es schöner Fußball gewesen sei: „Ne, mit Sicherheit nicht. Es ist kalt, du musst dich anpassen. Der Gegner hat jeden Ball lang geschlagen, du musst auf die zweiten Bälle gehen. Auch wir als BVB müssen den Kampf annehmen. Das war die DNA des Spiels. Hätten wir nur versucht, schönen Fußball zu spielen, wäre es in die Hose gegangen.“
… zum Vertragsstatus von Schlotterbeck: „Wir wünschen uns alle, dass er bleibt, da er ein sehr wichtiger Spieler für uns ist. Er ist die Identifikation dieses Klubs. Der Verein wird alles tun, um ihn hierzuhalten. Unterm Strich muss er entscheiden ob ja oder nein. Mein Gefühl ist ein positives.“
Nico Schlotterbeck (Torschütze Borussia Dortmund) …
… zu seinen Treffern: „Ich durfte nach meiner Knieverletzung lange nicht in den Strafraum. In der Hinrunde war ich kaum vorne, jetzt bin ich seit sieben, acht Spielen vorne. Man musste nach der Verletzung Kraft sparen. Ich habe gerade in jedem Spiel eine hochkarätige Chance.“
… zu Union: „Ich hatte hier mein Durchbruchjahr. Ich hatte Urs als Trainer. Man sieht, was hier los ist. Es ist das schwerste Auswärtsspiel der Saison, weil hier extrem gekämpft wird. Ich wünsche dem Verein alles Gute.“
… zum Status seiner Vertragsverlängerung: „Ich habe für mich irgendwann eine Deadline gesetzt, die werde ich aber nicht sagen. Ich glaube schon, dass ich vor dem Sommer eine Grundsatzentscheidung treffen werde. Ich fühle mich wohl, dennoch ist es keine leichte Entscheidung. Ich bin Bauchmensch. Ich werde mich irgendwann mit Papa und Keven zusammensetzen und eine Entscheidung treffen.“
… zum Meisterschaftskampf: „Maxi Beier hatte mal was gesagt, der wurde dann vom Coach gezügelt. Erstmal Glückwunsch an Augsburg, ich habe das Spiel wegen meinem Bruder 90 Minuten geguckt. Wir hatten vor drei Jahren schonmal neun Punkte zur Winterpause, haben jetzt einen Punkt gutgemacht. Natürlich sind die Bayern zurzeit die Bayern, sind fast unschlagbar. Jetzt haben sie mal einen Zentimeter weniger als sonst gemacht. Wir haben drei Punkte aufgeholt, das ist gut. Ich will einfach nicht, dass es im März entschieden ist. Da heißt es, so lange wie möglich dranzubleiben. Vielleicht kommen sie irgendwann ins Straucheln, sie kommen auch noch zu uns. Wenn sie Fehler machen, wollen wir da sein.“
Emre Can (Kapitän & Torschütze Borussia Dortmund) …
… zum Sieg: „Respekt. Wir wurden die letzten Wochen sehr oft kritisiert, teilweise auch zu Recht. Aber heute ein großes Kompliment an die Mannschaft, ich bin sehr stolz auf die Jungs, wie sie es angenommen haben. Es ist hier nie einfach. Du musst dagegenhalten und das haben wir über 90 Minuten gemacht.“
… zur Gelben Karte: „Ich habe den Ball unterm Arm, er schlägt ihn raus und sagt noch was. Passiert im Fußball, das sind Emotionen. Das sollte nicht passieren, aber es kommt vor.“
… zur Schiedsrichterleistung: „Ich sollte nicht zu viel über den Schiedsrichter reden, aber, bei allem Respekt, es war zu einseitig. Ich weiß gar nicht, ob er den Unionern überhaupt eine Gelbe Karte gegeben hat. Ich habe die Gelbe in der Situation verdient, aber ich würde es mir wünschen, dass er auch dem anderen die Gelbe zeigt.“
… zur Kritik: „Es kommt auch von außen. Wir spielen guten Fußball und es heißt, dass wir nicht punkten. Wir spielen nicht so attraktiven Fußball, punkten aber, dann heißt es, warum spielt ihr keinen attraktiveren Fußball? Es ist schwer, es immer allen recht zu machen. Die Punkteausbeute in der Bundesliga ist in Ordnung, in der Champions League würde noch mehr gehen.“
Sky Expertin Tabea Kemme …
… zu Schlotterbeck: „Der USP ist, als Innenverteidiger in die Schnittstellen zu stoßen. Das sind Pässe, die so wehtun, zu verteidigen. Das ist eine große Stärke für Dortmund und auch die Nationalmannschaft.“
… zum Unterschied zwischen Union und dem BVB: „Es ist doch die Individualität, weil Union von der Spielidee klar ist. Auch die Defensivarbeit ist sehr klar. Der Strafstoß in der zehnten Minute ist auch sehr ungünstig. Die Spielweise von Union macht Mut auf mehr.“
Sky Experte Didi Hamann ...
... zur Leistung der Dortmunder: „Besser kann man nicht spielen. Du spielst bei einem heimstarken Gegner in einem Stadion, wo es nie einfach ist. Ich weiß nicht, wann Union das letzte Mal über 90 Minuten so dominiert wurde. Als Trainer findest du immer irgendwas, aber ich würde mich wundern, wenn er etwas findet, was ihm nicht gefallen hat.“
... zu Union: „Sie haben 24 Punkte, die Dortmunder über 40. Dass sie die bessere Mannschaft hatten, wussten wir vorher. Ich tue mich schwer, etwas Negatives über Union zu sagen, da die anderen einfach besser waren.“
... zur Bedeutung von Union (vor dem Spiel): „Es ist gut, dass wir Vereine im Osten haben. Leipzig ist ein Sonderfall. Es ist schade, dass wir nicht mehr Vereine aus dem Osten haben. Union hat die Sonderstellung. Es ist besonders, was mit Verbundenheit erreicht werden kann.“
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