Deutsche Kumite-Damen bezwingen Frankreich im Finale und qualifizieren sich für die Team-Weltmeisterschaften. „Wir haben eine großartige Europameisterschaft erlebt“
Gladbeck, 26.05.2026
„Wir haben eine großartige Europameisterschaft erlebt: mit vielen Emotionen, phantastischer Unterstützung durch das Frankfurter Publikum, exzellenten deutschen Resultaten im Para-Karate und dem vierten EM-Triumph in Folge für das deutsche Kumite-Damen-Team als i-Tüpfelchen.“ So hatte das Fazit vom Präsidenten des Deutschen Karate Verbandes (DKV), Wolfgang Weigert, nach den 61. kontinentalen Titel-Kämpfen in der Frankfurter Eissporthalle gelautet.
Vor allem das „Flaggschiff“ des DKV, das Damen-Team in der Besetzung Johanna Kneer, Hannah Riedel, Madeleine Schröter, Mia Bitsch und Shara Hubrich, hatte einmal mehr demonstriert, warum es in Europa seit 2023 ungeschlagen und somit die Nummer eins ist: Nervenstärke auch in kniffligen Situationen, so wie im 2026er-Finale gegen Frankreich, und eine Geschlossenheit, die über viele Jahre gewachsen ist, zeichnen die Mannschaft aus.
Durch den Gewinn des EM-Titels haben sich die von Kumite-Bundestrainer Noah Bitsch betreuten „Fab Five“ automatisch für den „Karate World Cup“ vom 20. bis 22. November in Hangzhou qualifiziert. Beim „Karate World Cup“ handelt es sich um die Team-Weltmeisterschaften, die von der World Karate Federation (WKF) veranstaltet werden.
Bronze in den Einzel-Wettbewerben für Johanna Kneer und Mia Bitsch
Für Johanna Kneer und Mia Bitsch hatte es zudem noch die Bronzemedaille in den Einzel-Wettbewerben gegeben: Kneer war dabei in der Gewichtsklasse +68 Kilogramm kampflos zu Edelmetall gekommen, da sich ihre griechische Kontrahentin im Halbfinale am Knie verletzt hatte und nicht mehr antreten konnte. Bitsch hatte in ihrem „kleinen Finale“ in der Gewichtsklasse -55 Kilogramm die Weltranglisten-Zweite und „World-Games“-Finalistin 2025, Anzhelika Terliuga (Ukraine), mit 7:3 bezwungen.
Para-Karateka im Medaillen-Ranking auf dem zweiten Platz
Im Medaillen-Ranking der Para-Karateka belegte das von Bundestrainer Heiko Kuppi gecoachte Team hinter Italien mit zweimal Gold und zweimal Bronze den zweiten Platz – und das bei 81 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 22 Nationen. Eine Bestmarke in der Historie dieser Wettkämpfe. Während sich der Triumph von Mike Richter in der K21-Klassifizierung („Menschen mit geistiger Beeinträchtigung / IQ weniger als 75“) abgezeichnet hatte, war der erste Platz von Anna Thorwirth in der K30-Klassifizierung (Rollstuhl-Athletin) eine dicke Überraschung gewesen. Schließlich hat die 21-Jährige erst vor eineinhalb Jahren mit dem Para-Karate begonnen und in der Main-Metropole ihre erste EM bestritten.
Albert Singer (K21) und EM-Novizin Lara Hemmann (ebenfalls K21) nahmen als Drittplatzierte an der Siegerehrung teil.
Alle Informationen zur Karate-EM finden sich auf karate.de.
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