19.03.2022
Bundesliga

Bochums Geschäftsführer Sport Schindzielorz nach Becherwurf geschockt: "Eine Vorfall, der so nicht passieren darf"

Unterföhring, 19.03.2022

Bobic erkennt positiven Effekt von Magath auf Hertha-Kader: "Spieler waren pünktlich und haben zugehört" - Hitzlsperger sieht VfB vor seinem Abgang in guten Händen: "Der Verein kann und wird Erfolg haben" Arminia-Coach Kramer zurück an der Seitenlinie: "Kann wieder anpacken und das ist ein gutes Gefühl" - Sky Experte Hamann sieht Becherwurf nicht als Einzeltat: "Hätten öfter präventiv eingreifen müssen" 


Die wichtigsten Stimmen im Vorlauf zu den Samstagnachmittagspartien des 27. Spieltages der Fußball-Bundesliga bei Sky.


Sebastian Schindzielorz (Geschäftsführer Sport VfL Bochum) ...

... über den Becherwurf eines Fans am Freitagabend: "Es war eine Situation, die sich keiner so gewünscht hat, und die unangenehm war. Wir haben noch Freitagabend versucht, das aufzuarbeiten und sind in die Kommunikation gegangen. Mit einer halben Nacht, die vergangen ist, ist die Situation nicht besser. Es ist ein Vorfall, der so nicht passieren darf. Wir haben uns beim Schiedsrichter entschuldigt und werden weiter den Kontakt aufnehmen, um herauszufinden, wie es ihm aktuell geht. Wir hoffen, dass alles gut ausgeht."

... zur Frage, ob es Hinweise auf den Täter gäbe: "Aktuell gibt es noch nichts Neues. Wir versuchen, bestmöglich die Behörden und die Polizei zu unterstützen, um den Täter oder die Täter zu ermitteln. Wir haben auch einen Aufruf gestartet, dass sich mögliche Zeugen melden, die etwas zum Vorfall sagen können. Dann müssen wir schauen, wie wir als Verein dagegen vorgehen."


Jochen Saier (Vorstand Sport SC Freiburg) ...

... zur geringen Trainer-Fluktuation in Freiburg: "Es liegt am Standort und der Gesamtkultur des Vereins - aber natürlich am meisten an den handelnden Personen: den Cheftrainern. Es ist bekannt, dass wir, solange wir die Energie spüren, den Weg mit Christian gehen wollen. Es geht auch weiter, obwohl es in der Vergangenheit Phasen gab, wo er wacklig und unsicher war. Der Trainer ist die wichtigste Person und es wäre ein Problem, wenn wir auf der Position keine Idee hätten. Es ist bei uns allerdings kein Thema und wir sind froh darüber."

... zur Frage, was die Mannschaft diese Saison so stark macht: "Es ist eine Kombination aus Kontinuität, wir konnten die Mannschaft auf dem Platz halten, und tiefe Arbeit, sich im Meter zu verkämpfen. Da arbeiten die Jungs im Kollektiv alles ab und sind bereit dazu. Das ist das Fundament, auf dem alles aufbaut."


Frank Kramer (Trainer Arminia Bielefeld) über seine überstandene Corona-Infektion: "Ich habe mich gut erholt, eine gewisse Strecke habe ich noch vor mir, um wieder die Energie zu haben. Gesund und genesen bin ich, daher wollen wir nicht jammern. Ich kann wieder anpacken und das ist ein gutes Gefühl."


Thomas Hitzlsperger (Scheidender Vorstandsvorsitzender VfB Stuttgart) ...

... über seine Gefühle vor seinem Abgang: "Das kann ich noch nicht so genau sagen. Ich bin angespannt und nervös, das Spiel ist ein enorm Wichtiges. Ich möchte unbedingt, dass wir in der Liga bleiben. In den letzten Jahren ist viel passiert, ich werde die Zeit vermissen. Es ist allerdings auch an der Zeit, weiterzugehen und die Verantwortung an andere Menschen zu übergeben. Hier gibt es viele gute Menschen und ich habe große Vertrauen, dass der VfB auch in Zukunft Erfolg haben wird."

... zur Frage, warum er den Verein im Abstiegskampf verlassen würde: "Die Entscheidung ist gefallen, Alexander Wehrle wird am Montag anfangen und wir können uns keine zwei Vorstandsvorsitzende leisten. Daher ist es die logische Konsequenz und ich habe bis zum letzten Tag immer betont, dass ich alles geben werde. Das habe ich getan und das können auch alle bestätigen. Wir brauchen einen guten und sauberen Übergang, welchen wir erreicht haben. Darauf bin ich stolz - es haben alle mitgeholfen, dass Alex am Montag anfangen kann."

... zur Frage, wie er seine Zeit beim VfB bewertet: "Das muss ich nicht bewerten. Ich werde Zeit haben, zu reflektieren und abzugleichen, was ich erreichen konnte und was nicht. Ich bin gespannt auf den heutigen Tag, möchte ihn ein Stück weit genießen. Ich habe Familie und Freunde im Stadion, es soll ein schöner Tag werden. Danach werde ich dem VfB weiter die Daumen drücken und dem Verein verbunden bleiben."

... über seinen Nachfolger Alexander Wehrle: "Ich kenne Alex nicht so gut, dass ich seine Arbeit bewerten kann, möchte allerdings behaupten, dass der Aufsichtsrat vom VfB eine gute Entscheidung getroffen hat. Ich drücke ihm die Daumen. Ich kann die Leute bewerten, die da sind und das ist ein guter Pool an Persönlichkeiten. Daher bin ich davon überzeugt, dass der VfB Erfolg haben kann und wird."


Mark Fotheringham (Co-Trainer Hertha BSC) ...

... zur Taktik gegen die TSG: "Es war immer mein Motto volles Risiko zu spielen. Alles, was wir machen, machen wir aus voller Überzeugung. Wir fokussieren uns auf das, was wir auf den Platz bringen. Mein Gefühl ist, dass die Jungs gut vorbereitet sind."

... zur Frage, ob Kontakt zu Felix Magath bestünde: "Der Boss ist dabei und wir stehen im Kontakt."


Fredi Bobic (Geschäftsführer Sport Hertha BSC) ...

... zur Frage, ob auch ohne Magath an der Seitenlinie ein Trainereffekt möglich sei: "Es ist möglich und ich glaube, dass die Jungs das auf dem Platz zeigen werden. Dafür haben sie unter der Woche viel getan. Das wollen wir auf dem Platz sehen und in Punkte umwandeln. Das wäre wichtig. Wir würden uns über Felix Magath im Stadion freuen, allerdings ist das nicht möglich. Wie ich schön öfter gesagt habe: Willst du Corona, kommst du nach Berlin."

... über den Eindruck von Magath auf die Mannschaft: "Wenn ein neuer Trainer kommt, sind die Ohren sensibler. Sie haben gut zugehört, waren bei allen Treffen pünktlich und aufmerksam. Felix Magath brauche ich nicht zu beschreiben. Wer ihn kennt, weiß, dass er klare Ansagen tätigt, und diese möchte er umgesetzt haben. Das müssen die Jungs machen - dass sie Fußball spielen können, wissen sie. Sie müssen den Schalter im Kopf umlegen und das ist die große Aufgabe, welche wir in den nächsten acht Spielen bewältigen müssen. Diese acht Spiele sind alle für uns Endspiele."

... über seinen Input in Magaths Entscheidungen: "Ich habe natürlich mit Felix gesprochen, allerdings weiß jeder Trainer, der mit mir arbeitet, dass er die Entscheidungen trifft. Wir sprechen allerdings über die Spieler, das ist klar. Er hat von mir ehrliche Einschätzungen zu den Spielern bekommen. Das gehört zu meiner Sorgfaltspflicht. Was ich bei den Spielern beobachtet habe und wie ich sie kennengelernt habe, habe ich rübergebracht. Ich bin zuversichtlich, dass der Trainer vom Gefühl und der Erfahrung her die richtigen Entscheidungen trifft. Da muss ich ihm nicht groß reinreden, er hat so viel durchgemacht."

... zur Frage, ob er mit Hertha auch in die 2. Bundesliga gehen würde: "Mir geht es um den Verein und Hertha BSC, einzelne Personen sind erstmal nicht wichtig. Ich gehe immer voran und blicke nie zurück oder suche Ausreden. So versuche ich zu arbeiten und die ganzen anderen Themen interessieren mich derzeit noch nicht, sondern nur die Konzentration von Woche zu Woche. Alles, was in meiner Macht steht, zu tun, damit die Hertha in der Bundesliga bleibt, ist derzeit meine Hauptaufgabe. Über alles andere kann man sprechen, wenn der 34. Spieltag vorbei ist und ein Schlussstrich gezogen wurde."


Markus Weinzierl (Trainer FC Augsburg) über das ausgefallene Spiel: "Es war nicht optimal, da wir aus dem Rhythmus gekommen sind. Wir haben aus zwei Spielen vier Punkte geholt und hätten gerne zuhause gegen Mainz gespielt. Wir haben allerdings die Zeit gut genutzt und uns auf das Spiel vorbereitet."


Sky Experte Dietmar Hamann ...

... über den Becherwurf eines Bochumer Fans: "Diese Aktion muss man scharf verurteilen. Sportlich wird es möglicherweise keine großen Auswirkungen haben, da weder Gladbach noch Bochum Probleme bekommen werden. In Gladbach werden sie noch ein Stück weiter nach oben blicken, das Spiel werden sie zugesprochen bekommen. Vielleicht hätten wir in der Vergangenheit öfter präventiv eingreifen sollen. Wir sehen immer wieder die Bilder, als Bellingham vor einigen Wochen einen Becher gefangen hat, haben wir darüber geschmunzelt. Da hätte man schon auf die Vereine einwirken sollen. Das sind Szenen, die keiner sehen will und die Bochumer werden zurecht ihre Strafe bekommen."

... über eine mögliche Strafe gegen den VfL: "Eine Geldstrafe werden sie bekommen. Es ist in der Vergangenheit immer wieder passiert und man hat nicht auf die Vereine eingewirkt. Der Versuch ist schon strafbar. Jetzt kam es zu der unglücklichen Situation, dass der Schiedsrichter getroffen wurde. Gleichzeitig hatten wir nun zwei Jahre keine Fans - sollen jetzt 40.000 Bochumer bestraft werden, weil ein Wahnsinniger den Becher schmeißt? Ich würde mir wünschen, dass der DFB die Situation verurteilt und es eine Geldstrafe gibt. Über eine Platzsperre würde ich nachdenken, da die Fans in den letzten Jahren auf vieles verzichten mussten."

... zur Frage, wie viel Felix Magath die Hertha ohne ihn auf den Platz bringen könnte: "Einiges, allerdings nicht so viel, wie mit ihm. Es hätte geholfen, wenn er vor dem Spiel noch ein paar Worte an seine Mannschaft gerichtet hätte. Sie haben mit den Hoffenheimern eine schwierige Aufgabe vor sich und das wird der Sache nicht helfen. Nun ist das Gute, dass er eine Länderspielpause vor sich hat und 10-14 Tage mit der Mannschaft arbeiten kann. Ich denke allerdings, dass seine Präsenz geholfen hätte."


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