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Fußball

24. Spieltag am Samstag: Kaiserslautern bleibt nach 1:0 gegen Halle Zweiter, Türkgücü: „Tiefer geht´s fast nicht!“

3. Liga live bei MagentaSport - Boyds emotionales Lautern-Debüt gegen Ex-Klub geglückt: Er gibt sich die Note 3!

Bonn, 29.01.2022

So steigt man auf: Kaiserslautern müht sich zum 1:0 gegen Halle, bleibt somit Zweiter. „Vorm Spiel war das auf jeden Fall emotional“, berichtete Terrence Boyd von seinem Debüt für Lautern ausgerechnet gegen seinen alten Klub HFC, dessen Sportdirektor Minge bei MagentaSport zum schnellen Wechsel des Mittelstürmers in die Pfalz von einem „faden Beigeschmack“ sprach. Boyd hielt sich mit weiteren Aussagen zurück, gab sich als Note für seine Debüt-Leistung „eine 3, aber auch 3 Punkte von daher passt es.“ Ganz oft fiel heute das böse „Sch…“-Wort, das aus Gründen der Sprach-Hygiene an der Stelle nicht verwendet wird. So sprach also Duisburgs Trainer Hagen Schmidt nach einem überraschenden 1:0 bei Wehen Wiesbaden: „Dieser Dreier ist natürlich richtig geil, aber trotzdem müssen wir es richtig einordnen und ruhig bleiben und nachlegen. Nicht, dass da jetzt wieder so eine Sch… kommt wie am Mittwoch.“ Sein Kollege bei Türkgücü, Andreas Heraf, ist noch gebeutelter: nach dem 0:1 gegen den Letzten Havelse steht der Münchener Türken-Klub auf dem drittletzten Rang. Man befinde sich in „der Sch…-Gasse“: eine verkorkste sportliche Situation plus eine unklare finanzielle Lage mit Gerüchten um eine Insolvenz: „Das kommt noch hinzu, weil du nicht weißt, wie´s im Verein weitergeht. Das soll für heute keine Entschuldigung sein, das haben wir selber verbockt. Dennoch ist es in den Köpfen. Du merkst einfach: der eine oder andere ist nicht da, wo wir ihn gern hätten.“ Herafs abschließendes Fazit: „Tiefer geht´s fast nicht mehr:“ 

 

Nachfolgend die wichtigsten Stimmen des Tages – bei Verwendung bitte die Quelle MagentaSport benennen. KEINE FUßBALLPAUSE IN DER 3. LIGA. Morgen geht es wieder los für den TSV 1860 München. Ab 12.45 Uhr treten die Löwen bei Viktoria Köln an – live bei MagentaSport.



Die Heimserie des 1. FC Kaiserslautern geht weiter. Die Pfälzer gewinnen auch das 7. der letzten 8 Spiele auf dem Betzenberg und schieben sich vorerst wieder an Saarbrücken vorbei auf Platz 2 in der Tabelle. Trainer Marco Antwerpen analysierte kurz und knapp: „Es war ein extrem schwieriges Spiel heute… Für uns war der Startschuss das 1:0 und dann waren wir richtig in der Partie drin.“ 

Für Terrence Boyd war es sein 1. Spiel mit dem FCK, und dann direkt gegen sein altes Team: „Vorm Spiel war das auf jeden Fall emotional. Wir haben natürlich vor dem Spiel gequatscht, aber auf dem Platz ist es natürlich für beide Seiten „Business as usual“. Ich bin jetzt auf jeden Fall erleichtert, dass wir das Spiel gewonnen haben.“ Was er sich für sein Debüt in Lautern für eine Note gibt: „Eine 3, aber auch 3 Punkte von daher passt es.“

Für den HFC sieht es derweil ganz düster aus. In Lautern gab es das 8. Spiel in Serie ohne eigenen Sieg, die letzten 4 wurden allesamt verloren. Die Hallenser stehen jetzt mit 22 Punkten nur einen Platz über den Abstiegsrängen. Trainer André Meyer war mit der Leistung zufrieden, mit dem Ergebnis natürlich nicht: „Es war ein offener Schlagabtausch. Leider bekommen wir vor der Halbzeit das 0:1… Wir haben in der 2. Halbzeit mutig gespielt, aber uns hat hinten raus die Durchschlagskraft gefehlt. Für den Aufwand hätten wir uns über einen Punkt gefreut.“

 

Boyd-Wechsel mit „fadem Beigeschmack“ sagt Minge

Halles Sportdirektor Ralf Minge erklärte zum Wechsel von Terrence Boyd, dass der offenbar nicht ganz in bestem Einvernehmen: „Über die Qualität von ihm braucht man keine Worte zu verlieren. Er ist in der Box mehr als nur 3. Liga… Die ganze Geschichte hatte dann auch irgendwann in ein paar Punkten einen faden Beigeschmack. Wir mussten dort letztendlich mit dem Präsidium und dem Verwaltungsrat eine Entscheidung treffen, für den Verein und die Mannschaft und das haben wir dann auch schweren Herzens getan.“

 

SV Wehen Wiesbaden – MSV Duisburg 0:1

Nach dem Sieg gegen Havelse hatten die Wiesbadener angekündigt, wieder vorne angreifen zu wollen. Die Niederlage gegen Duisburg machte dem Ganzen schnell einen Strich durch die Rechnung. Mit 34 Punkten stehen die Hessen nur auf Rang 9. Trainer Markus Kauczinski ärgerte sich: „Das war ein Kampfspiel ohne große spielerische Linie auf beiden Seiten. Die Mannschaft, die den 1. Fehler ausnutzt, die gewinnt dann. Wir haben es zwar nochmal versucht, aber haben einfach ein doofes Tor kassiert… Wir hatten mehrere Chancen, aber die Qualität, einfach so einen Ball mal reinzudrücken, die fehlt halt im Moment.“ 

Die Enttäuschung ist „natürlich jetzt erstmal da. Es war ein ausgeglichenes Spiel und ich hatte nicht das Gefühl, dass man das Spiel verlieren muss. Wir waren aber auch nicht so stark, dass man es gewinnen muss.“

War das der Beginn der Aufholjagd? Der MSV Duisburg feiert nach dem desaströsen 0:5 gegen Magdeburg einen wichtigen Sieg und springt aus den Abstiegsplätzen raus. Zwischen den Pfosten stand nach langer Zeit wieder Jo Coppens, der nach dem Spiel nicht mehr aus dem Strahlen herauskam: „Wir haben genau das gemacht, was wir uns heute vorgenommen haben. Das ist heute einfach ein geiles Gefühl, was wir lange nicht erlebt haben. Wir haben heute wirklich das erste Mal das gemacht, was wir gesagt haben. Dass wir kämpfen wollen… Deswegen ein großes Kompliment an alle, die in den letzten beiden Tagen bei uns richtig auf die Fresse bekommen haben, 100prozentig aber auch zu Recht. Was für einen Charakter wir auf den Platz gebracht haben ist einfach geil… Das ist ein überragendes Gefühl.“

Trainer Hagen Schmidt gab seinem Keeper in allen Belangen recht: „Ich kann da Jo nur beipflichten. So, wie wir heute gespielt haben. Mit so einer Intensität und einer Bereitschaft und dem Zusammenhalt, da haben wir gezeigt, was in uns steckt. Uns hat die Leistung vom Mittwoch selbst gewurmt. Es war für jeden einzelnen von uns wichtig, dass wir uns beweisen, dass wir das nicht wirklich waren. Heute haben wir nochmal einen draufgelegt. Dieser Dreier ist natürlich richtig geil, aber trotzdem müssen wir es richtig einordnen und ruhig bleiben und nachlegen. Nicht, dass da jetzt wieder so eine Scheiße kommt wie am Mittwoch.“ 

 

Hagen Schmidt über das 0:5 am letzten Spieltag gegen Magdeburg: „Es kamen jetzt viele Dinge aus der Mannschaft direkt. Die wurmt das schon selber, wie wir da aufgetreten sind. Am Ende des Tages liegt trotzdem die Wahrheit heute auf dem Platz und nicht beim Reden in der Kabine.“

 

Borussia Dortmund II – VfL Osnabrück 2:2

Last Minute-Ausgleich für den VfL, der zuvor Glück hatte, das die durch Moukoko, Passlack und Zagadou verstärkte Dortmunder Zweite nicht höher als 2:0 führte. Insbesondere Dortmunds „Sehr ärgerlich“, moserte Trainer Enrico Maaßen: „Wenn du zu Hause 2:0 führst, in Summe nicht unverdient. Wenn du dann noch 2:2 spielst, ist das ärgerlich. Vor allem wenn du dann noch siehst, wie die Gegentore gefallen sind, dann ist das sogar sehr, sehr ärgerlich.“ Der Anschlusstreffer zum 1:2 war „der Knackpunkt und das Tor war absolut vermeidbar.“ Man habe das zwischenzeitliche 3. Tor sogar noch machen können.“ 

Osnabrücks Trainer Daniel Scherning sah die Partie komplett anders: „Wir haben uns den Punkt absolut verdient. Wir hätten hintenraus auch verlieren können. Aber wir haben immer weitergemacht, nie aufgehört. Ich glaube, dass der Ausgleich so spät sicherlich glücklich ist, aber er ist auch nicht unverdient.“  

 

Türkgücü München – TSV Havelse 0:1

Jetzt wird´s noch düsterer für Türkgücü: Im Hintergrund geht´s mittlerweile nicht mehr nur um den Rausschmiss eines Trainers und die komplizierte Suche nach einem Coach. Oder die sportliche Lage als Abstiegskandidat. Es geht um 2 Millionen, zusätzliche Punktabzüge, die durch den DFB drohen. Vielleicht springt Mehrheitseigner Kivran ein, vielleicht auch nicht. Der neue Trainer Andreas Heraf vor dem Spiel über die Auswirkungen einer möglichen Insolvenz von Türkgücü auf seine Arbeit: „Auf die Arbeit auf den Platz hat es weniger Einfluss, weil wir da unter uns sind… Aber ich kann natürlich den ein oder anderen Spieler verstehen, dass ein bisschen Unruhe da ist und er nicht weiß, wie es weiter geht… Das hat uns aber eigentlich alles nicht zu beunruhigen. Wir müssen einfach unseren Job tun.“ Inwieweit er über die aktuelle Sachlage informiert sei? „Mir geht es ähnlich wie allen anderen im Moment. Es ist alles ein bisschen unklar, aber ich denke, dass wir nächste Woche Bescheid bekommen werden, wie es dann tatsächlich aussieht.“

Kapitän Alexander Sorge erklärte nach der Partie zu den unruhigen Zeiten: „Wir haben uns in der Kabine eingeschworen. Wir sind Spieler und Angestellte des Vereins, wir haben unseren Job zu erledigen. Alles andere wird sich in den nächsten Tagen zeigen. 

 

Türkgücü in der „Scheißgasse“ – „Tiefer geht´s fast nicht mehr!“

Türkgücüs Trainer Andreas Heraf sprach nach der Partie von einer unnötigen Niederlage aufgrund der schwachen Chancenauswertung: „In Österreich sagt man: wenn du in der Scheißgasse bist, dann bist du da drinnen. Und ja – da sind wir gerade drin. Da müssen wir wieder raus, obwohl´s nicht einfach wird.“

Heraf auf die Frage, ob er den Eindruck habe, dass jeder Spieler aus „der Scheißgasse“ mit gleichen Einsatz wieder raus wolle: „Nein, den habe ich nicht. Fakt ist, wenn du im Abstiegskampf bist, dann kannst du nur mit Leuten agieren, die ihr letztes Hemd geben. Wenn Spieler dabei sind, die das nicht tun, dann wird´s für die Spieler eng werden.“ 

Die verkorkste Situation ohne Erfolgserlebnis und die unklare finanzielle Lage: „Das kommt noch hinzu, weil du nicht weißt, wie´s im Verein weitergeht. Das soll für heute keine Entschuldigung sein, das haben wir selber verbockt. Dennoch ist es in den Köpfen. Du merkst einfach: der eine oder andere ist nicht da, wo wir ihn gern hätten.“ Sein abschließendes Fazit: „Tiefer geht´s fast nicht mehr:“ 

 

Türkgücüs Kapitän Alexander Sorge: „Das schmerzt total. Schmerzt, da fehlen mir auch die Worte. Weil: unser Team ist nicht tot. Wir können nach 15 Minuten schon 2:0 führen. Natürlich können wir´s uns ankreiden, dass wir gegen den Letzten verloren haben. Es wirkt scheiße. Aber: die Mannschaft lebt, die Mannschaft will.“ Sorge appelliert ans Team, sich nicht nach Ballverlusten oder Gegentoren „runterziehen zu lassen. Es geht bis zum Schluss, bis zum letzten Atemzug und das ist das, woran wir arbeiten müssen.“ 

 

Quindt brummte der Schädel – Egal, Hauptsache gewonnen

Havelses Matchwinner war der überragende Keeper Norman Quindt, dem nach einer seiner Rettungsaktionen der Kopf brummte: „Ich habe gerade richtig Kopfschmerzen, aber die Freude überragt, dass wir hier gewonnen haben. Zumal gegen einen Konkurrenten im Abstiegskampf. Das war ein richtig wichtiges Spiel, aber das war noch mal was Besonderes. Ich war mit der 1. Halbzeit nicht zufrieden, ob wohl da 2 richtig gute Chancen hatten und da mindestens eins machen müssen. Aber insgesamt, wie´s jetzt ausgegangen ist, wie wir gefightet haben, bin ich totale froh und glücklich. 

 

FLYERALARM FRAUEN-BUNDESLIGA:

FFC Turbine Potsdam – VfL Wolfsburg 0:3 – VfL wieder Tabellenführer

Der VfL Wolfsburg gewinnt das Nachholspiel in Potsdam und schiebt sich wieder am FC Bayern vorbei auf Platz 1 in der Tabelle. Doppeltorschützin Tabea Waßmuth: „Erstmal bin ich echt froh, dass wir jetzt so gut ins neue Jahr starten konnten. Ich bin wirklich stolz auf die Mannschaft, denn es ist nie einfach, hier zu spielen. Wir haben wirklich alles reingeworfen und auch verdient gewonnen.“

Für die Turbine dürfte die Niederlage endgültig das Ende der Titelträume bedeuten. Mit 21 Punkten steht man weiter auf Platz 5 der Tabelle und hat bereits 6 Zähler Rückstand auf einen Champions League-Rang.

 

Fußball LIVE bei MagentaSport

3. Liga

Sonntag, 30.01.2022

Ab 12.45 Uhr: Viktoria Köln – TSV 1860 München

Ab 13.45 Uhr: SV Meppen – SV Waldhof Mannheim

Montag, 31.01.2022

Ab 18.45 Uhr: Eintracht Braunschweig – SC Verl

Mittwoch, 02.02.2022

Ab 19.45 Uhr: MSV Duisburg – VfL Osnabrück

 

FLYERALARM Frauen-Bundesliga

Freitag, 04.02.2022

Ab 19.00 Uhr: TSG 1899 Hoffenheim – 1. FC Köln

Samstag, 05.02.2022

Ab 12.45 Uhr: SGS Essen – Bayer 04 Leverkusen

Sonntag, 06.02.2022

Ab 12.45 Uhr: VfL Wolfsburg – SV Werder Bremen, Eintracht Frankfurt – SC Freiburg

Ab 15.45 Uhr: FC Bayern München – SC Sand, FC Carl Zeiss Jena – 1. FFC Turbine Potsdam

  

3. Liga gestern Abend: Würzburger Kickers – SC Freiburg II 1:1

Trainer Danny Schwarz hatte alle Neuen aufgeboten, die Kickers maximal durcheinandergewirbelt, um für „frischen Wind“. Schwarz war nicht unzufrieden mit dem 1:1, weil die Mannschaft sich nach einem erneuten Rückstand zurückgekämpft habe. 

Der Link zum Spiel: www.youtube.com/watch?v=2c7H05BrqLc

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