Magdeburgs Atik wollte „komplett die Kabine auseinandernehmen!“
Bonn, 24.09.2021
Halle siegt trotz einer großen Verletztenliste mit 3:2 im Ost-Derby. Nach einer 3:1-Führung wurde es eine wilde, mitreißende Schlussphase. Der Sturmlauf der Magdeburger führte jedoch nicht zum Erfolg. Torjäger Terrence Boyd: „Das ist richtig geil!“ Halles Sieg widmete er den vielen Verletzten beim HFC und betonte: „Ich habe von einem gallischen Dorf geredet und das ist phänomenal, was hier von der Bank auch kam. Wir hatten Jungs dabei, die können noch nicht mal Auto fahren.“ Magdeburgs Trainer Christian Titz haderte nach der 2. Niederlage in Serie mit der Schiedsrichterleistung, aber: „Ich weiß, dass wir die Tore auch nicht gut verteidigt haben.“ Baris Atik wollte die Fehler nur beim eigenen Team suchen und wütete: „Ich bin so frustriert, dass ich gerade komplett die Kabine auseinandernehmen würde!“
Nachfolgend die wichtigsten Stimmen des Ost-Derbys – bei Verwendung bitte die Quelle MagentaSport benennen. Morgen steht die Konferenz in der 3. Liga an. Unter anderem empfängt der 1. FC Kaiserslautern den VfL Osnabrück – ab 13.45 Uhr live bei MagentaSport.
Hallescher FC – 1. FC Magdeburg 3:2
Überraschung in Halle. Der HFC schlägt den Spitzenreiter aus Magdeburg im Ost-Derby und springt vorerst auf Rang 5, ein einziger Punkt hinter den Aufstiegsplätzen. Obwohl Torwart Schreiber es durch einen dicken Bock in 79. Minute nochmal spannend machte, konnten die Hallenser den Sieg über die Zeit retten. Halles Trainer Florian Schnorrenberg: „Es ist ein unfassbares Gefühl. Sensationell, dass wir das über die Zeit bekommen. Was meine Mannschaft wieder für eine Moral gezeigt hat. 0:1 zurückgelegen, da waren wir schon geschockt und haben ein bisschen gebraucht. Schade, dass das 3:2 fällt, dann war es nochmal offen, aber wir haben uns in alles reingeschmissen. Das ist ein unglaubliches Gefühl vor der Kulisse. Wir wissen, was das den Menschen hier bedeutet… Das ist was absolut Besonderes, so ein Spiel gegen so einen Gegner für uns zu entschieden. Unglaublich, was meine Mannschaft geleistet hat.“
Terrence Boyd, Torschütze zum 3:1, strahlte natürlich nach dem Spiel: „Erstmal ein ganz, ganz großer Dank an die Fans. Das ist richtig geil. Dann so ein großes Kompliment an die Truppe. Das haben wir wirklich jetzt einfach für alle Jungs, die jetzt OP’s hinter sich haben oder verletzt sind gemacht. Ich habe von einem gallischen Dorf geredet und das ist phänomenal, was hier von der Bank kommt. Wir hatten Jugendspieler da, die können noch nicht mal Auto fahren… Das ist einfach unfassbar und eine sehr, sehr gute Momentaufnahme.“
Auch für den Gast hatte er ein paar warme Worte: „Bei aller Rivalität, aber machen wir uns nichts vor: Magdeburg spielt einen sehr, sehr guten Fußball. Wir hatten echt nicht viel Ballbesitz und mussten dann gucken, dass wir sehr schnell nach vorne kommen. Wir wollten es einfach mehr und wir sind giftiger gewesen. Heute war kein Ligaspiel, heute war Derby.“
Vor dem 3:1 rempelte er Magdeburgs Müller um und konnte deswegen alleine aufs Tor laufen. Ein Foul war es laut Boyd jedoch nicht: „Ich habe danach mit Müller geredet im Spiel. Er meinte dann, das ist ein Foul und da habe ich gesagt: „Diggah, ganz ehrlich, weißt du wie oft die mir in der Saison in den Rücken reinspringen und treten und ich bekomme keine Fouls.“ Ich bin ganz ehrlich, ich finde jetzt nicht, dass ich ihn gefoult habe.“ Trotz Sieg will er „jetzt nicht ausrasten. Wir bleiben weiter demütig.“
Für dem 1. FC Magdeburg war es die 2. Niederlage in Folge. Trainer Christian Titz: „Bis zur 62. Minute kontrollieren wir hier das Spiel komplett. Eigentlich ist der Gegner raus. Eigentlich bekommen wir einen klaren Elfmeter, damit gehen wir in Führung und das Spiel ist eigentlich entschieden. Im Gegenzug bekommen wir dann einen Freistoß gegen uns, der gar nicht gut geschossen war, aber unsere Mauer geht auf und dann steht es 2:1 für Halle. Dann waren wir wirklich offen und überhastet. Danach bekommen wir das 3:1, was ein klares Foul war, wo er den Spieler wegcheckt. Aber da muss sich unser Spieler auch absetzen… Ich weiß, dass wir die Tore nicht gut verteidigt haben, aber durch so Entscheidungen verändert sich dann das Spiel für uns.“
Auch Baris Atik war nach der Niederlage bedient: „Ich bin sehr frustriert. So sehr, dass ich gerade komplett die Kabine auseinandernehmen würde.“ Diese Wut richtet sich „auf mich selber, auf die Mannschaft. Also wirklich. Es ist Fakt: wir bekommen immer zu viele und zu einfache Gegentore. Wenn wir das nicht abstellen, dann wird es ganz düster. Wir müssen lernen, mal gegen den Ball zu arbeiten und besser zu verteidigen und vorne unsere Dinger zu machen… Das haben wir heute nicht gemacht und deshalb brauchen wir nur die Schuld bei uns zu suchen, sonst bei keinem anderem.“
Terrence Boyd begrüßte Anett Sattler in der Rubrik „Anett besucht…“ in seiner Wohnung und stellte sich diversen Fragen. Hier ein kleiner Ausblick:
Warum er sich für den HFC entschieden hatte: „Als Fußballer bist du momentan vielleicht 2, 3 Jahre irgendwo und dann geht es schon weiter. Gerade als Familie nervt das. Hier passt es einfach gerade so gut, dass es familiär stimmt, sich alle wohlfühlen. Der Fußball passt und langsam fängt hier gerade was an zu entstehen… Es fängt an, in eine gute Richtung zu gehen.“
Ob er nicht lieber in einer höheren Liga spielen würde: „Ich bin jetzt 30 und ich war mal Nationalspieler. Aber die Zeiten sind jetzt vorbei. Jetzt knallst du alles rein, dass du hier den Laden hochbringst oder voranbringst. Das ist meine einzige Motivation jetzt gerade.“
Neben dem Fußball nennt der Stürmer auch American Football als seine große Liebe. Wobei das Team, welchem er die Treue hält, nicht viel Spaß verspricht: „Ich bin ein riesiger New York Giants Fan. Das Problem ist: seit ich Fan bin, sind die einfach nur scheiße. Wenn du da absteigen könntest, dann wären die jetzt in der 4. Liga. Die Saison hat da jetzt angefangen und die haben nach 2 Spielen 2 Niederlagen. Das ist einfach schlimm.“
Wenn er sich einen Ort aussuchen könnte, in dem er gerne leben würde, dann sind das „die skandinavischen Länder, auch wenn ich gar keine Ahnung von den Sprachen habe, aber da fühlt es sich so an, als ob die Zeit da ein bisschen langsamer dreht und die Leute da einfach nicht so hässlich zueinander sind… Das man da einfach ein bisschen in der Zeit zurückgeht und netter zueinander ist. Einfach Frieden.“
Fußball LIVE bei MagentaSport
Samstag, 25.09.2021
Ab 13.45 Uhr: Alle Spiele einzeln oder in der Konferenz: SV Meppen – 1. FC Saarbrücken, 1. FC Kaiserslautern – VfL Osnabrück, Eintracht Braunschweig – SV Waldhof Mannheim, SC Verl – TSV 1860 München, Würzburger Kickers – SV Wehen Wiesbaden, Viktoria Köln – MSV Duisburg
Sonntag, 26.09.2021
Ab 12.45 Uhr: Türkgücü München – Borussia Dortmund II
Ab 13.45 Uhr: FSV Zwickau – SC Freiburg II
Montag, 27.09.2021
Ab 18.45 Uhr: Viktoria Berlin – TSV Havelse
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