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Eishockey

Eishockey WM live bei MagentaSport: Deutschland - Großbritannien 6:3

Zu kritisch? Mo Seider zieht harsche WM-Bilanz: „Man muss auch endlich den Erwartungen gerecht werden“

Bonn, 25.05.2026

Das DEB-Team feiert nach 3 Pleiten zum WM-Auftakt 3 Siege zum möglichen WM-Ende: 6:3 gegen Großbritannien im finalen Gruppenspiel. Jetzt heißt es: „auf der Couch sitzen und hoffen“, wie es Harold Kreis mit Blick auf ungarische Unterstützung gegen Lettland erklärte. 

„Nicht komplett verschenkte Zeit“, aber: „Man muss auch endlich den Erwartungen gerecht werden“ - Moritz Seider hat schon sein deutliches WM-Fazit gezogen: „Wir haben uns sehr, sehr viel vorgenommen und werden unserem Standard leider nicht gerecht. Wir haben in jedem Spiel viel zu viele individuelle Fehler gemacht. So kannst du auf internationalem Niveau nicht überleben und vor allem nicht gewinnen. Wir haben gegen eine sehr schlagbare finnische Mannschaft ordentlich gespielt und trotzdem einen Punkt liegen lassen, gegen eine sehr schlagbare amerikanische Mannschaft zwei Punkte verloren, weil wir kurz vor Ende den Ausgleich bekommen. Wir hätten das irgendwie über die Zeit bringen müssen. Wir laufen dem Lettland-Spiel (0:2) die ganze Zeit hinterher, kommen gar nicht richtig in Fahrt. Dann gewinnst du gegen die vermeintlich schwächeren Gegner. Dann soll die Welt wieder gut aussehen. Das ist aber einfach nicht die Realität.“ 

DEB-Vorstand Sport Christian Künast konnte die Kritik zwar teilweise nachvollzielen: „Er ist einer der weltbesten Verteidiger und er will einfach mehr. Ich glaube, dieser Anspruch tut uns gut und den müssen wir irgendwo noch mehr vermitteln. Aber trotzdem bleibe ich dabei: Er war einen Tick zu kritisch.“

Nachfolgend Stimmen und Clips zum letzten Gruppenspiel des DEB-Teams gegen Großbritannien bei der Eishockey-WM. Bei Verwendung bitte MagentaSport als Quelle angeben. Am Dienstag ab 16.00 Uhr steht fällt zwischen Österreich und den USA die Entscheidung, ob Deutschland sein gesetztes Ziel Viertelfinale erreicht. Bereits ab 7.00 Uhr gibt es die neueste Folge des Podcasts „Eishockey Show: WM-Spezial“, mit einer genauen Analyse.

WM-Gruppenspiel 7: Deutschland – Großbritannien 6:3

Die Hausaufgaben sind gemacht! Mit einem souveränen 1. Drittel und einer 3:0-Führung sichert sich Deutschland die 10 Punkte bei dieser Eishockey-WM. Moritz Seider glänzte mit zwei Assists im ersten Drittel. Ob dieses Ergebnis fürs Viertelfinale reicht, wird erst am Dienstagabend feststehen. Deutschland muss hoffen, dass mindestens einer aus der Gruppe USA (gegen Österreich), Lettland (gegen Ungarn) und Österreich stolpert. Sollten die favorisierten Letten ihre Pflichtaufgabe lösen, wäre Deutschland ausgeschieden.

Moritz Seider, Kapitän Deutschland: „Die 60 Minuten sind mehr oder weniger dahingegangen. Wir haben ordentlich angefangen, danach auch so ein bisschen das Niveau herabgelassen. Es gab auch viel zu viele Turnover. Das sollte nicht unser Anspruch sein. Nichtsdestotrotz hast du 3 Punkte eingefahren. Das war das Mindestziel. Jetzt setzt du dich auf die Couch und hoffst.“

…sein Fazit zur Gruppenphase: „Nicht komplett verschenkte Zeit. Aber wir haben uns sehr, sehr viel vorgenommen und werden unserem Standard leider nicht gerecht. Wir haben in jedem Spiel viel zu viele individuelle Fehler gemacht. So kannst du auf internationalem Niveau nicht überleben und vor allem nicht gewinnen. Wir haben gegen eine sehr schlagbare finnische Mannschaft ordentlich gespielt und trotzdem einen Punkt liegen lassen, gegen eine sehr schlagbare amerikanische Mannschaft zwei Punkte verloren, weil wir kurz vor Ende den Ausgleich bekommen. Wir hätten das irgendwie über die Zeit bringen müssen. Wir laufen dem Lettland-Spiel (0:2) die ganze Zeit hinterher, kommen gar nicht richtig in Fahrt. Dann gewinnst du gegen die vermeintlich schwächeren Gegner. Dann soll die Welt wieder gut aussehen. Das ist aber einfach nicht die Realität. Und das ist schon sehr, sehr bitter, weil ich dachte, dass in der Kabine echt ein guter Kern ist. Aber mit so vielen Geschenken für den Gegner kannst du nicht hoffen, weiterzukommen.“

…ob die Stimmung immer positiv war: „Absolut. Wir haben am Anfang immer die richtigen Antworten parat gehabt. Wir haben immer sehr, sehr ordentliche Starts hingelegt, egal gegen wen. Dann sind wir ein bisschen vom Fahrplan abgekommen. Ich glaube trotzdem, dass die äußeren Bedingungen super gestimmt haben. Es war mal wieder eine WM, die richtig Spaß gemacht hat. Das hat man in der Stadt gemerkt. Die Fans haben in der Zeit Eishockey gelebt. Das macht natürlich auch was mit einem. Das macht sehr stolz, dass die Leute hierher kommen und die Spiele so gut besuchen. Das ist mit ein Grund, warum die Stimmung sehr, sehr ordentlich war.“

…zu seiner Zukunft in der Nationalmannschaft: „Natürlich würde man sehr oft sehr, sehr gerne dafür spielen. Aber man muss auch endlich den Erwartungen gerecht werden. Das ist schwer, das im Moment einzuordnen. Aber klar hat man immer Lust, für die Nationalmannschaft zu spielen.“

…ob sich irgendwas Größeres ändern müsste: „Jeder einzelne muss sich hinterfragen. Das fängt bei mir an. Ich muss sehr kritisch mit mir selbst umgehen. Ich hoffe, das macht jeder andere auch. Wir haben nächstes Jahr ein sehr, sehr großes Privileg, mit einer unheimlich tollen Chance zuhause wieder in die richtige Spur zu kommen. Das hoffe, ich, dass jeder das genauso macht.“ Link zum Interview: clipro.tv/player?publishJobID=UEFvRW5KZmxzOXJTTGRkN1pZTnBaalAya1JTcFpveExQMkVOUXJwWlF2Zz0=

 

Christian Künast, Vorstand Sport DEB, über die Aussagen von Moritz Seider: „Moritz ist immer sehr kritisch mit sich selbst. Das hört man jetzt auch raus. Und das ich auch gleich nach dem Spiel. Natürlich hat er in manchen Dingen Recht. Aber es ist so, dass es für ihn jetzt sehr, sehr kritisch ist. Es ist nicht einfach. Man muss auch seinen Anspruch kennen. Er ist einer der weltbesten Verteidiger und er will einfach mehr. Ich glaube, dieser Anspruch tut uns gut und den müssen wir irgendwo noch mehr vermitteln. Das geht nicht nur in dieser Mannschaft los. Das geht auch woanders los. Wie er sagt, das ist ein Privileg. Da will ich hin. Das will er vermitteln und das finde ich gut. Aber trotzdem bleibe ich dabei: Er war einen Tick zu kritisch. Das verstehe ich aber auch in der Enttäuschung.“

…was er mit „es geht woanders los“ meint: „Überall. Es ist nicht so einfach, dass wir auf diesem Level einfach mal hierher fahren und vielleicht 4-5 Spiele gewinnen. Das muss jeder wissen. Das beginnt auch bei uns im Verband. Wir müssen die Nachwuchsstrukturen gestalten, dass es für alle passt. Wir sind eine Mannschaft, die zwischen 7 und 12 in der Welt steht. Aber, dass man 7 – oder vielleicht 6, dass man vielleicht ein bisschen weiter nach vorne schaut – da muss alles passen. Das waren wir schon. Wir waren mal Fünfter in der Weltrangliste vor 3 Jahren. Da habe ich gesagt, wir gehören da nicht hin. Wir sind zwischen 7 und 12. Das haben wir heute wieder gezeigt.“

…was man in der Hand hat, um langfristig in die Top 6 zu kommen: „Was wir selbst in der Hand haben, ist, dass wir die richtigen Strukturen und Bahnen schaffen, dass wir richtig guten Nachwuchs ausbilden. Wir haben in den letzten Jahren viele Dinge gemacht, wie das Fünf-Sterne-Programm, womit Strukturen geschaffen werden. Strukturen sind schön und gut. Aber jetzt geht es um Inhalte: Wer bildet wirklich aus? Wo kommen Spieler her? Wird das honoriert? Das ist unsere Aufgabe. Die Schweizer sind eigentlich das beste Beispiel. Wir brauchen nirgendwo anders hinzuschauen. Die Schweizer machen irgendwas, das einfach gut ist und das beginnt in der Sommerarbeit und im Schulsystem. Das ist jetzt so groß. Aber wir müssen jetzt unsere Aufgabe machen und wir müssen als Verband den unbequemen Weg gehen zu sagen: Okay, XY läuft nicht richtig, wir müssen was ändern. Das wird dem ein oder anderen auch wehtun.“

…woran es dieses Jahr gelegen hat: „Übergreifend würde ich sagen, dass Special Teams dieses Jahr nicht optimal waren. Wir haben es gesehen, wir haben jetzt am Schluss im Powerplay in den Spielen gegen die sogenannten kleineren Gegner getroffen. Unterzahl war nicht so, wie es sein sollte. Ich bin überzeugt, dass man international Erfolg haben kann. Dann hat es Moritz auch sehr gut beschrieben: Im ersten Spiel waren wir gegen Finnland ordentlich, hätten uns aber offensiv mehr zutrauen müssen. Dann wäre da auch was drin gewesen. Gegen Lettland haben wir ordentlich in einer Struktur gespielt – aber außenrum. Wenn du Erfolg haben willst, musst du offensiv mehr Präsenz zeigen. Dann haben wir gegen die Schweizer völlig verdient verloren. Wir haben ein gutes Drittel gehabt., ein gutes Drittel in dem wir strukturell defensiv gut gestanden sind, aber keinen Auftrag hatten. Das müssen wir ganz ehrlich sagen. Gegen die USA haben wir gut gespielt, das dann mit individuellen Fehlern abgegeben, vielleicht auch mit einer Schiedsrichterentscheidung. Aber das will ich gar nicht gelten lassen. Es liegt immer an uns. Dann waren es Pflichtsiege. Das haben wir gelöst. Das ist auch immer wichtig und kein Selbstläufer. Aber für mich am Ende des Turniers – jetzt warten wir, jetzt haben wir morgen noch eine theoretische Chance, dass wir reinrutschen – waren es die Special Teams.“ Link zum Interview: clipro.tv/player?publishJobID=cUZBaGozODRxbG1oeDZhbkcyQmZlVzFJdElCMTVDQkVycVZ3M0xGdDlHaz0=

Harold Kreis, Bundestrainer: „Wir fanden das Spiel schwer, weil wir es nicht in der eigenen Hand hatten. Für uns war wichtig, dass wir heute das Spiel für uns entscheiden. Wir haben das Spiel gut begonnen. Im 2. Drittel war es ein wenig kompliziert in der Offensivzone. Insgesamt waren es 46 Schüsse. Ich glaube, wir hätten das Doppelte an Schüssen aufs Tor bringen können. Wir haben uns im letzten Drittel wieder eingefangen und etwas geradliniger gespielt. Am Ende des Tages haben wir den Job gemacht, wir haben die 3 Punkte, den Sieg. Jetzt müssen wir abwarten, was Lettland macht.“ Link zum Interview: clipro.tv/player?publishJobID=SWR0bTRwYzJuVUNpK1NxY1c2MWlsQ3ZoTGc3Wnc3N2Z4eXY4d2VXSzhBWT0=

 

Leon Gawanke, deutscher Torschütze zum 6:1: „Am Ende ist es wichtig, dass wir die drei Punkte geholt haben. Da wäre noch ein bisschen mehr vom Toreschießen her drin gewesen. Am Ende zählen die 3 Punkte für uns.“

…wie man den Tag morgen verbringen wird: „Erstmal müssen wir abwarten. Wir werden morgen alle fernsehen und auf die Ungarn hoffen.“

…wie er die Gruppenphase bewerten würde: „Ich glaube, dass wir den Start ein bisschen verschlafen haben. Wir haben ein bisschen gebraucht, um unser Spiel zu finden. Das wird in so einem Turnier rigoros bestraft. Das haben wir gegen die Letten gesehen. Sowas darf einfach nicht passieren. Du musst von der ersten Sekunde, vom ersten Spiel an da sein. Das ist uns so ein bisschen zum Verhängnis geworden.“ Link zum Interview: clipro.tv/player?publishJobID=OTZseCtIcW9rYnBQV09BTlJxSEtNK3FFZjFvaTd0K3BDeDUvQmZ6UGp3RT0=

Gernot Tripcke, DEL-Geschäftsführer, in der Drittelpause über die Ausgangslage des deutschen Teams: „Wir sind in den letzten Jahren von einigen Ergebnissen natürlich verwöhnt. Wir wissen, dass wir irgendwo zwischen 7 und 12 spielen. Das ist die Tagesform. Das wollen vielleicht einige Leute nicht sehen. Die Tagesform hat dieses Jahr in 1-2 Spielen nicht so richtig gestimmt. Da ist noch ein bisschen Pech dabei gewesen. Letztes Jahr gegen Dänemark war es die unglückliche Niederlage im Shootout. Damit muss man leben. Das ist nicht schön. Wir haben alle ein bisschen andere Ansprüche. Aber man muss realistisch bleiben. Wir sind keine Top-6-Nation. Wir sind keine Nation, die easy und locker ins Viertelfinale kommt. Wir müssen immer kämpfen. Dann ist mit Glück auch mal ein Halbfinale drin. Aber letztlich, das sehen wir, hat es Norwegen dieses Jahr mal geschafft. Vermutlich wird es Lettland irgendwie schaffen, wenn wir nicht noch Glück haben und Schützenhilfe von Ungarn kriegen. Aber das ist wirklich sehr, sehr dicht zusammen. Da muss man realistisch sein. Von daher ist das für mich nicht toll, nicht super gelaufen. Aber jetzt auch kein Weltuntergang.“

…wie wichtig es für die Heim-WM 2027 ist, dass Deutschland den Flow behält: „Für die Heim-WM ist es total wichtig. Da wäre auch eine Euphorie schön gewesen, wenn hier ein tolles Ergebnis gewesen wäre. Der Ticketverkauf fängt in ein paar Wochen an. Wenn alle Leute heiß drauf sind und sagen: Boah, das war super und kommen aus einer WM, ist das für den DEB und das WM-OK (Organisationskomitee, d. Red.) toll. Auf den Ligaalltag strahlt das nicht so wirklich ab. Die WMs 2010 (Platz 4) und 2017 (Viertelfinale) hatten keine so großen Auswirkungen. Und auch die Abstiege, wie 2009, auch nicht. Das muss man schon differenzieren. Natürlich kriegt man eine etwas größere Bühne und für den Eishockeysport selbst ist das wichtig und für Dinge, die man in der Politik schafft, dass mehr Eisflächen gemacht werden. Wenn die Nationalmannschaft erfolgreich ist, ist es leichter zu argumentieren, als wenn sie nicht erfolgreich ist, weil man in der Infrastruktur und vielen Dingen mehr machen müsste. Für den Ligaalltag ist das nicht so wichtig. Aber für den Eishockey, die Wahrnehmung in der breiten Öffentlichkeit wäre Flankenschutz immer gut. Das sind die sportlichen Erfolge. Aber das ist das Gute: im Eishockey gibt es jedes Jahr ein neues Turnier. Da kann man das schnell wieder umdrehen.“ Link zum Interview: clipro.tv/player?publishJobID=OU5xb0RYalhLTjVHTjAyRHY2Q2FFczg2OWVUQWsxTDZIY2pLaEw4N1NSbz0=

 

Eishockey live bei MagentaSport und MagentaTV

IIHF WM 2026 | Gruppenphase    

Dienstag, 26.05.2026

ab 16.00 Uhr: Österreich – USA

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