12.02.2022
Fußball

„Es macht sehr viel Spaß“: Leverkusen feiert den vierten Sieg in Serie

Doppelpacker Tomas nimmt das Positive mit: „Es waren gute Aktionen dabei“ - „Das ist mein großes Ziel“: Shootingstar Wirtz will mit zur WM - Mislintat will Resultate sehen: „Wir brauchen Siege gegen Gegner auf Augenhöhe“ - Sky Experte Matthäus lobt Leverkusen: „Sie haben eine großartige Kaderbreite“

Unterföhring, 12.02.2022

Die wichtigsten Stimmen zum tipico Topspiel des 22. Spieltages der Fußball-Bundesliga zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem VfB Stuttgart (4:2) bei Sky


Florian Wirtz (Torschütze Bayer 04 Leverkusen) ...

... zur Leverkusener Form: „Wir spielen in diesem Jahr guten Fußball. Ob wir den schönsten Fußball spielen, weiß ich nicht. Wir gucken nur auf uns und geben weiter Gas. Es macht aktuell sehr viel Spaß und wir wollen so weitermachen.“

... zu der Frage, warum es bei ihm so einfach aussieht: „Ich kann nicht erklären, weshalb es von außen so einfach wirkt. Ich mache in jeder Aktion das, was mir mein Instinkt sagt. Beim letzten Tor war mir schon vor meiner Ballannahme klar, dass ich zu Patrik Schick spielen werde, damit er auch mal wieder ein Tor schießen kann. Warum das am Ende dann leicht aussieht, weiß ich nicht. Ich spiele einfach Fußball.“

… zu seinem Treffer: „Wenn ich hochschieße, blockt der Gegner ihn wahrscheinlich. Ich habe gesehen, dass er die Beine aufmacht und dann habe ich dort durchgeschossen.“

… zur Frage, ob er bei der WM dabei sein will: „Es ist mein Ziel dabei zu sein. Ob der Trainer mich dabeihaben möchte, muss er entscheiden, aber ich würde es mir wünschen.“

… zu der Frage, wie er mit dem ganzen Lob umgeht: „Ich höre natürlich, wenn Leute wie Lothar Matthäus über mich reden. Es freut mich, aber ich lege nicht den größten Wert darauf. Ich blende die Außeneindrücke zu einem hohen Prozentsatz aus und konzentriere mich auf meine Leistung auf dem Platz.“

 

Robert Andrich (Bayer 04 Leverkusen) zu Florian Wirtz: „Er macht es sehr gut und zeigt Woche für Woche seine Leistung, ohne dabei viel zu reden. Er mag es auch gar nicht, wenn so viel über ihn gesprochen wird. Er macht einfach sein Ding und das macht er in seinem jungen Alter sehr gut. Er tut uns sehr gut, aber wir haben auch noch einige andere sehr gute Spieler.“


Lukas Hradecky (Torhüter und Kapitän Bayer 04 Leverkusen) ...

... zum Spiel: „Die Jungs haben wieder einmal die offensive Qualität auf den Platz gebracht. Klar ärgert es mich, dass wir es so spannend machen, aber grundsätzlich war es ein solider und auch wichtiger Sieg.“

... zur Leverkusener Defensive: „Mit einem Sieg kann man vieles weglächeln. Ich habe die meisten Paraden der Liga, aber auch viele Gegentore. Diese Statistik müssen wir verbessern.“

... zur Leverkusener Offensive: „Es ist überragend, das ist Unterhaltung pur. Ich genieße es total, ihnen zuschauen zu dürfen. Die Hauptsache ist, dass wir die schlechteren Phasen überstanden haben. Wir schießen die Tore zum richtigen Zeitpunkt, das hilft dabei die Siege einzufahren.“

… zur Frage, ob in Leverkusen nun Konstanz einkehrt: „Es wäre schön, aber so läuft es nicht im Leben. Das müssen wir akzeptieren. Wir müssen auch bei schwächeren Auftritten anfangen die Punkte zu holen. So baut man Konstanz auf. Das ist immer das große Wort hier in Leverkusen.“

 

Gerardo Seoane (Trainer Bayer 04 Leverkusen) ...

... zur Entwicklung seiner Mannschaft: „Die größte Schwierigkeit im Fußball ist es, die Konstanz, die man über einen kurzen Zeitraum zeigt, über eine ganze Saison zu zeigen. Wir haben in diesem Jahr eine sehr gute Entwicklung genommen und wir haben sehr gute Leistungen gezeigt. Es war eine schwierige Aufgabe mit wenigen Räumen, aber trotzdem haben wir es geschafft, vier Tore zu schießen.“

… zur Reaktion nach dem Stuttgarter Ausgleich: „Es gab in der Vorrunde einige Erlebnisse, die weniger positiv waren. Wir haben dreimal eine Zwei-Tore-Führung aus der Hand gegeben. Diese Erlebnisse prägen eine Mannschaft. Wir haben der Mannschaft verschiedene Lösungen vorgegeben. Wir wollen entweder kompakter verteidigen, oder die Initiative wieder ergreifen. Es gibt Möglichkeiten den ein oder anderen Spieler auch im Training mental herauszufordern.“

… zu den vielen Gegentreffern in dieser Saison: „Es ist so, aber trotzdem ist es unsere Philosophie nach vorne zu spielen. Punkt Nummer eins ist es, möglichst viele Tore zu erzielen. Das Defensivverhalten war ein wichtiges Thema in der Winterpause. Wir wollen uns defensiv steigern, aber die DNA der Mannschaft ist der Weg nach vorne.“

… zu Moussa Diaby und dessen Disziplin: „Es war oft Frust dabei, da er oft gefoult wird. Er hatte ab und zu den Drang gewisse Disziplinlosigkeiten an den Tag zu legen, aber das macht er in der Rückrunde viel besser. Gelbe Karten gehören dazu, wenn sie zum Beispiel einen Konter unterbinden. Es ist wichtig, dass es keine unnötigen Karten sind.“

… zu möglichen Playoffs in der Bundesliga: „Dass man darüber nachdenkt, mit gewissen Maßnahmen Spannung in das Produkt Bundesliga zu bekommen, ist klar. Normalerweise würde ich nein zu Playoffs sagen, da die Meisterschaft gut ist, wie sie ist, dass man aber drüber nachdenkt, ist korrekt.“

... zur Spielweise von Bayer Leverkusen (vor dem Spiel): „Unser Ziel ist es nicht Spektakel zu bieten, sondern eine effiziente Leistung auf den Platz zu bringen. Es geht immer um Punkte und man kann nicht jeden Tag viele Tore schießen. Wir waren in den letzten Spielen sehr effizient, aber das kommt nicht immer so vor.“

... zur Frage, weshalb Karim Bellarabi nicht von Beginn an spielt (vor dem Spiel): „Karim hat zuletzt gute Leistungen gezeigt, konnte mit leichten muskulären Problemen aber nicht voll trainieren. Aufgrund seiner Historie sind wir bei ihm vorsichtiger. Er ist nicht fit für 90 Minuten und sitzt deshalb zunächst draußen.“

 

Chris Führich (VfB Stuttgart) ...

... zum Spiel: „Wir machen 70 Minuten lang ein taktisch sehr gutes Spiel und stehen defensiv sehr kompakt. In der ersten Halbzeit haben wir unsere Chancen mit dem Lattentreffer und einer Chance von mir, die ich machen muss. Dann rennen wir auch nicht dem Rückstand hinterher. Die letzten 20 Minuten machen wir auf und wollen Tore schießen, dass man dem Gegner dann mehr Räume bietet, ist in dieser Situation normal.“ 

... zu seiner Chance: „Ich habe den Ball nicht richtig getroffen. Ich muss konsequenter schießen und das Ding einfach reinmachen.“

… zur aktuellen Situation des VfB: „Wir ziehen immer das Positive raus und lassen uns nicht hängen. Wir sind uns der Situation bewusst, müssen aber weitermachen. Wir bleiben bis zum Ende standhaft. Wir haben noch viele Spiele und wollen darauf aufbauen. Im nächsten Spiel machen wir die Tore und nehmen die Punkte mit. Wir arbeiten weiter hart, um Resultate einzufahren.“

 

Tiago Tomas (Doppeltorschütze VfB Stuttgart) ...

... zum Spiel: „Es war nicht alles schlecht, es waren durchaus gute Aktionen dabei. Leverkusen ist ein Top-Team mit einer sehr hohen Qualität. Wir werden analysieren, was schlecht lief und werden versuchen, diese Fehler zu beseitigen.“

... zu seiner Leistung: „Der Trainer hat mir heute morgen mitgeteilt, dass ich starten werde. Ich habe alles gegeben, um dem Team zu helfen. Die Dinge ändern sich von Spiel zu Spiel, es dreht sich alles um das Selbstbewusstsein. Mit großem Selbstvertrauen kann man alles zeigen, was man draufhat. Heute habe ich die Tore gemacht, beim nächsten Spiel wird sie wer anders schießen. Das wichtigste ist das Team. Ich würde meine Tore gerne für den Sieg eintauschen.“

… zur Stuttgarter Situation: „Es ist keine einfache Aufgabe. Wir sind jung, aber sehr kompetitiv und haben große Ambitionen. Wir werden hart arbeiten, um Ergebnisse einzufahren. Wir stehen nicht auf dem Platz, auf den wir gehören.“

 

Sven Mislintat (Sportdirektor VfB Stuttgart) ...

... zum Spiel: „Wir haben heute einen sehr gut spielenden VfB gesehen. Wir hatten einen guten Ansatz und wollten uns genau auf diese Stärken fokussieren. Wir wollten ihnen wenig Raum geben, tiefer stehen und die Umschaltmomente nutzen. Wir hatten gute Möglichkeiten und gehen relativ unglücklich mit einem 0:1-Rückstand in die Pause. Wir haben es bis kurz vor Schluss gut gemacht. Sehr bitter war der schnelle Gegentreffer nach dem Ausgleich. Wir mussten ihnen irgendwann Räume anbieten und dann sind die weiteren Treffer gefallen.“

… zu den Standardgegentoren: „Der Statistik nach befinden wir uns hier im Mittelfeld, aber es fühlt sich schlechter an, da wir schon gegen Frankfurt zwei, heute eins und gegen Augsburg drei Standardtreffer kassiert haben. Wir verteidigen viele Standards sehr gut, aber diese Situation eben nicht. Es hilft uns nichts, wir müssen weiter dranbleiben und diese Situationen aggressiv verteidigen.“

… zur Tabellensituation: „Der Blick auf die Tabelle ist nicht verboten, ganz im Gegenteil. Vier Punkte Rückstand sind vier Punkte Rückstand. Aber es ist auch klar, dass wir die meisten Spieler wieder an Bord haben. Die Leistung und die Einstellung von heute haben hundertprozentig gestimmt. Mit Bochum folgt nun ein anderer Gegner, auch wenn sie heute gegen die Bayern ein Monsterspiel gemacht haben. Es bedarf jetzt Siege gegen Gegner auf Augenhöhe.“

 

Pellegrino Matarazzo (Trainer VfB Stuttgart) ...

... zum Spiel: „Wir nehmen die Leistung mit. Wir haben kompakt und intensiv verteidigt. Wir hatten gute Konteraktionen und Chancen, die wir nicht genutzt haben. Am Ende ist es klar, dass wir aufmachen müssen. Leverkusen hat die Qualität das zu bestrafen, aber das Risiko mussten wir eingehen. Wir nehmen die Leistung mit, wissen aber auch, dass wir Gegentore kassiert haben, die wir abstellen wollen.“

… zu den Standardgegentoren: „Wir haben in dieser Woche viele defensive Eckbälle trainiert und diese heute auch gut verteidigt. Das dann heute ein Tor durch einen seitlichen Freistoß fällt, ist natürlich bitter, aber der Freistoß ist auch sehr gut getreten. Deshalb ist es für mich keine Frage der Struktur.“

… zum Miteinander in der Mannschaft: „Wir wollten weniger Wert auf das Geschrei neben dem Platz legen und das Geschrei auf dem Platz stattfinden lassen. Die Jungs haben gut kommuniziert und miteinander agiert, das hat mir gut gefallen.“

... zu seinem Arbeitsverhältnis zu Sven Mislintat (vor dem Spiel): „Sven hat seine Meinung und ich habe meine Meinung, wenn es um die Kaderplanung geht. Am Ende entscheide ich, wer auf dem Platz steht und er trifft die Entscheidungen im Kader. Wir haben klare Rollen und Verantwortungsbereiche. Es bleibt konstruktiv, produktiv und auch immer wieder hitzig, aber aus meiner Sicht funktioniert es gut.“

 

Sky Experte Lothar Matthäus …

… zu Bayer Leverkusen: „Von den Ergebnissen her sind sie aktuell das beste Team der Liga. Die Leverkusener machen es sehr gut und spielen mit einer hohen Geschwindigkeit nach vorne. Sie haben eine große Spielfreude und attackieren sehr früh. Bayer Leverkusen ist aktuell eine Mannschaft, die in der Liga große Freude bereitet. Sie haben elf Topspieler und eine starke Bank dahinter. Der Kader ist in der Breite sehr gut aufgestellt und die Mannschaft funktioniert.“

… zum VfB Stuttgart: „Sie werden in wenigen Spielen der Favorit sein. Selbst Greuther Fürth punktet aktuell besser als der VfB. Es wird immer weniger. Sie müssen anfangen Spiele zu gewinnen, in denen sie der Außenseiter sind. Man muss den Finger in die Wunde legen. Sie machen sehr viele Fehler, auch bei Standardsituationen. Das sind Dinge, die sie abstellen müssen, um Punkte zu holen.“

… zu möglichen Playoffs in der Bundesliga (vor dem Spiel)„Es ist ein spannendes System, aber es muss passen. Es darf auch keine Zusatzbelastung für die Spieler sein. Man muss darüber nachdenken, es planen und dann kann es diskutiert werden. Man sollte die Akte nicht sofort zuschlagen. Ich bin für neue Ideen offen, aber wir sind in Deutschland das bewährte System gewohnt. Ich schließe mich Oliver Kahn an: Her mit den neuen Ideen und wir diskutieren darüber.“

… zu Florian Wirtz (vor dem Spiel)„Er ist ein Highlight dieser Saison. Er spielt überragend und es macht Spaß ihm zuzuschauen. Nur Thomas Müller hat mehr Assists in der Bundesliga. Er ist immer anspielbar und sucht immer die Tiefe. Auch körperlich hat er zugelegt, was für ihn sehr wichtig ist. Er ist ein Ausnahmespieler, das zeigt er jede Woche.“


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