01.10.2022
Fußball

Terzic wütend nach Pleite beim FC: „Wieder sichtbar, woran es seit Jahren hapert“

Vor WM: Krösche adelt Trapp: „Der beste deutsche Torwart“ - Befreiungsschlag für Wolfsburg - Kovac: „Ich bin glücklich" - Bochums Talfahrt endet auch nicht bei Letsch-Debüt: „In allen Belangen eine Klasse überlegen“ - Sky Experte Hamann kritisiert BVB: „Ihnen fehlt die Selbstkritik“

Unterföhring, 01.10.2022

Die wichtigsten Stimmen zu den Samstagnachmittagspartien des 8. Spieltages der Fußball-Bundesliga bei Sky


Steffen Baumgart (Trainer 1. FC Köln) …

… zum Spiel: „In der Beurteilung: Mentalität und Laufbereitschaft – Leidenschaft fehlte mir ein wenig und guter Fußball. Ich bin mir relativ sicher, dass wir das in der ersten Halbzeit noch nicht so gut gemacht haben, aber in der zweiten Halbzeit sind wir nicht nur gerannt, sondern haben auch einen wirklich guten Fußball gespielt. Da gab es eine Phase, da hätte ich mir eher das 4:1 gewünscht, als durch ein halbes Eigentor das 3:2 zu kriegen.“

… zu den Anpassungen in der Pause: „Wenn wir die erste Halbzeit sehen, dann hatten wir gute Aktionen, den Ball aber nicht sicher zum Mann gekriegt. Auch da hat man Dortmund eher im Konterspiel gesehen, weil wir eingeladen haben. Vielleicht auch der Situation geschuldet: Junge Mannschaft, etwas unruhig und unsauber im Ablauf. In der zweiten Halbzeit haben sie ihr Herz in die Hand genommen und sind marschiert. Sie haben das gemacht, was uns auszeichnet, und das bis zum Ende.“

… zu den vielen Punkten nach Rückstand: „Wir haben gegen Dortmund gespielt und das sollte man nicht vergessen. Wir spielen gegen eine Mannschaft, die im Ganzen um andere Sachen spielen möchte als wir. Wir sind jedes Jahr dabei, mit den Jungs etwas aufzubauen. Es ist so, dass wir nicht immer am Anfang sind, aber mit dem einen oder anderen Neuen starten. Da hat man nicht die Sicherheit. Daher ist es wichtig, dass die Jungs daran arbeiten und es wollen. Mentalität und Laufbereitschaft gehört über 95 Minuten dazu. Fußball ist ein Spiel, was unabhängig vom Ergebnis mit Leidenschaft und Mentalität gespielt werden kann. Wenn du das machst, dann kannst du guten Fußball spielen. Aufgrund der zweiten Halbzeit haben wir nicht unverdient 3:2 gewonnen.“

… zum Unterschied im Spiel zwischen dem FC und dem BVB: „Es gibt für mich keinen Unterschied. Ich gucke auf meine Jungs und die hauen alles raus. Letztes Spiel in Bochum haben sie auch alles rausgehauen. Das ist für mich das Wichtige und dann werden oft bessere Ergebnisse rauskommen als schlechte. Nun sind wir glückliche Sieger, aus meiner Sicht aber auch verdient.“

 

Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund) …

… zur zweiten Halbzeit: „Sehr schlecht begonnen. Wir haben in der ersten Halbzeit ein richtig gutes Spiel gezeigt, konnten uns viele Torchancen herausspielen. Wir haben dann nur mit 1:0 geführt, hatten die Möglichkeiten, noch höher zu führen. Wir haben auch wenig zugelassen, waren da gut geordnet und diszipliniert. Dann sprechen wir in der Halbzeitpause an, dass es extrem wichtig sein wird, wie wir in die zweite Halbzeit starten. Dann passiert, dass wir gefühlt nach acht Sekunden die erste Ecke kassieren, da wir nicht sauber am Ball sind. Wenn man sieht, wie wir in den ersten 15-20 Minuten der zweiten Halbzeit die Zweikämpfe geführt haben, dürfen wir uns nicht wundern, dass wir zwei Tore kassiert haben. Erst dann haben wir wieder begonnen, Fußball zu spielen. Dann war es schon zu spät.“

… zur Frage, ob er „einen Hals habe“: „Ja natürlich. Nach jedem Sieg stellt ihr mir die Frage, was die Ambitionen und Ziele für die Saison seien. Wir treten immer auf die Euphorie-Bremse genau wegen Spielen wie heute. Da es wiederholt auftritt, dass wir Spiele, die wir komplett kontrollieren, weggeben.“

… zum Fazit: „Wir werden es analysieren. Wir werden es wieder ansprechen, wir werden wieder versuchen, unsere Lehren daraus zu ziehen. Dann werden wir wieder darüber reden, dass wir eine Reaktion zeigen müssen und das endlich abstellen.“

… zur Frage, ob der Umgang mit den Spielern mit Kindern vergleichbar sei: „Das hat nichts mit Kindern zu tun, das sind professionelle Sportler. Wir sind hier, um Spiele zu gewinnen. Wir haben so hart gearbeitet, es war nicht leicht. Dennoch haben wir eine gute erste Halbzeit gezeigt. Dass wir es dann so aus der Hand geben, hat nichts mit Kindern zu tun. Es ist einfach die professionelle Art, wie wir mit diesem Sport umgehen wollen.“

… zur Frage, ob er bei einigen Spielern Zweifel an der Mentalität habe: „Wir haben keine Zweifel. Wir wissen, was wir können und was wir noch lernen müssen. Es war wieder mal sichtbar, woran es seit Jahren hapert, um da oben anzuklopfen. Daran werden wir arbeiten. Wir haben am Mittwoch die nächste Aufgabe in der Champions League. Wir haben auch in der Champions League erst drei Punkte nach zwei Spielen. Wir müssen unbedingt was holen in Sevilla, wir werden alles geben. Danach warten die nächsten Aufgaben. Wir wissen, wie anstrengend das wird bis zur WM. Darauf müssen wir uns vorbereiten.“ 

 

Luca Kilian (1. FC Köln) zum Duell mit Modeste: „Man kennt sich gut, hat ein Jahr lang miteinander gespielt. Für so ein Duell gilt es, das auszublenden. Es waren ein paar Nickligkeiten dabei, das gehört dazu. Das ist Innenverteidiger gegen Stürmer. Zum Glück haben wir die Punkte hierbehalten.“  

 

Julian Brandt (Torschütze Borussia Dortmund) zum Spiel: „Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt, mit vielen Chancen, wo man sich einen Gefallen hätte tun können, indem man nachlegt. Dann kommen wir in der zweiten Halbzeit raus und verteidigen es schlecht. Dann kassieren wir die drei Tore relativ schnell und in einem kurzen Zeitraum dreht Köln das Spiel. Das darf in der Form nicht passieren. Dass wir hier auswärts spielen vor einer tollen Kulisse, wo es nicht leicht wird, war klar. Das rechtfertigt nicht, dass man in der zweiten Halbzeit so verteidigt.“ 

 

Oliver Glasner (Trainer Eintracht Frankfurt) …

… zu den entscheidenden Faktoren: „Unsere sehr starke Leistung, besonders über die ersten 60 Minuten. Unsere Jungs haben alles toll umgesetzt, was wir ihnen präsentiert haben. Auch ein Kompliment an unsere Analysten. Ein verdienter Sieg und ich freue mich über die Leistung.“

… zum Status von Götze: „Weiß ich noch gar nicht. Er ist in besten Händen. Es ist ganz normal, dass es in dieser Phase immer wieder Blessuren gibt. Ich gehe davon aus, dass er am Dienstag wieder spielen kann.“

… zur Leistung von Götze: „Ich möchte nicht über Mario allein sprechen, es war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Auch in Unterzahl haben wir als Mannschaft toll verteidigt. Dann haben wir ein paar Mal Kevin gebraucht bei den unfassbar guten Distanzschüssen. Mario ist jemand, der Räume schafft und die anderen einsetzen kann. Ich habe ihm gesagt, dass er wieder zusehen soll, mehr in den Strafraum zu kommen. Das hat er beim 1:0 umgesetzt.“

… zur Aussage von Sportdirektor Krösche, Trapp sei der derzeit beste deutsche Torwart: „Wenn der Sportdirektor das sagt, hat er natürlich recht. Seit ich hier bin kann ich nur das Beste über Kevin sagen. Er spielt bereits lange auf einem Topniveau und hat immer wieder Big Saves, die du eigentlich nicht erwarten kannst, aber die du erhoffst. Ich bin froh, dass er bei uns ist.“


Urs Fischer (Trainer 1. FC Union Berlin) zum Spiel: „Das hat Frankfurt wirklich sehr gut gemacht.“

 

Kevin Trapp (Torwart Eintracht Frankfurt) …

… zum Spiel: „Wir waren sehr konzentriert und fokussiert. Das, was wir gegen Union gebraucht haben, ist schnell im Kopf zu sein und auf die zweiten Bälle zu reagieren. Wir wissen, dass Union nur mit einem Mittel spielt und das sind die langen Bälle. Das machen sie sehr gut.“ 

… zu der Aussage von Krösche, er sei der derzeit beste deutsche Torwart: „Ich habe seit dem letzten Jahr – seit dem Bayern-Spiel – eine sehr gute Entwicklung gemacht. Das würde ich tatsächlich über mich selbst sagen. Ich versuche nicht für irgendjemanden zu spielen, sondern für mich. Damit versuche ich der Mannschaft und dem Verein zu helfen und dadurch gute Leistungen zu bringen und mich anzubieten.“

 

Christopher Trimmel (Kapitän 1. FC Union Berlin) zum Spiel: „Speziell in der ersten Halbzeit haben wir in den ersten 10-15 Minuten super begonnen. Wir hatten ein gutes Gefühl im Spiel. Beide Gegentore waren absolut zu verhindern.“

 

Markus Krösche (Sportvorstand Eintracht Frankfurt) zu Trapp: „Kevin ist seit Wochen und Monaten auf einer herausragenden Form. Er ist für mich der beste deutsche Torwart, den es momentan gibt.“


Christian Streich (Trainer SC Freiburg) zur sportlichen Lage: „Es beruhigt enorm. Die Mannschaft ist stabil, wir machen Fehler, sind allerdings stabil. Wir machen alles zusammen. Wir haben einige Fehler gemacht, wo wir nicht sauber waren. Das habe ich allerdings gewusst, weil die Jungs unterwegs waren. Das ist immer schwierig. Wir freuen uns total, wir dürfen am Donnerstag wieder hier vor vollem Stadion kicken. Wir sind total glücklich.“ 

 

Michael Gregoritsch (Torschütze SC Freiburg) …

… zum Spiel: „Hintenraus zittern wir extrem und haben auch etwas Glück. Insgesamt waren wir dennoch sehr stabil, bis auf das Ende, wo wir Glück gehabt haben.“

… zur sportlichen Lage: „Wenn wir so weit oben stehen, ist es schön für das Selbstbewusstsein. Trotzdem haben wir noch einen langen Weg. Wir haben jetzt sechs Wochen, wo wir jeden dritten Tag spielen. Jeder Punkt, den wir jetzt schon haben, ist ein Riesenvorteil für die nächsten Wochen.“

 

Jonathan Burkardt (1. FSV Mainz 05) zum Spiel: „Wir haben es uns in der ersten Halbzeit verbockt. Defensiv standen wir nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben. In der Zweiten war es besser. Am Ende ist auch Pech dabei, dass wir keine Punkte mitnehmen.“

 

Thomas Letsch (Trainer VfL Bochum) zum Spiel: „Leipzig war uns in allen Belangen mindestens eine Klasse überlegen. Wir haben es nicht geschafft, eine Kompaktheit in der Defensive herzustellen. Umgekehrt haben wir keine Entlastung mit Ball gehabt. Daher waren wir nur am Hinterherlaufen. Wir müssen das Ergebnis akzeptieren, es ist absolut verdient.“

 

Anthony Losilla (Kapitän VfL Bochum) zur sportlichen Lage: „Jeder einzelne von uns muss es besser machen, um die Situation zu drehen. So werden wir gar nichts erreichen.“ 

 

Xaver Schlager (RB Leipzig) zur sportlichen Lage vom VfL Bochum: „Natürlich haben sie eine Chance, jede Mannschaft hat eine Chance. Das ist das Spannende am Fußball. Man muss nicht immer die bessere Mannschaft sein, um zu gewinnen.“

 

Omar Marmoush (Torschütze VfL Wolfsburg) zum Spiel: „Wir haben bis zur letzten Sekunde daran geglaubt, das hat man gesehen. Wir haben verdient gewonnen. Solche Momente passieren nicht oft im Fußball, die muss man genießen.“ 


Waldemar Anton (VfB Stuttgart) zum Spiel: „Das Unentschieden muss man irgendwie halten. Wir laufen in einen Konter rein, sie machen mit Glück das Tor. Sie wollten es in der ersten Halbzeit mehr und ich bin ein Typ, der sagt, dass die Mannschaft, die es mehr will, das Spiel gewinnt. Das waren nicht wir.“ 


Niko Kovac (Trainer VfL Wolfsburg) …

… zu seinen Emotionen: „Wenn man sich das Innenleben bei mir anschauen möchte: Ich bin glücklich. Ich bin glücklich darüber, dass die Mannschaft den ersten Heimsieg eingefahren hat und ein gutes Spiel gemacht hat. Sehr gut wäre es gewesen, wenn wir es in der ersten Halbzeit schon erledigt hätten. Wir hatten viele Chancen, Torhüter Müller hat gut gehalten. Wir haben uns den Sieg erspielt, aber auch mit Leidenschaft, Begeisterung und Willen erkämpft.“

… zu seiner Halbzeitansprache: „Es geht darum, dass man die Spieler aufbaut. Ein solcher Nackenschlag kurz vor der Pause ist nicht einfach, da wir wirklich gut gespielt haben. Aber die Mannschaft hat gemerkt, dass mehr drin ist. Sie haben in jeder Minute dran geglaubt. Alle Spieler haben ihr Maximum gegeben, das war wichtig.“

… zu seiner Jobsicherheit: „Ich bin mit Jörg Schmadtke, Marcel Schäfer und Frank Witter im Austausch. Das war intern nie ein Thema. Das wird von außen reingetragen. Man kann sich gegen die Sachen, die geschrieben werden, nicht wehren. Im inneren Zirkel muss man stark sein. Wir haben ruhig weitergearbeitet “ 

 

Sky Experte Dietmar Hamann …

… zum BVB: „Ihnen fehlt die Selbstkritik. Wenn sie gewinnen und nicht gut spielen, ist es okay. Wenn man verliert, probiert man, sich das schönzureden. Sie haben gegen Bremen in den letzten Minuten drei Tore kassiert, wo sie drei Punkte hergeschenkt haben. Das ist bei Manchester City passiert, wo sie 75 Minuten sehr gut gespielt haben und mit leeren Händen nach Hause fahren. Sportdirektor Kehl sagt nach dem Spiel, er sei stolz auf die Mannschaft. Nun spielen sie gegen gute Kölner – du führst 1:0, hast alles im Griff. Dann gibst du wieder so ein Spiel innerhalb von 15-20 Minuten aus der Hand. Das kannst du dir nicht erlauben. Die Bayern haben schon ihre schwachen Momente in der Saison gehabt. Es wäre möglich gewesen, wieder drei Punkte vor die Bayern zu gehen. Jetzt kommt das Spiel nächste Woche: Schlägst du sie – was schwer genug ist – wärst du sechs Punkte vor. So ist mir das zu wachsweich. Wenn es läuft, gewinnen sie, wenn es hart auf hart kommt, verlieren sie.“ 

… zur Aussage von Eintracht-Sportvorstand Krösche, Trapp sei der derzeit beste deutsche Torwart: „Verdient hätte er es wahrscheinlich, zu spielen. In den letzten Monaten hat er herausragend gehalten. Wenn du einen herausragenden Torwart hast – vielleicht den Weltbesten: Solange der sich nichts zu schulde kommen lässt, gibt es für den Bundestrainer keinen Grund, etwas zu ändern. Ich verstehe, wo Markus Krösche herkommt und was er sagt.“

 

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