19.03.2022
Bundesliga

Hertha gewinnt mit Magath auf der Couch - Co-Trainer Fotheringham beeindruckt Stark: "Der Typ ist Wahnsinn"

Unterföhring, 19.03.2022

Bielefeld fällt gegen Mainz auseinander - Trainer Kramers Note: "In allen Bereichen ungenügend" - Volles Stadion peitscht VfB zum Comeback - Matarazzo begeistert: "Diese Fans sind überragend" Freiburgs Schlotterbeck sieht nach Remis Probleme in der Teamchemie: "Haben uns oft angeschissen" - Sky Experte Hamann positiv von Hertha beeindruckt: "Trainerwechsel hat bereits Früchte getragen" 


Die wichtigsten Stimmen zu den Samstagnachmittagspartien des 27. Spieltages der Fußball-Bundesliga bei Sky.


Fredi Bobic (Geschäftsführer Sport Hertha BSC): "Ich bin froh - als Felix Magath mir gesagt hat, wen er dazu holen möchte, musste ich erstmal recherchieren. Egal, wo ich was über ihn gehört habe, er wurde als begeisternd und authentisch beschrieben. Er ist jemand, der Menschen mitnehmen kann und ich freue mich für ihn. Auch, wenn er das nicht zeigt, war es eine riesige Belastung für ihn, an der Linie zu stehen. Ich habe ihm gesagt, dass er nun eigentlich zurücktreten kann."


Mark Fotheringham (Co-Trainer Hertha BSC): "Ich bin hergekommen, um für einen megabekannten Namen in Felix Magath zu arbeiten. Ich bin sehr dankbar für diese Chance, da er einer der erfolgreichsten Trainer im Weltfußball ist. Ich gebe einfach alles für ihn und für die Chance, die ich von Fredi Bobic bekommen habe, bin ich einfach dankbar. Was für ein geiler Typ. Ich bin einfach Mark, ich bin ein einfacher Typ."


Christoph Baumgartner (TSG Hoffenheim) zum Spiel: "Wenn du die Aufstellung der Hertha siehst, dann weißt du, dass sie hier primär verteidigen wollten und über Nadelstiche nach vorne kommen. Gerade in solchen Momenten musst du schnell Fußball spielen, was wir eigentlich können. Leider haben wir das Gegenteil bewiesen. Nun gilt es, nach vorne zu blicken. Es bringt nichts, dem Spiel nachzuweinen. Es war ein grottenschlechtes Spiel, aber es heißt, den Kopf nach oben zu heben."


Marco Richter (Hertha BSC) ...

... zum Spiel: "Wir haben alles und noch mehr gegeben, das hat man gesehen. Wir gehen als verdienter Sieger vom Platz."

... zur Frage, ob Trainer Magath oder Co-Trainer Fotheringham den Unterschied gemacht haben: "Es ist eine gute Mischung. Bei uns hat es nach dem Trainerwechsel unter der Woche klick gemacht. Der Herr Magath war per Facetime bei uns und hat uns ein paar gute Worte mitgegeben. Was Mark an der Seitenlinie abgerissen hat, war überragend und hat uns immer wieder nach vorne getrieben. Daher gehen wir als Sieger vom Platz."

... zur Frage, ob Trainer Magath vor dem Spiel Worte an die Mannschaft richten konnte: "In der Kabine vorm Spiel. Auch in der Halbzeit war er kurz da und hat uns gepusht. Die Halbzeit verlief ruhig, er hat uns runtergebracht und wusste genau, was er sagt. Wir wollten nicht lockerlassen. Wir haben in der zweiten Halbzeit bereits viele Tore kassiert, haben aber weitergekämpft und standgehalten. So wollen wir es weitermachen."


Niklas Stark (Torschütze Hertha BSC) ...

... zum Spiel: "Auch vor dem Führungstreffer hatte ich das Gefühl, dass etwas gehen würde. Wir sind gut in das Spiel gekommen, haben Stabilität gezeigt. Das ist die Basis für einen Sieg."

... zum Erfolg vor den heimischen Fans: "Es ist für die Fans und uns eine brutale Erleichterung. Wir sind voller Vorfreude, man merkt, dass ein Ruck durch die Mannschaft geht. Mit den Fans im Rücken haben wir auch mal wieder zu null gewonnen. Das ist wichtig für uns und so kann es weitergehen."

... über Co-Trainer Fotheringham: "Der Typ ist Wahnsinn. Er hat eine Energie, das ist krass. Es macht echt Spaß, mit ihm zusammen zu arbeiten."

Daniel Caligiuri (FC Augsburg) ...

... zum Spiel: "Nach so einer zweiten Hälfte bin ich relativ sprachlos. Das Spiel so aus der Hand zu geben, ist eine Katastrophe. Wir müssen das Spiel verdauen - was schwer wird - und weitermachen." 

... zur Frage, wie es zu dem Einbruch in der zweiten Hälfte kam: "Es müsste uns eigentlich ein super Gefühl geben, dass wir kurz vor der Pause nach dem Ausgleich erneut in Führung gehen. Wir haben uns vorgenommen, genau so weiterzumachen und den einen oder anderen Nadelstich zu setzen. Das ist uns nicht gelungen, haben zu wenig Fußball gespielt und Stuttgart hat das stark gemacht. Nach der zweiten Hälfte hatten wir es nicht verdient, zu gewinnen."


Michael Gregoritsch (Torschütze FC Augsburg) zum Spiel: "Wir hatten keinen richtigen Zugriff und mussten daher defensiv spielen. Dann kriegen wir die ersten zwei Gegentore nach Standards, das ist ganz unglücklich. Das dritte Tor folgt auch auf einen Freistoß, das ist bitter, da wir das Spiel gerne gewonnen hätten."


Markus Weinzierl (Trainer FC Augsburg) zum Spiel: "Wir haben nach beiden Führungstreffern zu wenig Fußball gespielt. Wir hatten Respekt davor, das Spiel zu gewinnen. Es war möglich, hätten wir nur vorne mehr Entlastung geschafft. In der zweiten Halbzeit war es so, dass es eine oder zwei Standardsituationen zu viel waren und wir so die Tore kassieren."


Pellegrino Matarazzo (Trainer VfB Stuttgart) ...

... zum Spiel: "Das Spiel spricht für sich. Wir mussten und zweimal zurückkämpfen, haben zweimal bei Freistößen nicht scharf genug verteidigt. Wie die Jungs zurückkommen, ist Mega. Mit den Fans im Stadion ist das ein Erlebnis"

... über die Unterstützung durch die Fans: "Diese Fans sind überragend. Das wusste ich auch, bevor ich nach Stuttgart gekommen bin. Es ist immer schwierig, hier zu spielen, da sie eine Stütze für die Mannschaft sind. In dem Spiel hat uns das gut getan und das hat man auch gesehen."


Alexander Hack (FSV Mainz 05) über die drei Elfmeter-Tore durch drei verschiedene Schützen: "Das spricht für unsere Mannschaft. Wir wissen, dass jeder in dem Spiel ein Tor verdient hätte und im Endeffekt hätte jeder den Elfer schießen wollen. Es spricht für unsere Mannschaft und zeigt den Teamgeist."


Frank Kramer (Trainer Arminia Bielefeld) zur Frage, ob ihm die Leistung Sorgen mache, dass die Mannschaft die Klasse hält: "Ja natürlich. Wir haben richtig schlecht gespielt, haben das Spiel nicht angegangen, wie wir es uns vorgenommen haben. In allen Bereichen war es ungenügend."


Manuel Prietl (Arminia Bielefeld) zum Spiel: "So, wie wir aufgetreten sind, geht es nicht. Da muss sich jeder an die eigene Nase fassen. Ich fange direkt bei mir an: Ich gehe zweimal ungestüm in den Zweikampf und verursache daher Elfmeter. Das darf, in der Phase, in der wir uns derzeit befinden, nicht passieren. Wir sind im Abstiegskampf und dann treten wir so auf. Wir müssen uns ganz schnell schütteln."


Felix Zwayer (Schiedsrichter der Partie Mainz - Bielefeld) ...

... zum fehlerhaft ausgelösten Torsignal der Torlinientechnik: "In dem Fall ging die Uhr tatsächlich falsch. Der Ablauf ist so, dass wir im Falle einer Torsituation ein Vibrationssignal bekommen. Dieses Signal kam mit etwas Verzögerung nach der Situation, wo der Ball von dem Torhüter vor der Linie aufgehalten wurde. Die Verzögerung führte dazu, dass wir selber verwundert waren. Wir haben dann allerdings auf die Technik vertraut und auf Tor entschieden. Ich habe sofort den Hinweis nach Köln zum VAR gegeben, dass das Tor überprüft werden muss. Wir konnten uns nicht blind auf die Technik verlassen, da alle Beteiligten im Stadion ein merkwürdiges Gefühl hatten. Wir hatten eigentlich eine klare Wahrnehmung, dass der Ball die Torlinie nicht überschritten hat."

... zur Frage, ob dies zum ersten Mal passiert sei: "Es ist das erste Mal, dass ich mitbekommen habe, dass diese Uhr ein Tor anzeigt, ohne das ein Tor erzielt wurde. Das ist auch die spannende Aufgabe: Es passieren Dinge, mit denen man nicht rechnet und dann ist es ganz wichtig, Ruhe zu bewahren und den gesunden Menschenverstand zu benutzen."


Anton Stach (FSV Mainz 05) über seine Nationalmannschafts-Berufung: "Es war tatsächlich ein offizieller Anruf. Ich saß im Auto und habe gesehen, dass eine unbekannte Nummer mich angerufen hat. Als er dann seinen Namen gesagt hat, haben mein Teamkollege und ich uns groß angeguckt."


Marco Meyerhöfer (SpVgg Greuther Fürth) zum Spiel: "Es war ein sehr gutes Spiel von uns. Wir haben das an den Tag gelegt, was der Trainer sagt, was wir brauchen, um in der Bundesliga zu punkten. Freiburg ist eine Hausnummer - wir haben die null gehalten und einen verdienten Punkt geholt. Wir können zufrieden sein."


Nico Schlotterbeck (SC Freiburg) zum Spiel: "Wir haben unsauber gespielt, hatten viele einfache Ballverluste - wir haben uns oft angeschissen. Dann kamen wir kaum in einen Flow rein. Dann hilft vielleicht ein Standard, es kam allerdings keiner durch. Deswegen war es schwer gegen Fürth."


Sky Experte Dietmar Hamann ...

... zur Leistung der Hertha: "Der Respekt gegenüber dem Trainer ist das A und O. Wenn der verloren geht, ist es vorbei. Den Eindruck konnte man in den letzten Monaten öfter haben bei Hertha und bei Felix Magath wird das nicht der Fall sein. In dem Spiel haben sie die Grundtugenden gezeigt. In der ersten Halbzeit waren sie zu hektisch, dann hat er sie per Facetime runtergebracht. Das war eine Leistung, wo die Fans nach Hause gehen können und stolz auf die Mannschaft sein. Das hat es bei der Hertha nicht oft gegeben und daher hat der Trainerwechsel bereits Früchte getragen."

... zur Bielefelder Pleite: "Die Bielefelder sind Mainz entgegengekommen. Wenn du die Elfmeter so herschenkst - fasst in allen Situationen herrschte keine Gefahr. Die Mainzer haben das dankend angenommen. Jetzt haben wir die Stuttgarter gesehen, Hertha hat ihren zweiten oder dritten Wind und die Augsburger holen immer ihre Punkte - die Bielefelder müssen aufpassen. Nach der Länderspielpause spielen sie gegen Stuttgart. Ich hoffe, dass es nur ein Ausrutscher war. Auch wenn die Ergebnisse nicht immer gepasst haben, so desolat haben sie sich noch nicht verkauft."


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