Zingler: „Für uns fängt es ein Stück weit neu an“ - Wohlgemuth zum Debüt von Seimen: „Das ist eine besondere Geschichte“ - FSV-Trainer Fischer zur langen Länderspielpause: „Die Variante mit zehn Tagen und zwei Spielen fand ich besser“ - Hamann zum Klopp-Debüt: „Insgesamt durchwachsen“
Unterföhring, 10.10.2026
Die wichtigsten Stimmen im Vorlauf zu den Samstagnachmittagspartien des 5. Spieltags der Fußball-Bundesliga bei Sky.
Manuel Baum (Trainer FC Augsburg) ...
… zur Bedeutung des vorherigen Sieges gegen Bayern: „Das dürfen wir gerne noch einmal hernehmen. Oft redet man in der Theorie darüber, was möglich ist. Richtig daran glauben kann man erst, wenn es in der Praxis funktioniert hat. Natürlich haben wir das Spiel noch einmal analysiert und das eine oder andere übernommen. Aber wir haben uns auch zwei, drei neue Sachen überlegt. Sowohl Bayern als auch wir haben uns weiterentwickelt. Bei uns spielt beispielsweise eine komplett andere Fünferkette als damals in München. Trotzdem nutzen wir diese Geschichte, um den Glauben an einen Sieg zu stärken.“
… zu den personellen Ausfällen in der Defensive: „Juma Bah ist tatsächlich eine Urgewalt da hinten. Er war bei der Nationalmannschaft und hat dort Minuten gesammelt. Gegen Hertha hat er eine Halbzeit absolviert. Ich freue mich riesig darauf. Man sollte in allem eine Chance sehen. Natürlich tun uns die verletzten Spieler weh, aber das ist auch eine Möglichkeit für diejenigen, die jetzt in die Mannschaft kommen. Ich freue mich darauf, die Jungs gerade gegen Bayern von Beginn an zu sehen.“
… zur Entscheidung für Rodrigo Ribeiro im Angriff: „Gregoritsch ist im Kopf brutal schnell. Ribeiro müssen wir heute aber auf eine Position bringen, von der er wirklich in die Tiefe laufen kann. Gregoritsch ist eher das Gelenk in unseren Umschaltmomenten: Du kannst ihn anspielen, er lässt den Ball klatschen und dann geht es los. Wir haben uns für diesen Matchplan etwas anderes überlegt. Sowohl der Neuner als auch die beiden Zehner brauchen gegen Bayern unbedingt Tempo. Du darfst nicht nur daran denken, das eigene Tor zu verteidigen, sondern musst nach Balleroberungen selbst gefährlich werden. Das können wir mit Tempo besser.“
… zur Verteidigung gegen Michael Olise: „Am einfachsten wäre es, wenn er keinen Ball bekommt. Dann kann er auch nicht machen, was er will. Das wird aber schwierig. Wenn er den Ball bekommt, müssen unsere Außenspieler mutig sein und sofort in die Zweikämpfe kommen. Dafür brauchen sie eine gute Absicherung, sowohl entlang der Linie als auch ins Zentrum. Wenn sie ein Eins-gegen-eins verlieren, muss sofort jemand zur Absicherung da sein.“
Vincent Kompany (Trainer FC Bayern München) ...
… zur Belastung durch die lange Länderspielpause: „Das hat damit zu tun, dass unsere Spieler Qualität haben. Deshalb ist es keine schlechte Sache, dass sie bei ihren Nationalmannschaften dabei sind. Es hätten sogar 19 oder 20 Spieler sein können, wenn Alphonso Davies und Luis Diaz auch unterwegs gewesen wären. Harry und Michael haben zwei Tage trainiert. Wenn die Mannschaft heute so spielt, wie sie in den letzten zwei Tagen trainiert hat, werden wir viel Spielfreude und Energie sehen. Hoffentlich können wir einfach weitermachen.“
… zur Kritik von Niko Kovac an der langen Länderspielpause: „Jeder hat seine Meinung dazu. Wenn ich mehr Zeit habe, werde ich meine vielleicht ausführlicher erklären. Jetzt hat dieses Spiel absolute Priorität. Manchmal muss man sich anpassen und einfach das Beste daraus machen. Aber wir haben sie zum ersten Mal erlebt. Vielleicht habe ich an einem anderen Tag eine ausführlichere Meinung. Jetzt, eine Stunde vor dem Spiel, zählt für mich nur dieses Spiel.“
Josip Stanisic (FC Bayern München) ...
… zur Rückkehr aus der schwierigen Länderspielpause mit Kroatien: „Ich muss schon zugeben, dass ich mich sehr freue. Wir sind es hier gewohnt, mehr den Ball zu haben und nicht nur zu verteidigen. Die Länderspielpause war für jeden Einzelnen unterschiedlich. Deswegen freue ich mich extrem darauf, heute wieder auf dem Platz zu stehen und zu wissen, dass wir wahrscheinlich mehr Ballbesitz haben werden als zuletzt mit der Nationalmannschaft.“
… zur offenen Rechnung mit dem FC Augsburg: „Die ist schon sehr groß. Das haben einige nicht so auf dem Schirm: Hätten wir letzte Saison gegen Augsburg nicht verloren, wäre es die zweite Meisterschaft ohne Niederlage gewesen. Das schmerzt schon. Wir gehen das Spiel trotzdem so an wie sonst auch, aber mit ein bisschen zusätzlicher Motivation.“
… zur möglichen Rückkehr an die Tabellenspitze: „Wir sind es gewohnt, auf Platz eins zu stehen. Wenn wir auf die Tabelle geschaut haben, standen wir zuletzt auf Platz zwei. Das hat uns nicht ganz gefallen. Deswegen werden wir alles daransetzen, dass wir wieder Erster sind.“
Dirk Zingler (Präsident Union Berlin) ...
… zum schwachen Saisonstart und den 17 Gegentoren: „Wir wussten, dass wir mit Auswärtsspielen in Leverkusen und München starten und mit einem neuen Trainer einen Entwicklungsschritt machen wollen. Dass es schwierig werden kann, war klar. In München waren es drei oder vier Gegentore zu viel. Deshalb hört sich das alles grausam an, wenn man nur die Zahlen sieht. Im Grunde gab es bisher ein Spiel, gegen Schalke, in dem wir Punkte eingeplant hatten. Aber auch Schalke kommt mit einer eingespielten Truppe und einem guten Trainer aus der zweiten Liga. Für uns fängt es heute ein Stück weit neu an. Wir müssen jetzt punkten. Nervös sind wir noch nicht, aber wir sind erwachsen genug, um zu wissen, dass wir Punkte brauchen.“
… zur Frage, ob ein Sieg gegen Elversberg Pflicht ist: „Siege sind nie Pflicht. Du gehst raus und versuchst, das Spiel zu gewinnen. Elversberg ist kein leichter Gegner. Ich erinnere mich gut daran, wie wir in die Bundesliga aufgestiegen sind und Dortmund mit 3:1 geschlagen haben. Du kommst hoch, hast Spaß, keinen Druck und kannst Fußball spielen. Auch gegen Elversberg gewinnt man nicht automatisch. Wir müssen unsere Leistung auf den Platz bringen, laufen, Intensität zeigen und das wiederfinden, was uns stark gemacht hat. Dann werden wir auch punkten.“
… zur Zukunft von Horst Heldt: „Bei uns redet niemand über Personalien, schon gar nicht nach dem vierten Spieltag. Horst Heldt sitzt genauso fest im Sattel wie alle anderen Verantwortlichen im Sport. Wir konzentrieren uns darauf, Punkte zu holen, und arbeiten sehr gerne mit ihm zusammen. Horst Heldt ist ein dufter Typ und ein guter Fachmann. Jeder im Klub arbeitet gerne mit ihm zusammen.“
… zu den langfristigen Perspektiven von Union Berlin: „Wir arbeiten hart daran, wettbewerbsfähig zu werden. Wir haben 3.500 Sitzplätze und 18.000 Stehplätze. Elversberg hat möglicherweise höhere Spieltagseinnahmen als wir, weil sie mehr Sitzplätze haben. Wir müssen aktuell in mehrere Bereiche investieren. Natürlich ist die Bundesliga wichtig für uns. Aber noch wichtiger ist es, die infrastrukturellen Voraussetzungen zu schaffen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Was nützt ein sportlicher Erfolg, wenn wir keine Basis schaffen, um uns dauerhaft in der Bundesliga zu etablieren? Diesen Spagat gehen wir. Dafür bekommen wir auch Kritik und müssen schlechte Zahlen aushalten. Wir sind überzeugt, dass unsere Investitionen in Stadion und Trainingsbedingungen der richtige Weg sind.“
Fabian Wohlgemuth (Sportvorstand VfB Stuttgart) ...
… zu seinen Erfahrungen beim SC Paderborn: „Es freut mich zunächst, dass ich hier viele Vertraute treffen konnte. Wir haben während der Coronazeit zusammengearbeitet, dadurch war der Zusammenhalt noch größer. Man hat gelernt, dass der Abstand zwischen Möglichkeiten und Wünschen ziemlich groß sein kann. Da beginnt die eigentliche Arbeit. Man muss kreativ sein, aus den vorhandenen Mitteln das Maximum herausholen und klare Entscheidungen treffen. Das prägt einen. Probleme mit Geld zuzuschütten, bringt meistens nichts. Auch bei großen Vereinen hilft es nicht, Probleme immer nur mit einer Überweisung zu lösen. Diese Erfahrungen habe ich nach Stuttgart mitgenommen.“
… zur Bedeutung der Partie gegen Paderborn nach dem schwachen Saisonstart: „Jedes Spiel ist wichtig. Aber wir sind jetzt beim fünften Bundesligaspiel und haben uns zu diesem Zeitpunkt mehr Punkte erhofft. Wir haben gute Leistungen gebracht, hätten aber das eine oder andere Mal mehr herausholen können. Deshalb ist es heute ein sehr wichtiges Spiel. In der langen Länderspielpause haben wir viel analysiert und diskutiert und hoffentlich die richtigen Schlüsse gezogen. Wenn wir diese Erkenntnisse auf den Platz bringen, können wir heute ein Statement setzen. Wir haben den Anspruch, dieses Spiel zu gewinnen und drei Punkte mitzunehmen.“
… zum Bundesligadebüt von Dennis Seimen: „Das ist eine besondere Geschichte, dass Dennis Seimen heute sein erstes Bundesligaspiel gegen den Verein bestreitet, mit dem er vor wenigen Wochen aufgestiegen ist. Fabian Bredlow hat in den vergangenen Wochen sehr gute Leistungen gebracht, auf ihn war immer Verlass. Aber wir haben vor der Saison entschieden, dass Dennis Seimen unser erster Torwart ist. Jetzt ist er nach einer langen Verletzungspause wieder fit und hat unser volles Vertrauen. Das wird er rechtfertigen. Ich bin sicher, dass er noch lange unser erster Torwart bleiben wird.“
Merlin Polzin (Trainer Hamburger SV) ...
… zur Bedeutung des ersten Saisonsieges gegen den 1. FC Köln: „Das war ein sehr wichtiger Nachmittag für uns, um zu zeigen, dass wir auch in dieser Saison angekommen sind. Natürlich haben wir weiterhin Themen, an denen wir fleißig arbeiten wollen und müssen. Aber dieser Sieg hat gutgetan, weil er den Prozess beschleunigt und unseren Weg bestätigt.“
… zu den zahlreichen personellen Ausfällen: „Wir sind von allen Spielern in unserem Kader überzeugt, dass sie uns helfen können, den HSV weiterhin in der Liga zu etablieren. Im Laufe einer Saison kommt es vor, dass der eine oder andere ausfällt. Das ist bei uns jetzt der Fall. Aber wir haben die volle Überzeugung, dass die Jungs, die heute auf dem Platz stehen, hier bestehen können. Sie werden versuchen, unseren Plan bestmöglich umzusetzen.“
… zur Entscheidung für Yussuf Poulsen und Fabio Vieira in der Offensive: „Die Qualität, die Yussuf und Fabio gerade auch im Zusammenspiel haben, ist außergewöhnlich. Sie decken unterschiedliche Profile ab, jeder kann seine Stärken für den anderen einsetzen und beide profitieren davon. Deshalb ist die Entscheidung so gefallen.“
Urs Fischer (Trainer 1. FSV Mainz 05) ...
… zur ungewöhnlich langen Länderspielpause: „Das war eine neue Erfahrung. Wir haben keinen Vergleich und es war wirklich eine lange Zeit. Für mich gefühlt zu lang. Ich kann die Nationaltrainer verstehen, dass sie einmal zweieinhalb Wochen mit ihren Jungs arbeiten können. Aber die Variante mit zehn Tagen und zwei Spielen fand ich besser. Mal schauen, vielleicht sieht es beim zweiten Mal anders aus.“
… zum erfolgreichen Sturmduo Phillip Tietz und Sheraldo Becker: „Die beiden ergänzen sich im Moment wirklich gut. Sie sind gefährlich, schießen Tore oder bereiten sie vor. Deshalb ist es für die anderen Jungs derzeit schwierig, an ihnen vorbeizukommen. Trotzdem muss jeder bereit sein. Im Fußball kann es schnell gehen.“
… zur Verteidigung gegen Patrik Schick: „Das kannst du nicht mit einem Einzelnen lösen. Das muss die gesamte Mannschaft machen. Leverkusen flankt viel aus den Halbräumen und hat eine sehr gute Besetzung im Strafraum. Da müssen wir Schick aufnehmen und versuchen, ihn bestmöglich zu verteidigen.“
Sky Experte Didi Hamann ...
… zu den ersten vier Länderspielen unter Bundestrainer Jürgen Klopp: „Durchwachsen. Die ersten beiden Spiele waren nicht gut, die zweiten beiden ordentlich. Insgesamt war es durchwachsen.“
… zu den Führungsqualitäten von Bayern-Trainer Vincent Kompany: „Er ist ein Leader. Vorangegangen ist er schon immer. Wir suchen ständig nach Trainern, dabei brauchen wir vor allem Führungspersönlichkeiten. Menschen, die eine Mannschaft und junge Leute in einem ganzen Verein führen können. Kompany beschäftigt sich auch mit gesellschaftspolitischen Themen und Dingen, die über den Fußball hinausgehen. Du hast immer das Gefühl, dass er alles im Griff hat. Die Spieler kriegen das auch mit. Er ist eine Autoritätsperson. Wenn er in die Kabine geht oder etwas sagt, dann spitzen alle die Ohren. Ein beeindruckender junger Mann.“
… zu den herausragenden Torjägerqualitäten von Harry Kane: „Die Zahlen sind wahnsinnig beeindruckend. Mehr als 700 Pflichtspiele und über 500 Tore. Im Abschluss ist er einer der Besten, möglicherweise sogar der Beste. Ich habe mit einigen herausragenden Abschlussspielern zusammengespielt. Ob sie die Qualität hatten, die Kane besitzt, weiß ich nicht. Vor dem Tor ist er mit beiden Beinen unglaublich präzise und hat wahnsinnig viel Power in seinen Abschlüssen. Auch mit dem schwächeren Fuß ist das herausragend. Es wäre wunderbar für die Bundesliga und den FC Bayern, wenn er seinen Vertrag verlängern würde und der englische Kapitän hierbleibt.“
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