06.02.2022
Fußball

Leverkusener Traumtore zerlegen den BVB: „Ein sehr schöner Nachmittag“

BVB-Kapitän Reus angefressen: „Wir waren immer einen Schritt zu spät“ - Andrich freut sich über seinen Freistoßtreffer „Ab und zu kann ich auch mit dem Ball was“ - DAZN-Experte Kneißl kritisiert das Dortmunder Defensivverhalten: „Damit kann niemand zufrieden sein“

Berlin / München, 06.02.2022

Sehr geehrte Medienpartner, anbei erhalten Sie die wichtigsten Stimmen aus der Partie Borussia Dortmund gegen Bayer 04 Leverkusen (2:5) am 21. Spieltag der Fußball-Bundesliga live bei DAZN.


Marco Reus (Kapitän Borussia Dortmund) ...

… zum Spiel: „Es ist ein katastrophaler Tag für uns. Wir sind nicht gut ins Spiel gekommen und waren in allen Situationen einen Schritt zu spät. Wir bekommen dann Kontertore, obwohl wir es vor dem Spiel absprechen, dass das ihre Stärke ist. Dafür werden wir bestraft. Es war heute einfach zu wenig.“

… zum Dortmunder Zweikampfverhalten: „Wir setzen die Vorgaben einfach nicht um. Wir haben uns zwei Wochen lang auf das Spiel vorbereitet und an vielem gearbeitet. Wir erzählen immer dasselbe und müssen es dann auf den Platz bringen. Das haben wir heute nicht geschafft. Ein sehr bitterer Tag, wir hatten es heute nicht verdient. Das war insgesamt ganz ganz schlecht.“

… zur Frage, warum dem BVB in dieser Saison die Konstanz fehlt: „Wenn ich die Antwort hätte, würden wir es sofort ändern. Irgendwann ist es dann auch ein Kopfproblem, weil wir uns zu viele Gedanken machen. Es ist wie eine Blockade, aber nichtsdestotrotz müssen wir eine andere Körpersprache an den Tag legen.“


Gregor Kobel (Torhüter Borussia Dortmund) ...

… zum Dortmunder Zweikampfverhalten: „Wir haben genau das gemacht, vor dem wir die ganze Woche gewarnt haben. Wir wussten, dass sie enorm viel Tempo und ein gefährliches Umschaltspiel haben, und trotzdem gab es viele Situationen, in denen sie zu einfach kontern konnten und auch frei vor mir aufgetaucht sind. Es ist in diesen Aspekten viel zu wenig gewesen.“

… zur fehlenden Konstanz: „Es ist frustrierend. Wir sind eine Mannschaft und gewinnen und verlieren zusammen. Heute haben wir zusammen nicht das auf den Platz gebracht, was wir müssen. Wir dürfen nicht immer zwei Spiele gut und eins schlecht spielen, sondern müssen die guten Leistungen durchziehen. Wir reden sehr häufig darüber und mich nervt es. Es gibt definitiv schönere Dinge, als zuhause fünf Treffer zu kassieren.“


Marco Rose (Trainer Borussia Dortmund) …

... zu den Dortmunder Problemen mit Leverkusener Kontern: „Das eine ist es darüber zu reden und daran zu arbeiten und das andere ist es, dass dann auch umzusetzen. Das erste Gegentor ist ein individueller Fehler und beim zweiten sind es genau die Dinge, die wir angesprochen haben. Grundsätzlich hat uns das Leverkusener Umschaltspiel auch noch bei zwei weiteren Toren beschäftigt. In den Phasen, in denen wir dran waren, ist uns dann dadurch immer direkt der Stecker gezogen wurden und gefühlt waren wir nie im Spiel. Die Niederlage ist bitter.“

… zur eigenen Offensive: „Die Jungs haben viel versucht, aber wir mussten aufpassen nicht in den nächsten Konter zu laufen. Wir hatten zu wenig Ruhe am Ball und haben unsere Angriffe nicht zu Ende gespielt. Wir hatten kaum Torchancen und dementsprechend ist es ein verdienter Sieg für Leverkusen.“

… zur Frage, was sich beim BVB ändern muss: „Wir müssen es ansprechen und daran arbeiten. Wir dürfen die Dinge nicht schönreden, sondern müssen analysieren, woran es liegt. Wir müssen die Entwicklung vorantreiben und zur Entwicklung gehören auch Rückschläge. Es wird wieder viel auf uns einprasseln, aber wir müssen hart arbeiten und zusammenstehen. Wir müssen als Team die nächsten Schritte gehen. Das ist die einzige Lösung, die es gibt. Heute habe ich keine Argumente, reden bringt nicht viel, wir müssen es machen.“

… zur eigenen Defensive (vor dem Spiel)„Es ist nicht so, als würden wir keine Zweikämpfe führen. Unsere Zweikampfstatistiken sind nicht schlecht, aber wir führen noch zu wenige Zweikämpfe, die wir führen könnten. Wir wollen konsequenter und konstanter werden.“


Michael Zorc (Sportlicher Leiter Borussia Dortmund) …

… zu einem möglichen Abgang von Erling Haaland (vor dem Spiel)„Aus meiner Sicht wird das nicht von einer Seite befeuert, das ist Mediensache. Es ist bekannt, dass er im Sommer wechseln kann, wenn bestimmte Parameter erfüllt werden. Wir sind im Dialog und wir sind auf einem Weg.“

… zur Frage, warum der BVB im Winter keine neuen Spieler verpflichtet hat (vor dem Spiel)„Wir haben es gerne, für die gesamte Saison zu planen. In der Hinrunde hatten wir einige Verletzte, die uns erst jetzt wieder zur Verfügung stehen. Giovanni Reyna ist beispielsweise ein gefühlter Neuzugang für uns. Wir hoffen, dass einzelne Spieler sowohl gesundheitlich als auch leistungstechnisch stabiler bleiben, dann sind wir gut aufgestellt. Der zweite Punkt ist die Pandemie, die sehr viel Geld kostet. Da muss man sich gut überlegen, ob und wie man Geld investiert.“

 

Jonathan Tah (Kapitän und Torschütze Bayer 04 Leverkusen) ...

… zum Spiel: „Der Fokus lag auf den drei Punkten. Vor dem Spiel gibt es immer viel Wirbel, aber wir haben uns fokussiert und wollten einfach die drei Punkte. Wir sind sehr glücklich über den Sieg. Wir waren natürlich motiviert, aber haben uns nicht von den Medien anstecken lassen. Im Endeffekt bringt auch dieser Sieg drei Punkte, genau wie jeder andere Sieg.“

… zu seinem Treffer: „Das war nicht schlecht, vor allem mit dem schwachen Fuß. Ich bin mit Überzeugung reingegangen und habe den Ball optimal getroffen. Ich bin froh auch mal ein solches Tor zu machen.“

… zur Frage, ob man den BVB tabellarisch überholen kann: „Wir sollten nicht zu viel vergleichen. Es geht aktuell nicht um Plätze, sondern um Punkte. Darauf sollten wir uns fokussieren. Aktuell bekommen wir das gut hin und das sollten wir so beibehalten. Wir wollen so viele Punkte wie möglich holen. Bei unserem Potential dürfen wir kein anderes Ziel als die Champions-League nennen.“


Robert Andrich (Torschütze Bayer 04 Leverkusen) ...

… zum Spiel: „Nicht alles war gut, aber vieles. Das Gegentor am Ende tut dann schon weh, da das Spiel eigentlich schon vorbei war. Aber über 95% des Spiels können wir uns heute sehr freuen. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht und als Mannschaft extrem gut gearbeitet. Defensiv war es stark und wir haben uns auch offensiv richtig schöne Tore herausgespielt. Ein großes Kompliment an die Mannschaft.“

… zu seinem Tor: „Ab und zu kann ich mit dem Ball auch ein bisschen was. Letzte Saison habe ich auch schon ein Freistoßtor gemacht und es zählt zu meinen Stärken. Es ist schön zu sehen, dass im Spiel auch mal einer reingeht, wenn man es andauernd trainiert.“

… zur Frage, ob dieser Erfolg ein Statement-Sieg ist: „Ich glaube schon. Man gewinnt nicht alle Tage 5:2 in Dortmund. Wir haben uns vor dem Spiel vorgenommen hier etwas mitzunehmen und das ist uns sehr gut gelungen.“

… zu den Leverkusener Zielen: „Ich bin seit einem halben Jahr hier und mit den Ambitionen gekommen, mit Leverkusen in der Champions-League zu spielen. Wir hatten in der Hinrunde auch schwierigere Phasen. Wir müssen für alles hart arbeiten und dann sind wir eine sehr gute Mannschaft.“

 

Gerardo Seoane (Trainer Bayer 04 Leverkusen) …

... zum Spiel: „Das Spiel hat den Tordurchschnitt der letzten Duelle wieder erreicht, die Tore waren diesmal aber besser verteilt. Ein sehr schöner Nachmittag für uns.“

… zur Leistung seiner Mannschaft: „Es war ein guter Auftritt. Wir waren sehr effektiv und haben das ein oder andere sehr schöne Tor geschossen. Die Mannschaft hat gut nach vorne gespielt, war aber auch sehr zweikampfstark gegen den Ball. Wir haben Dortmund wenig Raum gegeben. Wir haben viele Balleroberungen im Zentrum gehabt und konnten dadurch schnell nach vorne spielen. Demirbay und Andrich haben das im Zusammenspiel mit der Innenverteidigung sehr gut gemacht.“

… zur Frage, ob Florian Wirtz aufgrund des Stadionbesuches von Bundestrainer Flick besonders motiviert war: „Florian Wirtz will die Welt aufessen. Er ist immer motiviert und ehrgeizig, er braucht keine zusätzliche Motivation. Das wichtigste bei ihm ist, dass er mit dem Team erfolgreich sein will. Es geht ihm immer um die Mannschaft.“

… zur Leistung von Lennart Grill: „Es ist klar, dass nicht jede Situation zu 100% sauber ist, wenn man lange nicht gespielt hat. Dennoch hat er es sehr gut gemacht, auch im Spielaufbau. Wir freuen uns, dass er ein gutes Spiel gemacht hat.“

… zur Tabellensituation: „Wir haben einen kleinen Abstand nach unten hergestellt. Die Mannschaft hat großes Potenzial und wir haben das Ziel unter die ersten vier zu kommen. Es war ein wichtiger Sieg und wir können den BVB in der Tabelle wieder besser sehen.“

… zum Ausfall von Lukas Hradecky (vor dem Spiel)„Wir haben vier Torhüter zur Verfügung und die ersten beiden sind verletzt. Lukas Hradecky ist unser Kapitän, hat viel Erfahrung und beeinflusst auch den Spielaufbau. Einen solchen Spieler kann man nie ersetzen. Wir haben viel Vertrauen in Lennart Grill, der durch seine Ausleihe zuletzt ein wenig Spielerfahrung sammeln konnte. Deshalb haben wir uns für ihn entschieden.“

 

Fernando Carro (Vorsitzender Geschäftsführung Bayer 04 Leverkusen) zu den zugelassenen Zuschauern (vor dem Spiel)„Wir wollen alle vorsichtig sein, aber es ist auch abhängig davon, wie groß die Stadien sind. 10.000 Zuschauer in der BayArena, die eine Kapazität von 30.000 hat, sind in Ordnung. Aber 10.000 hier in Dortmund, bei einer solch großen Kapazität finde ich ein bisschen wenig. Es ist aber ein erster Schritt.“

 

DAZN-Experte Sebastian Kneißl … 

... zum Spiel: „Die Statistiken waren ausgeglichen, aber die Konsequenz vor dem Tor geht klar an Leverkusen. Respekt für diese Leistung.“

… zum Dortmunder Defensivverhalten: „Speziell in der ersten Halbzeit kann niemand damit zufrieden sein. In der zweiten Hälfte war es besser, auch im Gegenpressing. Dennoch war es keine gute Leistung und eine absolut verdiente Niederlage. Ich finde es schade, dass Marco Rose sich immer erklären muss, denn die Spieler sind gefordert. Es wurde häufig angesprochen, aber das Besprochene wurde nicht umgesetzt.“

… zum Leverkusener Neuzugang Sardar Azmoun (vor dem Spiel)„Er ist ein Max Kruse-Typ. Der Ball klebt bei ihm am Fuß und er hat auch in der Champions-League schon gezeigt, was er draufhat. Mit seiner Technik kann er Spiele sowohl durch Tore als auch durch Vorlagen entscheiden. Ein super Transfer und es ist eine gute Konkurrenzsituation, die auch die anderen Stürmer dazu bringt, noch ein paar Prozentpunkte draufzulegen. Der Job des Trainers ist es, diese Situation zu moderieren.“

… zur Frage, ob der BVB ein Meisterkandidat ist (vor dem Spiel)„Aktuell nicht. Sie machen es offensiv schon sehr gut, aber defensiv brauche ich noch einen Schritt und die nötige Gier, wirklich in diese Defensivarbeit gehen zu wollen. Wenn sie in die Zweikämpfe kommen, ist es gut, aber sie müssen die Zweikämpfe noch intensiver suchen.“


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