Fußball

FSV-Keeper Zentner nach Pleite in Elversberg: „Wir haben uns wie eine Schulmannschaft verkauft“

Onyeka: „Sky is the limit“ - Fischer zu den Problemen: „Das ist auch eine Kopfsache“ - Keidel zu einer erneuten DFB-Nominierung: „Schon bei der ersten Nominierung war ich ein bisschen überrascht“ - Mustafi zur SVE: „Wenn die Ergebnisse stimmen, darf man auch einmal nach oben schauen“

Unterföhring, 30.10.2026

Die wichtigsten Stimmen zum Freitagabendspiel des 8. Spieltags der Fußball-Bundesliga zwischen SV Elversberg und 1. FSV Mainz 05 (4:1) bei Sky.  

 

Vincent Wagner (Trainer SV Elversberg) ...

… zur Belastung junger Nationalspieler: „Erst einmal Respekt vor den großen Vereinen, die das noch härter zu spüren bekommen. Die Länderspielpause hat uns einiges gekostet, unter anderem Cole und Francis für ein paar Wochen. Wir reden viel darüber, wie wichtig es ist, dass junge Spieler im Profifußball zum Einsatz kommen. Gleichzeitig tut man ihnen keinen Gefallen, wenn man sie frühzeitig herausreißt und durch den Fleischwolf dreht. Gerade bei Spielern, die ohnehin keine richtige Sommerpause hatten, muss man bei der Belastungssteuerung aufpassen. Einerseits beschweren wir uns darüber, dass junge Spieler nicht durchkommen und zu wenig gefördert werden. Andererseits haben wir Vereine, bei denen diese Spieler gerade den Übergang in den Profifußball schaffen. Das ist eine schwierige Situation. Was uns diese Belastung in den letzten Wochen gekostet hat, hat man heute gesehen. Das ist ein wichtiges Thema, zu dem sich auch viel erfahrenere Trainer bereits geäußert haben.“

… zur starken Anfangsphase: „Wer sich das Leipzig-Spiel angeschaut hat, wird in den ersten 75 Minuten kaum einen Unterschied zu heute finden. Ähnlich war es gegen Darmstadt. Heute hat Felix uns früh auf die Siegerstraße gebracht. Dazu war Francis überragend. Deshalb haben wir ihn vorsichtig aufgebaut. Natürlich wäre es schön gewesen, wenn das etwas schneller gegangen wäre. Aber bei jungen Spielern muss man vorsichtig sein. Deshalb bin ich froh, dass er wieder da ist und hoffentlich gesund bleibt.“

… zu den Freistoßqualitäten von Felix Keidel: „Solche Tore sehe ich relativ häufig im Training. Deshalb habe ich mit Chris Weber eine Wette um ein leckeres Essen laufen, dass Felix mindestens drei direkte Freistoßtore schießt. Langsam wird es eng. Jetzt sind wir bei zwei. Einen brauche ich noch. Wir reden viel über Cleverness. Zu erkennen, dass man den Ball an der Mauer vorbeischießen kann, war ein cleverer Schachzug. Ein schönes Tor, das uns sehr geholfen hat, gut ins Spiel zu kommen.“

… zum Pokalaus gegen Darmstadt (vor dem Spiel): „Wir waren schon ein bisschen traurig. Ich glaube, das darf man auch sein, wenn man zu Hause aus dem Pokal ausscheidet. Da kann man schon einmal enttäuscht sein. Einen großen Vorwurf können wir uns aber nicht machen.“

… zu den Auswirkungen der hohen Belastung (vor dem Spiel): „Bis zur ersten Länderspielpause waren wir überragend unterwegs, weil wir viel trainieren und uns gut auf die Spiele vorbereiten konnten. Wir haben die Jungs auf ein Topniveau gebracht, sodass sie wirklich überall hingegangen sind. Danach haben wir ein bisschen den Preis dafür bezahlt. Im Prinzip sind wir mit fünf Verletzungen aus der Länderspielpause gekommen. Nicht alle sind direkt bei den Nationalmannschaften passiert, aber sie sind in diesem Zeitraum entstanden. Jetzt sind wir dabei, die Jungs wieder ein bisschen aufzupäppeln.“

… zur Kritik an nur einem Sieg aus sechs Spielen (vor dem Spiel): „Wir haben dreimal in den letzten acht Spielen gewonnen. Wo fangen wir denn an? Zum Glück haben wir gegen Augsburg gewonnen, sonst würde es wahrscheinlich heißen, wir hätten seit Ewigkeiten nicht mehr gewonnen. Nebenbei: Wir sind die SV Elversberg. Wir sind Aufsteiger und haben den mit Abstand kleinsten Etat der Liga. Dank einer tollen Vereinsführung, eines tollen Umfelds und mittlerweile fast 500 lokalen Sponsoren konnten wir die Einnahmen aus dem vergangenen Jahr wieder investieren. Aber wir haben trotzdem den kleinsten Etat und die schwächste Infrastruktur. Wir arbeiten daran, alles aufzuholen. Wenn wir einen Punkteschnitt von ungefähr einem Punkt pro Spiel schaffen, wäre ich super glücklich. Dann hätten wir eine herausragende Saison gespielt. Wir haben heute zudem eine Startelf, die insgesamt rund 50 Lebensjahre jünger ist als die von Mainz und deutlich weniger Profifußballerfahrung mitbringt.“

 

Felix Keidel (Torschütze SV Elversberg) ...

… zum Sieg gegen Mainz 05: „Das war ein sehr gutes Spiel von uns. Wir sind richtig gut reingekommen und haben in der ersten Halbzeit unsere Chancen genutzt. Wir hatten viel Spaß und wussten natürlich, dass Mainz mit dem Ergebnis nicht zufrieden sein und in der zweiten Halbzeit Druck machen würde. Da mussten wir einiges aushalten, haben es aber gut gemacht und zum Glück das vierte Tor nachgelegt. Am Ende ist es bitter, da waren wir nicht mehr ganz so wach, haben den Sieg aber über die Zeit gebracht.“

… zu seinem direkt verwandelten Freistoß: „Die Mauer stand nicht ganz so gut. Der Ball wäre wahrscheinlich gar nicht darübergegangen. Aber wenn die Ecke frei ist, versuche ich, ihn genau dorthin zu schießen. Das hat gut geklappt.“

… zum Unterschied gegenüber den vergangenen Spielen: „Der Zug zum Tor war heute anders. Wir haben klarer und einfacher gespielt. Das ist in der Bundesliga auch das Schwierige: die Dinge einfach zu machen, zielstrebig zu spielen und die Chancen zu nutzen. Ein bisschen Glück gehört immer dazu, aber heute haben wir uns den Sieg verdient.“

… zur Effizienz der Elversberger: „Wir haben eine gewisse Lockerheit und Spaß am Spielen. Wir erkennen die Räume in der Offensive und wollen mutig nach vorne spielen, auch gegen den Druck des Gegners. Wir wollen nicht aus Angst vor irgendwelchen Mannschaften nur nach hinten spielen. Das zeichnet uns aus. Wir kommen in jedem Spiel zu Torchancen, egal gegen welchen Gegner.“

… zu den Saisonzielen nach dem starken Saisonstart: „Wir schauen weiterhin auf den Klassenerhalt und denken von Spiel zu Spiel. Jetzt kommt Dortmund, das ist noch einmal eine andere Nummer. Wir konzentrieren uns auf die nächste Partie und nehmen alles mit, was wir bekommen können.“

… zu seinen Chancen auf eine erneute Berufung zur Nationalmannschaft: „Ich lasse mich überraschen. Schon bei der ersten Nominierung war ich ein bisschen überrascht. Ich habe die Woche sehr genossen. Alles, was jetzt noch kommt, ist ein Bonus und zusätzliche positive Motivation für mich.“

 

Francis Onyeka (Torschütze SV Elversberg) ...

… zum Sieg und seinem ersten Bundesliga-Tor: „Das fühlt sich natürlich sehr gut an. Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und haben uns den Sieg erarbeitet. Ich bin überglücklich, dass es so gelaufen ist und ich jetzt mein erstes Bundesliga-Tor erzielt habe. Jetzt können wir in die Kabine gehen und feiern.“

… zur Entscheidung, beim Torabschluss nicht abzuspielen: „Ich stand nicht weit vom Tor entfernt und habe gesehen, dass ich in einer guten Schussposition bin. Deshalb habe ich einfach geschossen.“

… zu seinen Emotionen nach dem ersten Bundesliga-Treffer: „Ich freue mich sehr. Vorher hätten schon ein paar Tore fallen können. Jetzt habe ich endlich getroffen, bin erleichtert und freue mich unglaublich.“

… zum Potenzial der Elversberger Mannschaft: „Sky is the limit. Es ist alles möglich. Wir arbeiten Tag für Tag und werden am Ende sehen, wofür es gereicht hat.“

 

Noah Darvich (SV Elversberg) ...

… zu seiner Verletzung (vor dem Spiel): „Am liebsten wäre ich natürlich auf dem Platz. Aber mir geht es so weit gut. Ich bin schon wieder im Lauftraining. Nächste Woche wird sich zeigen, wie weit ich tatsächlich bin. Ich fühle mich aber relativ gut.“

… zu seinem Wechsel zum FC Barcelona im Alter von 16 Jahren (vor dem Spiel): „Im Nachhinein war es das Beste, was ich hätte machen können. Das hat mir als Mensch und als Spieler sehr viel geholfen. Ich habe unglaublich viel erlebt und mit großen Spielern zu tun gehabt. Das prägt einen natürlich. Auch als Mensch hat mir diese Erfahrung eine gewisse Reife gegeben. Deshalb bin ich sehr glücklich, dass ich diesen Schritt gemacht habe.“

… zu seinen Freundschaften beim FC Barcelona (vor dem Spiel): „Ich hatte überraschend viel mit Lewandowski zu tun. Er hat ja auch gut Deutsch gesprochen und spricht es immer noch. Deshalb war er, glaube ich, ganz glücklich, jemanden zu haben, mit dem er Deutsch sprechen konnte. Ansonsten hatte ich viel mit den jungen Spielern zu tun, vor allem mit Cubarsi. Ich bin eigentlich mit allen gut klargekommen.“

… zu seinen Chancen auf den Durchbruch in Barcelona und dem anschließenden Wechsel nach Stuttgart (vor dem Spiel): „Ich glaube, man bekommt relativ früh mit, wie gut man ist. Ich war schon gut dabei und stand auch ein paarmal im Kader. Trotzdem war der Schritt nach Stuttgart für mich sinnvoll, weil ich dort wahrscheinlich eine größere Chance hatte als bei Barcelona. Deshalb habe ich mich für den Wechsel entschieden.“

… zum Kontakt mit Lamine Yamal (vor dem Spiel): „Zu Lamine speziell habe ich keinen Kontakt mehr. Danach wurde ich schon häufig gefragt, aber leider ist das nicht so. Ich habe allerdings noch ein paar andere Kontakte nach Barcelona. Ich habe mir auch vorgenommen, irgendwann mal wieder dorthin zu fahren, wenn es sich ergibt.“

… zu den Erfahrungen mit den Weltstars des FC Barcelona (vor dem Spiel): „Ich glaube, ich habe vor allem die Mentalität und ein bisschen von dieser Ruhe mitgenommen. Man muss einfach jeden Tag sein Ding machen. Wenn man das schafft, ist man den meisten schon einen Schritt voraus. Das versuche ich aktuell umzusetzen und deshalb läuft es auch ganz gut.“

 

Maximilian Rohr (SV Elversberg) ...

… zu den ungewöhnlichen Kabinenbedingungen an der Kaiserlinde (vor dem Spiel): „Das kann natürlich ein kleiner Vorteil sein, ich glaube aber eher weniger. Die Gegner sind so professionell, dass sie das nicht sonderlich stören wird. Für mich war es auch nur eine ganz kleine Umstellung.“

… zur besonderen Atmosphäre an der Kaiserlinde (vor dem Spiel): „Ich finde einfach, dass es hier extrem familiär ist. Jeder, den ich frage und der schon einmal hier war, sagt das Gleiche: Es ist ein schönes Stadion. Man kann direkt in der Nähe parken, ist schnell am Stadion und es ist alles sehr ruhig.“

 

Christian Weber (Sportdirektor SV Elversberg) ...

… zu seinem ungewöhnlichen Weg von Fortuna Düsseldorf zur SV Elversberg (vor dem Spiel): „Im Fußball passieren immer wieder so viele kuriose Dinge, dass ich gesagt hätte, es ist nicht unmöglich. Ich fühle mich total privilegiert, hier bei der SV Elversberg sein und diesen Weg begleiten zu dürfen. Ich habe einen kleinen Teil dazu beigetragen, dass wir in die Bundesliga aufgestiegen sind. Jetzt versuche ich, einen noch größeren Teil dazu beizutragen, dass wir auch drinbleiben.“

… zur erfolgreichen Entwicklung junger Spieler in Elversberg (vor dem Spiel): „Das liegt zum einen an unserem sehr ruhigen Umfeld. Zum anderen haben wir mit unserem Trainerteam die Möglichkeit, sehr individuell und akribisch zu arbeiten. Unsere Idee ist darauf ausgelegt, junge, entwicklungsfähige Spieler zu verpflichten, ihnen hier eine Plattform zu bieten und sie weiterzuentwickeln. Da haben wir in den vergangenen Jahren eine sehr gute Bilanz vorzuweisen.“

… zur Strategie, Talente künftig auch fest zu verpflichten (vor dem Spiel): „Ganz klar, das ist der nächste Schritt, den wir in unserer Entwicklung als Klub gehen wollen. Das ist nicht immer einfach. Wir müssen einen guten Mix finden aus Talenten, die wir nur ausleihen können, weil wir keine Möglichkeit haben, sie dauerhaft zu verpflichten und Spielern, die wir davon überzeugen können, sich fest an die SV Elversberg zu binden.“

 

Urs Fischer (Trainer 1. FSV Mainz 05) ...

… zur deutlichen Niederlage gegen Elversberg: „Da fehlen mir ein bisschen die Worte. Nach einem solchen Spiel muss man vorsichtig sein, dass man nichts Falsches sagt. Eine Nacht darüber zu schlafen und sich das Spiel noch einmal anzuschauen, wird helfen. Aber die erste Hälfte war einfach nicht gut. Wie wir die Tore bekommen und den Gegner regelrecht dazu einladen, das wird bestraft.“

… zu den individuellen Fehlern seiner Mannschaft: „Es sieht danach aus, dass wir einfach falsche Entscheidungen treffen. Beim ersten Tor können wir den Ball nicht klären und verursachen dadurch einen Freistoß. Auch beim zweiten und dritten Tor machen wir Fehler, die es dem Gegner sehr einfach machen. Dann kommt der Spielverlauf dazu. Wir geraten erneut früh in Rückstand und das ist auch eine Kopfsache. In der zweiten Halbzeit haben wir ein Gesicht gezeigt, das man akzeptieren kann. Aber die Art und Weise, wie wir in der ersten Hälfte gespielt haben, war einfach nicht gut.“

… zur Aufgabe, die Mannschaft wieder aufzurichten: „Es geht darum, wieder aufzustehen. Das Spiel können wir nicht mehr beeinflussen. Wir hatten heute 90 Minuten Zeit und haben es nicht hinbekommen. Wir werden das besprechen und versuchen, es im Heimspiel gegen Bayern besser zu machen.“

… zu seinem ersten Eindruck von der Kaiserlinde (vor dem Spiel): „Toll. Das Stadion hat wirklich Charme. Die Baustelle ist ein bisschen schade, aber ansonsten ist es ein tolles Stadion.“

… zur Rückkehr von Robin Zentner ins Tor (vor dem Spiel): „Ich erwarte, dass er ein gutes Spiel macht und die Mannschaft unterstützt. Gerade als Torwart muss man vorangehen. Er hat Einfluss auf die Abwehr, aber auch auf die restlichen Spieler. Robin ist wieder fit und ich habe mich dazu deutlich geäußert: Er ist unsere Nummer eins. Und wenn die Nummer eins fit ist, dann steht sie auch im Tor.“

 

Niko Bungert (Sportdirektor 1. FSV Mainz 05) ...

… zur Kritik der Mainzer Fans: „Sehr enttäuschend, was wir in dieser Woche gezeigt haben. Dabei ist es sehr beachtlich, was unsere Fans geleistet haben. Schon in Bochum haben sie uns trotz der Leistung 90 Minuten lang unterstützt und alles rausgeholt, was irgendwie ging. Heute wieder. Die Fans waren auf jeden Fall bundesligareif.“

… zu den defensiven Fehlern seiner Mannschaft: „Wenn wir innerhalb von sechs Tagen drei Spiele verlieren, muss man das nicht bis ins letzte Detail mannschaftstaktisch analysieren. Gerade wenn man die Spiele in Bochum und heute betrachtet, war das ein Kopfproblem. Ich weiß nicht, wo das herkommt, denn es war komplett ohne Not. Wir hatten uns einen guten Saisonstart und eine komfortable Ausgangsposition erarbeitet. Mit entsprechendem Selbstbewusstsein hätten wir diese Woche bestreiten und weitere kleine Erfolge feiern können. Wie wir die letzten beiden Spiele angegangen sind, war wirklich sehr enttäuschend. Für mich ist das eine Kopfsache. Da müssen wir schnell ansetzen. Wir haben in dieser Saison schon gezeigt, dass wir es können. Aber mit solchen Leistungen werden wir wenig Bundesliga-Punkte holen.“

 

Robin Zentner (Torwart 1. FSV Mainz 05) ...

… zur schwachen Leistung seiner Mannschaft: „Gerade die erste Halbzeit war in so vielen Bereichen einfach viel zu wenig. Wir konnten nicht dagegenhalten. Elversberg hat fast jeden Ball im Mittelfeld gewonnen. Vorne konnten wir die Bälle nicht festmachen und hinten haben wir keine Zweikämpfe gewonnen. Das haben wir uns alle ganz anders vorgestellt. Es ist schwer zu erklären. Wir haben momentan kein Selbstvertrauen. Das sieht man in fast jeder Aktion. Wir stehen einfach ein bisschen unsicher auf dem Platz.“

… zur Halbzeitansprache von Urs Fischer: „Das bleibt natürlich in der Kabine. Aber im Großen und Ganzen hat er uns bei der Ehre gepackt. Er hat gesagt, dass wir hier nicht so auftreten können. Wir sind eine gestandene Bundesliga-Mannschaft und davon hat man überhaupt nichts gesehen. Wir haben so viel Bundesliga-Erfahrung in unseren Reihen und das muss man einfach sehen. Wir haben uns wie eine Schulmannschaft verkauft.“

… zu seiner Mitschuld an den Gegentoren: „Beim ersten weiß ich nicht, warum der Ball an der Mauer vorbeigeht. Der zweite geht mir ein bisschen unter der Hand durch. Den muss ich halten. Beim dritten ist noch jemand mit dem Kopf am Ball, deshalb bekomme ich ihn nicht richtig weg. Anschließend stehen wir mit drei Spielern um einen Gegenspieler herum, aber keiner ist bei ihm. So sind die Gegentore natürlich viel zu einfach.“

… zum verlorenen Selbstvertrauen: „Unsere Tugenden haben uns stark gemacht. Daran konnten wir uns auch in den schlechteren Spielen immer wieder hochziehen. Aber wenn das nicht funktioniert, wie willst du dir dann Selbstvertrauen erarbeiten? Du musst über die Zweikämpfe und gute Aktionen kommen. Wir hatten zwischendurch vier oder fünf Eckbälle hintereinander, aber auch daraus ist zu wenig entstanden. Über das gesamte Spiel hatten wir kaum große Torchancen. Wir erzielen noch ein Abseitstor und haben vielleicht eine weitere Möglichkeit. Im letzten Drittel waren wir einfach zu unpräzise. Unabhängig davon: Wenn du vier Tore kassierst, wie willst du so ein Spiel gewinnen?“

… zum bevorstehenden Spiel gegen Bayern München: „Wir müssen das jetzt erst einmal verdauen. Das war heute ein harter Schlag und fühlt sich sehr beschissen an. Wir können es nicht mehr ändern und müssen den Blick wieder nach vorne richten. Aber gerade fällt es sehr schwer, schon an das Spiel gegen Bayern zu denken.“

 

Danny da Costa (1. FSV Mainz 05) ...

… zur Kritik der Mainzer Fans: „Ehrlich gesagt habe ich nicht genau gehört, was gesagt wurde. Aber die Pfiffe waren deutlich und natürlich gerechtfertigt. Wir haben es innerhalb einer Woche geschafft, das Selbstvertrauen, das wir uns über längere Zeit erarbeitet hatten, komplett zu verspielen. Den Unmut der Fans kann man verstehen. Von außen entsteht vielleicht das Gefühl, dass wir auf dem Platz nicht alles geben. Aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass das nicht stimmt. Wir versuchen alles, um unsere Abläufe zu finden. Heute waren wir besonders in der ersten Halbzeit viel zu ängstlich, hatten zu wenig Mut mit dem Ball und haben gegen den Ball die Zweikämpfe viel zu einfach verloren. So kassiert man in der Bundesliga sehr schnell viele Gegentore.“

… zum fehlenden Selbstvertrauen seiner Mannschaft: „Die Qualität ist definitiv vorhanden. Wir haben nicht innerhalb einer Woche das Fußballspielen verlernt. Aber momentan stimmt etwas nicht. Wir trauen uns nicht mehr genügend zu. Das beste Mittel dagegen ist, nicht allzu viel zu reden, sondern sich im Training wieder Dinge zuzutrauen und gegenseitig Mut zu machen. In den nächsten Spielen müssen wir versuchen, über grundlegende Abläufe und einfache Aktionen das verlorene Selbstvertrauen zurückzugewinnen.“

… zu den vielen Gegentoren: „Das ist definitiv zu viel. Normalerweise zeichnet uns aus, dass wir als Mannschaft sehr geschlossen auftreten und jeder für jeden da ist. Wir haben ein gesamtes Team, das versucht, Gegentore zu verhindern. Im Moment machen wir es den Gegnern aber erschreckend einfach, gegen uns Tore zu erzielen. So einfach ist es leider gerade.“

 

Stefan Posch (1. FSV Mainz 05) zur jüngsten Formkrise der Mainzer (vor dem Spiel): „Was heißt Krisenmodus? Ich glaube, dass wir nach den letzten beiden Spielen heute auf jeden Fall eine Reaktion zeigen müssen. Wir haben uns diese Spiele ganz anders vorgestellt, vor allem die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind. Wir wissen, dass es heute in Elversberg nicht einfach wird. Die sind gut gestartet und es ist sehr schwierig, hier zu spielen. Aber wir wollen eine Reaktion zeigen und unsere Tugenden auf den Platz bringen.“

 

Sky Experte Shkodran Mustafi ...

… zu den weiteren Perspektiven der SV Elversberg: „Elversberg muss jetzt beweisen, dass die Mannschaft diese Intensität über eine gesamte Saison aufrechterhalten kann. Es wird möglicherweise auch Phasen geben, in denen es Schwierigkeiten gibt. Dann kommt es darauf an, wie man mit Widerständen umgeht. Jetzt schon einen Puffer aufzubauen, hilft natürlich enorm. Wenn die Ergebnisse stimmen, darf man auch einmal nach oben schauen und die Mannschaft dadurch zusätzlich motivieren. Grundsätzlich würde ich den bisherigen Weg fortsetzen, hier und da noch etwas anpassen und die vielen jungen Spieler weiterentwickeln. Dann kann man den Puffer hoffentlich so groß machen, dass man irgendwann auch nach oben schauen kann.“

… zu den notwendigen Veränderungen beim 1. FSV Mainz 05: „Es wird immer davon gesprochen, nach schlechten Ergebnissen zu den einfachen Dingen zurückzukehren. Aber auf dem Fußballplatz gibt es keine einfachen Dinge. Du musst im Training wieder Erfolgserlebnisse sammeln, Tore erzielen und die Einheiten so gestalten, dass die Spieler Lust auf das nächste Spiel bekommen. Dann musst du mutig auftreten. Es bringt nichts, dich nur auf vermeintlich einfache Dinge zu verlassen, wenn du anschließend trotzdem Fehler machst. Diese Blockade muss aus den Köpfen verschwinden. Das wird ein oder zwei Tage dauern. Danach muss im Training wieder Vollgas gegeben werden.“

… zu den besonderen Qualitäten von Noah Darvich (vor dem Spiel): „Noah ist ein sehr cleverer Spieler, der Räume gut erkennen kann, technisch sauber ist und sehr viele gute Ideen hat. Auch wenn nicht immer alles gelingt, gibt es viele Situationen, in denen man erkennt, welche Idee dahintersteckt. Das ist mir fast noch wichtiger als die Ausführung und dass am Ende immer alles klappt. Entscheidend ist, dass er die richtigen Dinge sieht und die richtigen Informationen verarbeitet. Das macht er schon richtig gut. Dazu ist er auch menschlich ein super Typ. Deshalb hoffe ich, dass ich ihn bald wieder auf dem Platz sehe.“

… zur Bedeutung von Elversberg für die Entwicklung junger Talente (vor dem Spiel): „Ich finde solche Vereine aus Spielersicht brutal wichtig. Du brauchst Vereine, die dir diese Möglichkeiten geben, denn die bekommst du nicht überall. Wir haben viele Spieler gesehen, die von anderen Klubs gekommen sind, bei denen es nicht richtig lief oder bei denen sie aus irgendwelchen Gründen nicht weiterkamen. Sie standen auf der Stelle. Dann ist es unglaublich wertvoll, eine Adresse wie Elversberg zu haben, wo du Spielzeit bekommst und nicht der ganz große Trubel herrscht. Du kannst dich voll auf den Fußball konzentrieren. Diese Zeit auf dem Platz ist für junge Spieler brutal wertvoll.“

 

 

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