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Große Studie zur Gerechtigkeit im Profifußball: Knappe Mehrheit der Fans für 50+1

Auch der Einfluss der Fans auf Entscheidungen der Clubs nimmt ab

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Köln, 06.10.2022

Die zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs ist vielen Fans ein Dorn im Auge. So wird der sportliche Wettbewerb immer stärker durch außersportliche Faktoren beeinflusst. Die Clubs mit den besten Sponsorendeals und den höchsten TV-Einnahmen haben einen massiven Wettbewerbsvorteil. Als Paradebeispiel dient dabei die Premier League, die allen anderen europäischen Ligen in Sachen TV-Gelder schon längst einteilt ist. Darüber hinaus nimmt die Anzahl der Clubs, die von Ölmilliardären oder Investorengruppen übernommen worden sind, europaweit immer mehr zu. Auch die Möglichkeiten der Einflussnahme durch die Fans werden in diesem Zuge immer geringer. Die Anhänger scheinen nicht nur hinsichtlich der Kommerzialisierung ihres Sports machtlos zu sein, sondern verlieren oft auch innerhalb ihrer Clubs an Mitbestimmungsmöglichkeiten. In einer großen Studie zum Thema „Gerechtigkeit im Fußball“ hat FanQ 2.150 Fußballfans zur Funktionsfähigkeit des sportlichen Wettbewerbs und zur Repräsentation von Fans und ihren Interessen befragt. In der Konzeption wirkten unter anderem auch Prof. Dr. Harald Lange vom Institut für Sportwissenschaften der Universität Würzburg, Prof. Dr. Axel Faix vom Institut für Wirtschaft der Fachhochschule Dortmund und die Abteilung Sportökonomie und Sportmanagement der Universität Leipzig mit.


Insgesamt stimmen 61,4 % der Umfrageteilnehmer der These, dass in der Bundesliga regelmäßig die Clubs sportlichen Erfolg haben, die gut wirtschaften eher (30,5 %) oder sogar voll zu (30,9 %). Den Einfluss auf den eigenen Verein sehen 48,9 % der Fans als „sehr gering“, weitere 19,7 % der Fans stimmten hier für „gering“.

 

Der sportliche Wettbewerb in der Bundesliga wird durch mehrere Faktoren beeinflusst. Die vier größten sind nach Meinung der Befragten die Marktmacht großer Clubs (62,5 %), die Verteilung der TV-Gelder (60,5 %), Investorengelder (59,0 %) und die Einnahmen aus der Champions League (47,1 %).

 

Ein viel diskutiertes Mittel, welches Verhindern soll, dass die Vereine der Bundesliga zu den Spielbällen ausländischer Investoren werden, ist die 50+1-Regel. Über die Hälfte der Fans (52,7 %) vertritt die Ansicht, dass die Fairness des sportlichen Wettbewerbs in der Bundesliga durch diese Regelung eher (21,8 %) oder vollkommen (30,9 %) gefördert wird. 22,2 % der Befragten stimmen dieser These hingegen eher nicht (12,6 %) oder überhaupt nicht zu (9,6 %).

 

Während sich die meisten Fans darüber einig sind, dass in der Bundesliga vor allem die Clubs erfolgreich sind, die gut wirtschaften (s.o.), verhält sich das in Bezug auf die Champions League etwas anders. So stimmen 43,5 % der Umfrageteilnehmer der Aussage, dass in der Königsklasse regelmäßig die Clubs erfolgreich sind, die positive Finanzergebnisse erzielen, eher nicht (23,2 %) oder überhaupt nicht zu (20,3 %). Demgegenüber würden insgesamt 38,7 % dieser Behauptung eher (20,1 %) oder vollkommen (18,6 %) zustimmen. Vereine wie Paris St. Germain, Manchester City oder der FC Barcelona bezahlen Unsummen für Gehälter und Spielerablösen, obwohl sie deutlich mehr Geld ausgeben als sie einnehmen. Die drei genannten Clubs haben aber in den letzten fünf, sechs Jahren auch bewiesen, dass der Einsatz dieser finanziellen Mittel nicht immer ausreicht, um sich die europäische Krone aufzusetzen.

 

Die Fußballfans können nach eigenen Angaben nicht nur innerhalb ihrer Lieblingsclubs immer weniger Einfluss nehmen (s.o.), 85,0 % von ihnen finden auch, dass ihre Interessen durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) nicht angemessen repräsentiert werden. Ähnlich verhält es sich auch mit der Deutschen Fußball Liga (DFL). Die Umfrage, ob die Interessen der Fußballfans von der DFL angemessen repräsentiert werden, beantworten 82,9 % mit Nein.

 

Die Studie zur Gerechtigkeit im Fußball umfasst noch viele weitere Umfrageergebnisse und Differenzierungen der Ergebnisse nach demographischen Aspekten. Sie ist ab jetzt kostenlos auf der Website fanq.com abrufbar. Bei redaktionellen Rückfragen zu den Umfrageergebnissen nehmen Sie gerne Kontakt auf zu FanQ-Gründer Dr. Joachim Lammert, joachim.lammert@fanq-app.com, 0163-52 93 000.

 

 

 

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